DE1443677B2 - Verfahren zur Gewinnung von spektrophotometrisch reinem Dimethylsulfoxid - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von spektrophotometrisch reinem Dimethylsulfoxid

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Description

organische Flüssigkeit, die bei etwa 18,5° C schmilzt und bei 189° C siedet.
Unabhängig von der Bildungsweise hält das Dimethylsulfoxid, obgleich es durch Destillation gewonnen wird, Verunreinigungen zurück, die aus den reagierenden Stoffen stammen. Hierfür sind nicht nur Schleppvorgänge verantwortlich, sondern auch Verunreinigungen mit Siedepunkten, die nahe bei dem von Dimethylsulfoxid liegen, und Gase, die von Dimethylsulfoxid leicht absorbiert werden (vgl. USA.-Patentschrift 2 539 871 zu der Affinität von Dimethylsulfoxid zu verschiedenen Gasen).
Dimethylsulfoxid kann durch das erfindungsgemäße Verfahren von solchen Verunreinigungen befreit werden und ist dann für analytische, medizinische, pharmakologische und andere Verwendungszwecke geeignet. Das gereinigte Dimethylsulfoxid ist pyrogenfrei und kann für medizinische Zwecke eingesetzt werden.
Von hervorragender Bedeutung für die Ermittlung des Reinheitsgrades ist die Prüfung des Lichtabsorptionsvermögens von Dimethylsulfoxid im ultravioletten Bereich, im Bereich von 270 bis 300 πιμ. Dimethylsulfoxid wird als Extraktionsmittel für analytische Bestimmungen verschiedener aromatischer Verbindungen verwendet (die dann durch die UV-Absorption in Dimethylsulfoxidlösüng bestimmt werden). Je geringer die Menge der in diesem Bereich absorbierenden Verunreinigungen ist, desto empfindlicher ist Dimethylsulfoxid als analytisches Hilfsmittel für diesen Zweck. Da viele Fieber verursachenden Stoffe (pyrogene Stoffe) Licht im Bereich von 270 bis 300 τημ. absorbieren, ist ein niedrigeres Absorptionsvermögen in diesem Bereich ein wertvoller Hinweis auf die medizinische Verwendbarkeit.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gereinigtes Dimethylsulfoxid hat ein sehr geringes Lichtabsorptionsvermögen in dem genannten Bereich, woraus sich die Freiheit von Verunreinigungen und der dadurch erzielbare hohe Reinheitsgrad ergibt.
Für die Entfernung von Verunreinigungen aus Dimethylsulfoxid wird vorzugsweise säuregewaschene wärme- und dampfaktivierte Holzkohle verwendet. Andere adsorptive Kohlen können jedoch gleichfalls verwendet werden, z. B. aus Knochenkohlen, Sodalignin, Lignit und vielen anderen Ausgangsstoffen erhältliche Sorten. Wird eine mehrstufige Behandlung angewandt, dann können wohlfeilere und weniger wirksame Kohlesorten zur Vorbehandlung verwendet werden, an die sich eine zweite Stufe anschließt, in der eine zur Entfernung der noch vorhandenen Spuren von Verunreinigungen möglichst gut geeignete Kohlesorte eingesetzt wird.
Die Menge, in der die Aktivkohle verwendet wird, hängt von der Menge und der Art der Verunreinigungen, der jeweiligen Kohlesorte selbst und der Arbeitsweise ab. Man kann zwar 10 Gewichtsprozent Kohle oder sogar noch höhere Konzentrationen (bezogen auf Dimethylsulfoxid) einsetzen, doch ist es aus wirtschaftlichen Gründen erwünscht, mit niedrigeren Konzentrationen auszukommen. Wenn mit einer einstufigen Kohlebehandlung eine möglichst weitgehende Entfernung der Verunreinigungen erzielt werden soll, dann kann man etwa 5% Kohle verwenden. Eine größere Wirksamkeit wird erhalten, wenn man mehr als eine Behandlung durchführt.
Ein kontinuierliches Gegenstromverf ahren ist zweckmäßig. Vorzugsweise wird das Dialkylsulfoxid mit der Aktivkohle in feinverteiltem Zustand verrührt oder geschüttelt, um eine innige Berührung zu erzielen. Diese Maßnahme kann in jeder beliebigen Mischvorrichtung durchgeführt werden.
Die Kontaktzeiten, mit denen die besten Wirkungen erzielt werden, hängen von der Menge und der Art der Verunreinigungen, der Menge und der Art der verwendeten Kohle und der angewandten Temperatur ab. Mit Kontaktzeiten von 20 bis 40 Minuten für ίο jede einzelne Kontaktierungsstufe (die jedoch nicht von kritischer Bedeutung sind) wird gewöhnlich ein optimaler Wirkungsgrad erhalten. Kürzere Zeiten führen häufig nicht zu einer vollständigen Entfernung. Eine wenigstens 15minütige Kontaktzeit ist bevorzugt. Die Kontaktierungstemperatur ist nicht von kritischer Bedeutung. Eine beträchtliche Steigerung der Reinheit wurde für Dimethylsulfoxid bei Temperaturen bis zu 110° C erzielt, doch werden die besten Ergebnisse in den meisten Fällen im Bereich von 20 bis 40° C erhalten. Bei Verwendung mancher Kohlesorten tritt das gewünschte Ergebnis bei erhöhten Temperaturen rascher ein. Andere Sorten, beispielsweise die bevorzugte, säuregewaschene wärme- und dampfaktivierte Holzkohle, besitzen bei Zimmertemperatur eine höhere Wirkung.
