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Gasentladungsröhre Für die Lösung lichtelektrischer Schaltaufgaben
ist die Verwendung von Gasentladungsröhren mit Kathoden geringer Austrittsarbeit
bekannt, welche bei Lichteinfall genügend Elektronen emittieren und hierdurch die
Gasentladung sicher einleiten, weil die Zündspannung gegenüber der Dunkelzündspannung
herabgesetzt wird. Die Betriebszündspannung liegt dabei zwischen Brennspannung und
Dunkelzündspannung. Außerdem ist die Vereinigung eines Glimmrelais mit einer gasgefüllten
Photozelle bekanntgeworden, bei der die Gasentladung ebenfalls durch direkte Bestrahlung
der Kathode ausgelöst wird (deutsche Auslegeschrift 1048 350). Ferner wurde eine
besonders konstruierte Lichtschaltröhre vorgeschlagen, deren Elektroden gleichfalls
mit Alkali- oder auch Erdalkalimetalloxydschichten (Bariumoxyd -oder ähnliche Oxyde)
bedeckt sind und deshalb leicht Elektronen beim Auftreffen von Lichtquanten emittieren.
Die Eigenart dieser Lichtschaltröhre liegt in der besonderen Gestaltung der Elektroden.
Die Zündspannung wird hierdurch wesentlich gegenüber der Dunkelzündspannung herabgesetzt
(deutsche Patentschrift 1042 764).
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Endlich ist eine gasgefüllte Schaltröhre zur Durchschaltung von hochfrequenten
Wechselströmen bekannt, deren Zündung durch das Anlegen einer Gleichspannung bewirkt
wird und bei der zur Erhöhung der Hochfrequenzleitfähigkeit des Plasmas eine elektronenaussendende
oder ihre Leitfähigkeit ändernde lichtelektrisch wirksame Umhüllung des Entladungsraums
vorgesehen ist, welche jedoch mit keiner Elektrode der Entladungsröhre in Verbindung
steht. Bei dieser bekannten Anordnung wird durch die Lichteinwirkung der bereits
bestehenden Gasentladung auf die lichtelektrisch wirksame Umhüllung eine Erhöhung
der Leitfähigkeit für einen dem eigentlichen Brennstrom überlagerten Signalwechselstrom
erstrebt. Die Einleitung einer erstmaligen Zündung infolge eines Lichteinfalls ist
nicht beabsichtigt (deutsche Patentschrift 954 625).
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Es ist weiter eine Gasentladungslampe bekannt, bei welcher die Gasentladung
bei konstanter Betriebsspannung durch eine Veränderung der Elektrodenabstände auf
mechanischem Wege erreicht wird.
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Die Erfindung geht ebenfalls von einer Gasentladungsröhre aus, deren
Entladung bei konstant bleibender Betriebsspannung durch Veränderung der Elektrodenabstände
gesteuert wird. Sie geht jedoch zur Veränderung der Elektrodenabstände einen anderen
Weg, welcher rein elektronisch eine Veränderung der wirksamen Elektrodenabstände
ergibt. Die Gasentladungsröhre nach der Erfindung ist gekennzeichnet durch wenigstens
eine als Fortsetzung einer der beiden Elektroden ausgebildete Halbleiterschicht,
welche durch eine von außen her einwirkende Licht-und/oder Wärmestrahlung ihre Leitfähigkeit
vergrößert und dadurch den wirksamen Abstand der Anode zur Kathode herabsetzt.
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Im Gegensatz zu den meisten bekannten Anordnungen wird hier lediglich
der innere Photoeffekt ausgenutzt. Eine zusätzliche Trägererzeugung im Entladungsraum
ist also nicht beabsichtigt, sondern es sollen durch Licht- und/oder Wärmeeinwirkung
die wirksamen Elektrodenabstände verändert werden.
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Eine zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung besteht darin, daß
die galvanisch mit der Anode verbundene Halbleiterschicht auf die äußere Mantelfläche
eines Keramikrohrs aufgetragen ist, welches an der Anodenelektrode angebracht ist.
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Vorteilhaft ist der kathodenseitige Abschluß der Halbleiterschicht
durch einen Metallring gebildet.
