DE11870C - Kochherd mit Backofen - Google Patents
Kochherd mit BackofenInfo
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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Description
1880.
Klasse 36.
CHRISTIAN ZILLINGER in ESSLINGEN a. Neckar. Kochherd mit Backofen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. März 1880 ab.
Nachdem der Apparat und sämmtliche dazu gehörigen Oefen mit reinem Wasser gefüllt sind,
wird durch die Feuerthür auf dem Rost r mit Holz Feuer angemacht.
Der Rauch entweicht durch die Siederohre. Die Jalousievorrichtung am mittleren Cylinder,
sowie der directe Zug zum Backofen bleiben geschlossen. Hat man auf dem Rost ein lebhaft
brennendes Holzfeuer, so wird durch den Raum/ von oben zuerst wenig und dann immer
mehr Koks nachgeschüttet, bis die Füllung die obere Kante des. Cylinders erreicht.
Dieser mittlere cylinderische Raum / dient als Koksmagazin, da von demselben immer so
viel nachrutscht, als unten verbrennt.
Während der Kochzeit und an kalten Tagen wird bei j die Drehjalousie, welche auf dem
Wassercylinder sich befindet, nach dem Bedürfhifs geöffnet. Ebenso wird an sehr kalten
Tagen, oder wenn man backen will, die Klappe k aufgeschlagen, wodurch der ganze Füllraum in
Glut kommt, und eine' sehr rasche Wassercirculation erzeugt wird.
Bei Nacht werden Jalousie und Klappe geschlossen, das Feuer brennt nur durch die
Siederohre und ergänzt sich aus dem Abends frisch aufgefüllten Füllraum/.
Die allein Luft zuführende Regulirschraube an der Aschenthür wird je nach der muthmafslichen
Kälte der Nacht mehr oder weniger geschlossen.
Durch das Rohr h geht das heifse Wasser, wenn der Apparat gut im Gang ist, mit einer
Temperatur von ca. 90 ° C. fort, kommt durch das Rohr ζ auf ca. 50° abgekühlt wieder zurück,
und wird im Schlangenrohr ζ vorgewärmt.
Der Apparat dient zur Erwärmung von vier bis sieben Zimmern und wird, wenn man denselben
zu zehn und noch mehr Zimmern verwenden will, entsprechend gröfser construirt.
Das Kochen auf diesem Herde ist ein äufserst angenehmes, da durch die Siederohre die ganze
Herdplätte gleichmäfsig erwärmt wird und die im Füllraum erzeugte Hitze durch die Jalousie
nach vorn unter die beiden vorderen zum Kochen sehr bequem gelegenen Kochlöcher ziehen ;mufs.
Durch die mittelst vier Zungen in drei gleiche
Theile getheilten Zugräume r1 an der Aufsenseite
des Wassercylinders vorbei kommt der Rauch in den Rauchsammler r2, und von diesem
unter der hinteren Hälfte des Backofenbodens vorbei durch den auf der Rückseite des Backofens
- gelegenen Zug in das Rauchabzugsrohr.
Die durch die Klappe k entweichende Hitze kommt direct unter die vordere Hälfte des Backofenbodens
und von da in die linke und rechte Zugseite des Backofens.. Es wird dieser somit
auf allen Seiten mit Ausnahme der Thür von warmer Luft eingeschlossen.
Die Thüren des Backofens sind doppelt und der hohle Raum ist mit Wasser gefüllt,
welches durch den fischbandartigen Beschlag mit der Warmwasserleitung in Verbindung steht.
Die obere Hälfte am oberen Band steht fest und nimmt das heifse Wasser des Leitungsrohrs
auf; von da gelangt es in die untere mit dem Thürchen sich drehende Hälfte des Beschlags
und von diesem in das Thürchen selbst. Ebenso geht das Wasser durch den unteren Beschlag wieder ab. Hier ist dann die obere
Hälfte beweglich und mit dem Thürchen in Verbindung, dagegen die untere Fischbandhälfte
fest und mit dem Abführungsrohr in Verbindung (s. Fig. 8).
Beim Aufschrauben der Bändchen auf die Backofenthür wird ein dünnes Kupferplättchen
zur Dichtung dazwischen gelegt.
Sämmtliche Rauchzüge müssen theils unten, theils oben an dem Siederohr des Wasserschiffs
vorbeiziehen und somit auch das Wasser im Schiff zum Sieden bringen.
