DE143409C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01D—COMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
- C01D7/00—Carbonates of sodium, potassium or alkali metals in general
- C01D7/06—Preparation via sodium or potassium magnesium carbonate
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- Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
In der Patentschrift 50786 ist bereits hervorgehoben, daß man behufs Darstellung von
Kaliumcarbonat das Kaliummagnesiumcarbonat sowohl in Muffelöfen oder in Flammöfen erhitzt,
als auch mittels erwärmten oder siedend heißen Wassers in unlösliches Magnesiumcarbonat
und lösliches Kaliumcarbonat zerlegt. Die letztere Methode lieferte eine verdünnte
Kaliumcarbonatlösung, welche sich von dem
ίο voluminös ausgeschiedenen Magnesiumcarbonat
schwer trennen läßt.
Diese Übelstände führten zu der Erfindung des Verfahrens der Zersetzung des Kaliummagnesiumcarbonats
in geschlossenen Apparaten unter Druck, welches in der Patentschrift 50786 beschrieben ist. Bei diesem Verfahren wird
zwar das Magnesiumcarbonat in einem solchen Zustande gewonnen, daß es durch Filtration
von der Lauge gut getrennt werden kann, abes es läßt sich, da es chemisch gebundenes
Wasser nicht enthält, zur Darstellung von Kaliummagnesiumcarbonat nicht direkt verwenden,
sondern muß durch Glühen und Carbonisieren in ein reaktionsfähiges Magnesiumcarbonat
übergeführt werden.
Um dieses Verfahren zu verbessern und die Gewinnung von reaktionsfähigem Magnesiumcarbonat
herbeizuführen, versuchte man, die zuerst erwähnte Methode der Zersetzung ohne Druck weiter auszubilden und die in dem
4. Absatz der Patentschrift 50786 hervorgehobenen Nachteile dieser Methode zu beseitigen,
welche hauptsächlich darin bestehen, daß sich die durch Kaliumbicarbonat und Magnesiumbicarbonat
verunreinigte Kaliumcarbonatlösung von dem voluminös ausgeschiedenen Magnesiumcarbonat
schwer trennen läßt. Bei der Zersetzung des Kaliummagnesiumcarbonats ohne
Druck, wie sie vor der Erfindung des Verfahrens gemäß Patentschrift 50786 im Betriebe
war, wurde auf eine sorgfältige Temperaturregulierung des angewärmten Wassers kein
Wert gelegt und man glaubte, daß die Zersetzung am besten bewirkt werden könnte,
wenn man das Wasser annähernd bis zum Sieden' erwärmte. Dabei schied sich das
Magnesiumcarbonat (s. Patentschrift 50786 Absatz 4) voluminös aus. Es zeigte sich, daß
das voluminöse Magnesiumcarbonat aus dem zweifach gewässerten Carbonat bestand, welches
zur Darstellung von Kaliummagnesiumcarbonat nicht verwertbar ist. Das weitere Studium der Zersetzung des Kaliummagnesiumcarbonats
hat ergeben, daß bei sorgfältiger Temperaturregulierung mittels angewärmten Wassers das Doppelsalz in eine Lösung von
Kaliumbicarbonat und in reaktionsfähiges Magnesiumcarbonat zerlegt werden kann.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung war deshalb darauf gerichtet, aus Kaliummagnesiumcarbonat
das dreifach gewässerte Magnesiumcarbonat Mg C O3 3 H2 O darzustellen. Dies
Carbonat ist kristallinisch, läßt sich von der Flüssigkeit gut trennen und bildet unter der
Einwirkung von Chlorkalium und Kohlensäure ohne Schwierigkeit Kaliummagnesiumcarbonat.
Vl·
Da es aber unbeständig ist und bereits in Wasser suspendiert unter ioo°C. Kristallwasser
verliert, indem es in das amorphe zweifach gewässerte Salz übergeht, so ist es schwierig,
die Zersetzung des Kaliummagnesiumcarbonats in solcher Weise praktisch auszuführen, daß
einerseits die Zersetzung eine vollständige ist und andererseits die Bildung des amorphen
zweifach gewässerten Magnesiumcarbonats vermieden wird.
