DE1091981B - Verfahren zum Faerben mit Kuepenfarbstoffen - Google Patents

Verfahren zum Faerben mit Kuepenfarbstoffen

Info

Publication number
DE1091981B
DE1091981B DEF24151A DEF0024151A DE1091981B DE 1091981 B DE1091981 B DE 1091981B DE F24151 A DEF24151 A DE F24151A DE F0024151 A DEF0024151 A DE F0024151A DE 1091981 B DE1091981 B DE 1091981B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
vat
dyes
dye
dyeing
value
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEF24151A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Rer Nat Dieter Go Dipl-Chem
Dr Eberhard Weise
Dr Manfred Soell
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
DIETER GOERRIG DIPL CHEM DR RE
Original Assignee
DIETER GOERRIG DIPL CHEM DR RE
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by DIETER GOERRIG DIPL CHEM DR RE filed Critical DIETER GOERRIG DIPL CHEM DR RE
Priority to DEF24151A priority Critical patent/DE1091981B/de
Publication of DE1091981B publication Critical patent/DE1091981B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P3/00Special processes of dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the material treated
    • D06P3/02Material containing basic nitrogen
    • D06P3/04Material containing basic nitrogen containing amide groups
    • D06P3/24Polyamides; Polyurethanes
    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P1/00General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
    • D06P1/44General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using insoluble pigments or auxiliary substances, e.g. binders
    • D06P1/673Inorganic compounds
    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P3/00Special processes of dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the material treated
    • D06P3/58Material containing hydroxyl groups
    • D06P3/60Natural or regenerated cellulose
    • D06P3/66Natural or regenerated cellulose using reactive dyes

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

  • Verfahren zum Färben mit Küpenfarbstoffen Das Färben mit den als »Küpenfarbstoffe« bezeichneten wasserlöslichen, nicht substantiven Farbstoffen erfolgte bisher in der Weise, daß man die Farbstoffe verküpt, d. h. aus ihnen durch Reduktion eine wäßrige Lösung der Salze ihrer Reduktionsprodukte (»Leukoverbindungen«) herstellt, aus dieser Lösung die substantiven »Leukosalze« auf die Faser aufbringt und aus ihnen dann durch Oxydation wieder auf der Faser die ursprünglichen Küpenfarbstoffe erhält. Die Verküpung erfolgt dabei in einem relativ stark alkalischen Medium; der pH-Wert kann dabei je nach der Art des verwendeten Farbstoffs schwanken, liegt jedoch im allgemeinen bei den meisten Küpenfarbstoffen oberhalb 13. Lediglich eine kleinere Anzahl von Küpenfarbstoffen - vornehmlich indigoide oder thioindigoide Küpenfarbstoffe - können bei kleineren PH-Werten als 13 - z. B. bis zu einem p11-Wert von 10 - verküpt werden, ohne daß die Küpensäure ausfällt. Diese letzteren Farbstoffe ermöglichen bei nur geringer Faserschädigung die Anfärbung von Wolle und werden deshalb auch als »Wollküpenfarbstoffe«bezeichnet.
  • Wie aus den vorstehenden Ausführungen hervorgeht, besteht ein wesentliches Merkmal der Verküpung darin, daß bei einem Mindest-PH-Wert gearbeitet wird..
