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Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen und Reinigen von Saatgut od.
dgl. Es ist bekannt, Saatgut od. dgl. in der Weise zu trocknen und zu reinigen,
daß das Saatgut, z. B. Getreide, zunächst in einer Siebtrommel gesiebt wird, wobei
:gleichzeitig Fremdkörper usw. aus dem Saatgut entfernt werden, und das so gesiebte
Gut mittels Gebläseluft in einen Behälter gefördert wird, in dem es durch ihn durchströmende
Luft ausgesetzt wird, welche den Trockenvorgang bewirkt. Das getrocknete Getreide
wird dann in eine Kühlvorrichtung verbracht, in welcher es unter Verwendung von.
Kühlluft in Verbindung mit einem Umwälzvorgang auf die Ausgangstemperatur abgekühlt
und dann aus dem Behälter heraus weitergefördert wird.
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Eine andere bekannte Arbeitsweise erscheint demgegenüber zweckmäßiger,
indem sie die Entfernung der Fremdkörper erst nach dem Trockenvorgang vorsieht,
weil sich gleichfalls getrocknete Fremdkörper, wie Staub und Unkraut, leichter vom
Saatgut trennen lassen. N ach dem zweiten bekannten Verfahren erfolgt die Verbesserung
der Lagerfähigkeit des Saatgutes durch Trocknen und Reinigen, indem das Saatgut
in eine besondere Trockenvorrichtung unter Verwendung von Warmluft verbracht und
anschließend in eine von der Trockenvorrichtung getrennte Sieb- und Sortiervorrichtung
geleitet wird, in welcher das Aussieben des Saatgutes erfolgt.
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Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens und von.
Vorrichtungen zur Durchführung desselben, womit das Trocknen und Sieben des Saatgutes
eine wesentliche Beschleunigung gegenüber den bekannten Verfahren und Vorrichtungen
bei gleichzeitiger Verbesserung des Reinheitsgrades des Saatgutes erfährt. Als Lösung
sieht die Erfindung vor, daß das Saatgut od, dgl. in hintereinanderfolgenden Arbeitsgängen
durch Warmluft vorgetrocknet, gesiebt und sortiert und gleichzeitig fertiggetrocknet
wird. Das Verfahren gemäß der Erfindung stellt demnach die Vereinigung zweier Verfahrensschritte
dar, nämlich des Trocknens und Siegens, wobei der Trockenvorgang teilweise dem Siebvorgang
überlagert ist. Der Ausdruck »vortrocknen« ist dahingehend zu verstehen, daß es
sich dabei um ein Heraustreiben der Feuchtigkeit aus dem Inneren des Saatgutes an
die Oberfläche der einzelnen Saatkörper handelt. Die so beim Vortrocknen an die
Oberfläche getretene Feuchtigkeit wird dann während des nachfolgenden Siebvorganges
endgültig beseitigt.
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Zur Durchführung des Verfahrens geht die Erfindung von einer Vorrichtung
mit mehreren übereinander angeordneten, in Förderrichtung geneigten Sieben aus,
welche dadurch gekennzeichnet ist, daß in den Aufnahmetrichter für das Saatgut od.
dgl. ein Warmluftgebläse einmündet, dessen Warmluft den Trichter durchströmt und
die sich an den Trichter anschließenden Siebe unmittelbar beheizt sind.
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In weiterer Ausgestaltung der Vorrichtung nach der Erfindung kann
vorgesehen sein, daß das Saatgut od. dgl. beim Verlassen des Aufnahmetrichters auf
seinem Weg zur Siebvorrichtung einem durch ein zweites Gebläse erzeugten Luftstrom
ausgesetzt ist, der Staub, Unkraut od. dgl. vom Saatgut abtrennt, bevor es auf die
Siebvorrichtung gelangt.
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Nach einem weiteren Merkmal gemäß der Erfindung kann der Aufnahmetrichter
für das Saatgut od. dgl. an seinem unteren Ende eine Wandung aus feinem Drahtnetz
aufweisen und sich in das untere Ende ein mit Durchbrüchen versehener Hohlkörper
erstrecken, dessen Wandung von einem feinen Drahtnetz umfaßt ist und an den das
Warmluftgebläse angeschlossen ist.
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Die Reinigungs- und Sortiermittel können in an sich bekannter Weise
mit elektrischen Heizelementen ausgestattet sein, wie sie beispielsweise von einer
Vorrichtung her bekannt sind, die für das Sieben von feuchten, körnigen Materialien
bestimmt sind, die infolge ihres Feuchtigkeitsgehalts dazu neigen, sich zusammenzuballen:
und die Siebe zu verstopfen.