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Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird der Abstand
zwischen der Kathode und dem Metallring am kathodenseitigen Ende der Halbleiterschicht
so gewählt, daß er im Faradayschen Dunkelraum, vorzugsweise an dessen unterer Grenze,
zu liegen kommt, so daß bei Licht- oder Wärmeeinwirkung die Zündspannung herabgesetzt
wird. In diesem Falle wird also die Gasentladungsröhre durch eine Licht- oder Wärmeeinwirkung
gezündet.
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Man kann aber auch die Röhre so ausbilden, daß der Abstand zwischen
der Kathode und dem Metallring am kathodenseitigen Ende der Halbleiterschicht so
gewählt ist, daß er innerhalb des negativen Glimmlichtes liegt, so daß bei Licht-
und/oder Wärmeeinwirkung eine Unterdrückung der Entladung eintritt.
Weiter
ist es nach einer Ausführungsform der Erfindung möglich, die Länge des Keramikrohrs
und damit den ohmschen Widerstand der Halbleiterschicht so groß zu wählen, daß bei
Fortfall der Licht- und/oder Wärmeeinwirkung auf die Halbleiterschicht die Entladung
abreißt. In diesem Fall hält die Gasentladung nur während der Licht- oder Wärmeeinwirkung
an.
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Dieselbe Wirkung kann man dadurch erzielen, daß die Dicke der auf
das Keramikrohr äufgetragenen Halbleiterschicht so klein gewählt wird, daß bei Fortfall
der Licht- oder Wärmeeinwirkung auf die Halbleiterschicht die Entladung abreißt.
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Eine weitere Möglichkeit der Ausführung der erfindungsgemäßen Gasentladungsröhre
ist dadurch gegeben, daß die Halbleiterschicht auf der äußeren Mantelfläche des
Keramikrohrs aus einem photoleitenden Stoff besteht und auf der inneren Mantelfläche
eine Schicht aus einem heißleitenden Stoff aufgetragen ist, welche durch die einmal
gezündete Entladung erhitzt und damit leitend wird und die Entladung aufrechterhält.
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Außerdem kann man in zweckmäßiger Weiterbildung der Gasentladungsröhre
nach der Erfindung auf die äußere Mantelfläche des Keramikrohrs eine wärmeempfindliche
und eine lichtempfindliche Schicht übereinander auftragen.
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Auch kann die Halbleiterschicht durch Mischung verschiedener Stoffe
sowohl licht- als auch wärmeempfindlich ausgebildet sein.
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Die lichtelektrischen Vorgänge in einer Gasentladungsröhre gemäß der
Erfindung soll im folgenden an Hand von sechs Abbildungen beschrieben werden.
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Die Abb. 1 zeigt den Potentialverlauf innerhalb einer durch die Abb.
2 dargestellten Gasentladungsröhre. Die Abb. 3 zeigt die Wirkung der erfindungsgemäßen
Ausbildung der Gasentladungsröhre; wie sie durch die Röhre der Abb. 4 gegeben ist.
Die Abb. 5 zeigt ebenfalls eine Gasentladungsröhre nach der Erfindung mit Zündung
nach Licht- oder Wärmeeinwirkung, während die Abb. 6 eine Ausführungsform zeigt,
bei der durch Licht- oder Wärmeeinwirkung eine Entladungsbehinderung auftritt.
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In Abb. 1 ist der Potentialverlauf U (Volt) einer Gasentladung, bezogen
auf die Kathode 1 der Abb. 5; als Funktion der Entladungslänge l (cm) dargestellt,
wobei die maximale Länge der Entladung durch den Abstand der Elektroden gegeben
ist (Kathode 1, Anode 2 in Abb. 2). Die Ebene 3 schneidet beim Minimum der Feldstärke
im negativen Glimmlicht die Entladung. Die Spannung zwischen der Kathode 1 und der
Ebene 3 ist der Kathodenfall, welcher die für die Elektronenemission der Kathode
notwendige Energie liefert und allgemein bei Röhren kurzer bis mittlerer Baulänge
den größten Teil der Spannung ausmacht.
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Die Ebene 4 schneidet die Entladung am Beginn der positiven Säule.
Der Spannungsunterschied zwischen Ebene 4 und Anode 2 ist notwendig, um die freien
Elektronen aus dem Bereich des negativen Glimmlichtes bis zur Anode zu bringen.
Er ist der Länge der positiven Säule proportional. Die elektrische Feldstärke ist
in diesem Bereich praktisch konstant und durchschnittlich geringer als im Bereich
des Kathodenfalls. Soll bei Gasentladungen die positive Säule zur Strahlungsausbeute
herangezogen werden, so macht man die Röhren entsprechend lang bei entsprechend
erhöhter Betriebsspannung. Verzichtet man jedoch auf die positive Säule, wie z.
