DE1065356B - Einrichtung zur Erzielung einer Schaltdrehbewegung bei Pilgermaschinen - Google Patents
Einrichtung zur Erzielung einer Schaltdrehbewegung bei PilgermaschinenInfo
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Description
DEUTSCHES
Bei Pilgermaschinen mit oszillierender Walzendrehung, insbesondere Kaltpilgermaschinen, werden zur
Erzeugung des Luppenvorschubes sowie der Aufdrehung von Luppe und Dorn Schalteinrichtungen unterschiedlicher
Konstruktion angewendet.
Die älteste Ausführung benutzt eine Sperrad-Sperrklinken-Anordnung
in Verbindung mit einer Nockenscheibe zur Umwandlung der gleichförmigen Antriebsdrehung in die gewünschte Schaltdrehbewegung. Statt
des Sperrades ist auch eine Freilaufkupplung oder eine ähnliche Vorrichtung anwendbar. Diese Einrichtung
hat den Nachteil, daß sie wohl beschleunigt, aber nicht verzögert werden kann, die Größe des Schaltwinkels
daher von der bewegten Masse und der Drehzahl abhängig und somit nicht exakt ist.
Eine zweite Ausführung stellt das Malteserkreuz dar. Zufolge seiner großen Masse und des Spieles
zwischen Rolle und Schlitz erfolgt das Schalten schlagartig und ist deshalb für größere Drehzahlen
unbrauchbar.
Die rein hydraulische Steuereinrichtung, im Prinzip bestehend aus einer auf der Antriebswelle befindlichen
Nockenscheibe, welche die Menge des Drucköles dosiert, und aus einem Hydromotor, welcher die der zugeteilten
Ölmenge entsprechende Drehschaltbewegung erzeugt, arbeitet bei hohen Drehzahlen nicht mehr zuverlässig,
weil sich die Steuerorgane, wie Ventile, Schieber usw., nicht mehr ausreichend schnell bewegen.
Eine weitere Einrichtung für die Erzeugung der Aufdrehung besteht aus Schneckenrad und verschiebbarer
und mit konstanter Drehzahl angetriebener Schnecke, letztere wiederum von einer Nockenscheibe
gesteuert, während als Vorschubeinrichtung eine Gewindespindel in A^erbindung mit einer über einen
Schlaghebel von einer Nockenscheibe verschiebbaren, ebenfalls mit konstanter Drehzahl angetriebenen Gewindemutter
benutzt wird. Auch diesen beiden letztgenannten Einrichtungen haften Mängel an, die sie für
höhere Drehzahlen nicht mehr geeignet erscheinen lassen. Während der Schneckentrieb für die Übertragung
größerer Leistungen zu schwer und daher für höhere Drehzahlen nicht mehr brauchbar wird, hat die Vorschubeinrichtung
mit Gewindespindel und Mutter die Eigenschaft, daß sich der Schlaghebel von der Nockenscheibe
abhebt und damit Schläge erzeugt. Außerdem ist die Bewegung des Vorschubschlittens und der Spindel
nicht abgebremst und wird daher ungenau, was insbesondere für den Vorschub ein empfindlicher Nachteil
ist. Zur Veränderung der Größe des Vorschubes ist ein stufenloses Getriebe zwischengeschaltet, das
ruckartig und somit höchst ungünstig beansprucht wird.
Es sind auch Drehvorrichtungen für das Dorngestänge von Pilgerwalzwerken mit Summengetrieben
Einrichtung
zur Erzielung einer Schaltdrehbewegung
bei Pilgermaschinen
bei Pilgermaschinen
Anmelder:
Mannesmann-Meer Aktiengesellschaft,
M. Gladbach, Karmannstr. 29
M. Gladbach, Karmannstr. 29
Karl Böhm, M. Gladbach,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
bekannt, bei denen ein Getriebeteil konstant umläuft und ein zweites Getriebeteil mit einer hin- und hergehenden
Zahnstange gekuppelt ist, die von einer vom Hauptantrieb konstant angetriebenen Scheibe bewegt
wird. Hierbei steht aber die Abtriebswelle des Differentials beim Rücklauf der Stange nicht still, da dieses
entsprechend dem Wesen eines Differentials nur dann möglich ist, wenn die Stange dem zweiten Getriebeteil
des Differentials während des Rücklaufs eine konstante Geschwindigkeit erteilt.
