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Verfahren zur Herstellung von reinen Tetracyclinsalzen bzW. reinem
Tetracyclin Die Erfindung betrifft die Herstellung von reinen Tetracyclinsalzen
bzw. reinem Tetracyclin aus tetracyclinhaltigem Material, insbesondere aus Material,
das außerdem Chortetracyclin enthält.
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Tetracyclin ist ein amphoteres Antibiotikum, das finit Säuren und
Basen Salze bildet. Seine exakte chemische Bezeichnung ist 4-Dimethylamino-1,4,4a.5-5a,
6,11,12a-octahydro-3, 6, 10,12,12a-pen:taoxy-6-methyl-1,11-dioxo-2-naphthacencarbonsäureamid.
Es wurden bereits verschiedene Methoden zur Reinigung von unreinem Tetracyclin durch
Fällung desselben als Säureadditionssalz, als Salz mit einer Base oder als freies
Tetracyclin aus Lösungen in wäßrigen oder organischen Lösungsmitteln vorgeschlagen.
Sie waren jedoch aus dem einen oder anderen Grunde nicht völlig zufriedenstellend.
Wenn beispielsweise Tetracyclinhydrochlorid von sehr hohem Reinheitsgrad hergestellt
werden soll, so kann es zwar aus Butanod oder anderen Alkan olen gefällt werden,
doch erreichen die Ausbeuten nicht die gewünschte Höhe; außerdem erfolgt während
der langen Zeitspanne, die für die Abscheidung der Kristalle aus der Lösung erforderlich
ist, eine gewisse Dehydratisierung des Tetracyclins auf Grund der Anwesenheit überschüssiger
Salzsäure. Außerdem ist das nach den verschiedenen bisher bekannten Verfahren hergestellte
Tetracy clin mit beträchtlichen Mengen Chlortetracyclin vergesellschaftet, das zur
Erzielung eines reinen Produktes vom Tetracyclin abgetrennt werden muß.
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Bei der Herstellung von Tetracyclin durch katalytische Reduktion von
Chlortetracyclin, beispielsweise nach dem in der USA.-Patentschrift 2
699 054 beschriebenen Verfahren, bleiben noch wechselnde Menge Chlortetracyclin
zurück, die nur schwer und unvollständig durch Umkristallisieren aus dem Produkt
abgetrennt werden können. Bei der permentativen Herstellung von Tetracyclin mittels
eines Mikroorganismus, beispielsweise nach dem in der USA.-Patentschrift 2 734 018
beschriebenen Verfahren, können beträchtliche Mengen an Chlortetracyclin während
der Gärung gleichzeitig gebildet werden, wenn die Chlorionenkontrolle nicht sorgfältig
durchgeführt wird, so daß das Rohprodukt mehr Chlortetracyclin als gewünscht enhält.
Die zur Zeit zur Verfügung stehenden Verfahren zur Abtrennung von geringen Mengen
Chlortetracyclin von Tetracyclin werden als unzureichend angesehen, weshalb das
Bedürfnis nach besseren Methoden hierfür besteht.
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So ist beispielsweise die Reinigung von Tetracyclin enthaltenden Lösungen
unter Verwendung schwerlöslicher Komplexsalze aus Tetracyclin und verschiedenartigsten
Metallen und Säuren wie sie in den USA.-Patentschriften 2 736 735 und 73'6 725 beschrieben
sind, nicht erfolgreich., da sich die entsprechenden Tetracyclin- und Chlortetracyclinsalze
in ihrer Löslichkeit nicht merklich unterscheiden.
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Die Erfindung beruht auf der Beobachtung, daß Oxalsäure mit Tetracyclin
unter Bildung von Salzen umgesetzt werden kann, die wesentlich unlöslicher sind
als die entsprechenden Salze des Chlortetracvclins. Diese unlöslichen Salze können
aus der Lösung ausgefällt werden, wobei praktisch das gesamte Ch.lortetracyclin
und der größte Teil der außerdem vorhandenen Verunreinigungen in Lösung bleiben.
