DE1236734B - Verfahren und Vorrichtung zum Warmhalten des Blockkopfes beim Giessen von Metall, insbesondere Stahl - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Warmhalten des Blockkopfes beim Giessen von Metall, insbesondere StahlInfo
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Description
DEUTSCHES WDmWP PATENTAMT Deutsche Kl.: 31 b2 - 7/10
AUSLEGESCHRIFT
Nummer: 1236 734
Aktenzeichen: N25605VIa/31b2
1 236 734 Anmeldetag: 30.September 1964
Auslegetag: 16. März 1967
Beim Gießen von Metallblöcken, insbesondere von Blöcken aus beruhigtem Stahl, in Kokillen wird ein
verlorener Kopf vorgesehen, in welchem sich der Lunker bildet und welcher nach Erkalten des Blockes
abgeschnitten wird. Je später der verlorene Kopf erstarrt, desto konzentrierter bildet sich der Lunker im
verlorenen Kopf aus. Dies ist von Wichtigkeit, damit dieser verlorene Kopf möglichst klein gehalten werden
kann. Wenn der verlorene Kopf warmgehalten wird, kann er also kleiner bemessen werden, und es
wird der Verlust beim Abschneiden desselben verringert und das Ausbringen vergrößert. Für die Ausbildung
der Hauben zur Formung eines möglichst kleinen verlorenen Kopfes wurden bisher neben Isolierstoffen
auch exotherme Stampfmassen verwendet. Letzteres hat zwar den Vorteil, daß der verlorene
Kopf sehr klein gehalten werden kann und trotzdem ein dichter Block erzielt wird, jedoch sind solche
isolierende und exotherme Stoffe kostspielig.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, diesen Nachteil zu vermeiden, und besteht im wesentlichen darin, daß
der Bereich des verlorenen Kopfes mit heißer Schlacke umgeben wird. Die Schlacke bildet einen
Wärmemantel um den verlorenen Kopf und bewirkt ein sehr langsames Auskühlen desselben, so daß sich
der Lunker konzentriert im verlorenen Kopf ausbildet und damit der verlorene Kopf sehr klein gehalten
werden kann. Der Vorteil gegenüber der Verwendung von exothermen Stampfmassen besteht darin, daß an
Stelle dieses kostspieligen Materials die ohnedies reichlich vorhandene Schlacke ausgenützt wird, deren
Wärme andernfalls nutzlos verlorengeht. Darüber hinaus wird durch die heiße Schlacke die Temperatur
des verlorenen Kopfes gleichmäßiger auf der gewünschten Höhe gehalten als bei der Verwendung
exothermer Massen. Die Schlacke kühlt langsamer aus als das Metall, und es kann der Schlackenmantel
sogar noch lange in seinem Inneren flüssig bleiben, so daß der verlorene Kopf IangeZeit warm gehalten wird.
Die wärmehaltende Wirkung dieses Schlackenmantels ist so groß, daß der Lunker im verlorenen Kopf sich
noch konzentrierter ausbildet und daher der verlorene Kopf noch kleiner gehalten werden kann als bei den
bekannten Verfahren, wodurch der Verlust noch weiter verringert und das Ausbringen noch weiter erhöht
wird. Es ist zweckmäßig, daß die heiße Schlacke bereits vor Eingießen des Metalls in die Kokille die
Form für den verlorenen Kopf umgibt, so daß beim Eingießen des Metalls die Haube bereits gründlich
aufgewärmt ist. Hierdurch wird der Effekt in bezug auf die konzentrierte Ausbildung des Lunkers im verlorenen
Kopf verbessert. Es kann hierbei Schlacke Verfahren und Vorrichtung zum Warmhalten
des Blockkopfes beim Gießen von Metall,
insbesondere Stahl
des Blockkopfes beim Gießen von Metall,
insbesondere Stahl
Anmelder:
Dipl.-Ing. Victor Nepel, Donawitz (Österreich)
Vertreter:
Vertreter:
Dr.-Ing. Κ. Boehmert
und Dipl.-Ing. A. Boehmert, Patentanwälte,
Bremen, Feldstr. 24
Bremen, Feldstr. 24
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Ing. Victor Nepel, Donawitz (Österreich)
Beanspruchte Priorität:
Österreich vom 4. Oktober 1963 (A 7982/63) - -
von der vorhergehenden Charge, von einer der vorhergehenden Chargen oder derselben Charge verwendet
werden. Je kürzer der Zeitraum zwischen dem Abguß der Schlacke und dem Eingießen des Stahles
od. dgl. in die Kokille ist, desto größer ist naturgemäß der Heizeffekt der den verlorenen Kopf umgebenden
Schlacke, jedoch kann man ohne weiteres auch die Schlacke bis zu einem gewissen Grad auskühlen lassen,
bevor der Einguß des Stahles od. dgl. in die Kokille erfolgt.
