DE148652C - - Google Patents
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- DE148652C DE148652C DENDAT148652D DE148652DA DE148652C DE 148652 C DE148652 C DE 148652C DE NDAT148652 D DENDAT148652 D DE NDAT148652D DE 148652D A DE148652D A DE 148652DA DE 148652 C DE148652 C DE 148652C
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- C03B25/08—Annealing glass products in a continuous way with horizontal displacement of the glass products of glass sheets
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Description
TSERLICHES
PATENTAMT.
Zum Kühlen des Glases hat man sich bisher in der Hauptsache zweierlei Arten von
Kühlofen — der Einzelöfen oder Kammern mit unterbrochenem Betriebe oder des aus einer
längeren Galerie und beweglicher Sohle bestehenden Ofens mit fortlaufendem Betrieb —
bedient. Bei dem Betrieb der Einzelöfen wird bekanntlich eine. auf die erforderliche
Temperatur gebrachte Kammer mit dem zu
ίο kühlenden Glase voll gefüllt und dann geschlossen,
worauf man den Ofen entsprechend lange durch Wärmeabgabe nach außen sich abkühlen läßt. Der Ofen wird hierauf, geöffnet
und das gekühlte Glas herausgenommen.
Bei dieser Art von Öfen geht sowohl die zur Anheizung erforderliche Hitze als auch,
die Hitze des eingesetzten heißen Glases verloren , infolgedessen der Betrieb hinsichtlich
des Heizstoffes sehr verteuert wird.
Bei Kühlofen mit fortlaufendem Betrieb kommt eine mechanisch fortbewegte Ofensohle
zur Anwendung, auf welcher das an einem Ende des langgestreckten, angeheizten und fortdauernd beheizten Kanales aufgebrachte
Glas, durch die Galerie hindurchgeführt und an dem anderen Ende der Galerie
ausgebracht wird.
Diese Öfen haben u. a. den Nachteil, daß die zum Weiterbefördern des Glases dienenden
mechanischen Einrichtungen der hohen Hitze des Ofens und des Glases ausgesetzt sind,
dabei schneller Abnutzung unterliegen und außerdem die Dauer der Kühlwirkung eine
verhältnismäßig kurze ist'.
Es sind ferner Kühlofen bekannt, bei denen eine Hintereinanderschaltung mehrerer nebeneinander
liegender Kammern in solcher Weise hergestellt ist oder werden kann, daß die beim
Aufheizen der einen Kammer abziehende Wärme zum Vorwärmen der demnächst aufzuheizenden
benutzt wird, bei. denen aber eine Er- wärmung von Luft für Heizungszwecke durch
das abzukühlende Kühlgut in den Kammern nicht vorgesehen ist.
Um sowohl die den bisherigen Kühlofen mit ununterbrochenem Betrieb anhaftenden Übelstände
als auch den großen Wärmeverlust der Einzelkühlöfen zu vermeiden, kommt nach vorliegender Erfindung für Kühlzwecke ein
Verfahren zur Anwendung, das darin besteht, die durch die beschickten und abkühlenden
Kammern der Reihe von hintereinander geschalteten Kühlofen geführte und dabei erhitzte
Luft zur Anheizung oder zur Verstärkung der Anheizung der nächsten zu beschickenden
Kühlkammer zu benutzen und die in dieser Kammer nicht festgehaltene Wärme gegebenenfalls zusammen mit der
aus der unmittelbaren Beheizung der zu beschickenden Kammer stammenden Hitze zur
Erwärmung einer zweiten Kammer oder einer Reihe weiterer Kammern vor ihrer Anfüllung
mit Glas zu benutzen. Da die ,zugeführte heiße Luft auch die für die Gasheizung notwendige
Verbrennungsluft liefert, wird eine besonders gute Wärmeausnutzung erzielt Jbezw. die für
Brennstoff aufzuwendenden Betriebskosten wesentlich vermindert. '
Auch bei keramischen Öfen wird die Wärme des in die Ofenkammern eingesetzten
und gebrannten Ofengutes in der Weise zum Aufheizen der in der Reihe folgenden Kammern
nutzbar gemacht, daß durch die mit
ίο fertigem heißen Ofengute besetzten Kammern
Luft zwecks Kühlung des Ofengutes durchgeleitet, hierbei erwärmt und zur Beheizung
der folgenden, noch in der Temperatursteigerung begriffenen Ofenkammern benutzt wird.