  • Ein weiteres wesentliches Merkmal der bisher bekannten Küpenfärbungen besteht darin, daß die Konzentration des Salzes der Leukoverbindung in der Küpe in demselben Maße abnimmt, wie die Faser Farbstoff - in Form des »Leukosalzes« - aufnimmt. Für viele Küpenfarbstoffe wurde die Gleichgewichtslage zwischen der Konzentration des Leukosalzes des Farbstoffs in der Lösung (der »Küpe«) und auf der Faser bestimmt. Hiernach ist eine 990/aige Ausziehung einer Küpe bei Erreichung einer mehrprozentigen Färbung schon eine Ausnahme. Bei einem Farbstoff mit einem Molgewicht von 500, einem Flottenverhältnis 1:10, einer, bezogen auf Reinfartstoff, 1°/oigen Färbung und einer Ausziehung von 980/a ergibt sich zu Beginn der Ausfärbung eine Konzentration an »Leukosalz« von 2 - 10-3 Mel/1 und zum Ende eine solche von 4 - 10-5 Moll. Hieraus wurde der Schluß abgeleitet, zur Erzielung einer mehrprozentigen Färbung sei eine Küpe mit einer Mindestkonzentration an »Leukosalz«, die zwar stark vom Farbstoff, dem Salzgehalt, der Faser und der Temperatur abhängt, jedoch immer oberhalb -- 4 - 10-5 Mol/1 liegt, erforderlich.
  • Es wurde nun gefunden, daß man das Färben mit Küpenfarbstoffen vorteilhafterweise nicht aus der üblicher«-eise verwendeten Küpe, sondern aus einem »reduzierten Sol« vornimmt, indem man die Küpenfarbstoffe in Wasser dispergiert und anschließend bei einem pn-Wert <13 mit einer Borwasserstoffverbindung reduziert und dabei während des gesamten Färbevorganges den pH-Wert, vorzugsweise durch puffernd wirkende Verbindungen, annähernd konstant hält.
  • Unter einem »reduzierten Sol« soll dabei eine kolloide Verteilung des Farbstoffs in einer wäßrigen Phase verstanden werden, wobei sich der Farbstoff in einem Gleichgewicht befindet, bei dem ein sehr kleiner Teil des Farbstoffs, der weniger als 5 - 10-5 Mol/1 beträgt, in Form der Lösung des »Leukosalzes« vorliegt, während der restliche Anteil in einer anderen Form, im wesentlichen als Küpensäure, vorliegt.
  • Die Herstellung dieses »reduzierten Sols« der Küpenfarbstoffe kann in der Weise erfolgen, daß man den Küpenfarbstoff gegebenenfalls unter Zusatz von Schutzkolloiden in Wasser sehr fein verteilt und den Farbstoff anschließend bei einem solchen pH-Wert reduziert, bei dem nur ein sehr kleiner Teil des Farbstoffs als »Leukosalz« vorliegt. Die dabei verwendeten PH-Werte liegen wesentlich unter den p11-Werten, die üblicherweise bei der Verküpung von Küpenfarbstoffen angewandt werden. Zweckmäßigerweise wählt man einen solchen p11-Wert, der etwa 2 bis 4 Einheiten unter dem »Mindest-pH-Wert« liegt, der üblicherweise für die Verküpung angewandt werden kann. Bei den anthrachinoiden Küpenfarbstoffen werden daher bei dem erfindungsgemäßen Verfahren im allgemeinen p11-Werte um 10 angewandt, während bei »Wollküpenfarbstoffen«entsprechend geringere p,1-Werte, z. B. um 8, verwendet werden. Diesen pH-Werten entsprechen Konzentrationen an »Leukosalzen« der Küpenfarbstoffe von etwa 10-1° bis 10-5 Mol;/l.
  • Bei der Ausfärbung auf Fasermaterialien aus diesem »reduzierten Sol« wird aus dem bestehenden Gleichgewicht zwischen »Leukosalz« und Küpensäure fortlaufend das »Leukosalz« entnommen. Auf Grund des bestehenden Gleichgewichtes erfolgt jedoch ebenfalls fortlaufend eine Neubildung des »Leukosalzes«. Da dabei dem »reduzierten Sol« fortlaufend der alkalische Bestandteil entzogen wird, ist es erforderlich, den pH-Wert dauernd ohne größere Schwankungen aufrechtzuerhalten, d. h. das Gleichgewicht zwischen »Leukosalz« und Küpensäure in der ursprünglich eingestellten Art annähernd aufrechtzuerhalten. Dies kann z. B. in der Weise erfolgen, daß man dem Reaktionsgemisch solche Substanzen zusetzt, die als Puffer wirken und daher den einmal eingestellten pH-Wert aufrechterhalten. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von Salzen solcher Säuren, die zwei Reihen von alkalischen Salzen bilden, wie z. B. die Carbonate oder Phosphate. In der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird also das bei dem üblichen Verküpen verwendete Alkali, z. B. Natronlauge, durch alkalische Puffer, die im p11-Bereich von 7 bis 12 wirksam sind, ersetzt.
