DE1137745B - Farbwerk fuer Rotationsschnellpressen - Google Patents

Farbwerk fuer Rotationsschnellpressen

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DE1137745B
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DE
Germany
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roller
speed
brush
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ink
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DEL24488A
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English (en)
Inventor
George Rogers Brodie
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LEVEY FRED K H CO Inc
Fredk H Levey Co Inc
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LEVEY FRED K H CO Inc
Fredk H Levey Co Inc
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Publication date
Application filed by LEVEY FRED K H CO Inc, Fredk H Levey Co Inc filed Critical LEVEY FRED K H CO Inc
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41FPRINTING MACHINES OR PRESSES
    • B41F31/00Inking arrangements or devices
    • B41F31/004Driving means for ink rollers

Landscapes

  • Rotary Presses (AREA)

Description

  • Farbwerk für Rotationsschnellpressen Die Erfindung bezieht sich auf Farbwerke für Rotationsschnellpressen, bei denen eine Bürstenwalze gleichzeitig die Farbkastenwalze und die erste Verreibwalze berührt.
  • Bei Farbwerken von Rotationsdruckpressen ist es üblich, die Farbe auf die Druckplatte oder auf die Druckform durch die sogenannten Auftragwalzen oder Formzylinder aufzubringen, die sich unter Berührung mit der zylindrischen Druckplatte drehen. Die Farbe wird mittels eines Satzes von Verreibwalzen verrieben und auf die Formzylinder aufgetragen. Da diese Walzen im Betrieb aufeinander abrollen, muß ihre Umfangsgeschwindigkeit genau so groß sein, wie die Geschwindigkeit, mit der die Papierbahn durch die Presse läuft; bei modernen Hochleistungs-Rotationsschnellpressen kann sie etwa 150 bis 600 m/min betragen.
  • Die Farbe wird der Presse gewöhnlich durch eine sogenannte Farbkastenwalze zugeführt, die sich langsam unter Berührung mit der Farbe in einem Farbkasten dreht. Die Farbe wird von der Farbkastenwalze auf die erste Walze aus dem Verreibwalzensatz durch einen sogenannten Geber oder eine Geberwalze übertragen, die periodisch wechselnd zuerst mit der Farbkastenwalze und dann mit der ersten Walze aus dem Verreibwalzensatz in Berührung kommt.
  • Diese Art, die Farbe von der Farbkastenwalze auf den Verreibwalzensatz zu übertragen, wurde bisher für notwendig erachtet, da es aus bekannten Gründen nicht möglich ist, die Farbkastenwalze mit der Umfangsgeschwindigkeit der Verreibwalzen laufen zu lassen, d. h. mit Papierbahngeschwindigkeit. Man kann deswegen die Farbkastenwalze nicht in dauernder Berührung mit den Verreibwalzen arbeiten lassen.
  • Die Farbkastenwalze wird allgemein mit einer viel langsameren Umfangsgeschwindigkeit betrieben oder auch periodisch nur teilweise gedreht, damit ein frischer Farbfilm vorliegt, der von der Geberwalze abgenommen wird. Während die Geberwalze die Verreibwalze berührt, neigt sie dazu, sich der Umfangsgeschwindigkeit derselben anzugleichen, denn sie wird nur durch die Berührung am Umfang mit den anderen Walzen in Drehbewegung versetzt. Die nachfolgende Berührung mit der Farbkastenwalze hat eine Verminderung der Rotationsgeschwindigkeit der Geberwalze zur Folge. Die Verwendung der hin- und herschwingenden Geberwalze mit ihrer Schwenkbewegung und der periodischen Zu- und Abnahme der Rotationsgeschwindigkeit wurde schon seit langem als unangenehm betrachtet; bisher wurde aber noch keine zufriedenstellende Lösung als Ersatz für den Geber entwickelt. Um die Nachteile zu vermeiden, die durch die Anwendung der Geberwalze auftreten, wurde vorgeschlagen, dieselbe durch eine zylindrische Bürste zu ersetzen, die sich in ständiger Berührung sowohl mit der Farbkastenwalze als auch mit der ersten Verreibwalze dreht und die von außen mit einer konstanten Geschwindigkeit angetrieben wird. Danach ist die zylindrische Bürste direkt mit den Verreibwalzen gekoppelt, so daß sie mit ,einer festgesetzten Geschwindigkeit, die nur wenig kleiner ist als die der Verreibwalze, die natürlich unmittelbar von der Pressengeschwindigkeit abhängt, gedreht wird. Die Farbkastenwalze ist direkt mit den Verreibwalzen über ein System von Zahnrädern gekoppelt, durch welche die Drehzahl der Farbkastenwalze im Verhältnis zu der der Verreibwalze etwas verändert werden kann.