Der Betrieb keramischer Öfen zum Kühlen des Ofens ist aber mit dem Betrieb von
Öfen zum Kühlen von Glas nicht ohne weiteres zu vergleichen, d'enn jene keramischen
Öfen sind zugleich Brenn- und Kühlofen; die in den abkühlenden Kammern vorgewärmte Luft
wird zur Aufheizung von Brennkammern, nicht von Kühlkammern wie bei den Glaskühlöfen
nach vorliegender Erfindung, benutzt. Bei diesen ist aber nicht nur die erzielte Wärmeersparnis
von Wichtigkeit, sondern in viel höherem Maße wie bei den Brennofen die
Gleichmäßigkeit der Aufheizung und Abkühlung ins Gewicht fallend.
Zur Ausführung des vorstehend gekennzeichneten Glaskiihlverfahrens wird eine Reihe
von nebeneinander liegenden, untereinander in Verbindung stehenden Kühlkammern angeordnet,
deren Teilwände nach der einen Ausführung der Anlage auf ihrer ganzen Tiefe
mit , geeigneten Durchbrechungen versehen sind, so daß die aus den vorhergehenden
Kammern abziehende Hitze die nächstfolgende oder eine Reihe von folgenden Kammern
auf ihrer ganzen Tiefe gleichmäßig heizt.
Die einzelnen Kammern sind mit Vorrichtungen zum beliebigen Verschließen der genannten
Durchbrechungen mit verschließbaren Abzügen nach dem Schornstein und mit Hitzezufuhreinrichtungen versehen, so daß
ein Luftstrom durch eine beliebige Anzahl von beschickten abkühlenden Kammern geleitet
und beim Austritt aus den eben beschickten heißesten Kammern zur Aufwärmung der zunächst
zu. beschickenden und der folgenden Kammern benutzt werden und aus der letzten bezw. der letzten der jeweiligen Betriebsfolge
herausgelenkt werden kann, wobei die Aufheizung der zu beschickenden und der nächsten
Kammern nötigenfalls noch durch unmittelbare Beheizung aus den Gasbrennern unterstützt
werden kann.
Eine zur Ausführung des vorstehend gekennzeichneten Kühlverfahrens dienende Vorrichtung,
bei welcher, wie hier besonders hervorgehoben sein mag, die ■ an sich bekannte
Vorwärmung kalter Kammern durch die Abgase der in der Aufheizung begriffenen Kammern
ohne Ausnutzung der Wärme der beschickten Kammern nicht beabsichtigt ist, ist beispielsweise auf beiliegender Zeichnung in
einer für die Spiegelglasfabrikation bestimmten Form dargestellt.
Fig. ι zeigt eine Reihe nebeneinander angeordneter
Kühlkammern im Längsschnitt,
Fig. 2 einen wagerechten Schnitt nach A-B, Fig. ι, ,
Fig. 3 einen Querschnitt nach C-D und
Fig. 4 einen Querschnitt nach E-F der Fig. ι und 2.
Die Kammern g, h, i . . . sind durch die Durchbrechungen ο in ihren Trennungsmauern k unmittelbar miteinander verbunden.
Die erste Kammer kann mit einer. Herdanlage I zum ersten Anheizen der Kammer g
ausgestattet, sie kann aber auch, gleich den übrigen Kammern, mit Gaszuführung zur
Anheizung verbunden sein, wie eine solche bei jeder nächsten Kammer bei m ersichtlich
ist. In den Trennungsmauern k befinden sich die Abzüge η in den Schornstein.