Es kann jedoch auch Schlacke derselben Charge, aus der der Stahl des Blockes stammt, zum Warmhalten
verwendet werden, wenn die Konstruktion der Haube es gestattet, die Schlacke kurz nach dem Abguß
des Stahles in den Raum um den verlorenen Kopf einzugießen.
Gemäß der Erfindung kann die Schlacke vor dem Eingießen des Metalls in die Kokille in einen den
verlorenen Kopf umgebenden Raum eingegossen werden. In diesem Fall kann der für den Einguß der
Schlacke bestimmte Raum einfach durch eine Metallschablone gegenüber dem zu bildenden verlorenen
Kopf abgegrenzt werden, wobei diese Schablone nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt ist und sich
mit dem Metall des verlorenen Kopfes verbindet. Wenn in diesem Falle Schlacke von einer vorhergehenden
Charge verwendet wird, welche bereits etwas kühler ist, hält das Material der Schablone der
Wärme besser stand.
709 519/455
Es kann aber auch die Form für den verlorenen Kopf an einer von der Kokille entfernten Stelle durch
Eingießen der Schlacke gebildet und hierauf erst auf die Kokille aufgesetzt werden. Dies hat den Vorteil,
daß die Kokille selbst nicht durch Schlackenspritzer verunreinigt werden kann. Hierbei kann gemäß der
Erfindung so vorgegangen werden, daß die Schlacke von der Kokille gesondert in eine Ringform eingegossen
wird und diese hierauf als Form für den verlorenen Kopf auf die Kokille aufgesetzt wird. Eine
weitere Möglichkeit ist das Eingießen der flüssigen Schlacke kurz nach Abguß des Stahles. Es kann aber
auch gemäß der Erfindung so vorgegangen werden, daß vorerst ein Schlackengußstück gebildet wird und
dieses nach der Erstarrung zumindest teilweise ausgeformt und in noch heißem Zustand als Form für
den verlorenen Kopf auf die Kokille aufgesetzt wird, wobei es selbstverständlich nicht erforderlich ist, daß
der Schlackenblock auch in seinem Inneren bereits vollständig erstarrt. In diesem Fall bildet der bereits
erstarrte Schlackenblock selbst die Formwand für den verlorenen Kopf. Obwohl die Schlacke bereits erstarrt
ist, hält dieser erstarrte Schlackenblock noch immer so lange die Wärme, daß das Aufwärmen und
die Warmhaltung des verlorenen Kopfes gewährleistet ist. In beiden Fällen kann die Form für den verlorenen
Kopf bzw. die die Haube bildende Form oder der Schlackenblock ohne Schwierigkeiten mittels eines
Kranzes auf die Kokille aufgesetzt werden. Unter einer Ringform ist naturgemäß eine Form zu verstehen,
welche der entsprechenden Kokillenform bzw. der Form des verlorenen Kopfes entspricht und daher
gegebenenfalls in Draufsicht auch viereckig sein kann.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung für ein Verfahren, bei welchem das Eingießen der Schlacke in
den den verlorenen Kopf umgebenen Raum in situ auf der Kokille erfolgt, ist im wesentlichen dadurch
gekennzeichnet, daß auf die Kokille eine der Form des verlorenen Kopfes entsprechende Schablone sowie
eine Haube aufgesetzt ist, wobei zwischen Schablone und Haube ein freier, den verlorenen Kopf
umgebender Ringraum für den Einguß der Schlacke verbleibt. Diese Schablone besteht zweckmäßig aus
Blech, und zwar vorzugsweise aus Stahlblech, so daß der gute Wärmeübergang von der Schlacke auf den
