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Flammspritzpistole Die Erfindung bezieht sich auf eine Flammspritzpistole
für Farben, Kunststoffe und Spritzmassen mit einem am Pistolengehäuse angebrachten,
beheizbaren Spritzgutbehälter, einer über eine Spritzgutzuleitung in Verbindung
stehenden, durch ein von Hand zu betätigendes Ventil regelbaren Spritzdüse
und einer durch das Pistolengehäuse und den Pistolengriff hindurchgeführten Zuleitung
für Spritzluft.
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Bekannte Flammspritzpistolen obiger Art sind so ausgebildet, daß bei
ihnen die Spritzmasse durch einen an der Spritzdüse vorbeigeführten Preßluftstrom
angesaugt und auf die zu bespritzende Oberfläche befördert wird. Ein Teil der über
enge Zuleitungen herangeführten Preßluft wird dabei zugleich auch zur Versorgung
der Brenner mit Verbrennungsluft verwendet. Die Verlegung der zahlreichen Zuleitungen
für Preßluft und Brenngas bedingt einen verhältnismäßig komplizierten Aufbau. Vor
allem ist aber bei diesen bekannten Flammspritzpistolen von Nachteil, daß die über
enge Zuleitungen an die Spritzdüse herangeführte Preßluft sich bei ihrem Eintreten
in den die Spritzdüse umgebenden Ringkanal stark ausdehnt, mithin durch die dabei
auftretende Expansionskälte eine erhebliche Kühlung der Spritzdüse bewirkt. Das
bedingt erhöhte Brennleistungen, vermehrten Brenngasverbrauch und einen gesonderten
Lufterhitzer, der hohen Luftdrücken gewachsen ist.
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Es sind auch bereits Spritzvorrichtungen bekannt, bei denen der Querschnitt
der die Spritzluft heranführenden Zuleitung größer ist als der Querschnitt der die
Spritzdüse umgebenden Spritzluftleitungsteile. Dabei wird als Ummantelung für die
Spritzluftzuleitung teilweise das Pistolengehäuse einschließlich des Pistolengriffes
verwendet. Diese bekannten Vorrichtung ,en arbeiten jedoch mit vorgewärmter Preßluft
bzw. vorgewärintem gasförmigem Druckt2 mittel. Bei den bisher üblichen Flammspritzanlagen
wird vielfach das Spritzgut auf seinem Wege zwischen Spritzdüse und zu bespritzender
Oberfläche durch einen um die Spritzdüse gelegten Ring oder Flammenmantel wieder
aufgewärmt. Die höchste Temperatur entsteht dabei nicht auf der Spritzfläche, sondern
in unmittelbarer Nähe der Düse. Demzufolge kann beim Spritzen nur mit kleiner Flamme
gearbeitet werden, da sonst überhitzungen des Spritzgutes auftreten würden. Eine
Vorwärmung des Untergrundes der zu bespritzenden Oberfläche ist dabei nicht möglich.
Vielmehr muß zunächst das Vorwärmen und Trocknen des Untergrundes mit großer Flamme
und danach das Spritzen mit kleiner Flamme vorgenommen werden, woran sich noch ein
Nachschmelzen mit großer Flamme anzuschließen hat. Es sind also insgesamt drei Arbeitsgänge
erforderlich.
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Es wurde nun gefunden, daß man bei einer Flammspritzpistole der eingangs
genannten Art mit nicht vorgewärmter Spritzluft arbeiten kann und die vorgenannten
drei Arbeitsgänge sich dabei zu einem einzigen Arbeitsgang vereinigen lassen,
wenn - wie das die Erfindung vorsieht - in bekannter Weise der gesamte
Querschnitt des Pistolengehäuses sowie des rohrförmigen Pistolengriffes als Raum
für die Heranführung unvorgewärmter, entspannter Spritzluft oder entsprechenden
Gebläsewindes an die Spritzdüse ausgebildet ist, auf dem Pistolengehäuse ein die
Spritzgutzuleitung beheizender Brenner angeordnet ist und zu beiden Seiten des die
Spritzdüse umschließenden Pistolenmundstückes zwei Rohrbrenner vorgesehen sind.
Die Spritzgutzuleitung besteht dabei vorteilhaft aus einem schräg durch das vordere
Pistolengehäuse hindurchgeführten und dort befestigten Verbindungsrohr, das an seinem
oberen Ende den Spritzgutbehälter und an seinem unteren Ende die Spritzdüse trägt,
während der die Spritzgutzuleitung beheizende Brenner eine durch ein Ventil regelbare
Brenngaszuleitung aufweist, die innerhalb des Pistolengehäuses verlegt ist.