Beim Betriebe wird zunächst die erste Kammer g angeheizt, und die abziehenden
Gase läßt man durch alle anderen Kammern streichen, wozu man in den letzteren die Abzüge
η in den Schornstein öffnet. . g0
Nach genügender Heizung der ersten Kammer befindet sich die zweite Kammer durch
die aus ersterer abziehende Hitze bereits in stark vorgewärmtem Zustande; man heizt
dann die zweite Kammer durch ihre Hitzequelle und schließt diejenige der ersten Kammer,
wobei die abziehenden Heizgase der zweiten Kammer immer durch die nachfolgenden Kammern streichen, bis sie aus den letzten
Kammern in den Schornstein entweichen.
Diese nachfolgenden Kammern werden nach und nach durch die aus der zweiten Kammer
abziehende Hitze erwärmt und sobald diese zweite Kammer den geeigneten Hitzegrad erreicht
hat, wird ihre Hitzequelle abgeschlossen. Immer nach der Beendigung der Aufheizung
werden die Kammern mit Kühlgut beschickt.
In gleicher Weise wird mit der ganzen Kammerreihe verfahren. Geht die Erhitzung
der nachfolgenden' Kammern für den Kühl- no Vorgang der erzeugten Glasware nicht schnell
genug vonstatten, so werden mehrere Hitzezufuhren gleichzeitig angestellt, die sämtliche
nachfolgenden Kammern speisen, so daß die Hitze der vorhergehenden Kammer vor ihrem
Entweichen aus den Abzügen der letzten Kammer zum Schornsteine ausgenutzt wird.
Nachdem die erste Kammer oder noch einige weitere mit Kühlgut beschickt sind,
beginnt der der vorliegenden Erfindung entsprechende Betrieb der Öfen in der Weise,
daß der ersten der abkühlenden Kammern
Außenluft zugeführt wird, welche durch die folgenden streichend sich anwärmt und aus der
letzten beschickten Kammer austretend in die demnächst zu beschickende eintritt und gemeinschaftlich
mit den Heizgasen der nötigenfalls anzustellenden-unmittelbaren Gasheizung durch die folgenden Kammern zieht.
In der dargestellten Ausführung führt zur Anheizung der gesamten Kammerreihe durch
ίο Gas der Gaskanal ρ an der ganzen Reihe
entlang. Das Gas kann durch Schieber q nach Maßgabe der Kammererhitzung zugeleitet
werden.
Für die Beheizung der ersten Kammer ist nur vorsichtshalber eine Herdanlage vorgesehen,
weil bekanntlich in einer kalten Kammer das Gas schlecht brennt und zuweilen bei seiner Entzündung Explosionen
eintreten können. 1st aber die erste Kaminer in gehörige Hitze versetzt, so ist die
zweite durch die aus der ersten Kammer abziehende Hitze genügend vorgewärmt, so daß
das Gas in der zweiten Kammer ohne Gefahr . entzündet werden kann. Für die zur
Verbrennung des' Gases nötige Luft sind die Zuglöcher r vorgesehen, die je nach der
gewünschten Länge der Flamme mehr oder weniger geöffnet werden. Außerdem haben diese Zuglöcher die Bestimmung, der jeweils
ersten (kühlsten) einer Reihe von abkühlenden Kammern die Außenluft zuzuführen, welche
die Kühlung bewirkt und die Wärme des Kühlgutes nach den aufzuheizenden Kammern fortführt.
Die Durchbrechungen 0 in den Trennungswänden k können abschließbar angeordnet
sein, so daß, wenn eine Kammer ihre Eigenhitze und die Hitze des eingestellten Glases
an die nächste Kammer oder die folgenden Kammern in genügendem Maße abgegeben hat, diese Kammern gänzlich abgesperrt werden,
damit in ihr bezw. ihnen die Abkühlung ohne Durchführung von Luft zu Ende geht. In den Fig. 5 bis 8 ist eine für gegossene
Glasware bestimmte Kühlanlage dargestellt.