Nach jeder Berührung kann die Kohle (gewöhnlich in feinverteilter Form) durch Filtrieren entfernt werden. Viele Kohlesorten enthalten Säuren oder andere aktivierende oder reinigende Reagentien sowie Wasser, die von Dimethylsulfoxid extrahiert werden und darin verbleiben. Nach der Abtrennung des Dimethylsulfoxids von der Kohle ist es daher zweckmäßig, die aus der Kohle stammenden Verunreinigungen zu entfernen. Diese Verunreinigungen lassen sich mit Ausnähme der Säuren am besten durch eine wirksame fraktionierte Destillation entfernen.
Es wurde jedoch gefunden, daß Säureverunreinigungen während der Destillation selbst bei niedrigeren Temperaturen einen beträchtlichen Abbau des Dimethylsulfoxids verursachen, der die Ausbeute an gereinigtem Dimethylsulfoxid beeinträchtigt und die darin enthaltenen Verunreinigungen (durch die Abbauprodukte) vermehrt. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Konzentration der Säuren in der Blase gegen Ende der Destillation zunimmt. Deshalb muß ein größerer Anteil des der Destillation unterworfenen Gutes verworfen und die Destillation zu einem früheren Zeitpunkt als erwünscht abgebrochen werden. Die am stärksten gereinigten und reaktionsfähigsten Kohlesorten (die sich für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens am besten eignen) sind mit Säure, gewöhnlich mit Mineralsäuren, behandelte Sorten. Durch diese Säurebehandlung werden mineralische Verunreinigungen und andere verunreinigende Stoffe entfernt und in manchen Fällen eine weitere Aktivierung der Kohle erzielt. Wegen der Gefahr der Entaktivierung der Kohle kann die Säure nach der Säurebehandlung nicht vollständig aus den kleinen Poren der Kohle entfernt werden. Diese Säure wird jedoch durch Dimethylsulfoxid extrahiert, wenn letzteres vor der Destillation mit solcher Kohle behandelt wird. Da die säurebehandelten Kohlesorten für das erfindungsgemäße Verfahren in hohem Maße geeignet sind, wäre es offensichtlich von Vorteil, wenn man die abbauende Wirkung der extrahierten Säuren während der Destillation verhüten könnte.
Dieses Ziel kann erfindungsgemäß durch Zugabe einer basischen Verbindung, z. B. eines Alkali- oder
5 6
Erdalkalioxids-, hydroxids oder -carbonats zu Di- Reinheit können unterschiedliche Mengen an Vorlauf methylsulfoxid während oder nach seiner letzten und Rückstand verworfen werden.
Berührung mit Kohle erreicht werden. Für diesen Die Destillation wird zweckmäßigerweise unter Zweck kann man beispielsweise Calcium-, Barium- vermindertem Druck durchgeführt,
oder Strontiumoxid sowie Hydroxide und Carbonate 5 Beispielsweise wird mit ein und derselben Dimethyldieser Metalle und von Natrium und Kalium ver- sulfoxidprobe ein nachweisbar besseres Produkt bei wenden. Wegen seiner leichten Zugänglichkeit, sehr 16 mm Hg Druck und 79° C Kopf temperatur erhalten geringen Löslichkeit und geringen Löslichkeit seiner als bei 80 mm Hg und 119° C Kopf temperatur. Vor-Salze ist Magnesiumoxid bevorzugt. Außerdem wurde zugsweise wird der Druck bei unter 25 mm Hg gegefunden, daß Magnesiumoxid und seine Salze mit io halten, so daß die Destillationstemperatur 90° C oder den Säuren an den Kohleteilchen haftenbleiben und weniger beträgt.
damit ihre Entfernung erleichtern sowie unkontrollier- Bei Anwendung der Kohlebehandlung des Dialkyl-
bare Faktoren verhüten, z. B. das Stoßen während der sulfoxide kann letzteres — falls erwünscht — in der
Destillation. Rektifizierungsstufe von der Kohle abgetrennt werden,
Vorzugsweise wird die basische Verbindung zur 15 indem man das Dialkylsulfoxid-Kohle-Gemisch rektigleichen Zeit zugesetzt, zu welcher die letzte Kohle fiziert und die Kohle als Teil des Rückstands abzieht, zu Dimethylsulfoxid gegeben wird. Auf diese Weise Das nach der vorstehend beschriebenen Arbeitskönnen die Säuren und ein etwaiger Überschuß an weise gereinigte Dimethylsulfoxid enthält im allgebasischer Verbindung zusammen mit der Kohle durch meinen noch in gelöster Form oder in Form von MoIe-Filtrieren entfernt werden. Die basische Verbindung 20 kularkomplexen Gase. Da diese Gase eine beträchtkann jedoch auch später im Rahmen einer gesonderten liehe Steigerung des Lichtabsorptionsvermögens von Behandlungsstufe zugegeben werden. Es ist zwar be- Dimethylsulfoxid bei 270 bis 300 πιμ verursachen, vorzugt, die Reaktionsprodukte der basischen Ver- wirken sie sich besonders störend aus. Der überbindung und der Säuren vor der Destillation zu ent- wiegende Anteil dieser Verunreinigungen besteht aus fernen, doch ist es auch möglich, diese Verunreini- 25 Sauerstoff, doch liegen in der Regel auch Kohlengungen im Fall der Erdalkaliverbindungen einfach in monoxid und Schwefelwasserstoff vor.
