DE1279880B - Rostfeuerung fuer Dampfkesselanlagen zur Verbrennung von Muell und anderen minderwertigen Brennstoffen - Google Patents

Rostfeuerung fuer Dampfkesselanlagen zur Verbrennung von Muell und anderen minderwertigen Brennstoffen

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DE1279880B DER34425A DER0034425A DE1279880B DE 1279880 B DE1279880 B DE 1279880B DE R34425 A DER34425 A DE R34425A DE R0034425 A DER0034425 A DE R0034425A DE 1279880 B DE1279880 B DE 1279880B
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F23COMBUSTION APPARATUS; COMBUSTION PROCESSES
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  • Mechanical Engineering (AREA)
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  • Incineration Of Waste (AREA)

Description

  • Rostfeuerung für Dampfkesselanlagen zur Verbrennung von Müll und anderen minderwertigen Brennstoffen Die Erfindung bezieht sich auf eine Rostfeuerung für Dampfkesselanlagen zur Verbrennung von Müll und anderen minderwertigen Brennstoffen von schwankendem Heizwert, mit einer Zusatzfeuerung für hochwertigen Brennstoff, wie Öl, Gas oder Kohlenstaub (VDI-Richtlinie VDI 2301, August 1962, S. 4, Funkt 1.4; S. 6, Punkt 1.7; S. S, Punkt 1.43).
  • Bei den bereits bekannten Feuerungen dieser Art soll die Zusatzfeuerung zur Einleitung bzw. beschleunigten Ingangsetzung des Verbrennungsprozesses mit dein minderwertigen Brennstoff und damit zu dessen selbsttätigem, zügigem und nicht schwelendem Ablauf dienen, womit ein restloser Ausbrand der Abfi ase und der festen Bestandteile des minderwertigen rennstoffes, z. B. von Müll, gewährleistet sowie die Luftverunreinigung durch Staubemissionen und üble Gerüche bekämpft bzw. vermindert werden sollen.
  • Mit Feuerungen der eingangs genannten Art werden zwar die Schwierigkeiten beseitigt, die darin bestehen, daß Stadtmüll oder andere minderwertige Brennstoffe eine ständig wechselnde Beschaffenheit, veränderliche Brenneigenschaften und einen stark schwankenden Heizwert aufweisen und die in die Feuerung eingeführte Brennstoffmenge erfahrungsgemäß den wechselnden Eigenschaften solcher minderwertiger Brennstoffe nicht angepaßt und deshalb die Dampfkesselanlage nie kontinuierlich auf Nennlast gefahren werden kann, was insbesondere bei größeren, für hohe Dampfparameter ausgelegten Anlagen zu einer schlechten Ausnutzung der für die Nennleistung ausgelegten Kapazität und damit des investierten Kapitals führt. Diese Schwierigkeiten werden nämlich mit Hilfe der Zusatzfeuerung dadurch behoben, daß die Zusatzfeuerung, abgesehen von ihrem Zweck, den vollständigen Ausbrand des Mülls bzw. minderwertigen Brennstoffes zu gewährleisten und dadurch Staubemissionen sowie die Verpestung der Umgebungsluft durch üble Gerüche zu bekämpfen, zugleich als Stützfeuer auch dazu dient, Schwankungen in der Beschaffenheit, im Brennverhalten und im Heizwert dieser minderwertigen Brennstoffe auszugleichen, so daß trotz ihrer ständig und meist stark wechselnden Beschaffenheit eine gleichmäßige Abgabe von Dampf, d. h. eine gleichbleibende Dampfleistung entsprechend der Nennlast des Dampfkessels bei konstanter Dampfmenge und konstanten Dampfparametern, wie insbesondere Druck und Temperatur, ermöglicht wird.