Der senkrechte Schnitt (Fig. 5) ist nach den Linien A-A, B-B und C-C der Fig. 6 und
der wagerechte Schnitt (Fig. 6) nach den Linien M-M, N-N, 0-0 und P-P der Fig. 5 gelegt,
während die Fig. 7 und 8 Querschnitte nach E-E und D-D der Fig. 6 zeigen.
Bei dieser mit beispielsweise 12 aneinandergereihten
Kammern 1 bis 12 versehenen Anlage sind die Trennungsmauern ebenfalls mit
Durchbrechungen ο versehen. Der von einem Gaserzeuger kommende Gaskanal ρ erstreckt
sich durch die gesamte Anlage hindurch. Von dem Kanal gehen durch die Schieber q abschließbare
Gasleitungen m aus, die in den Trennungsmauern bis in die Durchbrechungen
0 derselben reichen;
Die zum Verbrennen nötige Luft tritt durch die offene kalte Kammer, die entleert
wird, ein und streicht durch die Durchbrechungen 0 in die folgenden Kammern, in
denen sie sich nach und nach erhitzt, um in den anzuheizenden Kammern zur Verbrennung
des Gases zu dienen.
Die Verbrennungsgase streichen, ehe sie den Sammelkanal f erreichen, dann durch
mehrere Kammern Hindurch und gelangen in den Schornstein. Die Schieber 'g gestatten
den Auslaß der Verbrennungsgase aus einerbeliebigen Kammer.
Die Betriebsweise einer solchen Anlage ist die folgende:
Angenommen, es soll, wie die Zeichnung angibt, das Gas in der Kühlkammer 5 brennen,
so wird der Gasschieber q dieser Kammer geöffnet, während die sämtlichen anderen
Schieber geschlossen bleiben. Die Kühlkammer 8 steht allein offen; sie ist kalt und
aus ihr werden die gekühlten Gegenstände herausgenommen.
Die Durchbrechungen 0 in der Trennungsmauer zwischen Kammer 7 und 8 sind durch
feuerfeste Stöpsel h oder durch lange BIeChschieber
geschlossen. Der Rauchabzugschieber g in der genannten Trennungsmauer ist
offen, während alle anderen geschlossen sind, go
Die Kühlkammer 4 ist heiß und, wie alle anderen, geschlossen, mit Ausnahme während
der Besetzung, da diese Kammer gerade angefüllt wird. Bei dieser Stellung der Schieber
tritt kalte Luft nur durch die offene Kühlkammer 8 ein, durchstreicht hintereinander
die Kühlkammern 9, 10., 11,12 (dann unter
Vermittelung des Kanals /), 1, 2, 3, 4 und 5 und erhitzt sich demnach allmählich in diesen
Kühlkammern, indem sie langsam und gleichmäßig die darin befindlichen Glasgegenstände
abkühlt. Die Luft gelangt erhitzt zu dem bei e in die Kammer strömenden, hier verbrennenden
und die Kühlkammer 5 schnell erhitzenden Gase; aus dieser Kammer entweichen
die Verbrennungsgase durch die Durchbrechungen der nächsten Trennungsmauer, um die Kühlkammer 6, sodann die
Kühlkammer 7 zu erhitzen und dann aus dieser durch die Kanäle in der zwischen den
Kanälen 7 und 8 befindlichen Trennungsmauer in den Rauchkanal f zu entweichen.
Sobald die Kammer 5 genügend erhitzt ist, öffnet man die Tür der Kühlkammer 9, um
die in diese Kammer einmündenden Durchbrechungen ο mittels Stöpsels h zu verschließen
, was bei noch kalter Kammer 9 mit der Hand geschehen kann.