dem Dimethylsulfoxid während der Destillation zu Erfindungsgemäß werden diese unerwünschten Gase belassen und sie mit dem Rückstand zu verwerfen. dadurch entfernt, daß man Dimethylsulfoxid mit
Die Menge, in der die basische Verbindung züge- einem inerten Gas in Berührung bringt, das eine setzt wird, ist nicht von kritischer Bedeutung, doch 30 geringe Löslichkeit in Dimethylsulfoxid besitzt und soll wenigstens die zur Neutralisation der vorhandenen dem Dimethylsulfoxid nur ein geringes UV-Absorp-Säuren stöchiometrisch erforderliche Menge zugesetzt tionsvermögen in dem kritischen Bereich von 270 bis werden. Vorzugsweise wird ein beträchtlicher Über- 300 ma verleiht, wenn es darin gelöst ist.
schuß angewandt. Es ist günstig, eine solche Menge zu Diese Behandlung ist auf Dimethylsulfoxid anverwenden, die etwa der Hälfte der in der letzten 35 wendbar, das durch die obenerwähnten bekannten Kohlebehandlungsstufe zugesetzten Kohlemenge ent- Methoden gereinigt wurde, eignet sich jedoch besonspricht. Diese Menge kann etwa 0,25 bis 2,5% des ders gut für Dimethylsulfoxid, das durch das oben Dimethylsulfoxids ausmachen. beschriebene erfindungsgemäße Kohlebehandlungs-
Zur Erleichterung des Abfiltrierens von der Aktiv- Destillationsverfahren gereinigt wurde, da die Bekohle und den basischen Verbindungen kann man vor 40 rührung mit dem gewünschten Gas mit Vorteil wähdem Filtrieren eine übliche Filterhilfe zugeben. rend der Destillation durchgeführt wird.
Durch die Behandlung mit einer basischen Ver- Dimethylsulfoxid für medizinische Zwecke wird
bindung kann die Ausbeute an gereinigtem Dimethyl- zweckmäßigerweise mit Stickstoff, Kohlendioxid,
sulfoxid um 3 bis 10% erhöht werden. Helium oder Argon in Berührung gebracht. Zu den
Wasser wird im Vorlauf der Destillation entfernt. 45 Gasen, die außer den oben angegebenen geeignet sein In einer Kolonne mit vier bis sechs theoretischen können, gehören Petroläther, 1-Buten, Wasserstoff, Böden kann der größte Teil des Wassers mit. den Äthylen, Propylen, Ammoniak und Naturgas,
ersten 3 bis 8 % des Destillats entfernt werden. Die im Eine vollständige Sättigung des Dimethylsulfoxids Destillat enthaltene Menge Wasser kann durch Be- mit inertem Gas bei Atmosphärendruck kann etwa Stimmung des Gefrierpunkts rasch ermittelt werden. 50 eine halbe bis eine Stunde erfordern. Zur Verminde-Im Fall von Dimethylsulfoxid ist der größte Teil des rung der Zeit bis zur Sättigung des rektifizierten Di-Wassers entfernt, wenn der Gefrierpunkt des Destillats methylsulfoxids mit dem inerten Gas kann es daher 17,5 bis 18° C erreicht hat. zweckmäßig sein, das Dimethylsulfoxid in einer
Etwa noch vorhandene Säuren, Salze, vom Filter Atmosphäre des inerten Gases bei einem Überdruck nicht zurückgehaltene Kohle und andere nichtflüchtige 55 zu halten, während das inerte Gas hindurchgeleitet Stoffe verbleiben im Rückstand. Die Gegenwart wird. Es ist zwar eine praktisch vollständige Sättigung unerwünschter Stoffe im Destillat bei fortschreitender mit dem inerten Gas zweckmäßig, doch kann es ausDestillation kann durch eine Zunahme der optischen reichend sein, daß Dimethylsulfoxid nur teilweise zu Absorption des Destillats bei 270 bis 300 πιμ festge- sättigen, jedoch so viel inertes Gas darin zu absorstellt werden, worauf das Ende der Rektifikation ab- 60 bieren, daß der größere Teil der gasförmigen Vergestimmt wird. Mit einer vier bis sechs theoretische unreinigungen entfernt oder ihre erneute Absorption Böden aufweisenden Kolonne erhält man einen aus- in dem ansonsten ungesättigten Dimethylsulfoxid reichenden Reinheitsgrad, wenn man 2 bis 5% der verhindert wird.
Gesamtmenge als Rückstand beläßt. In der folgenden Tabelle wird das Lichtabsorptions-
Eine mit Ringen gefüllte Fraktionierkolonne aus 65 vermögen bei 275 ΐημ von mit unerwünschten Gasen
Glas mit vier bis sechs theoretischen Böden ist bevor- gesättigtem Dimethylsulfoxid mit dem von Gasen
zugt, es können aber auch andere Rektifiziereinrich- verglichen, die zur Verdrängung der unerwünschten
tungen angewandt werden. Je nach der erforderlichen Gase dienen können.