  • Eine Hauptschwierigkeit beim Ersatz der Geberwalze durch eine zylindrische Bürste besteht darin, daß die benötigte feinfühlige Regelung der Farbabgabe an die jeweiligen Längsabschnitte der zylindrischen Druckplatte verlorengeht.
  • Wie im Druckereiwesen, insbesondere beim Mehrfarbendruck, allgemein bekannt ist, kann die Farbmenge, die zum Übertragen auf die einzelnen Längsabschnitte der zylindrischen Druckplatte benötigt wird, erheblich wechseln und muß vom Bedienungspersonal regulierbar sein. Bisher ist es üblich, daß die Farbmenge, die auf die einzelnen Längsabschnitte der Druckplatte gebracht wird, durch das Anbringen des sogenannten Farbmessers sorgfältig kontrolliert und reguliert wird. Dieses berührt im Betrieb den Mantel der Farbkastenwalze und kontrolliert die Dicke des Farbfilmes, der vom Farbkasten von den jeweiligen Längsabschnitten der Farbkastenwalze abgeführt wird. Das Farbmesser erstreckt sich über die ganze Länge der Farbkastenwalze und ist in einzeln einstellbare Abschnitte unterteilt.
  • Beim Betrieb einer Rotationsschnellpresse, die mit einer Geberwalze ausgerüstet ist, entspricht die Farbmenge, die auf den jeweiligen Längsabschnitt der Druckplatte übertragen wird, unmittelbar der Anstellung des jeweiligen Farbmesserabschnittes. Würde jedoch versucht, die Geberwalze durch eine zylindrische Bürste zu ersetzen, so verzögerte sich die Änderung der auf die Druckplatte übertragenen Farbmenge, die im allgemeinen auf den Wechsel in der Anstellung des Farbmessers unmittelbar folgt, recht erheblich, oft um 1J2 Stunde, wobei die Presse dauernd betrieben wird. Eine solche Verzögerung ist bei wirtschaftlichen Drucken unzulässig. Deshalb wurde der Vorschlag, eine zylindrische Bürste an Stelle der herkömmlichen Geberwalze zu verwenden, nicht aufgegriffen, und im Druckereiwesen wurde weiterhin die Geberwalze mit ihren geschilderten Nachteilen verwendet.
  • Die Erfindung bezweckt, einen verbesserten Einfärbemechanismus für Rotationsdruckpressen und Vorrichtungen hierzu zu ermöglichen, wobei als Geberwalze eine zylindrische Bürstenwalze verwendet wird, deren Umfangsgeschwindigkeit unabhängig von der Pressengeschwindigkeit reguliert werden kann. Außerdem soll eine günstige Berührungsart zwischen der Bürstenwalze und den benachbarten Walzen erzielt werden.
  • Zur Lösung dieser Aufgabe dient eine Vorrichtung, welche gemäß der Erfindung dadurch gekennzeichnet ist, daß ein regelbarer Antrieb verwendet wird, bei dem die Drehzahl der Bürstenwalze unabhängig von der Drehzahl der Verreibwalzen geändert werden kann, und daß die Achsenabstände zwischen der Bürstenwalze und den benachbarten Walzen einstellbar sind.
  • Diese Vorrichtung wird an Hand von Figuren nachfolgend näher erläutert.