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Die Erfindung betrifft daher ein Verfahren zur Herstellung von reinen
Tetracyclinsalzen bzw. reinem Tetracyclin aus tetracyclinhaltigem Material, insbesondere
solchem Material, das außerdem Chlortetracyclin enthält, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß man den pH-Wert einer Lösung des tetraeyclinhaltigen Materials auf etwa
1 bis 5 eingestellt, danach Oxalsäure zusetzt und das gebildete gefällte Säuresalz
des Tetracyclins abtrennt und gegebenenfalls durch Neutralisation in die freie Base
überführt.
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Unter tetracyclinhaltiger Lösung wird eine Lösung verstanden, die
Tetracyclin in gelöstem Zustand zusammen mit Verunreinigungen enthält und sowohl
eine wäßrige Lösung als auch eine Lösung in einem organischen Lösungsmittel sein
kann. Sie kann beispielsweise eine wäßrige Rohlösung sein, die durch Entfernung
eines Teils der Verunreinigungen aus einer Tetracyclingärfiüssigkeit erhalten wurde
und Gärverunreinigungen sowie Chlortetracyclin enthält,
oder eine
Lösung, die durch Auflösen von rohem Tetracyclin in angesäuertem Wasser oder anderen
beliebigen organischen Lösungsmitteln erhalten- wurde. Das Tetracyclin kann in dem
Lösungsmittel in- Form eines beliebigen sauren oder basischen Salzes oder als freie-
Base vorliegen. Das erfindungsgemäße Verfahren kann demnach stets da angewandt werden,
wo Tetracyclin in kristalliner Form aus einer Lösung von Tetracyclin gewonnen werden
soll.
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Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zunächst
eine Lösung von Tetracyclin hergestellt, das mit Gär- oder anderen Verunreinigungen
und bzw. oder Chlortetracyclin vergesellschaftet ist. Diese Lösung soll bezüglich
Tetracyclin so konzentriert sein, daß sie mehr als 1 Gewichtsprozent Tetracvclin
enthält. Das oxalsaure Salz des Tetracyclins weist bei Zimmertemperatur in Wasser
eine Löslichkeit von etwa 1 bis 3% auf; die Lösung, aus der das Tetracyclin gewonnen
werden soll, muß daher mehr als diese Mindestmenge Tetracyclin enthalten. Die Wasserstoffionenkonzentration
der Lösung kann von einem pH-Wert von etwa 1 bis etwa 5 variieren. Es ist nicht
zweckmäßig, bei pH-Werten unter 1 im Hinblick auf die Neigung des Antibiotikums,
in stark sauren Lösungen einen gewissen Abbau zu erleiden, zu arbeiten. In dem Maße,
wie der p],-Wert der Lösung ansteigt, wird Tetracyclin ziemlich unlöslich, und das
Verfahren kann gleichfalls nicht mehr mit Vorteil durchgeführt werden. p$ Wert-Bereiche
zwischen etwa 1,5 und 3 sind bevorzugt. Schwefelsäure ist zwar die zur Einstellung
des pH-Wertes bevorzugte Säure, doch können auch andere Säuren, wie Salzsäuren,
Phosphorsäure, Ameisensäure oder jede andere beliebige Säure, die keine Salze mit
Tetracyclin bildet, die unlöslicher sind als Tetracyclinoxalat, jedoch den pH-Wert
auf den gewünschten niedrigen Wert herabsetzt, verwendet werden.
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Die so hergestellte Lösung wird durch Filtrieren oder andere Maßnahmen
geklärt, um die unlöslichen Bestandteile zu entfernen, wonach die Dicarbonsäure
in Mengen zugesetzt wird, die zur Bildung des Salzes mit dem Tetracyclin ausreichen.
