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Befestigung von Tonzungen an Stimmplatten Die gebräuchlichste Art
der Befestigung von Tonzungen an Stimmplatten für Mundharmonikas od. dgl. ist die
durch Vernieten. Dabei werden in die Stimmplatte Löcher gestanzt und in diese Stifte
fest eingeschlagen; zuvor mit entsprechenden Löchern versehene Tonzungen werden
dann auf die Nietstifte aufgeschoben, und schließlich erfolgt die Vernietung in
an sich bekannter Weise.
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Man hat dieses Befestigungsverfahren auch dahin abgewandelt, daß die
Nietstifte aus dem Material der Stimmplatte herausgedrückt werden, wobei dann auf
diese durch Materialverformung gebildeten Nietstifte wiederum die zuvor mit Bohrungen
versehenen Tonzungen aufgeschoben und vernietet werden.
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Des weiteren ist es bekannt, die Befestigung zwischen den Tonzungen
und der Stimmplatte mit Hilfe einer Stanze derart zu bewirken, daß ein Stempel durch
beide, und zwar im Bereiche des Kopfteiles der Tonzungen hindurchgedrückt wird,
so daß eine nietenartige Verbindung ohne eigentlichen Niet entsteht. Das hat zur
Voraussetzung, daß die Tonzungen mit verbreiterten Kopfteilen versehen sind, was
entsprechend große Materialaufwendungen erfordert. Ein besonderer Nachteil dieser
Verbindungsart liegt darin, daß die Tonzungen gegenüber der Stimmplatte zunächst
in eine genaue Lage zueinander gebracht werden müssen.
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Schließlich ist es bekannt, Tonzungen an Stimmplatten dadurch zu befestigen,
daß beiderseitig der Tonzungen etwa quadratische Erhöhungen aus der Stimmplatte
herausgedrückt werden, die durch ihre anschließende Verformung die Kopfteile der
Zungen übergreifen und in ihrer Lage halten. Solche quadratischen Ausstülpungen
lassen sich aber nicht derart prägen, daß die Außenkanten völlig gerade sind. Daher
können die herausgedrückten Erhöhungen nicht dazu dienen, die Tonzungen in ihrer
Lage gegenüber den Schwingungsschlitzen der Stimmplatte auszurichten. Das trifft
auch dann zu, wenn das Herausdrücken der Erhöhungen und deren Vernieten mit der
Tonzunge in einem einzigen Arbeitsgang erfolgt, weil dabei die herausgedrückten
Erhöhungen zunächst noch nicht vorhanden sind und demnach jede Tonzunge gegenüber
dem zugehörigen Schwingungsschlitz der Stimmplatte genau auszurichten ist. Das Ausrichten
der Tonzungen ist aber recht schwierig, und das nachträgliche Richten ungenau oder
schief eingefügter Tonzungen ist eine mühsame und kostspielige Arbeit. Hinzu kommt,
daß auch bei allen diesen Ausführungsformen Tonzungen mit verbreiterten Kopfteilen
verwendet werden, was erfordert, daß alle Tonzungen.einzeln aus entsprechend breiten
Bändern herausgestanzt werden müssen, womit erhöhte Kosten und größerer Materialaufwand
verbunden sind.
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Alle diese Schwierigkeiten werden erfindungsgemäß dadurch vermieden,
daß paarweise gegenüberliegende Kanten der aus der Stimmplatte herausgedrückten
länglichen Erhöhungen in derVerlängerung derLängskanten der zugehörigen Schwingungsschlitze
liegen, und daß diese Kanten die seitlichen Führungen für die Zentrierung der an
ihren Kopfteilen nicht verbreiterten Tonzungen gegenüber den Schwingungsschlitzen
bilden. Die Herausdrückungen mit länglicher Gestalt ergeben Kanten von ausreichend
genauer Parallelität und genügender Länge, um eine zuverlässige seitliche Führung
der Tonzungen zu ermöglichen, die an ihren Kopfteilen keine seitlichen Verbreiterungen
erfordern, also einfach in der Herstellung sind und von normalen Bändern entsprechend
der Breite der schwingenden Teile der Tonzungen abgeschnitten werden können.
