DE130362C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT,
Die bisher dargestellten Nährextrakte aus Hefe zeigten alle einen gewissen, den Gesammtgeschmack
störenden, bitteren oder brenzlichen Beigeschmack. Diesen Beigeschmack zu be ■
seifigen und ein angenehm schmeckendes Product herzustellen, bildet den Gegenstand der
vorliegenden Erfindung.
Es wurde gefunden, dafs der störende Nebengeschmack den nach den bisherigen Verfahren
gewonnenen Extrakten regelmä'fsig deshalb anhaftet, weil diese Verfahren im ersten Stadium
entweder mit verhältnifsmäfsig zu geringen Wassermengen arbeiten oder, wo dies nicht
der Fall ist, die Mischungen von Wasser und Hefe auf Temperaturen gehalten werden, welche
den Wohlgeschmack des Extraktes beeinflussen.
Es soll dahingestellt bleiben, in welcher Weise der Wassermangel wirkt; wahrscheinlich
findet bei dem Verflüssigen der Hefe durch Erhitzung ein Ueberhitzen einzelner Hefentheile
und damit eine Zersetzung der empfindlichen Hefeneiweifskörper statt.
Ein unreiner Geschmack ist auch allen Extrakten derjenigen Verfahren eigen, welche die
Hefe durch allmähliches Erhöhen der Temperatur erst abtödten, wie es z. B. bei dem Verfahren
nach Patentschrift 89819 der Fall ist.
Den gleichen Uebelstand zeigt auch das aus der Patentschrift 107249 bekannte Verfahren,
bei dem die gefrorene Hefe das dieselbe aufnehmende warme Wasser so stark abkühlt,
dafs sowohl das Platzen der Hefezellen sehr unsicher ist, wie auch die übrigen Uebelstände
des allmählichen Erhitzens eintreten'.
folgend
Diese Uebelstände werden durch das nachbeschriebene Verfahren sicher vermieden.
Die gewaschene Hefe wird in kleinen Portionen in eine gröfsere Menge Wasser eingetragen,
welches vorher auf eine zur Abtödtung der Hefe genügende und für die Auslaugearbeit geeignete
Temperatur erhitzt worden ist und welches während des Eintragens nach Möglichkeit
auf dieser Temperatur gehalten wird. Je nach der Art der Hefe können die Temperaturen
in gewissen Grenzen variiren. Eine Temperatur zwischen 60 und 70 ° hat sich für
die meisten Fälle als am geeignetsten gezeigt. Bei erheblich niedrigerer Temperatur würde
ein Platzen der Hefezellen nicht erreicht werden, während bei erheblich höheren Temperaturen
das Eiweifs coaguliren würde, wie dies bei dem Verfahren nach Patentschrift 107737
eintritt. (Vergl. das Jahrbuch der Versuchsund Lehranstalt für Brauerei in Berlin, 1899,
S. 182.)
Durch dieses Eintragen wird die Hefe sofort abgetödtet, die Hefezellen zum Platzen gebracht
und so eine vollständige Ausnutzung der Protoplasmabestandtheile erreicht. Es wird
weiter hierdurch jedes Angehen der Hefe, wie es bei der directen Erhitzung gröfserer Mengen
von Hefe unvermeidlich ist, vermieden. Ebenso werden damit auch alle Einflüsse einer Gährung
auf die Hefenbestandtheile oder die Infection der Brühe mit unerwünschten Mikroben verhindert.
Die Wassermenge ist so zu bemessen, däfs sie genügend ist, um die löslichen Hefe-
bestandteile, insbesondere die Mineralbestandtheile.
in Lösung zu bringen; zweckmäfsig verwendet man bei dickbreiiger Hefe das gleiche Volumen Wasser. Die so erhaltene
Brühe wird nach längerem Stehenlassen und event, vorangegangener Filtration in geeigneter
Weise eingedickt, selbstverständlich unter Anwendung der bekannten Mittel zur Verhütung
einer Zersetzung. Es kann unter Umständen, bevor eine dickere Consistenz eintritt, noch
einmal filtrirt werden.
Der so erhaltene Extrakt ist von hellbräunlicher Farbe, zeigt einen aufserordentlich angenehmen
Bratengeruch, ohne jeden bitterlichen oder scharfen Nebengeschmack. Der Extrakt
ist infolge der Anwendung grofser, auf den geeigneten Temperaturen gehaltener Wassermengen
zum Auslaugen der Hefe sehr reich an Nährsalzen, insbesondere an phosphorsauren Salzen, so dafs er sowohl in geschmacklicher
wie in hygienischer Hinsicht den bisherigen Hefenextrakten überlegen ist.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung eines Nährextraktes aus Hefe, dadurch gekennzeichnet, dafs die Hefe in kleinen Mengen unter Vermeidung wesentlicher Temperaturschwankungen in eine gröisere Wassermenge, welche auf eine zum sofortigen Abtödten und Platzen der Hefezellen geeignete, jedoch das Coaguliren des Hefeeiweifses vermeidende Temperatur erhitzt ist, eingetragen wird, worauf man das erhaltene Product nach längerem Stehen event, filtrirt und in bekannter Weise eindampft.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE130362C true DE130362C (de) |
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ID=398763
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT130362D Active DE130362C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE130362C (de) |
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