Tabelle I ;
Lichtabsorption bei 275 πιμ
A. Unerwünschtes Gas
SO, 1+
H2S 1+
Acetylen 1+ '
CO 1+
O2 0,59
Luft 0,22
B. Vergleichs-Dimethylsulfoxid 0,20
(kohlebehandelt und rektifiziert)
C. Verdrängungsgas
Petroläther 0,20
1-Buten 0,18
Naturgas 0,16
Wasserstoff 0,125
Stickstoff 0,12
Äthylen 0,12
Propylen 0,12
Kohlendioxid 0,115
Helium ...V 0,11
Ammoniak ... 0,11
In den meisten beschriebenen Fällen ist die Gasverdrängung ein reversibler Vorgang, was anzeigt, daß keine irreversible chemische Reaktion (z. B. eine Oxydation) erfolgt. !Beispielsweise kann man das Absorptionsvermögen des Ausgangsmaterials bei 274 mjx durch Sättigung mit Luft von 0,20 auf 0,22 erhöhen, dann durch Sättigung mit Stickstoff auf 0,12 erniedrigen und schließlich durch erneute Sättigung mit Luft wieder auf 0,22 bringen.
Es können zwar beliebige Methoden der Gas-Flüssigkeits-Kontaktierung angewandt werden, doch ist es vorteilhaft, diese Maßnahme gleichzeitig mit der oben beschriebenen Destillationsstufe im Anschluß an die Kohlebehandlung durchzuführen.
Vorzugsweise wird ein schwacher Strom des gewählten Gases oder der gewählten Gase direkt in das im Destillationsgefäß befindliche siedende Gut eingeführt. Auf diese Weise erfüllt das Gas die doppelte Aufgabe, unerwünschte Gase aus dem Dialkylsulfoxid zu entfernen und ein Stoßen der Flüssigkeit zu verhindern. Das Ausmaß der Gasentfernung läßt sich durch Messung der Lichtabsorption des Destillats während der Destillation bei 270 bis 300 ηιμ bequem verfolgen und durch entsprechende Einstellung der Gaseinführungsgeschwindigkeit auf einen Wert steuern, bei welchem eine weitere Erhöhung der Geschwindigkeit die Absorption bei 270 bis 300 πιμ nicht mehr merklich verringert. Eine Einstellung auf die geringste wirksame Gaseinführungsgeschwindigkeit ist bevorzugt, weil es dabei möglich ist, ein teilweises Vakuum mit größerer Wirksamkeit aufrechtzuerhalten.
Die Entfernung der unerwünschten Gase während der Destillation wird durch das teilweise Vakuum, durch welches die Gase sofort aus dem System abgeführt werden, und durch die erhöhte Destillationstemperatur gefördert.
Nach der Abtrennung des Destillats wird zweckmäßigerweise das Behandlungsgas zur Aufhebung des Teilvakuums verwendet, und das gereinigte Dimethylsulfoxid wird anschließend unter einer Atmosphäre dieses Gases gehalten. Bei der Überführung in andere Behälter kann die Luft in dem überstehenden Raum solcher Behälter mit dem Behandlungsgas ausgespült und damit verdrängt werden, um so die Rein-, heit des Dimethylsulfoxids während unbegrenzter Zeit zu erhalten.
Es ist besonders vorteilhaft, das aus der Rektifizierstufe erhaltene Dimethylsulfoxid durch innige Berührung mit dem inerten Gas bei Atmosphärendruck (z. B. durch Hindurchleiten eines Stroms des Gases) zu sättigen, nachdem das Teilvakuum aufgehoben wurde. Diese Maßnahme dient zur Befriedigung des !erhöhten Lösungsvermögens des Destillats für
ίο Gase nach dem Aufheben des Vakuums. Dadurch wird eine Verunreinigung durch erneute Absorption von unerwünschten Gasen weitgehend vermieden, selbst wenn das Dimethylsulfoxid während des Hantierens oder der Verwendung mit solchen Gasen in Berührung kommt, weil die Verdrängung des absorbierten Gases durch das unerwünschte Gas sehr viel weniger leicht verläuft als die Absorption des unerwünschten Gases durch das teilweise ungesättigte Dimethylsulfoxid.
2o; Da die Einführung von Gas in das Rektifikationssystem die Aufrechterhaltung eines möglichst niedrigen Drucks darin erschwert, kann es, wenn die Vakuumerzeugungsanlage und das Rektifiziersystem nur eine begrenzte Kapazität haben, besser sein, die Berührung mit einem inerten Gas bei dieser Stufe wegzulassen, als das inerte Gas während der Rektifizierung in die im Destillationsgefäß befindliche Flüssigkeit einzuführen.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
Beispiel 1
Im Laboratorium frisch destilliertes technisches Dimethylsulfoxid wurde mit säuregewaschener wärme- und dampftaktivierter Holzkohle in einer Konzentration von 5 % — bezogen auf das Dimethylsulfoxid— 30 Minuten bei einer Temperatur von etwa 250C gerührt. Die Kohle wurde dann abfiltriert und das Dimethylsulfoxid in einer Kolonne mit fünf bis sechs theoretischen Böden unter einem Teilvakuum von etwa 20 mm Hg fraktioniert destilliert. Nach einem Vorlauf von 2%, der verworfen wurde, wurde das Destillat aufgefangen, bis der Rückstand 5 % der eingesetzten Menge ausmachte. Die folgenden Reinheitswerte zeigen die durch diese Behandlung erzielte Verbesserung.
