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Dichtung für Talsperren Bei Talsperrendichtungen ist es bekannt, mit
der Hauptdichtung verbundene, weitere Dichtungen vorzusehen, die sich in den Damm
hinein erstrecken und in Abständen übereinanderliegend angeordnet sein können. Diese
Dichtungen erstrecken sich so weit in den Damm, bis sie mindestens die vertikale
Projektion der darüberliegenden Dichtungsabschnitte der Hauptdichtung überdecken.
Es können diese Dichtungen entweder zusammen oder einzeln über Rohrleitungen od.
dgl. mit Meßeinrichtungen verbunden sein. Hierbei reichen die Dichtungen um so mehr
in den Damm hinein, je größer die Abstände zwischen den Dichtungen sind bzw. je
größer die Neigung der Dichtung im Damm ist. Es ist möglich, daß man mit einer einzigen
solchen Dichtung auskommen kann, wenn es sich um eine steile Neigung der Hauptdichtung
handelt.
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Bei dieser letztgenannten Dichtungsanordnung erfolgt bei entsprechender
Einteilung der Dichtung die Kontrolle des Sickerwassers in der Horizontalen, d.
h. es kann zunächst lediglich festgestellt werden, aus welchem Bereich der Hauptdichtung
heraus das Sikkerwasser anfällt. Die Ableitung des feldweise erfaßten Sickerwassers
erfolgt dann durch Rohrleitungen im Damm. Eine weitere Bestimmung, aus welchem Teil
der Höhe der Hauptdichtung bzw. des Dammes das Sickerwasser herrührt, ist auch bei
entsprechender Feldeinteilung nicht möglich. Die Höhenlage einer Durchsickerungsstelle
könnte aber durch Wasserspiegelabsenkung ermittelt werden.
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Eine feldweise Aufgliederung der Dichtung durch deren entsprechende
Gefälleausbildung mit an die Felder angeschlossenen Rohrleitungen ist bei Dammschüttungen
schwierig, da die Drücke und Erschütterungen während des Baues des Dammes und der
später unter Belastung eintretenden Bewegungen und Setzungen kaum einen Dauererfolg
eines solchen Kontrollsystems erwarten lassen, wenn nicht besonders große Aufwendungen
dafür vorgesehen werden. Rohrleitungen sind auch Fremdkörper im Damm und nur dann
zweckmäßig, wenn sie auf fester Unterlage verlegt und gegen Druck und Stoß hinreichend
geschützt werden können, was nur in gewachsenen Sohlen- und Hangbereichen gewährleistet
werden kann.
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Ziel der Erfindung ist die Erfassung des eventuell aus der Hauptdichtung
austretenden Sickerwassers in einer geneigten, stetig verlaufenden Ebene der Dammschüttung
auf einer längsseitig von der Hauptdichtung nach der Luftseite leicht ansteigenden
Dichtungslage und dieses über eine Drain- oder Sickerlage nach den Sammelleitungen
abzuführen.
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Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß die Kontrolldichtung
in bezug auf die Längsrichtung der Sperre in mehrere Kontrollabschnitte unterteilt
und im einzelnen so ausgebildet ist, daß die dem jeweiligen Kontrollabschnitt zugeordnete,
mit einer Auflage in Form einer Filterschicht versehene und mit Gefälle in der Längsrichtung
der Sperre ausgebildete Dichtung jeweils unter der an sie angrenzenden Dichtung
des nachfolgenden Kontrollabschnittes hinweg nach dem seitlichen Ende der Sperre
oder der Dammitte geführt ist, von wo aus die getrennte Ableitung des in den einzelnen
Kontrollabschnitten erfaßten Sickerwassers erfolgt.