verlorenen Kopf gewährleistet ist. Es kann hierbei für die Schablone Blech von geringer Stärke verwendet
werden, da ein solches dünnes Blech vollauf genügt, um den Stahl von der Schlacke zu trennen und die
Schablone im allgemeinen ohnedies nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt ist. Wenn das erfindungsgemäße
Verfahren so durchgeführt wird, daß die Formwand für den verlorenen Kopf unmittelbar durch
einen bereits erstarrten heißen Schlackenblock gebildet wird, so ist die erfindungsgemäße Vorrichtung
zur Durchführung dieses Verfahrens gekennzeichnet durch eine geteilte Ringform für die Schlacke, deren
innere Formwand der Form des verlorenen Kopfes entspricht und deren äußere Formwand mit dem
Boden von der inneren Formwand lösbar ist. Dadurch, daß die äußere Formwand von der inneren
Formwand getrennt ist, wird ermöglicht, den Schlakkenblock unter Vermittlung der äußeren Formwand,
welche die Kranzapfen trägt, von der inneren Formwand abzuheben, und dadurch, daß der Boden der
Form mit der äußeren Formwand fest verbunden ist, wird der Schlackenblock beim Abheben unterstützt,
so daß auch der nötige Halt geboten ist, wenn der
Schlackenblock noch nicht vollständig erstarrt sein sollte. Dies bietet die Sicherheit, daß in einem solchen
Fall sich der Schlackenblock nicht von der äußeren Formwand beim Abheben lösen und herabfallen
kann, was die Gefahr einer Schlackenexplosion mit sich bringen würde. Die innere Formwand kann hierbei
von einem massiven Stahlblock gebildet sein, dessen Gewicht genügt, um beim Abheben des Schlakkenblockes
unter Vermittlung des Kranes den inneren Formwandteil am Boden festzuhalten.
In der Zeichnung ist die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen schematisch erläutert; es zeigt
F i g. einen Vertikalschnitt durch das obere Ende einer Kokille mit der Haube,
F i g. 2 eine andere Ausführungsform gleichfalls wieder im Vertikalschnitt durch das obere Ende der
Kokille mit der Haube,
F i g. 3 einen Vertikalschnitt durch eine geteilte Form zur Herstellung eines die Form für den
verlorenen Kopf bildenden Schlackenblockes.
Bei der Ausführungsform nach F i g. 1 ist auf dem oberen Rand der KokilIel eine Schablone 4 aus
Blech, und zwar beispielsweise aus einem 1,5 mm starken Stahlblech, aufgesetzt. Hierauf wird eine
Graugußhaube 2 aufgesetzt, welche für den Angriff eines Kranes Kranzapfen 3 aufweist. Die Graugußhaube
2 weist unten einen nach innen ragenden Flansch 6 auf, und die Schablone 4 weist einen
Flansch 5 auf, welcher zwischen dem oberen Rand der Kokille 1 und dem Flansch 6 der Haube 2 liegt.
Die Schablone 4 wird auf diese Weise durch die schwere Graugußhaube 2 in ihrer Lage gehalten, wobei
der Flansch 5 nach Art einer Dichtung zwischen dem oberen Rand der Kokille 1 und dem Flansch 6
der Graugußhaube 2 wirkt. Die Schablone 4 geht über einen Konus 9 in den Flansch über. Der Durchmesser
des äußeren Randes dieses Konus 9 entspricht dem Innendurchmesser des Flansches 6 der Haube 2
und stellt damit einen mit der Haube 2 zusammenwirkenden Zentrieransatz dar, so daß die Schablone 4
in ihrer richtigen Lage festgehalten ist, wenn die Haube 2 richtig aufgesetzt ist.