  • Fig. 1 zeigt einen schematischen Ausschnitt aus einer Rotationsschnellpresse, in der die Erfindung eingebaut ist; Fig. 2 zeigt einen Teilschnitt durch das Farbwerk, das die Erfindung enthält, längs der Linie 2-2 in Fig. 3; Fig. 3 stellt die Abwicklung des Schnittes längs der Linie 3-3 in Fig. 2 dar und zeigt die Hauptwellen und den Antriebsmechanismus.
  • In Fig. 1 erkennt man unter 1 den üblichen Farbkasten und unter 2 die Farbkastenwalze. Im unteren Teil des Farbkastens erstreckt sich über die Länge desselben bei 3 ein Farbmesser, das mit Vorrichtungen für ein getrenntes Anstellen der einzelnen Seg- i mente in Richtung auf den Umfang der Walze 2 ausgerüstet ist, wie es im Druckereiwesen allgemein bekannt ist.
  • Die zylindrische Bürste 4 ist so ausgelegt, daß sie sich unter gleichzeitiger Berührung mit der Walze 2 i und der ersten Verreibwalze 5 dreht. Von der Walze 5 wird die Farbe durch den Verreibwalzensatz 7 auf die Formzylinder 6 übertragen. Der Formzylinder 6 rollt auf der auf dem Umfang des Zylinders 8 befestigten Druckplatte an und gibt dabei die Farbe an diese ab. Beim Offsetdruck erfolgt der Abdruck auf einen Tuchzylinder 9, der auf der Papierbahn abrollt, die zwischen dem Tuchzylinder und dem Druckzylinder 10 hindurchläuft. Beim Buchdruck fällt der Tuchzylinder weg, und der Druckplattenzylinder 8 rollt unmittelbar auf der Papierbahn ab.
  • Gleichartige Teile, die in den anderen Figuren erscheinen, werden mit den gleichen Bezugsziffern gekennzeichnet.
  • Die Anordnung der Walzen 2 und 5 und der zylindrischen Bürste 4 und die Einriohtungen zum Lagern und Drehen dieser Bauelemente gehen deutlicher aus Fig. 2 hervor. Die Abwicklung davon ist in Fig. 3 dargestellt, um die Antriebs- und Geschwindigkeitskontrolle sowie den Regelungsmechanismus der Farbkastenwalze und der zylindrischen Bürste deutlicher zu zeigen. Die Walze 5, die erste Verreibwalze, wird mit Pressengeschwindigkeit durch Vorrichtungen angetrieben, die nicht dargestellt sind. Sie ist an beiden Enden mit den Wellen 11 in Vorrichtungen in den Seitenrahmen 12 der Presse gelagert. Auf der Welle 11 sitzt an einem Ende der Walze 5 ein Kettenrad.
  • Ein Aggregat 14 zum Verändern der Geschwindigkeit steht in der üblichen Bauart außerhalb des Pressenrahmens auf dem Träger 15. Die Antriebswelle 16 des Regelaggregates erstreckt sich nach links durch das im Pressenrahmen 12 gehaltene Lager 17; sie wird an ihrem inneren Ende von dem Träger 18 gehalten.
  • Auf der Welle 16 ist ein Kettenrad 19 befestigt, das vom Kettenrad 13 durch die über die Kettenräder 13 bzw. 19 laufenden Ketten 20 und 21 angetrieben wird. Dazwischen geschaltet sind noch die Kettenräder 22 und 23, die fest miteinander verbunden sind und auf dem Bolzen 24 gehalten werden, der mit der Mutter 25 am Pressenrahmen befestigt ist.
  • Wie Fig. 3 zeigt, ist die im Träger 27 gelagerte Welle 26 an ihrem rechten Ende mit der Antriebswelle 28 des Regelaggregates 14 über die Kettenräder 29 und 30 und die Antriebskette 31 verbunden. Auf dem linken Ende der Welle 26 ist ein Zahnrad 32 befestigt, das in das auf dem Ende der Welle 34 der Farbkastenwalze 2 befestigte Zahnrad 32 eingreift und dieses treibt.