  • Jedoch besteht bei diesen bekannten Feuerungen immer noch der Nachteil, daß das durch die Zusatzfeuerung gebildete Stützfeuer eine wesentlich höhere Verbrennungstemperatur aufweist als die Müll- bzw. Abfallverbrennung. Hierdurch ergeben sich nämlich Unregelmäßigkeiten im räumlichen Temperaturfeld der Feuerung, und die Wärmeübertragung an die Heizflächen des Dampfkessels erfolgt ungleichmäßig, was optimale Wärmeübertragungsbedingungen für die Kesselheizflächen und damit einen optimalen Wirkungsgrad ausschließt. Dieser Nachteil ist noch um so schwerwiegender, als das im Feuerraum herrschende räumliche Temperaturfeld keineswegs nur durch die Temperatur, sondern auch durch die son. stigen thermischen Eigenschaften der Feuergase, namentlich durch deren Strahlungsvermögen, bestimmt wird und daß diese Gaseigenschaften im Hinblick auf die Wärmestrahlung ihrerseits wiederum weitgehend von der Zusammensetzung der Rauchgase, insbesondere von deren Gehalt an Wasserdampf, abhängig sind, wobei dieses Problem noch dadurch erschwert wird, daß während des Betriebes infolge der ständig wechselnden Beschaffenheit des Mülls das Mengenverhältnis zwischen dem aufgegebenen Müll und dem in der Zusatzfeuerung verbrannten hochwertigen Brennstoff (C51, Gas oder Kohlenstaub) in der Praxis meist erheblichen Schwankungen unterworfen ist, was sich seinerseits auf das räumliche Temperaturfeld im Feuerraum nachteilig auswirkt.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Feuerung der eingangs genannten Art zu schaffen, mit welcher die zuvor beschriebenen Nachteile und Schwierigkeiten beseitigt werden, d. h. eine Feuerung bei der, über den rein quantitativen Ausgleich des schwankenden Heizwertes des Mülls bzw. minderwertigen Brennstoffes hinausgehend, auch ein qualitativer Ausgleich mit Bezug auf optimale Wärmeübertragungsbedingungen und damit auch eine optimale Wärmeübertragung an den Kesselheizflächen erreicht werden soll, d. h. trotz der Differenz zwischen der Temperatur des Zusatzfeuers und der Müllverbrennungstemperatur und trotz der wechselnden thermischen Eigenschaften der Feuergase, sowie trotz der Schwankungen des Mengenverhältnisses der beiden aufgegebenen verschiedenen Brennstoffe nunmehr auch ein gleichmäßiges, homogenes räumliches Temperaturfeld erzielt werden soll, welches den der Auslegung des Dampfkessels zugrunde gelegten thermischen Voraussetzungen weitestgehend entspricht und dadurch erst eine optimale Ausnutzung der durch die Verbrennung des Mülls bzw. minderwertigen Brennstoffes und des hochwertigen Zusatzbrennstoffes freiwerdenden Wärmemengen ermöglicht.
  • Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Brenner der oberhalb des Müllverbrennungsrostes angeordneten Zusatzfeuerung in mindestens einer in den Müllverbrennungsraum mündenden, zum Müllverbrennungsraum sowie zu den Kesselheizflächen strahlungsmäßig abgeschirmten Brennmuffel angeordnet sind und daß in der Brennmuffel oder im Bereich ihrer Mündung in den Müllverbrennungsraum eine Einrichtung für eine regelbare Wassereindüsung vorgesehen ist und die Kesselheizflächen in Abzugsrichtung der Rauchgase im Gasweg des aus den Müllrauchgasen und Brennmuffelheißgasen bestehenden Gasgemisches angeordnet sind.
  • Ein zweckmäßiges Verfahren für den Betrieb der Rostfeuerung nach der Erfindung besteht darin, daß die Regeleinrichtung für die Dosierung der Wassereindüsung in Abhängigkeit vom Feuchtigkeitsgehalt der Rauchgase der Müllverbrennung und der Zusatzfeuerung nach ihrer Vermischung gesteuert wird.