B. bei den Glimmröhren, welche nur das kathodische Glimmlicht ausnutzen, so kann
man die positive Säule teilweise oder auch ganz unterdrücken, indem man die Anode
2 in den Faradayschen Dunkelraum verlegt (Anode 2' gestrichelt gezeichnet in Abb.
2). Die Anode kann dabei höchstens bis zur rechten Grenze des negativen Glimmlichtes
herangeführt werden, da der Kathodenfall unbedingt zur Aufrechterhaltung der Entladung
benötigt wird. Bei weiterer Annäherung an die Kathode erlischt die Entladung (behinderte
Entladung).
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Die Gesamtspannung an der Gasentladungsröhre 5 ergibt sich also als
Summe der Teilspannungen 1 gegen 3, 3 gegen 4, und 4 gegen 2, wobei die Teilspannurig
1 gegen 3 den Kathodenfall, 3 gegen 4 den Spannungsabfall längs des negativen Glimmlichtes
und des Faradayschen Dunkelraumes und 4 gegen 2 den Spannungsabfall an der positiven
Säule bedeutet. Diese Summe aller. Teilspannungen ist die Brennspannung des Gasentladungsrohres,
wobei im Falle des Gleichstrombetriebes nur ein ohmscher Widerstand oder bei Wechselstrombetrieb
ein Blindwiderstand (oder auch ersatzweise ein ohmscher Widerstand) unbedingt im
Stromkreis zwischen Versorgungsspannung und Gasentladungsröhre zwecks Strombegrenzung
eingeschaltet sein muß (sonst Bogenentladung mit fallender Kennlinie).
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Wenn die Anode 2 in Richtung auf die Kathode 1 verschoben ist (Anode
2' gestrichelt in Abb. 2), und zwar bis an die rechte Grenze des negativen Glimmlichtes,
so setzt sich die Gesamtspannung nur aus der Summe von Kathodenfall und Spannungsabfall
längs des negativen Glimmlichtes zusammen und stellt den geringsten Brennspannungswert
dar, welcher überhaupt auftreten kann. Wenn mit einer gezündeten Gasentladungsröhre
z. B. ein vorgegebenes Relais aus einer vorgegebenen Batterie betrieben werden soll,
so ist die aufgenommene Schaltleistung des Relais proportional dem Quadrat des Spannungsabfalles
an der Erregerspule und somit am größten, wenn die Brenn-Spannung an der Schaltröhre
so klein wie möglich ist. Diese Überlegung spielt bei dem erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Schaltrohr eine wesentliche Rolle.
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Nachdem nun die elektrischen - Verhältnisse im Hinblick auf ein gezündetes
Schaltrohr dargestellt wurden, insbesondere das Zustandekommen der Brennspannung,
muß nun das Zustandekommen der Zündung näher untersucht werden. Es wurde bereits
dargestellt, daß die Anode eine bestimmte Minimalentfernung von der Kathode einhalten
muß, um eine behinderte Entladung zu vermeiden. Legt man nun an die Gasentladungsröhre,
welche sich im Dunkeln befinden soll; eine Spannung und steigert diese, so wird
man etwas verschiedene Zündspannungswerte feststellen und außerdem eine gewisse
Verzugszeit für das Einsetzen der Zündung ermitteln, da wenigstens ein Elektron
genügend großer Stoßenergie erst im Gasraum als Keim für die Ladungsträgerlawine
vorhanden sein muß. Im Dunkeln wird dieses Elektron meist durch Ionisierung eines
Gasatoms mittels kosmischer Strahlung erzeugt, was zeitlich nach einer statistischen
Verteilung erfolgt. Das frühe Einsetzen der Zündung ist umso wahrscheinlicher, je
größer die Zahl der erzeugten Ladungsträger pro Zeiteinheit ist. Bei Abschirmung
mittels Blei kann unter Umständen die Verzugszeit Stunden betragen. Läßt man nun
Licht
auf die Elektroden fallen und erzeugt so wesentlich mehr Elektronen, so kann man
nicht nur eine mehr oder weniger verminderte Zündspannung feststellen, sondern vor
allem auch eine beachtliche Verringerung der Verzugszeit. Da bei gezündetem Rohr
die Elektronenemission der Kathode sehr groß ist gegenüber den durch Strahlungseinfall
gebildeten Elektronen vor der Zündung, liegt die Brennspannung immer unterhalb der
Zündspannung.