  • Auf der Welle 34 ist auch das Zahnrad 35 befestigt, von dem das auf der Welle 37 der zylindrischen Bürste befestigte Zahnrad 36 über das zwischengeschaltete Zahnrad 38 angetrieben wird. Dieses läuft frei auf der Welle 39, die an einem Ende im Träger 40 gehalten wird. Der Träger 40 ist an einem Hilfsrahmen 41 angeschraubt, wobei die Schrauben in Längsschlitzen im Träger 40 sitzen, um ein Verstellen des Trägers 40 gegenüber dem festen Hilfsrahmen 41 beim Einrichten der zylindrischen Bürste zu ermöglichen, wie es nachfolgend beschrieben wird. Der rechte Wellenzapfen der Farbkastenwalze lagert im Hilfsrahmen 41, während der linke Wellenzapfen in dem auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen Seitenrahmen gehalten wird.
  • Bei der dargestellten Anordnung ergibt sich eine gegenläufige Drehrichtung am Umfang der Farbkastenwalze 2 und der zylindrischen Bürste 4. Falls die Drehrichtung der Bürste gegenüber der der Farbkastenwalze geändert werden soll, so kann das zwischengeschaltete Zahnrad 38 weggelassen und das Zahnrad 36 unmittelbar vom Zahnrad 35 über eine geeignete Zahnkette angetrieben werden. Selbstverständlich können Zahnradgetriebe an Stelle eines oder aller Kettengetriebe treten.
  • Die Welle 37 der zylindrischen Bürste ist an jedem Ende in einem verstellbaren Halter 44 drehbar gelagert. Die Halter 44 sind wiederum an den Trägern 45 befestigt, die in senkrechter Richtung durch die Schrauben 46 verstellt werden können, wobei diese in ein Auge 47 des Bolzens 48 eingeschraubt ist. Dieser Bolzen sitzt in der drehbaren Büchse 49 und wird mit ihr verspannt.
  • Die Büchsen 49 haben an ihrem äußeren Ende einen Bund 50 und werden durch die mit Schrauben 52 am Pressenrahmen festgeschraubten Platten 51 am Pressenrahmen 12 festgehalten. Außerdem ist an der Büchse 49 mit den Schrauben 53 eine nach unten gerichtete Platte 54 befestigt, die an ihrem unteren Ende ein in einem Bolzen drehbar gelagertes Auge 55 trägt, das ein Gewinde hat, um die Einstellschraube 56 aufzunehmen. Diese Einstellschraube geht durch ein am Pressenseitenrahmen drehbar gelagertes Auge 57.
  • Nach dem Lösen der Schrauben 52 kann die Büchse 49 in beiden Richtungen durch entsprechendes Verstellen der Schraube 56 gedreht werden. Daher kann die zylindrische Bürste sowohl der Farbkastenwalze als auch der Verreibwalze durch entsprechendes Drehen der Schrauben 56 genähert oder von ihnen entfernt werden, da die Wellen 37 der zylindrischen Bürste exzentrisch gegenüber der Büchse montiert sind. Da der Durchmesser der zylindrischen Bürste wesentlich größer als der Abstand zwischen dem Umfang der Farbkastenwalze und der Verreibwalze ist, kann eine weitere Einstellung der Größe der Berührung zwischen der zylindrischen Bürste und den beiden Walzen durch ein Verstellen der zylindrischen Bürste in senkrechter Richtung mittels der Einstellschrauben 46 erfolgen.
  • Bevor man die Presse in Betrieb setzt, wird die zylindrische Bürste 4 so auf die Farbkastenwalze 2 und auf die Verreibwalze 5 eingestellt, daß die Borsten beim Berühren der Walzen so abgebogen werden, daß sie auf dem Mantel der Walzen wischen und nicht kratzen, wie es bei praktisch nicht abgebogenen Borsten der Fall ist. Das Ausmaß dieses Wischens und des Abbiegens unterliegt Veränderungen, die hauptsächlich von der Farbkonsistenz abhängen. Ein zuverlässiges Kriterium für das Ausmaß des Wischens der Bürste auf der Farbkastenwalze bzw. auf der Verreibwalze besteht darin, daß die von einem bestimmten Bürstensegment mitgenommene Farbe von diesem auf die Verreibwalze bei der eingestellten Drehzahl der jeweiligen Elemente in der gleichen Menge abgewischt wird, in der sie von diesem Segment von der Farbkastenwalze abgenommen wird. Mit anderen Worten: Die von einem Bürstensegment transportierte Farbmenge soll für eine bestimmte Farbmesseranstellung konstant bleiben.