  • Erfindungsgemäß wird in der bzw. den Brennmuffeln eine Steuerung der Erzeugung der dort durch die Verbrennung des hochwertigen Brennstoffes erzeugten Heißgase nicht nur nach ihrer Menge, sondern auch nach ihrer Natur und ihren Eigenschaften vorgenommen. Regeleinrichtungen, die eine Verbrennung in Abhängigkeit von bestimmten Meßwerten beeinflussen, sind dem Verbrennungsfachmann seit langem bekannt, doch zielt im vorliegenden Fall die Steuerung des Verbrennungsvorganges in der Brennmuffel darauf ab, ein gleichmäßiges homogenes räumliches Temperaturfeld für die Wärmeübertragung an den Kesselheizflächen und damit eine gleichmäßige und der Auslegung des Dampfkessels weitestgehend entsprechende Wärmeübertragung an diesen Heizflächen unter optimalen Wärmeübertragungsbedingungen zu erreichen.
  • Es ist zwar schon ein Zentralheizungskessel bekanntgeworden, bei dem ein mit einem Öl- oder Gasbrenner versehenes Muffelrohr einen zusätzlichen, dem Heizkessel angegliederten Schacht zur Hausmüllvernichtung quer durchsetzt, wobei das Muffelrohr zum Müllvernichtungsschacht strahlungsmäßig abgeschirmt ist, jedoch dient dort die Heizölfeuerung, d. h. die Feuerung für den hochwertigen Brennstoff, als Grundfeuerung, während der Müllschacht nur zur zeitweisen Vernichtung der in Privathaushalten, Geschäftshäusern, Bürogebäuden oder Warenhäusern anfallenden, relativ großen Mengen an Altpapier und Verpackungsmaterial, die sonst in unerwünschter Weise die Mülleimer rasch füllen bzw. leicht verstopfen, vorgesehen ist. Zudem findet dort in dem mit einem luftdichten Deckel verschlossenen Müllschacht nur eine Schwelung bzw. Destillation des Mülls statt, und die so erzeugten Schwelgase vermischen sich erst im Bereich des Abgasstutzens des Heizkessels, d. h. praktisch erst hinter den Kesselheizflächen, die vorwiegend von den noch unvermischten Rauchgasen aus dem nicht mit einer Wassereindüsung versehenen, mit dem hochwertigen Brennstoff befeuerten Muffelrohr beaufschlagt werden (französische Patentschrift 1293 981).
  • Es ist auch schon ein mit einem Dampfkessel versehener Müllverbrennungsofen mit Zellenfeuerung bekannt, bei dem der Dampfkessel als nachgeschalteter Abhitzekessel ausgebildet ist und mit Öl- bzw. Gasbrennern ausgerüstete Hilfsfeuerungen mit den Zellen abwechselnd und mit ihnen parallel geschaltet auf derselben Seite des Ofens wie die Müllverbrennungszellen angeordnet sind. Abgesehen davon, daß dort der Müllverbrennungsofen keine Rostfeuerung und auch keine oberhalb eines Müllverbrennungsrostes angeordnete Zusatzfeuerung aufweist, und daß infolge der Parallelschaltung der verschiedenen Gasströme die Hilfsfeuerungen nicht strahlungsmäßig abgeschirmt sind, dient dort die Regelungsmöglichkeit der Hilfsfeuerungen nur dazu, eine gleichmäßige und entsprechend hohe Heizgastemperatur zu erzielen, d. h. im Sinne der schon erwähnten Zusatzfeuerung nur zu einem quantitativen Ausgleich des wechselnden Müllheizwertes, nicht aber dazu, über diesen rein quantitativen Heizwertausgleich hinausgehend, im Bereich der Kesselheizflächen auch qualitativ einen einheitlichen thermischen Zustand im räumlichen Temperaturfeld mit Bezug auf die Zusammensetzung des Rauchgasgemisches, namentlich die für die Wärmestrahlung der Rauchgase auf bis zum Müllfeuerraum herangezogene Strahlungsheizflächen wichtige Gasfeuchtigkeit, entsprechend der Auslegung des Dampfkessels zu erreichen und dadurch optimale Wärmeübertragungsbedingungen für den Dampfkessel zu gewährleisten (deutsche Patentschrift 256 566).