Will man an einem schönen Frühlings- oder Herbsttage die Zimmer weniger heizen und
doch auf dem Herde stark kochen, so schliefst man mit einer Schiebervorrichtung s die Siederohre
oben ab, wodurch dem Wassercylinder sämmtliche innere Heizfläche entzogen wird und
das Feuer dann im inneren Cylinder brennt und durch den offenen Jalousiering unter die
Kochlöcher und durch die geöffnete hintere Klappe k unter den Backofen zieht, welcher
auch als Obstdarre, Wärmofen, Bratofen etc. verwendet werden kann.
Soll während der Sommermonate die Wassercirculation,
d. h. die Zimmerheizung aufhören, so wird die Drehjalousie j und die Schieberjalousie
s (beide bilden ein Ganzes) weggenömmen und dafür der in Fig. 7 angegebene,
aus zwei Theilen bestehende Mantel m eingelegt, welcher den Wassercylinder innen und oben
vollständig deckt und den an der Aufsenseite des Cylinders befindlichen abwärts gehenden
Zug abschliefst. Von der inneren Seite des Wassercylmders steht derselbe 1 cm ab, damit
Luft zwischen ihn und den Wassercylinder treten kann.
Der seitherige Feuerraum dient jetzt als Aschenraum, das Feuern wird" von oben bewerkstelligt
und die Feuergase ziehen, durch zwei Zungen geleitet, unter die vordere Hälfte
der Herdplatte, von hier aus um die Zungen herum unter die hintere Hälfte der Herdplatte
und dann über das Wasserschiff hinweg unter den Boden und die beiden Seitenzüge des
Backofens.
Will man Brod backen, so ist hinten noch eine Extrafeuerung b angebracht, welche, wie
der Winterzug, unter die hintere Hälfte des Backofenbodens, sodann in den hinteren Zugraum
des Backofens und von dort in den Kamin zieht.
Zur Bereitung des Frühstücks oder Abendessens kann, wenn man während der Sommermonate
nicht den Herd feuern will, das in der Zeichnung angegebene Frühstücksherdchen benutzt
werden. Wird der obere Rost desselben herausgenommen, so ist der ganze Raum als
Bügelherd zu verwenden.
Der Rauchabzug geschieht um das Wasserschiff herum in den hinteren Zugraum des Backofens.
Gereinigt werden die vorderen Züge des Apparats durch Wegnehmen der Herdbrille,
die hinteren Züge durch Wegnehmen des hohlen, mit Sand gefüllten Backofenbodens. Ebenso ist
die Deckplatte des Backofens abnehmbar und, wie die Seitenwände desselben, mit Sand gefüllt.
Der Rufs wird durch die mit dem Rauchsammler in Verbindung stehenden vier Remigungsthürchen
entfernt. Zwei der Remigungsthürchen auf der Nebenseite des Herdes sind zweiflügelig, und
das obere schliefst in seiner Berührungslinie das fortlaufende und das untere das zurückführende
Wasserrohr ab. Fest und luftdicht wird der Verschlufs an den Rohren durch Falz und Ueberschlag an den Flügelchen und durch
eine das Rohr umschliefsende Schraubenmutter. Der ganze Apparat wird durch die an der
Aschenthür befindliche Regulirschraube regulirt. Sämmtliche Luftzuführungsthürchen und Schrauben
sind abgeschliffen, damit der Apparat vollständig abgeschlossen werden kann. . Jeden Tag
wird einige mal mit dem Hebel» der Drehrost gedreht und durch diese Bewegung die Asche
durch den Rost ausgesiebt.
Claims (4)
1. Die beschriebene Gesammtanordnung des Apparates, welche ermöglichen soll, denselben
als Kochherd mit Bratofen und zugleich als Warmwasserheizapparat, oder nur als Kochherd oder nur als Warmwasserheizapparat
zu benutzen.
2. Die beschriebene Einrichtung, um mittelst des Jalousieschiebers j auch das Brennmaterial
im centralen Füllcylinder/ in Brand zu setzen, die Flamme erst unter die vorderen
Theile der Herdplatte zu leiten und von da weiter zu vertheilen.
3. Die Construction derBackofenthürchenbänder, und die Anwendung der Thüren als Heizfläche,
sowohl für diesen Fall als auch für gröfsere Thüren.
4. Die Anwendung des Schlangenrohrs als Vorwärmer im Innern eines stehenden Rohrkessels.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE11870C true DE11870C (de) |
Family
ID=289119
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT11870D Active DE11870C (de) | Kochherd mit Backofen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE11870C (de) |
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