Die Stöpsel h in der Kammer 8 werden dann entfernt, der Gaseintrittschieber q der Kammer
5 sowie der Abzugschieber g zwischen Kammer 7 und 8 geschlossen und der Gas-
eintrittschieber q der Kammer 6 sowie der
Abzugschieber g zwischen Kammer 8 und 9 geöffnet. Bei dieser Einstellung der Schieber
geht der Hitzestrom um eine Kammer weiter, so daß man Kammer 5 nunmehr besetzen und Kammer 9 entleeren kann. Auf diese
Weise wird planmäßig um je eine Kammer fortgefahren. Wird mit der Glasgießerei während der Nacht aufgehört, so empfiehlt
es sich, die Kühlkammer 12 mit Tagesschluß vollzusetzen und am Ausgange dieser Kammer
etwas Gas brennen zu lassen, um den langen Kanal / heiß zu halten, der die letzte Kammer
12 mit der ersten Kammer I verbindet; während dieses Stillstands zieht der Rauch
durch g in I ab und tritt die Verbrennungsluft durch eine kleine, in der Tür der Kammer
ι angebrachte Öffnung ein.
Die Abkühlung der Kammern ist demnach während der Nacht eine viel langsamere; dagegen
wird eine größe AVärmemenge in der Leitung Z aufgespeichert, so daß eine leichte
Nachheizung am Morgen in den ersten Kammern i, 2, 3 stattfinden kann, die man dann
einige Stunden vor Beginn des Gießverfahrens entleeren kann.
In den Fig. 9 bis 11 ist eine für Flakons
und Becherware bestimmte Kühlanlage dargestellt.
Fig. 10 ist ein senkrechter Schnitt nach A-A, B-B, C-C, D-D der Fig. 11, Fig. 11 ein wagerechter
Schnitt nach E-E, F-F, G-G der
Fig. 9 und Fig. 9 ein Querschnitt nach J-J der Fig. 11. Diese Anlage besteht beispielsweise
aus 7 einfachen, aneinandergereihten Kühlkammern, die untereinander durch in
dem Boden angebrachte Leitungen α zu verbinden sind.
Ein sich durch die gesamte Anlage hindurch erstreckender Gaskanal ρ und die
Schieber c gestatten die beliebige Gaszuleitung in jede Kammer. Die auf etwa ioou an den
Wänden des Gaserzeugers % erhitzte Verbrennungsluft erzeugt einen leichten Druck
in den Kammern und verhindert gänzlich das Eindringen kalter Luft in die Kammer der
Anlage. Diese von dem Gaserzeuger ^ unter Druck kommende heiße Luft gelangt in
den Sammler d, um durch die Schieber e je nach Bedürfnis verteilt zu werden, und
zwar läßt man die Verbrennungsluft durch mehrere, immer heißer werdende Kammern
streichen, so daß die Gasverbrennung mittels sehr heißer Luft vor sich geht. Zum Abzug
der Verbrennungsgase sind auf dem Gewölbe des Sammelkanals g Schieber f (Fig. 9) zum
Abschließen oder Öffnen von Durchbrechungen in dem genannten Kanal vorgesehen. Über
diesem Schieber f befinden sich die Verbindungskanäle zwischen den Kammern, die
durch die Schieber h abgeschlossen oder geöffnet werden; die letzte Kammer 7 steht
mit der Kammer 1 durch einen im Boden angebrachten Kanal j in Verbindung.
Betriebsweise: Bei Beschickung der Kammer 3 stehen deren Gasschieber c allein offen,
während die Schieber c aller anderen Kammern geschlossen sind. Kammer 4, deren Tür
offen steht und aus welcher die Ware ausgebracht wird, befindet sich demnach-von
allen anderen Kammern getrennt und sind alle Schieber/und c der letzteren geschlossen.
Die Kammern 5, 6, 7, I, 2, 3, welche mit Ausnahme von 3 gefüllt sind, stehen durch die
Leitungen α untereinander in Verbindung. Die Rauchschieber/ in Kammer 3 sind allein
offen, die anderen Schieber 7 sind sämtlich geschlossen.