  • Ferner ist auch schon ein zur gleichzeitigen oder alternativen Verbrennung von festen Brennstoffen, wie Holz, Koks, Müll oder ähnlichen Abfällen, sowie Heizöl dienender Zentralheizungskessel bekannt, bei dem das Heizöl in einer zu der mit einem Rost versehenenMüllverbrennungskammer strahlungsmäßig abgeschirmten, muffelartigen Brennkammer verbrannt wird, jedoch vermischen sich dort die in je einem Abzugskanal geführten Öl- und Müllrauchgase innerhalb des Heizungskessels derart, daß dessen Kesselheizfläche etwa zur Hälfte von den Ölrauchgasen und zur anderen Hälfte von den Müllrauchgasen beaufschlagt werden, wobei durch die Anordnung des Abzugskanals für die Müllrauchgase oberhalb der Feuertür bei Einführung des festen Brennstoffes eine Verstopfung dieses Rauchgaskanals vermieden und durch eine besondere gegenseitige Anordnung der beiden Rauchgaskanäle Explosionen verhindert werden sollen. Dort ist die brennmuffelartige Ölverbrennungskammer nicht mit einer Einrichtung zur Eindüsung von Wasser versehen (norwegische Patentschrift 94707).
  • Weiterhin ist ein Zentralheizungskessel zur gleichzeitigen Verfeuerung von festen Brennstoffen auf einem Rost und eines flüssigen Brennstoffes (Heizöl) in einer im Feuerraum für den festen Brennstoff angeordneten und zu ihm strahlungsmäßig abgeschirmten wassergekühlten Brennmuffel bekannt, bei dem ein zur Kesselheizfläche gehörender, die zylindrische Brennmuffel umschließender ringförmiger Wassermantel innen nur von den Ölverbrennungsgasen und außen nur von den Rauchgasen des festen Brennstoffes beheizt wird, wobei die Brennmuffel einen senkrecht nach unten gerichteten Kanal für den Austritt der Ölverbrennungsgase in den Verbrennungsraum für den Festbrennstoff aufweist, wodurch im Verein mit der Ummantelung des Ölverbrennungsraumes erreicht werden soll, daß bei ausschließlicher Verbrennung festen Brennstoffes der Ölbrenner nicht verschmutzt bzw. verstopft wird. Auch bei diesem Heizungskessel, der mit einem zusätzlichen oberen Warmwasserkessel für Brauchwasser versehen und nur für Warmwasserheizung eingerichtet ist, ist die Ölbrennmuffel nicht mit einer Wassereindüsung versehen (norwegische Patentschrift 97 543).
  • Ferner ist eine Feuerung für die gleichzeitige Verbrennung von Abfall und einem hochwertigen Brennstoff, wie Öl oder Gas, in Verbindung mit einem Warmwasser-Zentralheizungskessel bekannt, bei der ein Einfüllschacht für den Abfall unten einen Schrägrost und eine Abfallverbrennungskammer aufweist und durch eine wasserführende vertikale Zwischenwand von einer mit einer Ölfeuerung versehenen, zweiten Verbrennungskammer getrennt ist und die Rauchgase aus der Abfallverbrennungskammer von unten her in die Olverbrennungskammer einströmen. Dort ist die ölverbrennungskammer seitlich und oben von wasserführenden, zum Heizflächensystem des Zentralheizungskessels gehörenden Wänden unmittelbar begrenzt und somit die Ölverbrennungskammer weder zu den Kesselheizflächen noch zum von unten an sie heranreichenden Abfallverbrennungsraum strahlungsmäßig abgeschirmt. Da die Rauchgase aus der Abfallverbrennungskammer in die Ölverbrennungskammer einströmen, findet in letzterer eine Vermischung der Abfallrauchgase mit den in der ölverbrennungskammer erzeugten Verbrennungsgasen statt, also gerade umgekehrt wie bei der erfindungsgemäßen Feuerung. Zwar soll dort die Ölfeuerung mittels eines Thermostats geregelt werden, jedoch weist sie eine Einrichtung zur Eindüsung von Wasser nicht auf (dänische Patentschrift 88 504).