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Im einzelnen kann vorgesehen sein, daß die Sortiermittel als an sich
bekannte elektrisch leitende Siebe ausgebildet sind, die in einzelne Siebabschnitte
unterteilt sind, die in Reihe in einen elektrischen Stromkreis eingeschaltet sind,
wobei die Siebabschnitte mit Abstand voneinander und parallel zueinander angeordnet
sein und zwischen sich Trennleisten aufweisen können,
die sich oberhalb
der Ebene der Siebabschnitte erstrecken.
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An Stelle von Sieben als Sortiermittel kann als solches gemäß weiterer
Erfindung mindestens eine an sich bekannte Sortiertrommel vorgesehen sein, die außen
und/oder innen mit Heizelementen ausgestattet ist.
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In den Figuren ist ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens nach der Erfindung dargestellt. Es zeigt Fig. 1 eine Vorrichtung
zum Trocknen und Reinigen von Saatgut in der Seitenansicht, teilweise im Schnitt,
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie 11-II der Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt nach
der Linie III-III der Fig.1 in einem größeren Maßstab, Fig. 4 eine Stirnansicht
teilweise im Schnitt in Richtung des Pfeiles in der Fig. 3, Fig. 5 das elektrische
Schaltbild der Vorrichtung nach den Fig. 1 bis 4 und Fig.6 einen Teilschnitt durch
eine Vorrichtung in einer anderen Ausführungsform.
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Die in der Fig. 1 dargestellte Vorrichtung weist .den Trichter 1 auf,
in den zunächst das zu trocknende und zu reinigende Saatgut eingefüllt wird. Dieses
Einfüllen kann beispielsweise mittels der Rutschet durchgeführt werden. Das untere
Ende 11 des Trichters 1 weist Seitenwände auf, die aus einem feinen Drahtgeflecht
31 bestehen. In den Teil 11 des Trichters 1 erstreckt sich von oben her und annähernd
zentrisch ein langgestreckt.er Hohlkörper 4, der aus Blech besteht und mit den.
Durchbrüchen 5 versehen sein kann, die durch einen Drückvorgang von außen nach innen
erzielt sein können. Die so gebildeten Durchbrüche5 können auf der Außenseite durch
ein feines Drahtnetz 3= überdeckt sein. Das obere Ende des Hohlkörpers 4 ist mit
dem Kanal 6 verbunden, in dem sich elektrisch beheizbare Heizelemente 7 befinden.
An das obere Ende des Kanals 6 schließt sich der Ausiaß eines Gebläses an, das zusammen
mit seinem Antriebsmotor in dem Gehäuse 8 untergebracht ist. Das Gebläse bläst erhitzte
Luft in den Hohlkörper 4. Die Luft strömt durch das Drahtnetz 3= durch das Saatgut
im unteren Ende 11 des Trichters 1 und durch das Drahtnetz 31 nach außen durch.
Beim Reinigungs- und Sortiervorgang fließt das Saatgut verhältnismäßig langsam durch
das untere Ende 11 des Trichters 1 und ist dabei einer Erwärmung und der die Feuchtigkeit
entziehenden Wirkung der Warmluft ausgesetzt.
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Im weiteren Durchgang wird das Saatgut vom unteren Ende l f des Trichters
1 auf den hin- und hergehenden Aufnehmer 10 geleitet, der das Saatgut selbsttätig
in den Trichter 11 befördert, von dem aus es auf die Sortiersiebe gelangt, die an
anderer Stelle näher beschrieben sind. Wenn das Saatgut von dem Aufnehmer 10 in
den Trichter 11 fällt, gerät das Saatgut @iin den Luftstrom des Gebläses 12, der
erwärmt sein kann. Das Gebläse 12 dient dazu, aus dem Saatgut Staub oder andere
leichte Fremdkörper zu entfernen und in den Sammelbehälter 13 zu befördern.
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Die Sortiersiebe gemäß Fig.1 bestehen aus einer Vielzahl von übereinander
angeordneten Einzels..ieben 14, die in an sich bekamiter Weise mittels des Exzenters
15 hin- und herbewegt werden. Der Ausiaß des Trichters 11 ist oberhalb des obersten
Siebes der Siebe 14 an dem einen Ende derselben vorgesehen. Am gegenüberliegenden
Ende der Siebe 14 befindet sich jeweils eine Abgaberutsche 16, durch die das sortierte
Saatgut in Sammelbehälter 17 geleitet wird.