Tabelle II
Behandlung
SO
Licht-
Absorption
275 πιμ
KOH-
Farbe
1. Vor der Behandlung
2. Nach Behandlung mit 5%
dampf aktivierter Holzkohle
55 und Filtration
3. Nach Destillation von 2...
0,32
0,13
0,10
82%
87%
97%
Beispiel 2
Technisches Dimethylsulfoxid wurde mit 2 % Lignit-Kohle 30 Minuten bei 25° C gerührt, abfiltriert und dann mit 1 % dampfaktivierter Holzkohle 30 Minuten bei 25° C gerührt. Nach Abfiltrieren dieser Kohle wurde das Produkt, wie im Beispiel 1 beschrieben, destilliert. Die in der folgenden Tabelle aufgeführten Reinheitswerte lassen die Verbesserung der Reinheit erkennen, die in jeder einzelnen Stufe dieser Arbeitsweise erzielt wurde.
409 507/429
Tabelle III
10
Behandlung Licht
absorption
275 τημ
Farbe
350 Γημ
KOH-
Farbe
Wasser
gehalt
Azidität
1. Vor der Behandlung 0,52
0,37
0,23
0,21
88%
92%
96,5%
100%
61%
79%
81%
77%
0,027%
0,317%
0,410%
0,039%
0,0073 mäq.
Säure/100 g
0,0752
0,0737
0,0064
2. Nach Behandlung mit 2% Lignit-Kohle
und Filtration
3. Behandlung mit dampfaktivierter Holzkohle
und Filtration .. .■
4. Nach Destillation
Beispiel 3
Dimethylsulfoxid wurde, wie im Beispiel 2 beschrieben, gereinigt, wobei jedoch in beiden Stufen dampfaktivierte Holzkohle verwendet wurde. Danach wurde das Dimethylsulf oxid bei 25° C mit Luft gesättigt, indem 10 Minuten Luftblasen eingeleitet wurden. Nach Bestimmung der UV-Absorption wurde das Dimethylsulf oxid in der gleichen Weise mit Stickstoff gesättigt. Dann wurde die Lichtabsorption erneut gemessen. In der folgenden Tabelle ist die durch die Stickstoffbehandlung erzielte Verbesserung der Reinheit des Dimethylsulfoxids angegeben. Die entsprechenden Werte für das durch Kohlebehandlung und Destillation erhaltene Ausgangsmaterial und das mit Luft gesättigte Dimethylsulfoxid sind gleichfalls aufgeführt:
Tabelle IV
Die Eigenschaften des Ausgangsmaterials und des gereinigten Produkts können an Hand der Werte in der folgenden Tabelle miteinander verglichen werden.
Tabelle V
Behandlung
1. Wie im Beispiel 2 beschrieben
gereinigt
2. Nach Sättigung mit Luft
3. Nach Sättigung von 2. mit
Stickstoff
Licht-Absorption
275 Γημ | 300 Γημ
0,145
0,185
0,085
0,03
0,05
Dimethylsulfoxid mit etwa der gleichen Reinheit wie das nach Beispiel 2 erhaltene wurde in gleicher Weise mit anderen - Gasen zur Entfernung unerwünschter Gase behandelt. Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind im Teil C der Tabelle I zusammengestellt.
Beispiel 4
Technisches Dimethylsulfoxid wurde 30 Minuten bei 25° C mit 2% dampf aktivierter Holzkohle verrührt und filtriert. Diese Maßnahmen wurden mit dem gleichen Dimethylsulfoxid wiederholt. Die Ausbeute betrug 92,7% des Ausgangsmaterials.
Das erhaltene Dimethylsulfoxid wurde in einen 5-1-Destillationskolben eingebracht, der mit einer Kolonne mit fünf bis sechs theoretischen Böden verbunden war, und bei etwa 20 mm Hg destilliert. Mit Hilfe einer bis zum Boden des Destillationskolbens reichenden Glaskapillare wurde Stickstoff in Form eines feinen Blasenstroms eingeführt. Durch Verwerfen von 14,5% Vorlauf und 12,1% Rückstand wurden — bezogen auf das Ausgangsmaterial — 66% Produkt erhalten. ■ -■'■
Ausgangs
material
Ge
reinigtes
Material
Farbe bei 350 my.
KOH-Farbe..
73,0
52,0
18,5
0,56
100+
97,0
18,5
0,08
Gefrierpunkt, °C
Licht-Absorption bei 275 ηιμ ...
Nach dem Aufheben des Vakuums wurde das Destillat erneut mit Stickstoff gesättigt, indem ein Stickstoffstrom hindurchgeleitet wurde. Das gesättigte Dimethylsulfoxid wurde dann in übliche Reagenzflaschen übergeführt, wobei der frei bleibende Raum mit Stickstoff ausgespült wurde. Dann wurden die Flaschen zur Lagerung verschlossen.
40
Beispiels
Dieses Beispiel dient zum Vergleich eines nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gereinigten einmal destillierten technischen Dimethylsulfoxids mit einem nach bekannten Verfahren gereinigten Dimethylsulfoxid gleicher Herkunft.
Ein technisches, einmal destilliertes Dimethylsulfoxid wurde wie im Beispiel 4 beschrieben gereinigt.
Das gleiche ebenfalls einmal destillierte Dimethylsulfoxid wurde nach drei bekannten Arbeitsweisen gereinigt. Eine Probe wurde gereinigt, indem sie kurze Zeit mit 1 % NaOH in Berührung gebracht und anschließend bei etwa 20 mm Hg destilliert wurde, wobei 5% Rückstand und 8% Vorlauf verworfen wurden.