  • Es ist auch eine zur Verbrennung von Zellstoffablauge geeignete und zugleich zur Dampferzeugung benutzte Feuerung bekannt, bei der Feinkohle in einer als Hilfsfeuerung dienenden Zyklonmuffel verbrannt und das so erzeugte Heißgas in den Ablaugefeuerraum geleitet wird. Dort kann die Zellstoffablauge aber nur unter Zuhilfenahme des Hilfsfeuers verbrannt werden, so daß die Hilfsfeuerung nicht zum Ausgleich der wechselnden Brenneigenschaften und des schwankenden Heizwertes eines minderwertigen Brennstoffes dient, sondern schlechthin die Verbrennung der Ablauge überhaupt erst ermöglicht, indem sie die zu ihrer Verbrennung notwendige Rufheizung der Feuerraumwände und damit zunächst erst die erforderliche Trocknung der mittels eines dreh- und schwenkbaren Düsenrohres gegen diese Wände gespritzten Ablauge gewährleisten soll, wobei eine besondere Art der Verbindung zwischen der Hilfsfeuerung und dem Hauptbrennraum vorgeschlagen wird und zugleich durch gesonderte Abziehung der Schlacke aus der Hilfsfeuerung die Rückgewinnung wertvoller Schlackenbestandteile ermöglicht werden soll. Da dort die Muffelheißgase etwa auf halber Höhe des Ablaugefeuerraumes in diesen eingeführt werden, wird dort nur ein Teil der Kesselheizflächen von einem aus den Kohle- und Ablaugeverbrennungsgasen bestehenden Gasgemisch beaufschlagt, während ein anderer Heizflächenteil, der als Kühlrohrsystem die Wände der Muffel und eines ihr nachgeschalteten Nachbrennraumes bildet, ausschließlich von den Muffelheißgasen beaufschlagt wird. Da zudem bei der Zyklonmuffel keine Einrichtung zur Eindüsung von Wasser vorgesehen ist, weicht diese Feuerung von der durch die Erfindung vorgeschlagenen im Hinblick auf Problemstellung, Aufgabe und Lösung prinzipiell ab (deutsche Patentschrift 1039178).
  • Weiterhin ist eine Dampfkesselfeuerung für die gleichzeitige Verbrennung von Müll und einem hochwertigen Brennstoff, wie Öl oder Gas, bekannt, bei der die offenen, d. h. nicht in einer Brennmuffel untergebrachten Brennerdüsen für den hochwertigen Brennstoff nicht strahlungsmäßig abgeschirmt sind und auch nicht in den Müllverbrennungsraum selbst, sondern einen neben ihm angeordneten, ihm nachgeschalteten Zug für die Müllrauchgase münden, wobei dieser Rauchgaszug zugleich als mit eigenem Kühlrohrsystem versehene Ölbrennkammer dient, in der sich die Müllrauchgase mit den Ölverbrennungsgasen vermischen. Dieser Dampfkesselfeuerung liegt die Aufgabe zugrunde, die Konstruktion der Feuerung namentlich durch die besondere Ausbildung einer zwischen den beiden Verbrennungsräumen angeordneten, aus einer Kombination von feuerfestem Material und Kühlrohren bestehenden Trennwand zu vereinfachen. Die Ölbrennkammer ist nicht mit einer Einrichtung zur Eindüsung von Wasser versehen (USA-Patentschrift 2 875 735).
  • Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel der Feuerungsanlage nach der Erfindung vereinfacht dar, und zwar zeigt F i g. 1 einen Längsschnitt durch eine Dampfkesselanlage mit der Müllfeuerung und F i g. 2 den Müllverbrennungsraum dieser Anlage im Querschnitt nach der Linie II-11 in F i g. 1.