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Wenn in weiterer Ausgestaltung der Erfindung im Bereiche zwischen
je zwei länglichen Erhöhungen zusätzliche Anschläge für die Tonzungen aus dem Material
der Stimmplatte herausgedrückt werden, dann kann jede Tonzunge mit einem Handgriff
zwischen die seitlichen Führungskanten bis zum Anschlag an die zusätzliche Herausdrückung
eingelegt werden, womit zwangsweise die genaue Lage zwischen den Tonzungen und den
Schwingungsschlitzen der Stimmplatte gewährleistet ist. Der wesentliche technische
Fortschritt der Erfindung beruht also darin, daß sie ohne eine komplizierte Vorrichtung
in einfachster Weise und geeignet für schnelle Fertigung eine präzise Arbeit zu
liefern ermöglicht.
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Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert.
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Es stellt dar Fig.1 eine Draufsicht auf einen Ausschnitt der neuen
Stimmplatte, Fig. 2 einen Schnitt gemäß Linie II-II nach Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt
gemäß Linie III-III nach Fig.1. Fig.4 eine Draufsicht auf einen Ausschnitt der Stimmplatte
ähnlich Fig. 1 nach erfolgter Befestigung der Tonzungen,
Fig. 5
einen Schnitt gemäß Linie V-V nach Fig. 4 und Fig. 6 einen Schnitt gemäß Linie VI-VI
nach Fig.4. Gemäß Fig.1 ist die Stimmplatte l mit den erforderlichen und in bekannter
Weise ausgestalteten Schwingungsschlitzen 2 versehen. Auf der rückwärtigen Seite
sind aus dem Material der Stimmplatte 1 längliche Erhöhungen 3 sowie Anschläge 4
herausgedrückt. Die Erhöhungen 3 sind so ausgestaltet und angeordnet, daß die paarweise
einander zugekehrten Kanten 3 a in der Verlängerung der Schwingungsschlitze 2 liegen.
Die paarweise vorgesehenen Kanten 3 a bilden seitliche Führungen, welche eine genaue
Festlegung der Tonzungen in Querrichtung gegenüber den Schwingungsschlitzen ermöglichen.
Die zusätzlich vorgesehenen Anschläge 4 legen die einzusetzenden Tonzungen auch
in deren Längsrichtung genau fest. Die Tonzungen sind also lediglich zwischen die
paarweisen Kanten 3 a der seitlichen Führungen 3 bis zur Berührung mit dem Anschlag
4 einzuschieben, woraus eine völlig eindeutige und richtige Lage bzw. Stellung der
Tonzungen gegenüber ihren Schwingungsschlitzen resultiert. Irgendwelcher besonderer
Arbeiten für das Ausrichten der Tonzungen bedarf es also nicht mehr. Diese Vorteile
bedeuten eine wesentliche Verringerung des Zeitaufwandes bei der Fertigung sowie
eine Verkürzung der Vorbereitungsarbeiten bei der Herstellung der Tonzungen, da
diese keinerlei Löcher mehr enthalten.
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Aus Fig. 4 bis 6 ergibt sich die eindeutige und richtige Lage der
Tonzungen 5 gegenüber ihren Schwingungsschlitzen 2 als Folge der seitlichen Führung
ihrer Kopfteile 6 an den Rändern der Erhöhungen 3 nach Fig.1 sowie als Folge ihrer
richtigen Lagebestimmung in Längsrichtung durch die Anschläge 4.
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Fig. 4 läßt im Gegensatz zu der Darstellung der Erhöhungen 3 nach
Fig. 1 erkennen, wie infolge ihres Plattdrückens die Erhöhungen 3' mit ihren Seitenrändern
paarweise die Kopfteile 6 der Tonzungen 3 formschlüssig übergreifen, wodurch die
eindeutige Betriebslage der Tonzungen 6 gegenüber den Schwingungsschlitzen 2 dauerhaft
gewährleistet ist.
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Konstruktive Einzelheiten können von der zeichnerischen Darstellung
des Ausführungsbeispieles abweichen, ohne den Rahmen der Erfindung zu überschreiten.
Die Stimmplatte und die Tonzungen können aus irgendeinem der bekannten bzw. geeigneten
Werkstoffe gebildet sein. Das Plattdrücken derErhöhungen 3 zwecks deren Überführung
in die Form 3' erfolgt zweckmäßig für sämtliche Erhöhungen gemeinsam in einem einzigen
Arbeitsgang.