Andere Ausführungen mit Summengetrieben haben den Nachteil, daß der mit der Abtriebswelle verbundene
Teil während des Walzens festgehalten werden muß und daß das Getriebe zerstört wird, wenn die absatzweise
Drehbewegung aus irgendeinem Grund einmal ausfällt. Dieses ist besonders bei Kaltpilgermaschinen
der Fall, wenn die dem Vorschub des Werkstückes entgegenwirkenden Kräfte so groß sind,
daß sie von dem Kraftspeicher nicht übernommen werden können. Die Folge wäre, daß der Kolben den
doppelten Hub ausführen und dann gegen den Deckel stoßen würde.
Gegenstand der Erfindung ist eine Erzielung der Drehung und des Vorschubs prinzipiell gleiche Einrichtung,
welche die exakte Ausführung der Schaltbewegung gewährleistet und für höhere Drehzahlen
geeignet ist, wobei das Druckgestänge formschlüssig über einen bestimmten Winkelbereich durch das
Summengetriebe stillgehalten wird, da der Antrieb für die Zahnstangen aus einer Kurvenscheibe besteht, die
mit dem Hauptantrieb synchron läuft und auf dem Teil ihres Umfanges, der während des Walzhubes
wirksam ist, als archimedische Spirale verläuft.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß zur Einregulierung der genauen Drehzahl des
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Differentialgetriebes ein stufenlos regelbares Getriebe, vorzugsweise eine Hydrogetriebe, vorgesehen ist.
Bei einer besonderen Ausführungsform des Erfindungsgedankens ist die Zahnstange von der Kurvenscheibe
nicht unmittelbar, sondern über ein Hubgestänge betätigt, das aus einem doppelarmigen Hebel
mit verschiebbarem Drehpunkt besteht, und weiterhin ist die Regeleinrichtung des stufenlos regelbaren Getriebes
mit der Verstellvorrichtung des Hebeldrehpunktes gekuppelt, so daß die dem jeweiligen Hub
der Zahnstange und damit der jeweiligen Größe der Schaltdrehbewegung zugehörige Drehzahl des Differentialgetriebes
erzeugt wird.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsformen gemäß der Erfindung dargestellt, die erste in Fig. 1
und 2, die zweite in Fig. 3 und 4.
In Fig. 1 und 2 ist die Schalteinrichtung für die Luppenaufdrehung im Prinzip dargestellt. Auf der vorzugsweise
mit der Kurbelwellendrehzahl umlaufenden Antriebswelle 1 befindet sich, mit dieser fest verbunden,
die Kurvenscheibe 2. Von dieser wird die Zahnstange 3 angehoben, die mit dem Ritzel 4 im Eingriff
steht. Durch eine Feder 5 oder andere geeignete Einrichtungen wird der stetige Kontakt mit der Kurvenscheibe
erzielt. Das Zahnritzel 4 treibt ein Rad 6 des Differentialgetriebes 7, dessen Gehäuse über den Zahnkranz
8, Zwischenrad 9 und Zahnrad 10, welches auf
der Antriebswelle 1 sitzt, gleichförmig gedreht wird. Die Schaltwelle 11 ist mit dem Abtriebsrad 12 des
Differentialgetriebes 7 verbunden.
Die Wirkungsweise ist folgende: Sobald die Zahnstange 3 vom aufsteigenden Teil der umlaufenden
Kurvenscheibe 2 angehoben wird, erfährt das Rad 4 und damit das Rad 6 im Differentialgetriebe 7 eine
Drehung, die sich zur konstanten, über die Räder 8, 9 und 10 erzeugten Drehung des Differentialgetriebes
addiert. Der Erfolg ist die beabsichtigte Drehung der Schaltwelle 11. Da der absteigende Teil der Kurvenscheibe
2 als archimedische Spirale ausgebildet ist, erfolgt über den restlichen Umlauf der Kurvenscheibe
ein gleichförmiges Absinken der Zahnstange 3 und damit eine ebenfalls gleichförmige Drehung der
Räder 4 und 6, und zwar entgegengesetzt der Umlaufrichtung des Differentialgetriebes 7. Durch geeignete
Übersetzung zwischen den Rädern 8 und 10 wird erreicht, daß die Drehung des Rades 6 von der Drehung
des Differentials 7 in bezug auf die Abtriebswelle 11 aufgehoben wird und damit diese während des Ablaufs
des absteigenden Kurventeils stillsteht. Der Antrieb des Differentials 7 durch die Räder 8, 9 und 10 kann
ersetzt werden durch ein stufenlos regelbares mechanisches oder hydraulisches Getriebe, das den Vorteil
einer genauen Einregulierung der Drehzahl des Differentials zum Zwecke des unbedingten Stillstandes der
Abtriebswelle 11 beim Ablauf des absteigenden Kurvenscheibenteiles gewährleistet. Darüber hinaus bildet
das Hydrogetriebe noch eine Sicherheit gegen Überlastung der ganzen Einrichtung durch die Möglichkeit,
daß bei unzulässigem Öldruckanstieg das Sicherheitsventil anspricht.