• Eine andere Probe wurde auf den Gefrierpunkt abgekühlt und dabei belassen, bis etwa 75% der Gesamtmenge kristallisiert waren. Dann wurde die Probe filtriert, um die Kristalle abzutrennen. Das Filtrat (25%) wurde als Verunreinigung verworfen.'
Eine weitere Probe wurde nochmals bei etwa 20 mm Hg destilliert, wobei das Destillat nach einem Vorlauf von 2 % aufgefangen und ein Rückstand von 5% verworfen wurde. Das erhaltene Destillat wurde der gleichen Maßnahme unterworfen, und das dabei gewonnene Destillat wurde noch einmal wie beschrieb ben destilliert. In beiden Fällen wurde ein Vorlauf von 2% und ein Rückstand von 5% verworfen.
In der folgenden Tabelle sind die Werte für die
Reinheit der so gereinigten Proben angegeben. Die einzige Probe mit einer Reinheit, die nahe bei der durch das erfindungsgemäße Verfahren erhaltenen
liegt, ist das Produkt eines zeitraubenden Verfahrens (drei aufeinanderfolgende Destillationen), wobei der Verlust 60% der Ausgangsprobe betrug.
Tabelle VJL ΐημ 280 Farbe i ·
Behandlung 270 Licl· 0,27
0,08
100
77
KOH-
Farbe
1. Einmal destilliertes technisches Dimethyl
sulfoxid
0,44
0,23
0,13
0,16
100 82
95
2. Kohlebehandlung mit anschließender Destil
lation unter Einleiten von Stickstoff
3. Kristallisation
0,29
0,33
97
92
4. Drei aufeinanderfolgende fraktionierte Destil
lationen
5. Reaktion mit NaOH, Destillation itabsorption in
275
0,32
0,12
0,45
0,175
0,21
Beispiele
Es wurde eine Reinigung von Dimethylsulfoxid unter Verwendung möglichst geringer Mengen adsorbierender Kohle durchgeführt. Das Dimethylsulfoxid wurde 30 Minuten mit 1 % seines Gewichts an dampfaktivierter Holzkohle verrührt. Die Kohle wurde abfiltriert. Die Titration eines Teils des Filtrats mit einer Base ergab, daß im Vergleich zu dem unbehandelten Dimethylsulfoxid die Azidität beträchtlich angestiegen war. Das Filtrat wurde unter Hindurchleiten von Stickstoff an einer Glaskolonne destilliert.
Bezogen auf die eingesetzte Menge betrug die Ausbeute an genügend reinem Dimethylsulfoxid 64 %. Die Verluste waren durch die folgenden Umstände bedingt:
35
1. Auch nach Entfernung des größten Teils des Wassers hatte das Destillat zunächst noch ein so hohes Absorptionsvermögen im Ultraviolett, daß es nicht verwendet werden konnte.
2. Als sich noch eine beträchtliche Menge des Dimethylsulfoxids im Destillationsgefäß befand, war bereits wieder ein starkes Ansteigen der UV-Absorption des Destillats zu beobachten, und die Destillation wurde abgebrochen.
45 Beispiel 7
Die im Beispiel 6 beschriebene Reinigung wurde wiederholt, wobei jedoch lediglich folgende Änderung vorgenommen wurde: Nach 15minutiger Kohlebehandlung wurden 0,5% Magnesiumoxid, bezogen auf das Dimethylsulfoxid, zugesetzt. Nach 15minutiger Behandlung wurde das Magnesiumoxid zusammen mit der Kohle abfiltriert, und das Dimethylsulfoxid wurde wie im Beispiel 6 destilliert. Die Ausbeute an Dimethylsulfoxid mit der gleichen Reinheit wie das nach Beispiel 7 erhaltene betrug 73 %. In den ersten Stufen der Destillation zeigte das Destillat kein starkes Absorptionsvermögen, und das Volumen des Rückstands konnte beträchtlich vermindert werden.
In manchen Fällen enthält technisches Dimethylsulfoxid geruchgebende Verunreinigungen, z. B. Mercaptansulfide, und stickstoffhaltige Verbindungen unterschiedlicher Beschaffenheit, z. B. Amine. Der Hauptteil dieser Verunreinigungen kann durch Kohlebehandlung, Rektifikation und Behandlung mit inertem Gas gemäß der Erfindung entfernt werden. Der Rest dieser geruchgebenden Verunreinigungen beeinträchtigt die Eignung des Dimethylsulfoxids für pharmazeutische oder analytische Zwecke nicht wesentlich. Die geringen Mengen geruchgebender Verunreinigungen, die durch diese Behandlungen nicht entfernbar sind, können jedoch einen den Verbraucher störenden Geruch verursachen, der gerade bei solchen Verwendungszwecken vermieden werden soll.
Es wurde gefunden, daß diese geruchgebenden Verunreinigungen durch Lösungsmittelextraktion mit bestimmten Lösungsmitteln, die mit Dimethylsulfoxid nicht mischbar sind, praktisch vollständig entfernt werden können. Zu verwendbaren Lösungsmitteln gehören unter anderem die gesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffe mit 5 bis 20 Kohlenstoffatomen, beispielsweise die Petroläther-, Kerosin- und Benzinfraktionen von Erdöl und einzelne Kohlenwasserstoffe wie Hexan oder Isooctan.
