DE126595C - - Google Patents
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D06—TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- D06P—DYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
- D06P1/00—General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
- D06P1/22—General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using vat dyestuffs including indigo
- D06P1/228—Indigo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
M 126595 KLASSE 8%.
Im Haupt-Patent 108722 und Zusatz 109800*)
ist ein Verfahren zum Fixiren von Indigo auf der Pflanzenfaser beschrieben, nach welchem
es gelingt, denselben vermittelst einer aus Indigosalz, Alkali und einem Verdickungsmittel,
ζ. Β. Britishgum, hergestellten Druckfarbe ohne Anwendung eines besonderen Reductionsmittels
zu befestigen. Das Verfahren besteht darin, dafs man die mit der Druckfarbe bedruckten und getrockneten Gewebe in einem
offenen Dämpfkasten ,— also ohne Druck — unter Ausschlufs der Luft und Vermeidung
eines Feuchtwerdens der Gewebe dämpft.
Im Zusatz 123607 ist dann gezeigt, dafs sich
die neue Druckmethode auch mit künstlichem oder natürlichem Indigo ausführen läfst, es ist
nur erforderlich, für eine sehr feine Vertheilung des Indigos in der Druckfarbe zu sorgen.
Bei diesem Verfahren wird nun während des Dämpfens der Indigo durch die gemeinschaftliche
Wirkung des Alkalis und der Faser zu löslichem Indigweifs reducirt, dieses dringt
in die Faser und wird dann nach dem Dämpfen beim Waschen und Säuern wieder zu unlöslichem
Indigo oxydirt. Um hierbei die Reduction zu fördern, ist die Anwendung einer gröfseren Menge Natronlauge nothwendig.
Diese bewirkt eine relative Dampfflüssigkeit der Druckfarbe, wodurch dann bei dem
Drucken und Dämpfen die Farbe tief in den
*) Frühere Zusatz-Patente 123607, 123608.
Faden eindringt bezw. durch denselben hindurchschlägt. Da nun aber bekanntlich, wenn
man von derselben Menge Farbstoff ausgeht, die tiefsten Drucke dann erzielt werden, wenn
die Farbe nicht zu weit in das Gewebe bezw. die Faser eindringen kann, sondern mehr an
der Oberfläche bleibt, so haben wir bei dem gekennzeichneten Verfahren nach Mitteln gesucht,
welche das zu tiefe Eindringen des Farbstoffes in das Gewebe verhindern würden.
Im Allgemeinen erreicht man dieses Ziel durch Anhäufung von Verdickungsmitteln, also der
Herstellung consistenterer Druckfarben. Im vorliegenden Falle ist aber der Anhäufung der
Verdickung durch die erforderliche Menge Natronlauge eine enge Grenze gezogen, andererseits
werden die mit sehr dicken Farben hergestellten Drucke leicht unegal (ungleichmäfsig).
Ein weiterer Nachtheil der allzudicken Druckfarben ist ihre Nichthaltbarkeit und unangenehme
Handhabung in der Praxis. Wir haben nun die überraschende Beobachtung
gemacht, dafs Türkischrothöl ein Eindringen der Druckfarbe, voraussichtlich in Form des
Indigweifs, in. den Faden erschwert. Ausgehend von dieser Beobachtung haben wir dann gefunden, dafs man beim Ersatz eines
Theiles des Verdickungsmittels durch Türkischrothöl bei den nach Angabe der eingangs genannten
Patente hergestellten Indigodruckfarben eine Druckfarbe erzielt, welche allen Anforderungen
entspricht. Bei den mit solchen Druck-
farben hergestellten Indigodrucken ist der Indigo nicht durchgeschlagen, er sitzt genügend
an der Oberfläche, die Drucke sind daher sehr schön und tief und dabei dennoch gleichmäfsig
und völlig reibecht; ferner besitzt die Druckfarbe die für die Praxis erforderliche
Dünnflüssigkeit und Haltbarkeit. Bisher ist das Türkischrothöl in der Kattundruckerei zu ähnlichen
Zwecken noch nicht benutzt worden, die Verwendung beruhte hauptsächlich auf seinen Eigenschaften, die Thonerdebeize zu
fixiren, als auch für gewisse Farbstoffe Beizencharakter zu besitzen (Hummel und Knecht,
Färberei, Berlin 1891, S. 166; Knecht,
Rawson und Löwenthal, Färberei, Berlin 1900, S. 337).
Bei dem Verfahren der Patente 101190 und
106708 zur Erzeugung grauer Farbtöne mit Hülfe von Indigo ist bei der Herstellung der
Druckfarbe die Verwendung von Oelen und auch von Türkischrothöl beschrieben. Es
handelt sich aber dort um ein grundsätzlich anderes Verfahren, welches es ermöglicht, den
Indigo quantitativ ohne vorherige Reduction auf der Baumwollfaser zu befestigen. Abgesehen
von diesem Unterschiede spielt auch der Oelzusatz dort die ganz entgegengesetzte Rolle
als hier. Dort kommt es darauf an, die »Sublimation« des Indigos nach den tieferen
Schichten des Gewebes zu lenken, wobei dem OeI eine, lösende und vertheilende Wirkung
zukommt (Patentschrift 101190, 2. Seite, 1. Spalte
oben), bei dem vorliegenden Verfahren aber verhütet das Türkischrothöl das Eindringen
der Druckfarbe bezw. des Indigweifs in die Faser. Diese Wirkung kommt im vorliegenden
Verfahren nur dem Türkischrothöl zu, während bei dem Verfahren der behandelten
Patente alle thierischen oder pflanzlichen OeIe Verwendung finden können.
Wir erläutern das Verfahren an folgendem Beispiele:
Man bereitet eine Druckfarbe aus
125 g Britishgum,
21 ο g Wasser,
21 ο g Wasser,
40 g Türkischrothöl,
75 g Indigosalz,
550 g Natronlauge von 40° Be.
550 g Natronlauge von 40° Be.
Mit dieser Druckfarbe drucken, trocknen und dämpfen, nach dem in dem. Patente 109800
angegebenen Verfahren, und fertigstellen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:
Bei dem Verfahren der Patente 108722, 109800 und 123607, Kl. 8, zum Fixiren von Indigo auf der vegetabilischen Faser die Verwendung einer Indigodruckfarbe, in welcher ein Theil des Verdickungsmittels durch Türkischrothöl ersetzt ist, um dadurch ein zu tiefes Eindringen der Druckfarbe oder des Farbstoffes in den Faden zu verhüten.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT8833D AT8833B (de) | 1900-01-30 | 1901-12-21 | Verfahren zur Erzeugung von Indigo auf der Faser. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE126595C true DE126595C (de) |
Family
ID=395243
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1900126595D Expired - Lifetime DE126595C (de) | 1900-01-30 | 1900-01-30 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE126595C (de) |
-
1900
- 1900-01-30 DE DE1900126595D patent/DE126595C/de not_active Expired - Lifetime
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