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Durch eine solche Ausbildung der Kontrolldichtung sind Rohrleitungen
im Damm selbst entbehrlich, und es wird eine Verbesserung und größere Haltbarkeit
des ganzen Dichtungssystems erreicht. Die stetige Gefällsführung bedeutet eine Vereinfachung
der Ausführung. Die konstruktive Ausbildung der Kontrolldichtung führt zu einer
gewünschten Verstärkung und lagenmäßigen Sicherung der Kontrolldichtung, insbesondere
auch gegen Beanspruchungen, die während der Dammschüttung und Verdichtung und der
späteren Belastung zu erwarten sind. Die erfindungsgemäße Dichtung gibt die Gewähr,
daß bei Schadhaftwerden der Dichtung einzelner Kontrollabschnitte die Dichtung in
der Gesamtwirkung erhalten bleibt, d. h. die einer beschädigten Dichtung benachbarten
Dichtungen bleiben funktionsfähig.
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Die Filterschichten einzelner Kontrollabschnitte der Dichtung können
auch nebeneinanderliegen und sind dann durch in der Gefällerichtung sich erstrekkende
Trennwände voneinander getrennt. Die einzelnen Feldabschnitte können, je nach Einflußbereich
und konstruktiver Beanspruchung, verschieden groß gehalten werden.
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Die Flächendrainagen werden bei Entwässerung nach dem Dammende hin,
am Hang in zweckmäßig halboffene Leitungen eingeführt, die in zu einer Kontrollstelle
führende
Ableitungsrohre einmünden. Bei Entwässerung nach der Mitte des Dammes wird das Sickerwasser
aus den einzelnen Kontrollabschnitten über in der Dammsohle angeordnete Sammelleitunnen
abgeführt.
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~ In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele einer Dichtung gemäß
der Erfindung dargestellt und näher erläutert.
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F i g. 1 zeigt eine schematische Rückansicht auf den zwischen zwei
Hängen vorgesehenen Damm bzw. die Hauptdichtung mit der mit dieser verbundenen Kontrolldichtung
zur Feststellung des Sickerwassers sowie Ableitung des Sickerwassers nach den seitlichen
Dammenden; F i g. 2 entspricht im wesentlichen der F i g. 1, jedoch mit einem Damm
zwischen flach abhängenden Hängen, wobei die Entwässerung gemäß der Erfindung zur
Mitte des Dammes erfolgt; in F i g. 3 ist ein schematischer Querschnitt zu den Dämmen
gemäß F i g. 1 und 2 dargestellt; F i g. 4 zeigt die erfindungsgemäße Kontrolldichtung
in vergrößerter Darstellung; in F i g. 5 ist eine Draufsicht auf die im Hang untergebrachten
Rohranschlüsse zur Dichtungskontrolle veranschaulicht; die F i g. 6 und 7 zeigen
Schnitte nach den Linien VI-VI und VII-VII der F i g. 5.
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Zwischen den Hängen 1 und 2 spannt sich der Talsperrendamm 3, der
eine bekannte Hauptdichtung 4 aufweist. Mit 5 ist eine bekannte Herdmauer, z. B.
aus Bitumen- oder Zementboden mit oder ohne Kontrollgang, Spundwand usw. bezeichnet.
Mit der Hauptdichtung 4 ist eine weitere, bekannte Dichtung 6 verbunden,
die sich in bekannter Weise vorteilhaft so weit in den Damm erstreckt, daß sie mindestens
die vertikale Projektion des darüberliegenden Dichtungsabschnittes der Hauptdichtung
überdeckt.
