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Regeleinrichtung für den gleichzeitigen Antrieb von Hubböden einer
Theaterbühne Im Betrieb von Hubböden einer Theaterbühne, die oft vereinigt mit schweren
Bühnenwagen gehoben und gesenkt werden müssen, werden zur Parallelführung sowie
zur Kupplung der einzelnen Podien untereinander Seile verwendet, die einen geräuscharmen
Betrieb ermöglichen. Diese Seile unterliegen jedoch selbst bei ausreichender Dimensionierung
je nach den Belastungen verschiedenen Dehnungen. Bei geringen Differenzlasten der
Hubböden untereinander machen sich die dabei entstehenden Höhendifferenzen nicht
besonders störend bemerkbar. Bei großen Differenzlasten, die z. B. durch das Eigengewicht
eines aufgesetzten schweren Bühnenwagens verursacht werden, treten jedoch Höhendifferenzen
auf, die bühnentechnisch nicht zulässig sind. Die Höhendifferenzen der einzelnen
Hubpodien untereinander können durch vorheriges Einstellen der Angriffspunkte der
Seile einigermaßen ausgeglichen werden. Diese Höhenregulierung der Seile bringt
jedoch erhebliche Zeitverluste, die sehr unangenehm sind, aber bis heute bei allen
Bühnen in Kauf genommen wurden.
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Um diese durch die erwähnte Einstellung verursachten Verzögerungen
im Bühnenbetrieb zu vermeiden, wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, die durch
die verschiedene Belastung der Hubpodien entstehenden Differenzkräfte durch zusätzliche
Reibungskräfte auszugleichen. Die Erfindung besteht bei einer Regeleinrichtung für
den gleichzeitigen Antrieb von mehreren unterschiedlich belasteten Hubböden einer
Theaterbühne, wobei zur Parallelführung sowie zur Kupplung der einzelnen Hubböden
Seile verwendet sind, darin, daß für eine mehr oder minder große Entlastung der
Seile jeder der gemeinsam zu bewegenden Hubböden bzw. ein mit dem jeweiligen Hubboden
in Verbindung stehendes Teil mit einer Bremse versehen ist, die mit Hilfe von Steuermitteln
so betätigt wird, daß bei Hubbewegungen die unbelasteten Hubböden und bei Senkbewegungen
die belasteten Hubböden mechanisch gebremst werden, und alle Bremsen gleichzeitig
steuerbar sind. Die Bremse eines Hubbodens kann an seitlichen Führungen bzw. Führungssäulen
des Hubbodens angebracht sein. Die Bremsen können auch auf die Plunger einer hydraulischen
Antriebsvorrichtung des jeweiligen Hubbodens einwirken und außerhalb oder innerhalb
des Zylinders der Antriebsvorrichtung angebracht sein. Durch die erfindungsgemäße
Einrichtung werden die Differenzkräfte, die durch die unterschiedlich belasteten
Hubpodien im Kräftespiel der Führungsseile entstehen, beseitigt. Allenfalls vorhandene
geringe Differenzlasten, die durch Aufbauten entstehen, wer- ` den von den Seilen
ohne zu große Dehnungen aufgenommen und können keine unzulässigen Höhendifferenzen
der Hubböden bewirken.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt. Es zeigt Fig. 1 ein Schaltschema der Steuerung der Bremsen und ein
Schema der gemeinsam zu bewegenden Hubböden, Fig. 2 einen Horizontalschnitt einer
hydraulischen Antriebsvorrichtung für einen Hubboden mit der in dieser angeordneten
Bremse.
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Die Hubböden 1 bis 6 in Fig. 1 können einzeln unabhängig voneinander
hydraulisch gehoben und gesenkt werden. Sollen mehrere Hubböden gleichzeitig bewegt
werden, dann wird deren Gleichlauf durch Seilparallelführungen erzwungen. Bei gleicher
Belastung der einzelnen Hubböden bzw. bei geringen Lastdifferenzen entstehen durch
die unvermeidlichen Längungen der Parallelführungsseile nur geringfügige Höhenunterschiede
der Hubböden. Bei großen Lastdifferenzen, z. B. ein Hubboden mit der größtzulässigen
Nutzlast belastet und der andere Hubboden unbelastet, werden aber die Höhenunterschiede
zwischen den einzelnen Hubböden so groß, daß dadurch der Bühnenbetrieb gestört wird.
Um
dies zu vermeiden, werden erfindungsgemäß hydraulisch betätigte, auf die Plunger
der Antriebsvorrichtung jedes einzelnen Hubbodens wirkende Bremsen in die Zylinder
der Antriebsvorrichtung eingebaut, die elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch
so gesteuert werden, daß a) bei Hubbewegungen die Plunger der unbelasteten Hubböden,
b) bei Senkbewegungen die Plunger der belasteten Hubböden mechanisch gebremst werden.
Die durch das Bremsen entstehenden Reibungskräfte werden innerhalb des Zylinderkörpers
der hydraulischen Antriebsvorrichtung aufgenommen; d. h., die zusätzlichen Belastungen
einzelner Hubböden mit beispielsweise schweren Bühnenwagen werden damit unschädlich
gemacht. Die Aufnahme der Reibungskräfte erfolgt über ringförmige Anschläge, die
das Bremsband jeweils in Achsrichtung mit Spiel festhalten und ihre Kräfte in die
umgebenden festen Konstruktionen, z. B. Zylinder oder Gerüste, absetzen. Die von
jeder Bremse auszuübende Reibungskraft kann einstellbar gemacht werden, z. B. durch
Einstellbarkeit der Spannung des Bremsbandes. Die Bremsbacken werden jeweils von
der vorhandenen Betriebsflüssigkeit umspült, so daß praktisch bei allen Bremsen
fast gleiche Reibungswerte vorhanden sind.