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Hält man die Anzahl der z. B. durch Licht frei gemachten Elektronen
konstant, so ist das Eintreten der Zündung von einem bestimmten Elektrodenabstand
aufwärts nur noch von einer Mindestfeldstärke abhängig, damit ein Teil der freien
Elektronen beim Durchlaufen des Feldes die notwendige Geschwindigkeit . erhält,
um das Gas zu ionisieren. Abb. 3 zeigt die Abhängigkeit der Zündspannung vom Elektrodenabstand,
wobei U" die GrundzündspannungbeimgeringstmöglichenElektrodenabstandd, bedeutet.
Bei konstantem Gasdruck P besteht die Beziehung, daß die Zündspannung UZ proportional
ist dem Elektrodenabstand d, also:
ist, wobei d, gleich ist der Entfernung l bis 2' (Paschensches Gesetz). -In Abb.
4 wird das Ausführungsbeispiel eines Lichtschaltrohres nach der Erfindung gezeigt.
An der Anode 2 sitzt ein nichtleitender Körper 6, dessen Oberfläche z. B. mit einer
Cadmiumsulfid- oder Selenidschicht 16 bedeckt ist, welche einpolig mit der Anode
2 leitend verbunden ist. Im unbelichteten Zustand ist der Körper 6, welcher z. B.
aus einem keramischen Träger besteht (z. B. Stab), ein reiner Isolator. Infolge
seiner Dielektrizitätskonstanten vergrößert er die Gesamtkapazität des Kondensators
Elektrode 1/ Elektrode 2, so daß die Feldstärke zwischen 1 und 2' (2' ist die Hilfsanode
am Ende von Stab 6) etwas größer ist als zwischen 2' und 2. Die Spannung an den
Elektroden 1 und 2 ist so gewählt, daß im Dunkeln keine Zündung auftritt, die Betriebsspannung
also unterhalb der Dunkelzündspannung liegt. Bei Belichtung wird die Oberflächenschicht
16 von Stab 6 leitend und dadurch das Potential von Elektrode 2 nach 2' geschoben,
so daß nun sofort Zündung eintritt, weil der effektive Elektrodenabstand stark verkürzt
wurde (Paschensches Gesetz). Da ferner die Brennspannung den Minemalwert besitzen
soll, wird eine große Steuerleistung an einen in den Stromkreis geschalteten Verbraucher
abgegeben.
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Nach einer weiteren Ausführung der Erfindung nähert man die Elektrode
Hilfsanode 2' der Kathode 1 so weit, daß eine Entladung so lange behindert ist,
wie Strahlung auf den Stab 6 fällt und diesen leitend macht. Bei Fortfall der Bestrahlung
zündet dann das Schaltrohr, weil die Elektrode Anode 2 weit genug von Elektrode
Kathode 1 entfernt ist und sich z. B. im Faradayschen Dunkelraum befindet. Die mit
der lichtelektrischen Schicht 16 einpolig leitend verbundene Anode 2 befindet sich
dabei im Stabinnern von 6, wenn man als Träger der lichtelektrischen Schicht 16
ein nichtleitendes lichtundurchlässiges keramisches Rohr verwendet. Auf diese Weise
wird bewirkt, daß nur von außen auf das Schaltrohr einwirkende Strahlung die Leitfähigkeit
der lichtelektrischen Schicht 16 des Rohres 6 vergrößert und eine Entladung behindert,
jedoch nicht die leuchtende Gasentladung im Inne_-n dea lichtundurchlässigen Trägerrohres
6.