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Zur Zerstäubung des Spritzgutes wird also keine vorgewärmte Preßluft
benötigt, sondern lediglich Gebläsewind oder vor Eintritt in die Spritzpistole entspannte
Preßluft verwendet. Dabei wird in an sich bekannter Weise der gesamte Querschnitt
des Pistolengehäuses sowie des rohrförmic.,en Pistolengriffes als Raum für die Heranführung
der unvorgewärmten Luft benutzt. Die bei bekannten Spritzanlagen sonst zur Kompensation
der Expansionskälte der Preßluft notwendige Vorwärmung der letzteren
entfällt
also. Die Spritzdüse wird nicht, wie bisher üblich, durch vorgewürmte Luft erhitzt,
sondern einmal durch das heiße Spritzgut, das in sie aus, der durch den Brenner
beheizten Zuleitung gelangt. Zum anderen erfolgt die Erhitzung der Spritzdüse durch
Wärmeleitung von den durch die vorgesehenen Brenner erhitzten Teilen, insbesondere
von der mit der Spritzdüse verbundenen Spritzgutzuleitung. Die kalte Zerstäuberluft
vermischt sich erst in der Spritzöffnung der Pistole mit dem heißen Spritzgut und
wird dort auf die notwendige Temperatur erwärmt. Die zu beiden Seiten des die Spritzdüse
umschließenden Pistolenmundstückes angeordneten Rohrbrenner sind zweckmäßig derart
schräg zueinander gestellt, daß ihre Flammstrahlen etwa auf der zu bespritzenden
Oberfläche mit der Spritzmasse zusammenfallen. Die größte Temperatureinwirkung auf
das Spritzgut wird dadurch nach vorn auf die genannte Oberfläche verlegt, so daß,
ohne überhitzung des Spritzgutes, laufend mit großer Flamme gearbeitet werden kann.
Das Spritzgut wird nur im Augenblick des Auftreffens auf die zu bespritzende Fläche
mit der Flamme aufgeschmolzen. Vorwärmen des Untergrundes, Spritzen und Nachschmelzen
fallen also zu einem einzigen Arbeitsgang zusammen. Durch das Aufschmelzen des Spritzgutes
auf die zu bespritzende Fläche wird zugleich die bestmögliche Haftung des Spritzgutes
auf. der Fläche erreicht.
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Die Flammspritzpistole gemäß der Erfindung zeichnet sich ferner durch
ihren einfachen Aufbau aus. Dadurch, daß in an sich bekannter Weise der Querschnitt
des Pistolengehäuses sowie des Pistolengriffes als Raum für die Heranführung der
erfindungsgemäß unvorgewärmten Spritzluft ausgenutzt wird, entfallen besondere Spritzluftzuleitungen.
Der zur Beheizung der Spritzgutzuleitung dienende Brenner ist ein Topfbrenner, der
nach Art eines Bunsenbrenners ohne besondere Luftzufuhrleitung ausgebildet ist.
Wenn die Spritzgutzuleitung aus dem bereits genannten, schräg durch das vordere
Pistolengehäuse hindurchgeführten und dort befestigten Verbindungsrohr besteht,
das an seinem oberen Ende den Spritzgutbehälter und an seinem unteren Ende die Spritzdüse
trägt, so erwärint der Brenner durch Wärmeleitung sowohl den Spritzgutbehälter als
auch die Spritzdüse und über letztere zugleich auch die an der Spritzdüse vorbeigeführte
Spritzluft.
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Weitere Einzelheiten der neuen Flammspritzpistole seien an Hand eines
in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles beschrieben. Dabei zeigt Fig.
1 einen senkrechten Schnitt durch die Spritzpistole und Fig. 2 eine Aufsicht
auf die Pistole in verkleinertem Maßstab.
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Die neue Hammspritzpistole besteht im wesentgen Gehäuse
1 und dem lichen aus dem rohrförmig unter entsprechendem Winkel dazu angeordneten
-, ebenfalls von einem Rohrstück gebildeten Griffgehäuse 2. Das Gehäuserohr
1 ist vorn mit einem aufgeschraubten Mundstück 3 versehen, das eine
zentral angeordnete Spritzöffnung 4 besitzt. Im vorderen Teil des Gehäuserohres
1 ist ein schräe hindurchgeführtes und mit dem Gehäuse fest verbundenes Zuleitungs-bzw.