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Wie die Fig. 3 und -1 zeigen, weist jedes der Siebe 14 einen hölzernen
Rahmen 20 auf, innerhalb dessen sich mit jeweils gleichen Abständen parallel zueinander
liegende langgestreckte Trennleisten 21 befinden, die auch aus Holz bestehen. Die
wirksame Sieboberfläche besteht aus Metall, z. B. einem Sieb aus Blech, das gelocht
sein kann und in Einzelabschnitte22 unterteilt ist, die sich jeweils zwischen den
Rahmenleisten 20 und den Trennleisten 21 befinden. Das Sieb dient gleichzeitig als
elektrischer Leiter. Die Abschnitte sind derart angeordnet und .befestigt, daß ihre
Ränder nicht miteinander in leitende Berührung kommen. Die Enden der Siebabschnitte
22 sind durch Leitungen od. dgl. aus elektrisch leitendem Material miteinander verbunden,
und zwar in der Weise, daß nur die NLlöglichkeit besteht, daß jeweils ein Ende des
einen Abschnittes mit einem anderen Ende eines anderen verbunden ist. Auf diese
Weise sind die einzelnen Abschnitte zickzackförmig in Reihe geschaltet und bilden
so Teile eines elektrischen Stromkreises. dessen Schaltbild in der Fig. 5 dargestellt
ist.
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An einem Ende des Siebes jeweils erstreckt sich quer die Leiste 24
aus elektrisch leitendem Material. Die Leiste 24 befindet sich mit Abstand von den
Siebabschnitten, und stützt sich jeweils mit ihren Enden auf den Rahmenleisten 20
ab. An ein Ende der Leiste 24 ist die Zuleitung 25 angeschlossen, durch die die
unmittelbare Verbindung mit dem darunter befindlichen Siebabschnitt hergestellt
ist. Das andere Ende dagegen ist mit der Zuleitung 26 verbunden. Der Siebabschnitt
unter dem letztgenannten Ende :ist mit einer zweiten elektrischen Leitung 27 verbunden.
Die Zuleitungen 26 und 27 stehen mit einer entsprechenden Stromversorgungsquelle
über einen Transformator und ein Feder-Kupplungsglied 29 in Verbindung, das eine
Hin- und Herbewegung der Siebe gestattet. ohne die Zuleitung zu spannen oder in
anderer Weise zu beanspruchen.
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Durch diese Anordnungen ist ein Stromkreis geschaffen, der die Siebabschnitte
umfaßt, wobei diese in. der gleichen Weise erhitzt werden wie bei einem elektrischen
Heizkörper. Dabei wird eine Temperatur gewählt, die das Saatgut nicht zu warm werden
läßt. Es handelt sich dabei um eine sogenannte »Schwarzbeheizung «.
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Aus vorstehendem geht hervor, daß das Saatgut bei seinem Reinigen.
und Sortieren gleichzeitig in der Vorrichtung getrocknet wird. Die Anordnung einer
Vorrichtung, die das Saatgut getrennt vom Reinigen und Sortieren trocknet, ist überflüssig
geworden. Es ist gewährleistet, daß das Saatgut in der Regel die Siebe 14 völlig
gereinigt und sortiert sowie trocken verläßt. Das Saatgut kann unmittelbar in an
sich bekannter Weise eingesackt werden. Dies ist im einzelnen nicht dargestellt.
Falls es sich als notwendig ergibt, kann das Saatgut durch eine weitere Sortier-
und Reinigungsvorrichtung geleitet werden, die ebenfalls mit Heizelementen ,der
vorbeschriebenen Art versehen sein kann.
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Aus den Figuren ist ersichtlich, daß die Siebabschnitte 22 an der
Unterseite der Leisten 21 befestigt sind. Sollte ein Strohballendraht od. dgl. durch
irgendeinen Zufall auf die Siebe 14 gelangen, so verhüten die Leisten 21 zwischen
den Siebabschnitten einen Kurzschluß, da die hochstehenden Leisten verhindern, daß
sich ein Ballendraht quer über die einzelnen Siebabschnitte legt.
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Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf das Ausführungsbeispiel
nach den Figuren beschränkt. Mit entsprechenden Änderungen kann jeder Typ einer
Reinigungs- und Sortiervorrichtung erfindungsgemäß ausgestaltet werden. Die Fi:g.6
zeigt ein solches Beispiel.
Nach dieser ist ein Sortierzylinder
vorgesehen, dessen Außenfläche und Aufnahmeraum mit Heizelementen 30 ausgestattet
sind, diie in ihrer Wirkungsweise denen nach dein Ausführungsbeispiel nach den Fig.
1 bis 5 entsprechen.