Zwischen der Schablone 4 und der Haube 2 ist ein ringförmiger Raum 7 gebildet, in welchen, wie die
Zeichnung zeigt, Schlacke eingegossen wird. Nach dem Eingießen der Schlacke wird dann üblicherweise
der Stahl in die Kokille 1 gegossen, wobei die Schablone 4 die Form des verlorenen Kopfes 8 bestimmt.
Es wird vorzugsweise noch flüssige Schlacke von der vorhergehenden Charge oder einer der vorhergehenden
Chargen verwendet, so daß übermäßig hohe Schlackentemperaturen vermieden werden und damit die Schablone 4 geschont wird.
Auch wenn Schlacke von einer vorhergehenden Charge verwendet wird, kann der Einguß der Schlacke
unmittelbar vor dem Einguß des Stahles erfolgen. Wenii der Stahl eingegossen ist, wirkt auf die Schablone
4 von innen und von außen annähernd der gleiche Druck, so daß die Schablone 4 keiner wesentlichen
mechanischen Beanspruchung ausgesetzt ist.
Die Ausführungsform nach F i g. 2 unterscheidet sich von der Ausführungsform nach Fi g. 1 dadurch,
daß die Form für den verlorenen Kopf 8 von einer RingformlO mit fester oder von der RingformlO
getrennt ausgeführter innerer Formwand 11 gebildet wird, in deren Hohlraum 7 die Schlacke eingegossen
wird. Der Einguß der Schlacke in den Raum 7 erfolgt hier zweckmäßig nicht bei auf der Kokille 1 aufge-
Claims (11)
1. Verfahren zum Warmhalten des Blockkopfes beim Gießen von Metall, insbesondere Stahl,
dadurch gekennzeichnet, daß der Bereich des verlorenen Kopfes seitlich mit heißer
Schlacke umgeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlacke vor oder kurz
nach dem Eingießen des Stahles od. dgl. in die Kokille in einem den verlorenen Kopf umgebenden,
vom Innenraum der Kokille abgegrenzten Raum eingegossen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß flüssige Schlacke aus einem
Schmelzprozeß verwendet wird, wobei zweckmäßig der Einguß der Schlacke kurz vor oder
nach Einguß des Stahles erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlacke von der
Kokelle gesondert in eine Ringform eingegossen wird und diese hierauf als Form für den verlorenen
Kopf auf die Kokille aufgesetzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß erst ein Schlackengußstück
gebildet wird und dieses nach Erstarrung zumindest teilweise ausgeformt und in noch heißem
Zustand als Form für den verlorenen Kopf auf die Kokille aufgesetzt wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß auf die Kokille eine der Form des verlorenen Kopfes entsprechende Schablone sowie
eine Haube aufgesetzt ist, wobei zwischen Schablone und Haube ein freier, den verlorenen
Kopf umgebender Ringraum für den Einguß der Schlacke verbleibt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schablone aus Blech, insbesondere
Stahlblech von geringer Stärke, besteht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schablone einen
auf dem oberen Kokillenrand aufliegenden Flansch aufweist, auf welchem die Haube aufruht.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Schablone mit
der Haube zusammenwirkende Zentrieransätze aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das untere Ende der
Haube einen nach innen ragenden Bord und die Haube einen in den Flansch übergehenden Konus
aufweist, wobei der Durchmesser des äußeren Randes des Konus der Schablone dem Innendurchmesser
des Bordes der Haube entspricht.
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, 2, 3 oder 5, gekennzeichnet
durch eine geteilte Ringform für die Schlacke, deren innere Formwand der Form des
verlorenen Kopfes entspricht und deren äußere Formwand mit dem Boden von der inneren
Formwand lösbar ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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