Verbindungsrohr 5 angeordnet, an welchem oben der nicht dargestellte Spritzgutbehälter
anzuschrauben ist und welches an seinem unteren Teil die zentral im Gehäuserohr
1 angeordnete Spritzdüse 6
träa . Letztere besteht aus einem
mit dem Rohr 5 fest Ilt verbundenen Mittelstück 7, einer darin eingeschraubten
Düsenkappe 8 und einem rückseitig angeordneten Führungs- und Verschlußstück
9, in welchem eine Nadelstange 10 axial verschieblich geführt ist,
die an ihrem vorderen Ende 11 zugespitzt ist und zusammen mit der Düsenkappe
8 ein Nadelventil bildet. Die Nadelstange 10 ragt mit ihrem rückwärtigen
Teil 13
in eine Führungsbohrung, die in einem das Gehäuserohr 1 rückwärtig
abdeckenden Abschlußstück 15 vorgesehen ist. Durch eine Schraube 14 kann
der Verstellhub der Nadelstange 10 nach rückwärts begrenzt werden und damit
auch die maximale Offenstellung des von den Teilen 8 und 11 gebildeten
Nadelventils der Spritzdüse 6. Die Nadelstange 10 ist ferner mit einem
bundartig ausgebildeten Anschlag in Gestalt zweier Rändehnuttern 16 versehen,
die auf dem Gewinde 12 der Nadelstange verstellbar sind und sich an einer um den
rückwärtigen Teil 13 der Nadelstange herum angeordneten Druckfeder
17 abstützen. Vor dem Anschlag 1,6 liegt ein Hebel 18 mit seinem
gabelförmigen Ende 19 an. Der Hebel 18 ist in einem oberhalb des Gehäuserohres
1 angeordneten Lager 20 schwenkbeweglich gelagert und über den Gelenkbolzen
21 mit dem am Rohrgehäuse 1 seitlich nach unten vorbeigeführten Handabzug
22 fest verbunden. Bei Betätigen des Abzuges 22 in der eingezeichneten Pfeilrichtung
wird der Hebel 18 in gleichem Sinne verschwenkt, wodurch die Nadelstange
10 nach rückwärts verschoben und dadurch das von den Teilen 8
und
11 gebildete Nadelventil mehr oder weniger weit geöffnet wird.
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Oben auf dem Gehäuserohr 1 ist in unmittelbarer Nähe des Zuleitungs-
bzw. Verbindungsrohres 5 ein Topfbrenner 23 vorgesehen, der das Rohr
5 sowie die mit ihm wärmeleitend verbundene Spritzdüse 6 wie auch
den Spritzgutbehälter beheizt. Der Topfbrenner 23 ist nach Art eines Bunsenbrenners
ausgebildet und demzufolge lediglich mit einer Brenngasleitung 24 versehen, die
innerhalb des Gehäuserohres 1 verlegt ist und zu einem Ventil 25 führt,
dessen Durchgangsquerschnitt durch eine Verstellschraube 26 zu regeln ist.
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Wie Fig. 2 zeigt, sind zu beiden Seiten des die Spritzdüse
6 umschließenden' Pistolenmundstückes 3
noch weitere Rohrbrenner
27, 28 angeordnet, die vorzugsweise in einem solchen Winkel zueinander angeordnet
sind, daß ihre Flammstrahlen erst auf der zu bespritzenden Oberfläche mit der Spritzmasse
zusammentreffen. Die Rohrbrenner 27, 28 sind ebenso wie der Topfbrenner
23 lediglich mit einer Brenngaszuleitung 29 ausgerüstet, die gleichfalls
innerhalb des Gehäuserohres 1 verlegt ist und zu einem durch eine Verstellschraube
30 regelbaren Ventil führt. Die beiden Brenngaszuleitungen 24 und
29 sind über die ihnen zugeordneten Regelventile an eine gemeinsame Gaszuleitung
31 anzuschließen, die wiederum innerhalb des Pistolengehäuses, nämlich im
Griffrohr 2 angeordnet ist. Auf dem rückwärtigen Teil des Gehäuserohres
1, gegenüber dem Rohr 2, befindet sich noch ein Anschlußrohr 32, von
welchem z. B. mittels eines Gummischlauches nach oben in den Spritzgutbehälter Winddruck
eingeleitet werden kann, um einen besseren Spritzguttransport zur Düse zu gewährleisten.