Ferner kann man Äther, beispielsweise Diäthyläther und Diisopropyläther als Extraktionslösungsmittel für die geruchgebenden Verunreinigungen verwenden. Bei Verwendung von Äthern ist es zweckmäßig, dem Äther 2 bis 50 % seines Gewichtes Wasser zuzusetzen, um die Nichtmischbarkeit der Extraktionslösungsmittelphase mit der Dimethylsulfoxidphase aufrechtzuerhalten. Bei Verwendung von Diäthyläther kann die Extraktionsstufe nahe beim Gefrierpunkt des Dimethylsulfoxid (z.B. bei 18 bis 21°C) durchgeführt werden, um das Extraktionslösungsmittel als gesonderte Phase zu erhalten.
In der gleichen Weise wie die Äther können nicht mischbare aromatische Kohlenwasserstofflösungsmittel, wie Benzol, Toluol und Xylol, und nicht mischbare halogenierte Kohlenwasserstoffe, wie Tetrachlorkohlenstoff, Trichloräthylen, und verschiedene fluorierte Kohlenwasserstoffe oder Fluorkohlenstoffe verwendet werden.
Das Dimethylsulfoxid kann der Behandlung zur Entfernung der geruchgebenden Verunreinigungen zu jedem Zeitpunkt vor der letzten Rektifikation unterworfen werden. Vorzugsweise wird das Sulfoxid nach der Behandlung mit dem Extraktionslösungsmittel mit Kohle behandelt, so daß etwa aus dem Extraktionslösungsmittel in das Sulfoxid eingeschleppte Verunreinigungen durch die Kohle entfernt werden.
Jede übliche Methode und Vorrichtung für Flüssig-Flüssig-Extraktionen kann angewandt werden, beispielsweise eine Behandlung im Gegenstrom und in einer senkrechten Füllkörperkolonne. Die eingesetzte Menge an Extraktionsmittel hängt von vielen Variablen ab, beispielsweise dem Extraktionsvermögen des
Lösungsmittels, der Extraktionstemperatur, der Stärke der Bewegung, der Berührungsfläche und -zeit und der Strömungsart. Vorzugsweise werden wenigstens etwa 5 % Lösungsmittel, bezogen auf das Gewicht des Sulfoxide, eingesetzt. Im Falle einer Gegenstromextraktion kann schon eine geringere Menge genügen. Das Raffinat wird abgetrennt, destilliert und erneut verwendet.
Beispiel 8
473 ml technisches Dimethylsulfoxid mit einem starken unangenehmen Geruch wurde in ein 38 cm langes offenes senkrechtes Rohr mit einem Durchmesser von 3,8 cm eingebracht.
Durch eine Öffnung im verschlossenen Boden des Rohrs wurde Petroläther 2 Stunden bei Zimmertemperatur mit einer Geschwindigkeit von 10 ml je Minute eingeführt. Der Äther stieg durch das Rohr nach oben und sammelt sich als gesonderte Phase am oberen Ende des Rohres an. Von dort wurde er ab-
gezogen, zur Entfernung der extrahierten Verunreinigungen fraktioniert und erneut in das untere Ende des Rohrs eingeführt. Nach 2stündiger Behandlung wurde das Dimethylsulfoxid aus dem Rohr entfernt und 30 Minuten mit 1 % seines Gewichts an dampfaktiver Holzkohle in Berührung gebracht. Nach Entfernen der Kohle wurde das Dimethylsulfoxid unter Durchleiten eines Stickstoffstroms an einer Glaskolonne einer fraktionierten Vakuumdestillation unterworfen. Ein
ίο verunreinigter Vorlauf und der Rückstand wurden verworfen, und das erhaltene gereinigte Dimethylsulfoxid wurde von verschiedenen Versuchspersonen auf seinen Geruch geprüft. Dabei wurde kein Geruch festgestellt. Das gleiche technische Dimethylsulfoxid wurde, wie oben beschrieben, jedoch ohne Behandlung mit einem Extraktionslösungsmittel gereinigt. Das hierbei erhaltene Produkt wurde gleichfalls auf seinen Geruch geprüft. Die gleichen Versuchspersonen, die in dem mit Petroläther behandelten Produkt keinen Geruch wahrnehmen konnten, stellten bei diesem Produkt sofort unangenehmen Geruch fest.

Claims (3)

1 2 Behandlung von Dimethylsulfoxid bereitzustellen, Patentansprüche· m^ ^em Verunreinigungen, insbesondere solche, die eine verhältnismäßig starke Lichtabsorption bei 270 bis 300 mjj. verursachen, entfernt werden können.