Nach vorliegender Erfindung wird nun dieses Ziel dadurch erreicht, daß man bei der Zersetzung
des Kaliummagnesiumcarbonats die direkte Einwirkung des unter dem gewöhnlichen atmosphärischen Drucke stehenden Wasserdampfes
von ioo° C. ausschließt und die Zersetzung durch sorgfältige Wärmeregulierung
bei einer 8o° C. nicht übersteigenden Temperatur ausführt, da unter dieser Temperatur
ausschließlich das dreifachgewä'sserteMagnesiumcarbonat sich bildet. Trennt man dieses Carbonat
rasch von der Kaliumcarbonatlösung, so kann man es als solches gewinnen und die Umwandlung
in das amorphe zweifach gewässerte Carbonat verhindern.
Die dazu erforderliche sorgfältige Wärmeregulierung wird im fabrikmäßigen Betriebe
in der Weise ausgeführt, daß man die Zersetzung in einem Rührgefäße vornimmt, bei
welchem eine indirekte Wärmezuführung durch Dampfschlangen oder Dampfmantel stattfindet.
Auch wird das beabsichtigte Ziel dadurch erreicht, daß man das Kaliummagnesiumcarbonat bei gewöhnlicher
Temperatur oder bei geringer Wärme mit wenig Wasser zu einem Brei fein zerrührt und darauf eine größere Menge heißes Wasser
oder verdünnte heiße Lösung von Kaliumcarbonat unter stetigem Umrühren kurze Zeit
bei einer unter 8o° C. liegenden Temperatur darauf einwirken läßt. Das bei der Zersetzung
des Doppelsalzes gebildete dreifach gewässerte Magnesiumcarbonat trennt man rasch von der
Flüssigkeit mittels einer Nutsche oder Zentrifuge. Das Charakteristische der vorliegenden Erfindung
besteht darin, daß das neue Verfahren reaktionsfähiges kristallinisches, dreifach gewässertes
Magnesiumcarbonat liefert, welches zur Darstellung von Kaliummagnesiumcarbonat direkt verwertbar ist, während bei dem älteren,
vor der Anmeldung des Patentes 50786 benutzten Verfahren der Zersetzung ohne Druck
voluminöses, nicht reaktionsfähiges, zweifach gewässertes Magnesiumcarbonat erhalten wurde.
Die Neuheit und Eigentümlichkeit des vorliegenden Verfahrens kann nicht dadurch beeinträchtigt
werden, daß in der Patentschrift 50786 gesagt worden ist, »man behandelt das Doppelsalz mit erwärmtem oder siedend heißem
Wasser«, denn das Resultat der Zersetzung zeigte, daß dabei Temperaturen zur Anwendung
gekommen sind, die vom Siedepunkte des Wassers nicht weit entfernt waren.
Claims (1)
- Patent-Anspruch .Verfahren zur Darstellung von Kaliumcarbonat durch Zerlegung von Kaliummagnesiumcarbonat mittels Wassers, dadurch gekennzeichnet, daß man zwecks gleichzeitiger Gewinnung des neben dem Kaliumcarbonat entstehenden Magnesiumcarbonats in Form des von der Kaliumcarbonatlösung leicht abtrennbaren kristallinischen dreifach gewässerten Salzes die Zersetzung des Kaliummagnesiumcarbonats unter sorgfältiger Wärmeregulierung bei einer 8o° C. nicht übersteigenden Temperatur bewirkt und das entstandene dreifach gewässerte Carbonat von der Kaliumcarbonatlösung rasch trennt, ' um eine Umwandlung in das amorphe zweifach gewässerte Magnesiumcarbonat zu verhindern.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE143409C true DE143409C (de) |
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ID=410905
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
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|---|---|
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