  • Bei der bisher üblichen Verküpung von Küpenfarbstoffen wird im allgemeinen Natriumdithionit als Reduktionsmittel verwendet. Dieses Reduktionsmittel ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren jedoch nicht geeignet, da es in seinem Reduktionspotential stark vom PH-Wert abhängig ist und daher bei den niederen p,1-Werten des erfindungsgemäßen Verfahrens viele Küpenfarbstoffe nicht mehr zu reduzieren vermag. Weiterhin wird bei der Reduktion mit Dithionit relativ viel Alkali verbraucht, so daß die Aufrechterhaltung des pH-Wertes innerhalb eines geringen pH-Wert-Bereiches, die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erforderlich ist, nur schwer zu erreichen ist. Diese Nachteile besitzen die Borwasserstoffe, insbesondere die Boranate, nicht.
  • In einer besonders bevorzugten Form des erfindungsgemäßen Verfahrens arbeitet man in Gegenwart von Katalysatoren bzw. Katalysatorgemischen. Derartige Katalysatoren sind z. B. die folgenden: a) Metallsole von solchen Metallen, die bei einem PH-Wert >7 ein Auflösungspotential, das edler als -1,5 Volt ist, besitzen. Derartige Metalle sind z. B. Zink, Arsen, Kupfer, Molybdän, Nickel oder Platin.
  • b) Komplexverbindungen, bei denen das zugrunde liegende '.Metall bei einem pH-Wert zwischen 8 und 15 (vgl. D'Ans-Lax, Taschenbuch für Chemiker und Physiker, 2. Auflage, Springer Verlag, 1949, S. 842, unten) in Gegenwart eines Reduktionsmittels bei einem Redoxpotential zwischen 0 und -1,5 Volt abgeschieden werden kann. Derartige Komplexverbindungen sind z. B. Komplexverbindungen der Metalle Kupfer, Cobalt, Nickel, Antimon, Molybdän, Zinn oder Chrom mit Glycol, Äthanolamin, Athylendiamin, Ammoniak oder O H-Ionen.
  • c) Anorganische Verbindungen, die Bestandteil eines anorganischen Redoxsystems sind, dessen Potential bei einem p11-Wert zwischen 8 und 15 zwischen 0 und -1,5 Volt liegt. Derartige Verbindungen sind z. B. die Alkalicyanide des zweiwertigen Nickels, Cobalts, Chroms oder Mangans.
  • d) Organische Verbindungen, die Bestandteil eines organischen Redoxsystems sind, dessen Potential bei einem p11-Wert zwischen 8 und 15 zwischen 0 und -1,5 Volt liegt und wobei die Reduktion dieses organischen Redoxsystems in einer Hydrierung bzw. wo die Oxydation in einer Dehydrierung besteht. Derartige Verbindungen sind die Anthrachinone und ihre Substitutionsprodukte, wie z. B. Anthrachinon-2-sulfonsäure, 1-Amino-anthrachinon-8-sulfonsäure, 1-Amino-4-brom-anthrachinon-2-sulfonsäure oder Naphthol oder Indigotrisulfonsäure.