Die Verbrennungsluft wird durch den Schieber e der Kammer 5 in diese eingelassen
(während alle anderen Luftschieber c geschlossen sind) und streicht unter Benutzung
der Kanäle α der Reihe nach durch die Kammern 6, 7, I, 2, hier sich allmählich erhitzend,
indem sie langsam und gleichmäßig die in denselben aufgespeicherte Ware abkühlt. Die
heiße Luft gelangt dann zur Gasausströmungsöffnung der Kammer 3, aus der das Gas
verbrennt. Diese Kammer wird nicht nur durch die Verbrennung des Gases, sondern
hauptsächlich durch die zugeführte heiße Luft erhitzt. Diese Wärme ist gewonnen, weil sie
durch die Berührung der Luft mit den abkühlenden Gegenständen aufgenommen ist. Die
Verbrennungsgase entweichen aus Kammer 3 bei geöffneten Schiebern Ji und f, um durch
den Sammelkanal g dem Schornstein zugeführt zu werden. (In der Zeichnung sind in
den Kammern 1 bis 4 die Abzugsschächte weggelassen.) Nach Vollsetzung der Kammer 3
beginnt man mit' der Erhitzung der folgenden
Kammer 4, wozu alle Schieber dieser Kammer mit Ausnahme des geschlossen bleibenden
Luftzuführungsschiebers e geöffnet werden. Hierauf wird Kammer 5 durch Schließen
seiner sämtlichen Schieber'ausgeschaltet, sowie, die Luftzufuhr in Kammer 6 und der Rauchabzug
in Kammer 4 geöffnet. Auf diese Weise tritt die Luft in die Kammer 6 und streicht dann der Reihe nach durch die Kammern
7, 1, 2, 3, um das Gas in Kammer 4 zu verbrennen, wobei die Rauchgase aus 4 in
den Schornstein entweichen.
Das Erhitzen der Kammern kann damit beginnen, daß man nur heiße Luft ohne Gaszutritt
während der Unterbrechung der Arbeitszeit durchstreichen läßt, so daß die Erhitzung
der Kammern lediglich durch die aus der Abkühlung der Gegenstände gewonnene Hitze
erfolgt. Dadurch ist dann der Verbrauch an Brennstoff ganz wesentlich vermindert.
Die Abkühlung der Kammern kann ganz
bedeutend beschleunigt werden, weil ein Zutritt
kalter Luft zu der eingesetzten Glasware ganz ausgeschlossen und der Abkühlungsvorgang ein ganz gleichmäßiger ist. Man
kann demnach mit einer geringen Anzahl aneinandergereihter Kammern ebensoviel Glasware
kühlen, wie in einem großen, mit mechanischer Beförderung versehenen Kühlofen; der Bau der beschriebenen Kühlkammern
ίο ist aber weniger kostspielig und der Kühl-.Vorgang
wird sich regelmäßiger und vollkommener gestalten.
In den Fig. 12 bis 15 ist eine Kühlanlage
für Flaschenkühlung dargestellt.
Der senkrechte Schnitt (Fig. 12) ist nach den Linien A-A, B-B, C-C der Fig. 13 genommen,
welche einen wagerechten Schnitt nach den Linien M-M, N-N, 0-0, P-P der Fig. 12 wiedergibt.
Fig. 14 und 15 sind Querschnitte nach den
Linien D-D, E-E der Fig. 13.
Zum Kühlen gewöhnlicher Flaschen werden meistens Kühlanlagen mit mechanischer Beförderung
benutzt, während man für bessere Flaschen einfache Kühlöfen vorzieht, weil
eine sehr gute Abkühlung erzielt werden soll, die mit Sicherheit in mechanischen Kühlöfen
sich nicht immer erreichen läßt. Zur Sicherung dieser vollkommenen Kühlung bedient
man sich zuweilen der Holzfeuerung, welche die Kosten des Kühlverfalirens nicht unwesentlich
vermehrt.