1. Verfahren zur Gewinnung von spektrophoto- 5 Es wurde überraschenderweise gefunden, daß Aktivmetrisch reinem und ein geringfügiges Maß an kohle selektiv Verunreinigungen aus Dimethylsulfoxid Geruch aufweisendem Dimethylsulfoxid aus dem adsorbiert, die sich selbst durch drei fraktionierte entsprechenden technischen Produkt, dadurch Destillationen kaum entfernen lassen, ohne daß merkgekennzeichnet, daß man das technische liehe Verluste an Dimethylsulfoxid eintreten. Ferner Dimethylsulfoxid mit Aktivkohle behandelt und io wurde gefunden, daß unerwünschte Gase in unreinem vor oder nach der Abtrennung des Dimethyl- Dimethylsulfoxid in beträchtlichen Mengen entweder sulfoxids von der Kohle rektifiziert und/oder gelöst oder als komplexe Molekularadditionsverbinunerwünschte adsorbierte Gase durch Sättigen düngen absorbiert werden. Sie können durch ein des Dimethylsulfoxids mit einem Inertgas entfernt, inertes Gas verdrängt werden, indem man das Diwelches eine geringe Löslichkeit in dem Dimethyl- 15 methylsulfoxid während und/oder nach der Destilsulfoxid hat und im Wellenbereich von 270 bis lation mit dem inerten Gas in innige Berührung bringt. 300 πιμ praktisch nicht absorbiert, und gegebenen- Hierfür kann man ein inertes Gas verwenden, das falls das Dimethylsulfoxid mit einem damit nicht keine unerwünschte Verunreinigung darstellt und von mischbaren aliphatischen C5-C20-Kohlenwasser- dem Dimethylsulfoxid nicht in übermäßig großer stoff-, Äther-, halogenieren Kohlenwasserstoff- 20 Menge absorbiert wird. Die meisten inerten Gase oder aromatischen Kohlenwasserstofflösungsmittel vermögen praktisch die gesamten unerwünschten extrahiert. Gase zu verdrängen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- Die Erfindung betrifft daher ein Verfahren zur Gezeichnet, daß man das Inertgas während oder winnung von spektrophotometrisch reinem und ein nach der Rektifikation in das Dimethylsulfoxid 25 geringfügiges Maß an Geruch aufweisendem Dieinführt. methylsulfoxid aus dem entsprechenden technischen
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch Produkt, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man gekennzeichnet, daß man das Dimethylsulfoxid das technische Dimethylsulfoxid mit Aktivkohle bemit einer säurebehandelten Aktivkohle und mit handelt und vor oder nach der Abtrennung des Dieiner basischen Verbindung behandelt. 30 methylsulfoxids von der Kohle rektifiziert und/oder
unerwünschte adsorbierte Gase durch Sättigen des Dimethylsulfoxids mit einem Inertgas entfernt, welches eine geringe Löslichkeit in dem Dimethylsulfoxid hat und im Wellenbereich von 270 bis 300 πιμ praktisch
35 nicht absorbiert, und gegebenenfalls das Dimethylsulfoxid mit einem damit nicht mischbaren aliphatischen C5-C20-Kohlenwasserstoff-, Äther-, halogenierten Kohlenwasserstoff- oder aromatischen Kohlenwasserstofflösungsmittel extrahiert.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung 40 Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des von spektrophotometrisch reinem und ein gering- erfindungsgemäßen Verfahrens führt man das Inertgas fügiges Maß an Geruch aufweisendem Dimethyl- während oder nach der Rektifikation in das Dimethylsulfoxid aus dem entsprechenden technischen Produkt. sulfoxid ein.
Die Zahl der Anwendungsformen von Dialkyl- Einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der
sulfoxiden im Laboratorium und in der Technik 45 Erfindung entsprechend behandelt man das Dimethylnimmt dauernd zu. So werden Dialkylsulfoxide bei- sulfoxid mit einer säurebehandelten Aktivkohle und spielsweise als Lösungsmittel, für medizinische und anschließend mit einer basischen Verbindung, die mit kosmetische Zwecke, als Reaktionsmedien und als der durch die Aktivkohle in das Dimethylsulfoxid Reagentien verwendet. eingeführten Säure reagiert.
Für viele dieser Verwendungszwecke sind Dialkyl- 50 Einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungssulfoxide von außerordentlich hoher Reinheit er- gemäßen Verfahrens entsprechend bringt man das forderlich. Dimethylsulfoxid mit Aktivkohle in Berührung,
Es ist bereits eine große Anzahl von Verfahren zur rektifiziert es unter einem Druck von weniger als Reinigung von Dialkylsulfoxiden bekannt. Hierzu 80 mm Hg und bringt es während der Rektifikation gehören das mehrfache Umkristallisieren und/oder 55 mit einem Gas in Berührung, das mit dem für das Didie fraktionierte Destillation, die Behandlung mit methylsulfoxid beabsichtigten Verwendungszweck ver-Calciumhydrid, Calciumoxid, Bariumoxid, Natrium- träglich ist und diesem, wenn es damit gesättigt ist, hydroxid, Aluminium, Aluminiumoxid, Calcium- ein niedrigeres Lichtabsorptionsvermögen zwischen hydroxid, Kaliumhydroxid und Triphenylmethan, 270 und 300 πιμ. verleiht, wie durch Sättigung mit Luft die azeotrope Destillation mit Benzol, die Zersetzung 60 verliehen wird, worauf man als Rückstand den des Salzes von Dimethylsulfoxid mit Salpetersäure übrigen Anteil des der Destillation unterworfenen mit Hilfe von Calciumcarbonat sowie Kombinationen Gutes abtrennt, der — falls überdestilliert — das dieser Maßnahmen. Trotzdem haftet all diesen Ver- Lichtabsorptionsvermögen des Destillats bei 270 bis fahren der gemeinsame Mangel an, daß danach ein 300 πιμ beträchtlich erhöhen würde, den Druck über Produkt mit ungenügender Reinheit erhalten wird 65 dem Destillat wieder auf den der Atmosphäre kommen und/oder daß sie mühselig und zeitraubend sind und läßt und das Destillat mit diesem Gas sättigt,
große Verluste an Dialkylsulfoxid bedingen. Dimethylsulfoxid ist in reiner Form eine wasser-
Aufgabe der Erfindung ist daher, ein Verfahren zur helle, mit Wasser mischbare hygroskopische neutrale
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