  • e) Verbindungen des 4-wertigen Schwefels, wie z. B. Natriumbisulfit oder Natriumsulfit, oder Verbindungen, die das Sulfit- oder Bisulfition durch Einwirkung von Wasser bilden können, wie z. B. Schwefeldioxyd, die Metabisulfite oder die Dithionate und Dithionite. Genannt seien die Borazane, weiterhin deren Dehydrierungsprodukte, wie die Borazene und Borazine sowie deren durch organische Reste, wie z. B. Alkyl-oder Alkoxygruppen substituierte Verbindungen, wie z. B. Dimethylborazan. Geeignet sind solche Borwasserstoffverbindungen, die wasserlöslich und nicht selbstentzündlich sind. Bei der Durchführung der Färbung mit Küpenfarbstoffen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren kann man im wesentlichen nach zwei Verfahrensweisen vorgehen. Nach der einen kann man die zu färbenden Materialien in einer ersten Arbeitsstufe in das »reduzierte Sole der Farbstoffe einbringen und dann die Färbung der Materialien in der üblichen Weise, vorzugsweise bei erhöhter Temperatur, vornehmen. Bei der zweiten Verfahrensweise kann man die zu färbenden :Materialien in eine wäßrige Dispersion des möglichst feinverteilten Küpenfarbstoffs, der gleichzeitig das verwendete Reduktionsmittel enthält, einbringen und dann erst das »reduzierte Sol« des Farbstoffs erzeugen, indem man z. B. auf etwas erhöhte Temperatur, z. B. 40 bis 70°C, erwärmt. Diese zweite Verfahrensweise kann man auch z. B. so abändern, daß man das Reaktionsgemisch lediglich auf die zu färbenden Materialien aufbringt und den Farbstoff dann durch Dämpfen oder eine Wärmebehandlung auf der Faser entwickelt.
  • Das »reduzierte Sol« der Küpenfarbstoffe ähnelt in seiner Farbe derjenigen der Küpensäure des Farbstoffs und unterscheidet sich daher im allgemeinen von dem der Küpe des Farbstoffs. Der auf die Faser aufgezogene Farbstoff hat dagegen die Farbe der Küpe des Farbstoffs. Der Dispersitätsgrad des »reduzierten Sols« ist ebenfalls ein anderer als der der üblicherweise verwendeten Küpen und erinnert in mancher Hinsicht an die Eigenschaften extrem feinverteilter, mit Schutzkolloiden versehener Farbstoffsuspensionen. Lm diese Feinverteilung des »reduzierten Sols«, insbesondere bei längerem Stehen, zu erhalten, ist es daher zweckmäßig, Schutzkolloide bzw. Dispergiermittel zuzusetzen. Geeignet sind z. B. die Kondensationsprodukte aus Formaldehyd und Naphthalinsulfonsäure.
  • Es hat sich gezeigt, daß die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erreichte maximale Farbstoffausbeute außerordentlich hoch ist. Im allgemeinen ist die Endkonzentration an Farbstoff in der Flotte kleiner als nach den bisher üblichen Küpenverfahren. Dabei ist es bemerkenswert, daß die sonst beobachtete starke Temperaturabhängigkeit der Küpen mancher Farbstoffe hinsichtlich des Ausziehgleichgewichtes bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht beobachtet wird. Dementsprechend kann man nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mit den bisher als »Kaltfärber« und »Heißfärber« bezeichneten Farbstoffen in der gleichen Weise färben. Der Vorteil dieser Vereinfachung liegt auf der Hand, da man z. B. Farbstoffmischungen ohne Rücksicht auf Zugehörigkeit zur »Kaltfärber«-, »Warmfärber«- oder »Heißfärber«-Gruppe gemeinsam nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ausfärben kann.
  • Die Regelung der Aufziehgeschwindigkeit der Farbstoffe auf die zu färbenden Materialien erfolgt in erster Linie durch die Temperatur, von der sie sehr stark abhängig ist. Die für das erfindungsgemäße Verfahren anzuwendenden höheren Temperaturen liegen dabei im Bereich der Temperaturen, die man bei den bisher üblichen Küpenverfahren für »Heißfärber« anwendet, d. h., es ist vorteilhaft, beim Färben in Färbeapparaten Temperaturen im Bereich von 50 bis 70°C und beim Pigmentklotz-Dämpfverfahren Temperaturen um 100 bis 110°C anzuwenden. Die Aufziehgeschwindigkeit und das Aufziehgleichgewicht können weiterhin noch durch die bei dem üblichen Küpenverfahren vorgeschlagenen Maßnahmen, wie z. B. Zusatz von Salzen, hydrotropen Stoffen usw., beeinflußt werden (vgl. z. B. F. Weiss: »Die Küpenfarbstoffe«, 1953, S.3-1).