  • In F i g. 1 sind von der Dampfkesselanlage lediglich zwei Heizflächen 1 und 2 dargestellt. Die Heizfläche 1 dient als Strahlungsheizfläche innerhalb eines Raumes 16, der in Abzugsrichtung der Rauchgase hinter dem Müllverbrennungsraum 5 und Öffnungen 10 von zwei in F i g. 2 dargestellten, als Zusatzfeuerung für hochwertigen Brennstoff vorgesehenen Brennmuffeln 14 und 15 angeordnet ist. Die Heizfläche 2 ist in einem nachfolgenden Abwärtszug der Rauchgase angeordnet. Die Rauchgase verlassen die Dampfkesselanlage an einer Stelle 3, um in einen in der Zeichnung nicht dargestellten Kamin einzutreten. Am unteren Ende des Abwärtszuges wird die Flugasche an einer Stelle 4 kontinuierlich oder periodisch entfernt. Im Müllverbrennungsraum 5 sind hintereinander ein Vortrocknungsrost 6 und ein Müllverbrennungsrost 7 angeordnet. Zwischen diesen beiden Rosten 6 und 7 befindet sich ein Mauersturz 11. Hinter dem Austragsende des Müllverbrennungsrostes 7 werden die Schlacken bzw. die unverbrennbaren Bestandteile des Mülls an einer Stelle 8 in bekannter Weise entfernt. An einer Stelle 9 liefert ein in F i g. 1 nicht dargestelltes Aggregat für die beiden Roste 6 und 7 die notwendige Trocknungs- bzw. Verbrennungsluft. Oberhalb des Müllverbrennungsrostes 7 befindet sich in jeder der beiden Seitenwände des Müllverbrennungsraumes 5 je eine der beiden Öffnungen 10, welche die Mündungen der beiden Brennmuffeln 14 und 15 in den Müllverbrennungsraum 5 bilden und dadurch eine Verbindung von den Brennmuffeln 14 und 15 zum Müllverbrennungsraum 5 herstellen (vgl. F i g. 2). In einem Einfüllschacht 12 wird, entsprechend dem in F i g. 1 eingezeichneten Pfeil, der zur Verbrennung bestimmte Müll eingeschüttet. Die Dampfkesselanlage und Müllverbrennungsanlage sind vom Mauerwerk 13 umgeben.
  • In F i g. 2 sind die beiden seitlich am Müllverbrennungsraum 5 angeordneten Brennmuffeln 14 und 15 im Schnitt gezeigt. Unterhalb der beiden Brennmuffeln 14 und 15 ist der Müllverbrennungsrost 7 sichtbar, während oberhalb von ihnen bzw. ihren Mündungen 10 in den Müllverbrennungsraum 5 die Strahlungsheizfläche 1 und ihr mit 17 bezeichnetes Gegenstück angeordnet sind. Der obere Teil der in bezug auf die Strömungsrichtung der Rauchgase hinter diesen Strahlungsheizflächen 1, 17 im Abwärtszug angeordnete Heizfläche 2 ist in F i g: 2 ebenfalls sichtbar. In den beiden Brennmuffeln 14 und 15 sind je ein Brenner 141 bzw. 151, eine Luftzuführungseinrichtung 142 bzw. 152 und eine Wassereinspritzdüse 143 bzw. 153 angeordnet. Die Brenner 141 und 151 können wahlweise für Heizöl-, Kohlenstaub- oder Gasfeuerung ausgelegt sein.
  • In F i g. 2 ist außerdem zu erkennen, daß die beiden Brennmuffeln 14 und 15 in zweckmäßiger Weise eine besondere Länge haben, um den Ausbrand der Brennerflamme innerhalb der Muffel 14 bzw. 15 zu sichern, und daß sie außerdem in Richtung ihrer Mündungsöffnungen 10 eine Verengung aufweisen. Diese Ausbildung der Brennmuffeln 14 und 15 ergibt eine strahlungsmäßige Abschirmung der Muffeln gegenüber dem Müllverbrennungsraum 5.