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Die Kontrolldichtung 6 ist gemäß der Erfindung in Richtung der Dammlänge
in mehrere Kontrollabschnitte unterteilt, wobei jedem Kontrollabschnitt eine getrennte
Sammlung für das Sickerwasser und eine getrennte Ableitung zugeordnet ist. Die Kontrolldichtung
6 ist bei dem Ausführungsbeispiel in Richtung der Dammlänge von der Dammitte 7 ausgehend
in drei Kontrollabschnitte 8, 9 und 10 unterteilt. Diese Kontrollabschnitte
sind durch hochgezogene, querlaufende Dichtungswälle 11, 12, 13 begrenzt,
von denen aus die Dichtungen der einzelnen Kontrollabschnitte ausgehen und mit Filterschichten
versehen sind. Die Filterschicht 14 des Kontrollabschnittes 8 ist an dem
Dichtungswall 12 unterhalb der Kontrollabschnitte 9 und 10 als Filterschicht
14a in Richtung zum Hang weitergeführt, wobei diese Filterschicht 14a von einer
Dichtungsschicht 6a abgedeckt ist. In dem Kontrollabschnitt 9 befindet sich oberhalb
der Dichtungsschicht 6a eine Filterschicht 15, deren Gefälle zu dem Dichtungswall
13 gerichtet ist. Diese Filterschicht 15 setzt sich unterhalb des Kontrollabschnittes
10 in die Filterschicht 15a fort, und zwar wiederum nach oben und unten getrennt
durch die durchgehende Dichtungsschicht und die Dichtung 6a des Kontrollabschnittes
10. Bei dem dargestellten Beispiel sind die unterhalb der jeweils in der
Neigung folgenden Dichtungsabschnitte angeordneten Filterschichten 14a und
15a nebeneinander angeordnet. Sie werden durch dichte Trennwände 16 und 17
voneinander getrennt gehalten. Man kann auch die Anordnung so treffen, daß die Filterschichten
etagenmäßig untereinander vorgesehen sind. Die Anzahl der Dichtungsabschnitte kann
beliebig sein. Die Filterschicht 18 des dem Hang benachbarten Feldes verbleibt oberhalb
der Dichtung 6a.
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Zum Abführen des Sickerwassers aus den Filterschichten der verschiedenen
Felder am Hang werden entsprechende Sammelleitungen verlegt. Beispielsweise kann
man einen längs zum Hang verlaufenden, die Sammelleitungen aufnehmenden Körper
19, z. B. aus Beton, vorsehen, bis zu dem die einzelnen Dichtungsschichten
der Kontrolldichtung 6 in verschiedenen Höhen geführt werden. Das Sickerwasser wird
zunächst in offenen Rinnen 20, 21, 22 aufgefangen, bis zu denen die Filterschichten
14 und 15 und 18 geführt sind. Außerhalb der Breite der mit der Hauptdichtung 4
verbundenen Kontrolldichtung 6 schließen sich sodann geschlossene Rohre 20a, 21a
und 22a an die betreffenden Rinnen an. Das Sickerwasser von der Hangseite 23 wird
in der Rinne 24 gesammelt und ebenfalls in einem Rohr 24a abgeführt. Damit das Sickerwasser
von der Dammseite und der Hangseite getrennt bleibt, ist der Betonkörper
19 mit einer Scheidewand 25 versehen. die an der Grenze zwischen dem
Hangfeld und der Kontrolldichtung 6 quer zu dieser verläuft. Es ist zweckmäßig,
auf der Hangseite 23 an den Körper 19 ebenfalls eine Dichtungsschicht 26 anschließen
zu lassen.
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Die Filterschicht kann eine Schotterschicht sein. Die Dichtungsschicht
kann z. B. aus einem Asphaltbeton bestehen, auf dem sich eine Lage aus Mastix befindet.
Unterhalb derDichtungsschicht aus Asphaltbeton wird zweckmäßig in üblicher Weise
eine Ausgleichsschicht 27 angeordnet.
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F i g. 2 veranschaulicht eine Anordnung, bei der die Kontrolldichtung
6' von den beiden Hangseiten 1', 2' aus nach der Mitte geführt ist. Die Sammelleitungen
20', 21', 22' verlaufen in der Mitte des Dammes zu einer Kontrolleinrichtung.
Zweckmäßig ist auch hierbei noch die Anordnung einer gesonderten Hangentwässerung
29, die ebenfalls zur Mitte des Dammes abgeleitet wird.
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Es liegt auf der Hand, daß die Ableitung des Sikkerwassers durch Kontrolldichtungen
gemäß der Erfindung auch vorgesehen werden kann, wenn mehrere, übereinander und
im Abstand voneinander liegende, mit der Hauptdichtung verbundene Kontrolldichtungen
vorgesehen werden sollen. In einem solchen Falle erübrigt sich dann bekanntlich
das Absenken des Wasserspiegels, um die Schadensstelle festzustellen.