  • In einigen Fällen besitzen die erhaltenen Ausfärbungen einen etwas anderen Farbton, als er im Falle der bisher üblichen Küpenfärbungen mit Hydrosulfit erhalten wird. In diesem Fall kann man den bei der bisher üblichen Verküpung erzielten Farbton erhalten, wenn man die Ausfärbungen im Anschluß an den eigentlichen Färbevorgang kurze Zeit auf etwas erhöhte Temperaturen erhitzt. Im allgemeinen ist es ausreichend, wenn diese Temperaturen 10 bis 50'C, vorzugsweise 10 bis 30'C, über der Färbetemperatur liegen. Diese Behandlung bei erhöhter Temperatur kann auch z. B. so vorgenommen werden, daß man die gefärbten Materialien kurzfristig sauer oder neutral dämpft, indem man sie z. B. bei 100 bis 105'C 30 bis 120 Sekunden einer Behandlung in einem Dämpfer aussetzt. Weiterhin läßt sich der gewünschte Farbton auch erzielen, wenn man die Färbematerialien einige Zeit mit einer verdünnten wäßrigen sauren Lösung nachbehandelt. Dabei haben sich solche Nachbehandlungsbäder im allgemeinen bewährt, die einen pn-Wert um 4 bis 5 besitzen. Geeignete Säuren sind z. B. verdünnte Essigsäure, verdünnte Ameisensäure oder entsprechend verdünnte Mineralsäuren. Zweckmäßigerweise führt man diese Nachbehandlung bei erhöhter Temperatur durch, z. B. bei 60 bis 90'C.
  • Die saure Nachbehandlung wird zweckmäßigerweise nach dem wie üblich durchgeführten kochenden Seifen vorgenommen, wobei sie bei Verwendung geeigneter Seifmittel gegebenenfalls auch gleichzeitig erfolgen kann. Außerdem kann die Säurenachbehandlung auch direkt bei der Reoxydation der Leukoküpenfarbstoffe durchgeführt werden, indem man beispielsweise ein mit Essigsäure angesäuertes Peroxyd- oder Perboratbad verwendet.
  • Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß Wolle und andere alkaliempfindliche Fasern jetzt auch mit solchen Küpenfarbstoffen gefärbt werden können, die nach dem bisherigen Küpenverfahren für diese Fasern nicht angewandt werden konnten, da die Ausfärbung bei einem zu hohen pH-Wert erfolgen mußte.
  • Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß infolge des verwendeten niedrigen alkalischen Milieus jetzt auch solche Farbstoffe eingesetzt werden können, bei denen bei dem bisherigen Verfahren Verseifungsgefahr bestand. Außerdem fällt die Kristallisationsgefahr der Farbstoffe aus den Küpen fort.
  • Weitere Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sind darin zu sehen, daß die erhaltenen Ausfärbungen eine vorzügliche Durchfärbung, sehr gute Egalität und hervorragende Farbstoffausbeute zeigen und daß besonders hohe Reib- und Waschechtheiten erzielt werden. Beispiel 1 Ein Baumwollgewebe wird mit einer wäßrigen Suspension imprägniert, die folgende Substanzen pro Liter enthält und einen p11-Wert von 10 besitzt: 10 g Indanthrenbrillantgrün B (Schultz, »Farbstofftabellen«, 7. Auflage, Bd. 1, Nr. 1269), 10 g K B H4, 30 g Natriumcarbonat, 10 g Natriumbicarbonat.
  • Nach dem Imprägnieren wird das Gewebe zwischen zwei Walzen so stark abgepreßt, daß das aufgenommene Flüssigkeitsgewicht 700/, des trockenen Baumwollgewichtes entspricht.