  • Die zuvor beschriebene Anlage arbeitet wie folgt: In dem tinfüllschacht 12 gelangt der Müll auf den Vortrocknungsrost 6 und wird dort mittels heißer Luft, die an der Stelle 9 von dem dort nicht dargestellten Aggregat von unten durch diesen Rost gedrückt wird, vorgetrocknet. Als Vortrocknungsluft können aber auch mit Hilfe des Aggregates 9 rückgeführte heiße Rauchgase verwendet werden. Der vorgetrocknete Müll rutscht über den Mauersturz 11 hinunter auf den eigentlichen Müllverbrennungsrost 7. Die Verbrennungsluft wird unterhalb des Müllverbrennungsrostes7 an der Stelle 9 vom Aggregat zugeführt, wobei in bekannter Weise die Möglichkeit besteht, an geeigneter Stelle in den Müllverbrennungsraum 5 auch noch Sekundärluft einzuführen, was in der Zeichnung nicht dargestellt ist. Die durch die Verbrennung des auf dem Müllverbretlnungsrost 7 liegenden Mülls entstehenden Verbrennungsgase strömen im Müllverbrennungsraum 5 nach oben, wie dies in F i g. 2 durch den untersten Pfeil angedeutet ist. Die durch den Verbrennungsvorgang in den beiden vom Müllverbrennungsraum 5 räumlich getrennten und strahlungsmäßig abgeschirmten Brennmuffeln 14 und 15 erzeugten Heißgase treten durch die Öffnungen 10 in den Müllverbrennungsraum 5 ein und strömen dort nach oben, wie dies in F l g. 2 durch die beiden oberen Pfeile angedeutet ist, wobei sie sich an der in Abzugsrichtung der Rauchgase hinter den Öffnungen 10 liegenden Stelle 16 kontinuierlich und gleichmäßig mit den Müllrauchgasen vermischen.
  • Diese Anordnung bringt den weiteren Vorteil, daß der auf dem Müllverbrennungsrost 7 verbrennende Müll von den in den Brennmuffeln 14 und 15 erzeugten, aus den Öffnungen 10 ausströmenden Heißgasen nicht berührt und somit eine oberflächige schädliche Beeinflussung des zu verbrennenden Mülls, z. B. Krustenbildung, verhindert wird. Im Ausnahmefall des Nichtvorhandenseins von Müll können die Muffelheißgase den nicht mit Müll bedeckten, d. h. frei daliegenden Müllverbrennungsrost 7 nicht erreichen und einer zu hohen thermischen Beanspruchung aussetzen, so daß also eine große Lebensdauer des Müllverbrennungsrostes 7 gegeben ist.
  • In den Brennmuffeln wird eine Regulierung der Erzeugung der Heißgase vorgenommen. Dies geschieht durch Steuerung der Brennstoffzufuhr bei den Brennern 141 und 151, der Luftzufuhr bei den Einrichtungen 142 und 152 sowie der Wasserzufuhr bei den Wassereinspritzdüsen 143 und 153. Die Steuerung wird vorgenommen in Abhängigkeit der charakteristischen Werte der Müllverbrennung, wie Temperatur, Sauerstoff- und Feuchtigkeitsgehalt. Durch diese Regulierung der Heißgaserzeugung in den beiden Brennmuffeln 14 und 15 und durch die kontinuierliche gleichmäßige Vermischung der Muffelheißgase mit den Müllrauchgasen wird ein gleichmäßiges, homogenes räumliches Temperaturfeld für die Wärmeübertragung an den in Abzugsrichtung der Rauchgase ausschließlich hinter der Vermischungsstelle 16 der beiden Verbrennungsgasströme aus den Brennmuffeln 14, 15 und dem Müllverbrennungsraum 5 angeordneten Kesselheizflächen 1 und 2 und damit eine gleichmäßige, der Auslegung des Dampfkessels entsprechende Wärmeübertragung an diesen Heizflächen erreicht.
  • Im folgenden wird kurz erläutert, in welcher Weise diese Regulierung vorgenommen wird. Die Meß- und Regeleinrichtungen hierzu sind allgemein bekannt und werden daher nicht besonders erwähnt. Dementsprechend sind auch die Meßfühler in der Zeichnung nicht dargestellt.