Eine Kühlanlage für Flaschen nach vorliegender Erfindung besteht in den Fig. 12, 13
beispielsweise aus 7 aneinandergereihten Kammern , die durch auf ihren Gewölben angeordnete
' Kanäle α miteinander verbunden werden können. Die heiße Luft tritt in die
Kanäle α ein durch Austrittsöffnungen b, welche sich hinten und oben an der Decke
jeder Kammer befinden. Die Kanäle α münden in die nächste Kammer durch kleine Züge c
ein, durch welche die Luft vorn auf den Boden in zwei Ecken dieser Kammern niedergeführt
wird. Die Kanäle α werden durch Schieber / (Fig. 15) abgeschlossen, wenn die
genannte Verbindung unterbrochen werden soll.
Die letzte Kammer 7 steht mit der ersten Kammer 1 durch zwei, über den Kanälen a
angeordnete, mit Schieber/ versehene Kanäle g in Verbindung.
Es sind nur diese wenigen Abänderungen an einer aus gewöhnlichen Kühlöfen bestehenden
Anlage vorzunehmen, um eine Kühlanlage mit aneinandergereihten, verbundenen Kammern nach vorliegender Erfindung herzustellen.
Betriebsweise: Wird die Kammer 4 entleert und die Kammer 3 besetzt, so streicht dann
kalte Luft durch die offene Tür der Kammer 4 ein; die Schieber in 2 und 3. sind geschlossen,
so daß Kammer 3 von den übrigen Kammern getrennt ist. Dagegen sind die Schieber in
den Kammern 4, 5, 6, 7 und 1 geöffnet.
Alle nach den Schornsteinen führende Züge sind, mit Ausnahme derjenigen der
Kammer 2, geschlossen.
Unter diesen Umständen tritt kalte Luft durch die Kammer 4 ein, durchstreicht unter
Benutzung der Kanäle b ac nacheinander die Kammern 5 , 6, 7, 1, 2, kühlt langsam und
gleichmäßig die in diesen Kammern aufgespeicherten Flaschen ab und tritt erwärmt
durch den Schornstein der Kammer 2 aus, dessen Schieber nur wenig geöffnet ist, um
möglichst wenig Hitze während dieses Betriebes zu verlieren.
Sobald die Arbeit der Glasmacher aufhört, muß die Kammer 3 mit heißen Flaschen angefüllt
und die Kammer 4 leer und kalt sein. Hierauf schließt man die Tür der Kammer 4 luftdicht ab und öffnet die Tür der Kammer
5 ein wenig, während der Schornsteinabzug in Kammer 2 geschlossen und derjenige der Kammer 4 geöffnet wird. Sodann
schließt man den Schieber der Kammer 4, um die Verbindung zwischen Kammer 4 und 5
zu unterbrechen, und öffnet die bis dahin geschlossen gewesenen Schieber der Kammern 2
und 3.
Unter diesen Umständen tritt die kalte Luft
in Kammer 5 ein, streicht durch die Kammern 6, 7, I, 2, 3 der Reihe nach, tritt sehr
heiß in die leere Kammer 4 ein und entweicht hier aus dem allein offenen Schornsteinabzug.
Die Erhitzung dieser Kammer vollzieht sich demnach durch aus den vorhergehenden Kammern kommende heiße Luft, d. h. also
durch wiedergewonnene Hitze, und ohne besonderen Brennstoffaufwand. Nach der
während mehrerer Stunden fortgesetzten Erhitzung durch heiße Luft vollendet man die
Heizung der Kammer 4, indem man hier ein wenig Holz einbringt. Durch die schon sehr
heißen Kammerwände entzündet sich das Holz sofort und brennt infolge der fortgesetzt in
diese Kammer einströmenden heißen Luft mit lebhafter Flamme, wodurch die Heizung bei
geschlossener Tür zu Ende geführt wird. no
Sobald diese Kammer genügend heiß ist, um zu kühlende Flaschen aufnehmen zu
können, schließt man sie während der Besetzung von den anderen Kammern ab, was
durch Schließen ihrer Schieber / und d be- 1:L5
wirkt wird. Der Abzug in Kammer 3 wird dann etwas geöffnet, um heiße Luft aus Kammer
5 durch 6, 7, 1,2 nach 3 zu leiten.