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Bei eincm Strahlungsschaltrohr nach Abb. 5, welches bei Strahlungsbeaufschlagung
zündet, kann die Gasentladung nach Aufhören der Bestrahlung nur dann selbsttätig
ohne weitere Schaltmaßnahmen löschen, wenn die Leitfähigkeit der lichtelektrischen
Schicht 16 z. B. auf dem Träger 6 der Abb. 5 so gering geworden ist, daß der Brennstrom
nicht mehr dazu ausreicht, aus der Kathode 1 genügend Elektronen zu befreien, um
die Entladung aufrechtzuerhalten. Das selbständige Löschen des bestrahlten Schaltrohres
ist dann erwünscht, wenn z. B. ein bei Strahlungsbeaufschlagung durch den Brennstrom
betätigtes Relais nach Fortfall der auslösenden Bestrahlung wieder stromlos werden
soll. Ein großer Abstand zwischen den Elektroden 2 und 2' sowie eine geringe Schichtdicke
der auf dem Träger 6 niedergeschlagenen lichtelektrischen Schicht 16 begünstigen
diese Wirkung. Der Spannungsabfall an einem solchen gezündeten Schaltrohr setzt
sich dann zusammen aus der Brennspannung zwischen den Elektroden 1 und 2' sowie
aus dem Spannungsabfall an der lichtelektrischen Schicht 16 längs des Trägers 6
zwischen den Elektroden 2' und 2. Die Größe des Brennstromes hängt somit von der
Strahlungsbeaufschlagung der lichtelektrischen Schicht 16 auf dem Träger 6 ab; man
kann daher die Bestrahlungsstärke so wählen, daß z. B. ein vom Brennstrom durchflossenes
elektromagnetisches Relais sicher seinen Anker betätigt und entsprechende Kontakte
steuert. Sinkt die Bestrahlungsstärke dann auf einen bestimmten Restwert herab,
so löscht das Schaltrohr, und das elektromagnetische Relais wird trotz der Bestrahlung
stromlos, sein Anker fällt ab und bewirkt eine sichere Rückstellung der betätigten
Kontakte.
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Auch ist es durch geeignete Wahl der Elektrodenabstände möglich, das
Schaltrohr trotz stark schwankender Versorgungsspannung ohne zusätzliche Stabilisierungsmittel
sicher zu betreiben. Wenn man z. B. von der allgemeinen üblichen Netzspannung von
220 Veff/50 Hz ausgeht und diese gleichgerichtet einem Ladekondensator zuführt,
so beträgt seine Spitzenspannung etwa 311 V. Bei einer angenommenen Netzspannungsschwankung
von ±301/o schwankt dann die Kondensatorspitzenspannung zwischen rund 404 und 218
V. Die jeweilige Spitzenspannung ist dann die Spannung, bei welcher das Schaltrohr
bei einer minimal festgelegten Strahlungsbeaufschlagung sicher zünden soll. Die
Kathode sei bariumaktiviert, das Füllgas sei Helium mit einem Gasdruck zwischen
7 bis 10 Torr. Der Kathodenfall beträgt dann etwa 86 V, die Grundzündspannung zwischen
Elektrode 1 und 2' etwa 95 V. Die Kondensator-Minimalspannung von 218 V reicht also
sicher zur Zündung aus, wenn der Träger 6 mit seiner lichtelektrischen Schicht 16
mindestens mit einer den Minimalbrennstrom garantierenden Strahlung beaufschlagt
wird. Andererseits darf das Schaltrohr ohne Strahlungsbeaufschlagung bei einer Kondensatormaximalspannung
von 404 V im gewählten Beispiel nicht zünden, d. h., die Dunkelzündspannung zwischen
Elektrode 1 und 2 muß höher liegen, aus Gründen der Betriebssicherheit etwa bei
500 V. Nach dem Paschenschen Gesetz muß dann der Abstand zwischen Elektrode 1 und
2 gleich 500: 95mal dem Abstand zwischen Elektrode 1 und 2' sein, d. h. etwa 5,3mal
größer. Richtet man nun die minimale Strahlungsbeaufschlagung so ein, daß nicht
nur
das Schaltrohr bei 218 V zündet, sondern auch ein im Brennstromkreis liegendes Relais
sicher betätigt wird, und wählt man ferner den gesamten Strombegrenzungswiderstand
im äußeren Brennstromkreis so, daß bei größter Netzspannung und größter Strahlungsintensität
die zulässige maximale Brennstromstarke nicht überschritten wird, so arbeitet das
Schaltrohr innerhalb der Netzspannungsschwankung ohne jede Stabilisierung einwandfrei,
d. h:, es schaltet bereits bei einer festgelegten minimalen Strahlungsbeaufschlagung
-und löscht bei Strahlungsfortfall.
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Für manche Schaltaufgaben ist es nun erforderlich, daß das einmal
gezündete Schaltrohr auch nach Fortfall der auslösenden Strahlung weiterbrennt.