  • Auf die Menge des in den beiden Brennmuffeln 14 und 15 mittels der beiden Brenner 141 und 151 zu verbrennenden hochwertigen Brennstoffes, sei dieser nun Heizöl, Gas oder Kohlenstaub, wirken als Steuergrößen die Temperatur ein, gemessen im obersten Teil des Aufwärtszuges, was im folgenden jeweils kurz als »oberhalb der Heizfläche 1« bezeichnet werden soll, und im Rauchgasabzug 3 sowie der Kesseldruck. Bei steigender Temperatur mit vorgegebenen Soll- und Maximalwerten wird die Brennstoffzufuhr gedrosselt. Bei steigender Temperaturdifferenz entsprechend einer größeren Dampfentnahme wird die Brennstoffzufuhr gesteigert, ebenso bei veränderlichem Kesseldruck mit vorgegebenem Maximalwert.
  • Auf die Luftzufuhr bei 142 und 152 wirken als Steuergrößen der Sauerstoffgehalt ein, gemessen oberhalb des Verbrennungsrostes 7 für den Müll, oberhalb der Heizfläche 1 und in den Brennmuffeln 14 und 15. Bei steigender bzw. fallender Luftüberschußzahl an der Heizfläche 1 wird die Luftzufuhr bei 142, 152 vermindert bzw. gesteigert. Die Verbrennung iri den beiden Brennmuffeln 14 und 15 wird an die Verbrennung auf dem Müllverbrennungsrost 7 dadurch angepaßt, daß Differenzen des Sauerstoffgehaltes zwischen den Meßstellen an der Heizfläche 1 und Oberhalb des Rostes 7 sowie in den Brennmuffeln 14, 15 und oberhalb des Rostes 7 gebildet werden. Die Luftzufuhr bei 142, 152 wird bei positivem oder negativem Wert dieser Differenzbildung gedrosselt bzw. erhöht.
  • Auf die Wassereindüsung mittels der Wassereinspritzdüsen 143 und 153 wirkt als Steuergröße der Feuchtigkeitsgehalt ein, gemessen oberhalb des Müllverbrennungsrostes 7 und oberhalb der Heizfläche 1. Bei steigendem Feuchtigkeitsgehalt an der Heizfläche 1 wird die Wassereindüsung gedrosselt. Bei positivem Wert der Differenz des Feuchtigkeitsgehaltes an der Heizfläche 1 und dem Müllverbrennungsrost 7 wird die Wassereindüsung verstärkt.

Claims (2)

  1. Patentansprüche: 1. Rostfeuerung für Dampfkesselanlagen zur Verbrennung von Müll und anderen minderwertigen Brennstoffen von schwankendem Heizwert, mit einer Zusatzfeuerung für hochwertigen Brennstoff, wie Öl, Gas oder Kohlenstaub, d «-durch gekennzeichnet, daß die Brenner der oberhalb des Müllverbrennungsrostes (7) angeordneten Zusatzfeuerung in mindestens einer in den Müllverbrennungsraum (5) mündenden, zum Müllverbrennungsraum (5) sowie zu den Kesselheizflächen (1, 2) strahlungsmäßig abgeschirmten Brennmuffel (14, 15) angeordnet sind und daß in der Brennmuffel (14, 15) oder im Bereich ihrer Mündung (10) in den Müllverbrennungsraum (5) eine Einrichtung (143, 153) für eine regelbare Wassereindüsung vorgesehen ist und die Kesselheizflächen (1, 2) in Abzugsrichtung der Rauchgase im Gasweg des aus den Müllrauchgasen und Brennmuffelheißgasen bestehenden Gasgemisches angeordnet sind.
  2. 2. Verfahren für den Betrieb der Rostfeuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Regeleinrichtung (143, 153) für die Dosierung der Wassereindüsung in Abhängigkeit vom Feuchtigkeitsgehalt der Rauchgase der Müllverbrennung und der Zusatzfeuerung nach ihrer Vermischung gesteuert wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 256 566; französische Patentschrift Nr. 1293 981; Zeitschrift »Energie«, 1960, Nr. 11, S. 486; Zeitschrift »Brennstoff-Wärme-Kraft«, 1962, Nr. 10, S. 477.
DER34425A 1962-10-31 1963-02-11 Rostfeuerung fuer Dampfkesselanlagen zur Verbrennung von Muell und anderen minderwertigen Brennstoffen Pending DE1279880B (de)

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