  • Neben dem Wischvorgang der Bürste ist auch die relative Umfangsgeschwindigkeit dieser Elemente von wesentlichem Einfiuß. Das optimale Drehzahlverhältnis der zylindrischen Bürste zu der Farbkastenwalze wird durch einfache Untersuchungen festgestellt und vorteilhafterweise konstant gehalten ohne Rücksicht auf die Farbmenge, die dem Verreibwalzensatz zugeführt werden soll. Es wurde gefunden, daß für die empfindlichste Regelung der Farbzufuhrmenge die Umfangsgeschwindigkeit der zylindrischen Bürste ungefähr viermal so groß sein muß wie die der Farbkastenwalze. Es werden aber auch zufriedenstellende Resultate bei einem Geschwindigkeitsverhältnis im Bereich von 2 : 1 und 6 : 1 erreicht.
  • Das optimale Verhältnis der Umfangsgeschwindigkeit der Bürste zu der der Verreibwalze unterliegt beträchtlichen Schwankungen, die hauptsächlich von den Druckbedingungen und der zu übertragenden Farbmenge abhängen. Es wurde gefunden, daß die Umfangsgeschwindigkeit der Verreibwalze mindestens fünfmal so hoch sein muß wie die der zylindrischen Bürste; sie kann sogar bis auf das Fündundzwanzigfache ansteigen, wobei das Geschwindigkeitsverhältnis zwischen der Bürste und der Farbkastenwalze konstant bleibt.
  • Es ist daher wichtig, daß die relativen Umfangsgeschwindigkeiten der Farbkastenwalze und der zylindrischen Bürste in bezug auf die Geschwindigkeit der Verreibwalze während des Laufens der Presse jederzeit verändert werden können, um eine richtige Farbmengenregelung zu gewährleisten. Es kann z. B. bei einer Pressengeschwindigkeit von etwa 305 m/min die Umfangsgeschwindigkeit der sich drehenden Bürste in einem Bereich von etwa 13 bis etwa 53 m/min je nach den Druckbedingungen verändert werden, d. h. zum Beispiel je nach Art der Farbe, des Papiers und des Druckverfahrens.
  • Die Farbmenge, die auf die jeweiligen Längsabschnitte der Druckplatte übertragen wird, wird stets durch die Anstellung der Farbmesserabschnitte kontrolliert und geregelt. Die gesamte Farbmenge wird jedoch durch Änderung der Umfangsgeschwindigkeit der zusammenarbeitenden Farbkastenwalze und der zylindrischen Bürste reguliert.
  • Bei früheren Versuchen, die herkömmliche Geberwalze durch eine Bürstenwalze zu ersetzen, hatte man besondere Schwierigkeiten beim Anlaufen der Presse. Dabei trat gerne ein überschwemmen der Druckplatten mit Farbe auf, da ein sehr dicker Farbfilm auf die Formwalze übertragen wird. Trat eine solche überschwemmung ein, so mußte die Platte zur Erreichung eines hochwertigen Druckes normalerweise gereinigt werden.
  • Nach der Erfindung wird ein solches überschwemmen vollkommen vermieden. Dies wird dadurch erreicht, daß die Geschwindigkeit der zylindrischen Bürste und der Farbkastenwalze zu Beginn des Anlaufens wesentlich unter die normale Betriebsgeschwindigkeit gesenkt und dann allmählich mittels des Regelgetriebes 14 gesteigert wird, bis die notwendige Menge an der zu übertragenden Farbe vorhanden ist. Vorteilhafterweise wird die Geschwindigkeit der zylindrischen Bürste und der Farbkastenwalze beim Anlaufen der Presse so weit gesenkt, daß nur die Farbmenge für einen »grauen« Abdruck übertragen wird. Danach steigert man allmählich die Geschwindigkeit, bis sich ein Abdruck von gewünschter Stärke ergibt.
  • Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung, wie sie in den Figuren dargestellt ist, sind zylindrische Bürste und Farbkastenwalze gekoppelt, so daß sie mit einem konstanten, vorausbestimmten Geschwindigkeitsverhältnis laufen. Selbstverständlich bezieht sich die Erfindung auch auf den Fall, bei dem die Geschwindigkeit der zylindrischen Bürste unabhängig von der der Farbkastenwalze regulierbar ist, z. B. durch Verwendung von getrennten Regelgetrieben. Ist jedoch einmal durch einfache Versuche das optimale Geschwindigkeitsverhältnis festgestellt worden, dann sind weitere Einregulierungen normalerweise nicht mehr notwendig.
  • Unter Berücksichtigung der oben angeführten Ausnahmen kann das Farbwerk der bisher gebräuchlichen Bauart verwendet werden. Die erste Walze 5 hat vorteilhafterweise einen Stahlmantel. Die anderen Walzen des Verreibwalzensatzes können abwechselnd mit einem Stahlmantel und einem Gummimantel versehen sein. Die Walzen mit Stahlmantel kann man vibrieren lassen, d. h. in axialer Richtung hin und her schwingen. Die Farbkastenwälze besteht vorteilhafterweise aus Gußeisen.
  • Um eine optimale Farbmengenregelung zu erhalten, wurde, wie oben erwähnt, gefunden, daß das Verhältnis der Umfangsgeschwindigkeit der rotierenden Bürste zu der der Farbkastenwalze so groß sein muß, daß ein frischer Farbfilm von konstanter, vorausbestimmter Dicke, die durch das Farbmesser reguliert wird, ständig von der Farbkastenwalze bis zur Bürste transportiert wird. Dann nimmt ihn die Bürste ab und überträgt ihn auf die Verreibwalze. Dabei muß die gleiche Menge von der Bürste aufgenommen und abgegeben werden. Um dies zu erreichen, sind die relativen Umfangsgeschwindigkeiten dieser Elemente in ziemlich engen Grenzen zu halten. Für eine Pressengeschwindigkeit in der Größenordnung von beispielsweise 305 m/min kann eine Umfangsgeschwindigkeit von ungefähr 4,5 bis 18 m/min mit besonderem Vorteil verwendet werden. Dabei soll das Geschwindigkeitsverhältnis zwischen Bürste und Farbkastenwalze innerhalb der oben angegebenen Grenzen liegen.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Farbwerk für Rotationsschnellpressen, bei dem eine Bürstenwalze gleichzeitig die Farbkastenwalze und die erste Verreibwalze berührt, dadurch gekennzeichnet, daß ein regelbarer Antrieb (14) verwendet wird; bei dem die Drehzahl der Bürstenwalze (4) unabhängig von der Drehzahl der Verreibwalzen (5, 7) geändert werden kann und daß die Achsenabstände zwischen der Bürstenwalze (4) und den benachbarten Walzen (2, 5) einstellbar sind.
  2. 2. Farbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Bürstenwalze (4) und der Farbkastenwalze (2) ein Getriebe mit einer solchen Untersetzung eingebaut ist, daß die Umfangsgeschwindigkeit der Bürstenwalze (4) zwischen dem zwei-bis sechsfachen der Umfangsgeschwindigkeit der Farbkastenwalze (2) liegt, und daß der regelbare Antrieb (14) die Einstellung einer geringeren Umfangsgeschwindigkeit der Bürstenwalze (4) als diejenige der Verreibwalze (5) und eine Änderung der Bürstenwalzendrehzahl im Verhältnis zur Drehzahl der Verreibwalze (5) während des Betriebes erlaubt.
  3. 3. Farbwerk nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Bürstenwalze (4) und die Farbkastenwalze (2) gegensinnig drehen.
  4. 4. Farbwerk nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, däß der regelbare Antrieb (14) der Bürstenwalze (4) eine Umfangsgeschwindigkeit erteilt, die unter einem Fünftel der Umfangsgeschwindigkeit der Verreibwalze (5) liegt.
DEL24488A 1956-01-09 1956-03-29 Farbwerk fuer Rotationsschnellpressen Pending DE1137745B (de)

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