Man hat es auf diese Weise in der Hand, die Abkühlung ganz nach Wunsch zu regeln,
sie schneller oder langsamer vor sich gehen zu lassen, ohne daß die Flaschen jemals mit
kalter Luft in Berührung kommen. Der Kühlvorgäng ist ein schnellerer als in den
gewöhnlichen Kühlöfen, weil die gute Kühlung hauptsächlich von dem gleichmäßigen Fall
der Temperatur und nicht von der langen Kühldauer abhängt.
Die aneinandergereihten, miteinander verbundenen Kammern ergeben beim Betrieb eine
ganz wesentliche Ersparnis an Brennstoff,
ίο weil sie zum großen Teil durch heiße Luft
geheizt werden, die ihre Wärme den abkühlenden Flaschen entnommen hat. Bemerkt wird noch, daß die Hindurchführung von
Kühlluft durch eine Reihe hintereinander geschaltetet-, der Reihe nach mit Glas beschickter
Kühlräume an sich, ohne Benutzung der hierbei erwärmten Luft zum Aufheizen leerer
Kühlräume nicht Gegenstand der Erfindung ist. Diese Kühlweise ist, ausgeführt mit
ao transportablen Kühlgefäßen besonderer Einrichtung, Gegenstand eines älteren Patentes.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche :i. Verfahren zum Kühlen von Glas in hintereinandergeschalteten Kühlkammern, dadurch gekennzeichnet, daß die durch die abkühlenden, mit heißem Glase besetzten Kammern hindurchgeführte und dabei erhitzte Luft zur Anheizung oder zur Verstärkung der Anheizung der zu beschickenden Kühlkammern benutzt wird.- 2. Zur Ausführung des Verfahrensnach Anspruch 1 eine hauptsächlich für Spiegelglas geeignete Ofenanlage aus hintereinandergeschalteten Kühlkammern, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheidewand (k) zwischen je zwei benachbarten Kühlkammern einer Reihe auf ihrer gesamten Länge mit abschließbaren Durchbrechungen (o) zum Durchlaß des abkühlenden und die Wärme nach der aufzuheizenden Kammer führenden Luftstroms versehen ist (Fig. ι bis 4).3. Zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 eine Ofenanlage hauptsächlich für Flaschen, dadurch gekennzeichnet, daß zur Überführung der erhitzten Luft aus den beschickten zu kühlenden Kammern in die zu erhitzenden Kammern unter der Kammerdecke entspringende, auf der Kammerdecke fortgeführte und am Boden der folgenden Kammer mündende Kanäle (b α c, Fig. 12 bis 15) angeordnet sind.4. Ausführungsform der Ofenanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß außer den abschließbaren Durchbrechungen (o) in den Scheidewänden der benachbarten Kühlkammern für sämtliche Kühlkammern ein gemeinschaftlicher Gas-Zuführungskanal (p) und ein gemeinschaftlicher Abzugskanal (f) für die Verbrennungsprodukte, beide Kanäle mit Abschlüssen nach jeder Kammer, vorgesehen sind (Fig. 5 bis 8).5. Zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 eine Ofenanlage hauptsächlich für Becherware und dergl., dadurch gekennzeichnet, daß die durch die abkühlenden und dann durch die aufzuheizenden Kammern streifende Luft der jeweils ersten (kühlsten) Kammer der Reihe nicht von außen, sondern aus einem mit Einlassen nach jeder Kammer versehenen Kanal (d) zugeführt wird, wobei die in den Kanal eingeführte Luft zweckmäßig vorgewärmt wird (Fig. 9 bis 10).6. Ausführungsform der Ofenanlage nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch die Anordnung eines für sämtliche Kammern dienenden Gaszuführungskanals (p) und Abzugskanals (g) für Verbrennungsprodukte, beide Kanäle mit Abschlüssen nach jeder Kammer (Fig. 9 bis 10).Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE148652C true DE148652C (de) |
Family
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT148652D Active DE148652C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE148652C (de) |
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- DE DENDAT148652D patent/DE148652C/de active Active
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