Man kann dieses erreichen, wenn z. B. genügend Strahlungsenergie aus der eingeleiteten
Rohrzündung auf die lichtelektrische Schicht 16 des Trägers 6 fällt und somit ihre
Leitfähigkeit auch dann erhalten bleibt; wenn die äußere auslösende Strahlung fortfällt.
Eine Teilverspiegelung des strahlungsdurchlässigen Gehäuses 5 kann dieses erleichtern.
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Wenn aus betrieblichen Gründen die Dunke]zünd-.spannurig wesentlich
niedriger liegen kann, d. h. der Abstand der Anode 2 von der Hilfsanode 2' entsprechend
kleiner sein darf, so schlägt die Gasentladung nach Einleitung zwischen den Elektroden
1 und 2' leicht auf die Anode 2 über, und das Rohr brennt dann mit einem niedrigen
Innenwiderstand, da der Schichtwiderstand auf Träger 6 zwischen 2' und 2 durch die
Gasentladung kurzgeschlossen ist. Das Schaltrohr brennt dann nach Fortfall der auslösenden
Strahlung weiter und kann nur durch äußere Schaltmaßnahmen, z. B. durch Unterbrechung
des Brennstromes über Kontakte, gelöscht werden.
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Soll nun ein Schaltrohr den Vorteil hoher Dunkelzündspännung bei großem
Abstand zwischen 2' und 2 mit dem Vorteil des niedrigen Innenwiderstandes einer
Gasentladungsstrecke verbinden, so besteht die den Träger 6 bedeckende Schicht 16
aus einer Mischung von einem oder mehreren lichtelektrischen Halbleitern mit solchen
Substanzen, welche bei -Erwärmung ihren Widerstand stark verkleinern, ä. B. Urandioxyd.
Solche Materialien mit hohem negativem Temperaturbeiwert finden als Heißleiter (Thernewid)
Verwendung.: Wenn das Strahlungsschaltrohr nach Strahlungsbeaufschlagung gezündet
hat, bewirkt der durch die Trägerschicht von Stab 6 fließende Brennstrom eine Erwärmung
dieser Schicht 16, der Schichtwiderstand sinkt, der Brennstrom steigt bei richtiger
Wahl des äußeren Strombegrenzungswiderstandes schnell weiter auf den zulässigen
Höchstwert, und der Schichtwiderstand sinkt dabei auf einen so kleinen Wert, däß
der an ihm auftretende Spannungsabfall bedeutungslos wird. Auch kann man nach einer
weiteren Ausführung der Erfindung die Thernewidschicht für sich auf den keramischen
Träger 6 geben und darüber die lichtelektrische Schicht aufdampfen. Läßt man die
lichtelektrische Schicht fort, so erhält man ein Schaltrohr, welches auf Wärmeleitung
oder auf absorbierte Strahlung anspricht, welche in Wärme umgesetzt wurde. Durch
die Kombination von lichtelektrischen Halbleitern mit Thernewidsubstanzen in Form
von Mischungen oder Schichtungen läßt sich der Wellenbereich der absorbierten Strahlung
vergrößern.
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Die Verwendung einer Gasentladungsstrecke nach der Abb. 5 bringt den
Vorteil, daß bei einer Strahlungsintensität Null bis zu einem kritischen Minimalwert,
welcher die Zündung einleitet und hält, praktisch kein Vorätrom fließt, der ein
empfindliches Relais zum ungewollten vorzeitigen Ansprechen bringen könnte.
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Bei einem Schaltrohr mit Entladungsbehinderung nach Abb. 6 ist es
endlich möglich, die Zündung der Entladung durch Unterbrechung der Bestrahlung einzuleiten
und die Gasentladung durch anschließende Strahlungsbeaufschlagung wieder zu löschen.
Dabei sitzt die Elektrode 2' dicht vor der Kathode 1. Solange die lichtelektrische
Schicht 16 auf dem Träger 6 bestrahlt wird; herrscht Entladungsbehinderung, bei
Strahlungsfortfall zündet das Schaltrohr zwischen Kathode 1 und Anode 2. Die Anode
2 sitzt dabei gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung im Rohrinnern des Trägerrohrs
6 und hat galvanische Verbindung mit der lichtelektrischen außenliegenden Trägerschicht
16. Dieses Schaltrohr kann vorteilhaft in Lichtschleusen Verwendung finden, um bei
Verdunkelung zu schalten.