  • Setzt man das so vorbehandelte Gewebe dann gesättigtem Wasserdampf von 100'C 4 Minuten lang aus, so erhält man eine klare, wenig blaustichige Grünfärbung, die nach den üblichen Methoden durch Spülen, Oxydieren und kochendes Seifen fertiggestellt wird. An Stelle von Indanthrenbrillantgrün B kann man bei sonst gleichen Bedingungen auch Hydronblau R (Schultz, »Farbstofftabellen«, 7. Auflage, Bd. 1, Nr. 1111) oder Indigo-Pulver verwenden. Beispiel 2 Zu einer Farbstoffsuspension von 0,6 g Indanthren-15 blau SG (Schultz, »Farbstofftabellen«, 7.Auflage, Bd.l, Nr. 1238) in 1000 ml Wasser von Raumtemperatur gibt man 3 g Soda und 1 g Natriumhydrogencarbonat und 1,5 g Kaliumboranat. Das Färbebad hat einen pH-Wert von 9,8. Nachdem man 50 g lose Baumwolle eingebracht 2o hat, steigert man die Temperatur der Flotte auf 70'C und färbt 1/2 Stunde lang bei dieser Temperatur. Nach dieser Zeit erhält man eine grünstichigblaue Ausfärbung, die durch Spülen, Oxydieren, Absäuern und kochendes Seifen fertiggestellt wird. Beispiel 3 1 g Hydronblau R (Schultz, »Farbstofftabellen«, 7. Auflage, Bd. 1, Nr. 1111) werden in 1,51 Wasser von 40'C aufgeschlämmt. Man setzt 30g N atriumhydrogen-3o carbonat, l0 g Soda und 1,0g Kaliumboranat zu. In diese Färbeflotte, die einen pH-Wert von 9,1 besitzt, geht man mit 50 g loser Wolle ein, erhitzt auf 60'C und färbt 15 Minuten lang. Anschließend wird die Wolle abgepreßt und 10 Minuten an der Luft oxydiert. Die 35 Wolle wird dann in der alten Färbeflotte, zu der 1 g Kaliumboranat nachgesetzt wurde, weiter 30 Minuten gefärbt, in einer Trockenschleuder gut von der Flotte befreit und an der Luft oxydiert und in der üblichen Weise gründlich gespült und abgesäuert. Das Absäuern 4o bewirkt eine deutliche Farbtonverschiebung der stark rotstichigblauen Nuance nach der grüneren Seite hin. Beispiel 4 In 300 ml Wasser von 50'C werden 0,1 g Indanthrenbrillantgrün B (Schultz, »Farbstofftabellen«,7.Auflage, Bd. 1, Nr. 1269) suspendiert. :Ulan fügt 10 g Natriumbicarbonat, 3 g Soda und 0,4 g Kaliumboranat zu der Suspension und geht nach 5 Minuten mit 10 g Wollgarn in die Flotte ein. Das Färbebad besitzt einen p11-Wert von 8,9. Man färbt 15 Minuten bei 50'C, setzt noch 0,3 g Kaliumboranat zu und färbt noch weitere 30 Minuten bei 60'C. Anschließend wird die Flotte abgequetscht und der Wollstrang an der Luft verhängt. Die Fertigstellung der Färbung erfolgt in der üblichen Weise durch gründliches Spülen und Absäuern mit einer 1 °/»igen Essigsäurelösung. Man erhält eine klare, blaustichige Grünfärbung.

Claims (1)

  1. PATI.NTANSPBUCH: Verfahren zum Färben mit Küpenfarbstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man die Küpenfarbstoffe in Wasser dispergiert und anschließend bei einem pH-Wert <13 mit einer Borwasserstoffverbindung reduziert und während des gesamten Färbevorganges den p11-Wert, vorzugsweise durch puffernd wirkende Verbindungen, annähernd konstant hält.