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Ein weiterer Vorteil beim Einbau der Bremsen innerhalb des geschlossenen
Zylinderkörpers besteht darin, daß keine Fremdkörper, wie Staub, Späne od. dgl.,
in die Bremse eindringen können, wie dies bei außerhalb des Zylinders angeordneten
Bremsen möglich wäre.
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In dem Schaltschema nach Fig. 1 ist eine elektrische Steuerung dargestellt.
Darin sind enthalten: Magnete 7 zur Betätigung hydraulischer Bremsventile 8, Bremszylinder
9, Wahlschalter10 zur Handeinstellung mit oder ohne Last, Steuerhebel
11 zur Handbetätigung in die Stellungen: »Heben - Halt-Senken«, mit den Steuerhebeln
11 gekuppelte Umschalter 12 für Heben und Senken, ein von Hand zu betätigender Umschalter
13 für Einzel- oder Gruppensteuerung und dreipolige Hilfsschützen 14. Zwischen den
Stellen O und R verläuft die Steuerleitung, welche den Stromfür die Magnete7, die
Wahlschalter 10, die Umschalter 13 und die dreipoligen Hilfsschützen 14 liefert.
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In Fig. 2 sind der Kolben 15 mit Kolbenstange 16 des Bremszylinders
9 und das auf den Plunger 18 der hydraulischen Antriebsvorrichtung eines der Hub-Böden
1 bis 6 wirkende Bremsband 17 mit Belag und Backen dargestellt. Der Plunger 18 läuft
in dem Zylinder 19.
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Die Wirkungsweise der beschriebenen Bremsanordnung ist folgende: Vor
der Ausführung von ; gleichen Bewegungen mehrerer Hubböden werden die zu jedem Hubboden
1 bis 6 gehörigen Wahlschalter 10, entsprechend der tatsächlichen Lastverteilung
auf den Hubböden, auf »ohne Last« nach links oder »mit Last« nach rechts von Hand
eingestellt. Die hydraulischen Antriebsvorrichtungen der Hubböden 1 bis 6 werden
mittels der Steuerhebel 11 in beiden Bewegungsrichtungen betätigt. Bei Einzelsteuerung
wirkt jeder Steuerhebel 11 nur auf den zugehörigen Hubboden, bei Gruppensteuerung
wirkt dagegen jeder Steuerhebel 11 auf alle Hubböden, die zu bewegen sind.
Sollen einzelne Hubböden von der zu bewegenden Gruppe ausgeschlossen werden, dann
werden deren Druckleitungen vorher durch Schieber abgesperrt.
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Nach dem in Fig.1 dargestellten Schema sollen Hubboden 1 ohne Last
Hubboden 6 mit Last gleichzeitig gehoben werden. Die Hubböden 2 bis 5 können der
Einfachheit halber außer Betracht bleiben. Die Wahlschalter 10 der beiden Hubböden
1 und 6 befinden sich in den dem Vorhergesagten entsprechenden Stellungen. Der Steuerhebel
11 des Hubbodens 1 ist in Stellung »Heben«. Dadurch wird der Magnet 7 des Hubbodens
6 elektrisch eingeschaltet, wodurch das zugehörige hydraulische Bremsventi18 das
Druckmittel aus dem Bremszylinder 9 herausläßt. Gleichzeitig wird der Magnet 7 des
Hubbodens 1 ausgeschaltet, wodurch das zugehörige Bremsventil 8 die Druckmittelzufuhr
zu dem Bremszylinder 9 freigibt: Das bedeutet, daß durch die Bremszylinder 9 die
Bremsbacken 17 (Fig. 2) des unbelasteten Hubbodens angepreßt und die Bremsbacken
17 des belasteten Hubbodens 6 gelöst werden. Wird nun der Steuer-Nebel 11 in die
Stellung »Halt« gebracht, dann werden beide Magnete 7 stromlos, d. h., bei Stillstand
der Hubböden werden die Bremsbacken 17 bei allen Hubböden angepreßt.
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Das Umlegen des Steuerhebels 11 auf die Stellung »Senken« bewirkt
die Umkehr der Bewegungsrichtung und gleichzeitig die selbsttätige Umkehrung des
Bremsvorganges: Jetzt sind die Bremsbacken 17 des unbelasteten Hubbodens 1, gelöst
und die Bremsbacken des belasteten Hubbodens 6 angepreßt.
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Wenn Betriebsgegebenheiten Einzelsteuerungen der Hubböden 1 bis 6
notwendig machen, ist es im Hinblick auf den Verschleiß vorteilhaft, alle Bremsen
9, 15, 16, 17 zu lösen. Zu diesem Zweck wird der erwähnte Umschalter 13 in die Stellung
»Einzelsteuerung« gebracht. Damit werden über die Hilfsschütze 14 alle Magnete 7
eingeschaltet, wodurch über die hydraulischen Bremsventile B aus den Bremszyhndem
9 der hydraulische Druck weggenommen wird und alle Bremsen 9; 15, 16, 17 gelöst
werden. Die Stromzuführung zu den mit den Steuerhebeln 1l mechanisch gekuppelten
Umschaltern 12 ist bei Einzelsteuerung unterbrochen, so daß die Umschalter 12 und
damit auch die Wahlschalter 10 unwirksam bleiben.