Die in den Fig. 3 und 4 gezeigte Einrichtung dient zur Erzeugung einer regelbaren Schaltdrehbewegung,
wie sie für einen einstellbaren Luppenvorschub erforderlich ist. Sie unterscheidet sich gegenüber der in
Fig. 1 und 2 dargestellten Einrichtung dadurch, daß die Zahnstange 3 nicht unmittelbar mit der Kurvenscheibe
2 in Kontakt steht, sondern über einen Hebel 13, dessen Drehpunkt 14 verschiebbar ist, mit der
Abnehmeeinrichtung 15 verbunden ist. Durch \rerschieben
des Drehpunktes 14 mittels Gestänge 16 wird die Übersetzung zwischen Kurvenhub und Zahnstangenhub
und damit die Größe der Drehschaltbewegung an Abtriebswelle 11 geändert. Es ist jedoch
erforderlich, daß die kontinuierliche Umlaufgeschwindigkeit des Differentials 7 ebenfalls veränderlich sein
muß, was durch ein stufenlos regelbares Getriebe, z.B. ein hydraulisches Getriebe, leicht möglich ist. Das
Verstellgestänge 16 zur Veränderung des Drehpunktes dient gleichzeitig zur Mengenregelung des mit konstanter
Drehzahl angetriebenen, als Beispiel gezeigten Hydromotors 17, dessen Ölstrom dem nicht verstellbaren
Hydromotor 18 zugeleitet wird. Dieser treibt über Rad 18 und Zahnkranz 8 das Differential 7 mit
der entsprechenden Drehzahl, die zur Erzielung der vorher beschriebenen Wirkung erforderlich ist.
Claims (3)
1. Einrichtung zur Erzielung einer Schaltdrehbewegung aus einer gleichförmigen Antriebsdrehbewegung
bei Pilgermaschinen, insbesondere Kaltpilgermaschinen, mit einem Differentialgetriebe,
dessen einer Antrieb konstant umläuft und dessen zweiter Antrieb durch ein von einem hin- und hergehenden
Zahnstangentrieb angetriebenes Ritzel gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, daß der
Antrieb für die Zahnstange durch eine Kurvenscheibe erfolgt, die mit dem Hauptantrieb synchron
läuft und auf dem Teil ihres Umfanges, der während des Walzhubes wirksam ist, als archimedische
Spirale ausgebildet ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einregulierung der genauen
Drehzahl des Differentialgetriebes ein stufenlos regelbares Getriebe, vorzugsweise ein Plydrogetriebe,
mit Sicherheitsventil vorgesehen ist.
3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahnstange von
der Kurvenscheibe über ein Hubgestänge betätigt ist, das aus einem doppelarmigen Hebel mit verschiebbarem
Drehpunkt besteht, und daß die Regeleinrichtung des stufenlos regelbaren Getriebes mit
der Verstellvorrichtung des Hebeldrehpunktes gekuppelt ist, so daß die dem jeweiligen Hub der
Zahnstange und damit der jeweiligen Größe der Schaltdrehbewegung zugehörige Drehzahl des
Differentialgetriebes erzeugt wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 320 090, 907 763.
Deutsche Patentschriften Nr. 320 090, 907 763.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 909 628/137 9.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1065356B true DE1065356B (de) | 1959-09-17 |
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ID=591713
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT1065356D Pending DE1065356B (de) | Einrichtung zur Erzielung einer Schaltdrehbewegung bei Pilgermaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1065356B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2804504A1 (de) * | 1977-02-03 | 1978-08-17 | Vallourec Lorraine Escaut | Pilgerschrittwalzwerk |
-
0
- DE DENDAT1065356D patent/DE1065356B/de active Pending
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|---|---|---|---|---|
| DE2804504A1 (de) * | 1977-02-03 | 1978-08-17 | Vallourec Lorraine Escaut | Pilgerschrittwalzwerk |
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