DEF24151A 1957-10-11 1957-10-11 Verfahren zum Faerben mit Kuepenfarbstoffen Pending DE1091981B (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEF24151A DE1091981B (de) 1957-10-11 1957-10-11 Verfahren zum Faerben mit Kuepenfarbstoffen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEF24151A DE1091981B (de) 1957-10-11 1957-10-11 Verfahren zum Faerben mit Kuepenfarbstoffen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1091981B true DE1091981B (de) 1960-11-03

Family

ID=7091116

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEF24151A Pending DE1091981B (de) 1957-10-11 1957-10-11 Verfahren zum Faerben mit Kuepenfarbstoffen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1091981B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1284936B (de) * 1963-07-31 1968-12-12 Metal Hydrides Inc Verfahren zum Faerben von Fasermaterialien mit Kuepenfarbstoffen

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1284936B (de) * 1963-07-31 1968-12-12 Metal Hydrides Inc Verfahren zum Faerben von Fasermaterialien mit Kuepenfarbstoffen

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0613976A1 (de) Hilfsmittel für textile Nassveredelungsprozesse
DE2439658A1 (de) Faerbeverfahren
DE1469608A1 (de) Verfahren zum gleichzeitigen Faerben und Bleichen proteinhaltigem Fasergut
DE1183470B (de) Farben oder Bedrucken von Fasermaterial aus Polyestern oder Cellulosetriacetat
DE1091981B (de) Verfahren zum Faerben mit Kuepenfarbstoffen
DE2832011C2 (de) Verfahren zum Färben und Bedrucken von Stoffen auf Kunstfaserbasis mit Dispersionsfarbstoffen und Färbemischungen
DE2311130B1 (de) Verfahren zum Faerben von Fasern aus natuerlichen Polyamiden
EP0583745A1 (de) Verfahren zur Färben von Zellulosefasern mit Schwefelfarbstoffen
DE1469664B2 (de) Verwendung von sulfonsäuregruppenhaltigen Kondensationsprodukten als Dispergiermittel für in Wasser schwerbis unlösliche Farbstoffe
DE1071654B (de) Verfahren zum kontinuierlichen Färben von Textilbahnen mit Küpen und oder Schwefelfarbstoffen
DE2755579A1 (de) Verfahren und vorrichtung zum kontinuierlichen faerben von textilmaterial
EP0058433B1 (de) Verfahren zum kontinuierlichen Färben und Bedrucken von Wollfasern
EP0058432B1 (de) Verfahren zum kontinuierlichen Färben von Wollfasern
DE858689C (de) Verfahren zum Faerben von Fasermaterial mit Kuepenfarbstoffen, die bei erhoehter Temperatur hierbei gegen UEberreduktion empfindlich sind
DE2011387A1 (de) Verbessertes Verfahren zur Küpenfärbung von Textilien
AT201024B (de) Verfahren zum Verküpen von Küpenfarbstoffen
DE2512520C2 (de) Verfahren zum faerben von cellulosefasern, stickstoffhaltigen fasern, synthetischen fasern und deren mischungen
DE1071653B (de) Verfahren zum Färben von Textilgarnen mit Küpen- und/oder Schwefelfarbstoffen auf Garnoder Spritzfärbemaschinen
DE2917961A1 (de) Verfahren zum faerben von cellulosefasern mit kuepenfarbstoffen
DE513843C (de) Verfahren zum Faerben von direkten Farbstoffen, insbesondere Naphtholfarbstoffen, auf Baumwolle
DE1619592C (de) Verfahren zur Färbung von Acrylfasern
DE2555046A1 (de) Verfahren zur oxydativen nachbehandlung mit schwefelfarbstoffen gefaerbter oder bedruckter textilmaterialien
DE747861C (de) Verfahren zum Faerben von Cellulosefasern mit Kuepenfarbstoffen
DE2537445C2 (de) Verfahren zum Färben von hochelastischem texturierten Polyamid 6 und 6,6
DE1619569A1 (de) Verfahren zum Faerben von organischem Fasermaterial