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Wie insbesondere Fig. 1 zeigt, steht praktisch der gesamte
Innenquerschnitt des Pistolengehäuses 1 und 2 für die Zufuhr der Spritzluft
zur Verfügung, so daß letztere entspannt an die Spritzdüse 6 herangeführt
werden kann. Ebensogut kann die Pistole aber auch mit üblichem Gebläsewind betrieben
werden. Infolge
des großen Zuleitungsquerschnitts für die entspannte
Spritzluft bzw. Gebläsewind wird letztere beim Passieren des zwischen der Düsenkappe
8 und dem Mundstück 3 befindlichen Ringschlitzes nicht wie bei den
bekannten Geräten expandiert, sondern vielmehr komprimiert. Auf diese Weise ist
es möglich, das Gerät mit verhältnismäßig geringer Brennerleistung zu betreiben,
da die Speitzdüse durch die sie passierende entspannte Spritzluft oder Gebläsewind
nur verhältnismäßig gering gekühlt wird. Ihre indirekte Beheizung durch den Topfbrenner
23 und durch die Wärmeleitung des Rohres 5 hat sich als durchaus ausreichend
erwiesen, ebenso auch die indirekte Beheizung des Spritzgutbehälters. Die Brennerflammen
sowohl des Brenners 23 als auch der Rohrbrenner 27 und 28 lassen sich
durch die Ventilstellschrauben 26 bzw. 30
kontinuierlich regeln. Gegebenenfalls
können die Brenner auch noch ihrerseits bezüglich ihrer unmittelbaren Luftzufuhr
in der bei Bunsenbrennem bekannten Weise verstellt werden. Da die Brennerflammen
wenigstens zum Teil innen brennen, sind sie windgeschützt.
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Die neue Flammspritzpistole kann wahlweise zum Heiß- wie auch Kaltspritzen
von Spritzgut verschiedenster Art verwendet werden. Dabei ist es von Vorteil, daß
die Pistole hierfür nicht umgebaut zu werden braucht; vielmehr genügt es, die Brenner
ein- oder abzustellen. Der überaus einfache Aufbau der neuen Spritzpistole bringt
es mit sich, daß sie gegebenenfalls auch als einfaches Spritzgußteil hergestellt
werden kann, wodurch die Pistole noch leichter und damit ihre Handhabung weiter
verbessert wird.
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Die neue Flammspritzpistole kann auch noch dahingehend abgewandelt
werden, daß im vorderen Teil des Gehäuserohres 1 unterhalb des Lagers 20
ein vorzugsweise durch den Abzugshebel 22 zu betätigendes Regelventil vorgesehen
ist, welches ein Zumischen von Gas zur Spritzluft ermöglicht, wobei dann dieses
Gas-Luft-Gemisch durch die beiden Brenner 27 und 28 gezündet werden
kann. Auf diese Weise kann man eine noch größere Brenner- bzw. Flitzeleistung erreichen,
die besonders dann von Vorteil ist, wenn die zu bespritzende Fläche vor dem Aufspritzen
getrocknet und vorgewärmt werden soll, wie es z. B. bei im Winter durchzuführenden
Arbeiten vielfach erforderlich ist. Das das Zumischen des Gases zur Spritzluft ermöglichende
Regelventil ist zweckmäßig so ausgebildet, daß die Pistole in der einen Stellung
des Handhebels 22 normal brennt, beim Betätigen des Hebels 22 bis zum Druckpunkt
mit großer Flamme brennt, während beim weiteren Durchdrücken des Hebels 22 das Regelventil
geschlossen und das Nadelventil 8, 11 geöffnet wird, so daß dann die Pistole
zum Aufspritzen der Farbe od. dgl. wieder mit der normalen Brennerleistung arbeitet.
Der Einbau eines solchen Regelventils erfordert keine weiteren Abänderungen der
Flammspritzpistole, weil das der Spritzluft zuzumischende Gas der ohnehin vorhandenen,
zu den Brennem 27 und 28 führenden Gaszuleitung 29 entnommen
werden kann.
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Soll das neue Flammspritzgerät an eine Preßluftleitung angeschlossen
werden, so ist es vorteilhaft, am unteren Ende des Griffrohres 2 eine Preßluftdüse
mit Injektorwirkung vorzusehen, die die zugeführte Preßluft in entspannte Luft umwandelt.
Eine solche Preßluftdüse kann z. B. die in Fig. 1 a dargestellte Ausbildung
besitzen, bei der die eigentliche Düse 33 in einem Einsatzstück 34 vorgesehen
ist, das einen Preßluftanschluß 35 sowie Bohrungen 36 zum Ansaugen
der Luft aufweist.