Ein Übersch,uß an Säure ist nicht nachteilig, und es können der Lösung Mengen von
etwa 1 Mol Säure bis etwa 10 Mol je 11o1 darin enthaltenen Tetracyclins zugesetzt
werden. Ein geringer Überschuß der zur Fällung verwendeten Säure wird bevorzugt,
um dadurch eine vollständige Gewinnung des Tetracyclins zu erreichen. Etwa 2 Mol
Oxalsäure je Mol Tetracyclin werden als etwa optimale Menge angesehen. Im Hinblick
auf die Tatsache, daß sich die zu behandelnde Lösung bei einem sauren p11-Wert befindet,
ist es praktisch bedeutungslos, ob die Dicarbonsäure in Form der freien Säure oder
als Salz zugegeben wird.
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Eine Vorreinigung des Rohmaterials dürfte im allgemeinen zweckmäßig
sein, ist jedoch nicht unbedingt erforderlich, wenn das Verfahren lediglich zur
Trennung von Tetracyclin und Chlortetracyclin durchgeführt wird. Im Rahmen einer
Vorreinigung kann eine Filtration der Gärmaische zur Entfernung des Mycels und anderer
unlöslicher Stoffe durchgeführt werden und, falls erwünscht, können die Antibiotika
gemeinsam gefällt oder aus den wäßrigen oder organischen Lösungsmitteln, in welchen
sie gelöst sind, extrahiert werden, um sie von den sie begleitenden Verunreinigungen
teilweise zu befreien. Verschiedene derartige Methoden, die in den folgenden Beispielen
näher erläutert werden, sind dem Fachmann bekannt. Für sie wird Schutz im Rahmen
der vorliegenden Erfindung nicht beansprucht.
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Wasser ist zwar das zur Herstellung der Lösungen, aus welchen Tetracyclinoxalat
gefällt wird, bevorzugte Lösungsmittel, doch können auch eine Reihe organischer
Lösungsmittel und bzw. oder Wasser verwendet werden. Diese Lösungsmittel sollen
keine übermäßige Löslichkeit für Tetracyclinoxalat besitzen, sollen jedoch selbstverständlich
große Tetracyclinmengen lösen können. Zu den an Steile von Wasser verwendbaren Lösungsmitteln
gehören beispielsweise Essigsäureäthylester, Essigsäurebutylester und die Alkanole
mit 3 bis 5 Kohlenstoffatomen. Die relative Löslichkeit von Tetracyclinoxalat in
einer Anzahl Lösungsmittelsystemen wird in der nachfolgenden Tabelle wiedergegeben,
die als ein Hilfsmittel zur Auswahl geeigneter Lösungsmittel anzusehen ist. Der
p11-Wert des Systems, der Überschuß an Oxalatio.nen und andere Faktoren beeinflussen
selbstverständlich diese Werte erheblich.
| Temperatur EAtraktions- Wirksamkeit |
| Lösungsmittel lauer |
| ° C Minuten 7/m1 |
| Äthanol................................ 32 30 50000
bis 60 000 |
| n-Propylalkohol......................... 30 30 10 000 bis 17
000 |
| Isopropylalkohol........................ 30 30 500 bis 800 |
| n-Butanol................ .............. 31 30
4 000 bis 7 500 |
| Isopropylalkohol-H20 (50 : 50) ... . . . .. . 21 30
25800 |
| Mit Butanol gesättigtes Wasser . . . . . . . . . . 21 30 .45800 |
| 4 30 23500 |
| Mit Wasser gesättigtes Butanol . . . . . . . . . . 21 30 6420 |
| n-Amylalkohol.......................... 30 30
1600 bis 2 200 |
| iso-Amylalkohol ....... . . . . . . . . . . . . . .
. . . 29 30 850 |
| Mit iso-Amylalkohol gesättigtes Wasser . . 21 30
35500 |
| Mit Wasser gesättigter iso-Amylalkohol . . 21 30 910 |
| Butylacetat .......... ................ 30 30 400 |
| Aceton ... .. .. ............:............ 30 30 4000 |
| Wasser . .. . - . .......................... 31 30
32500 |
| Wasser ................................ 4 30 10000 |
Außer dem oben angegebenen Eigenschaften zeigt Tetracvclinoxalat einen Schmelzpunkt
im Bereich von 140 bis 210' C unter Zersetzung. Die Mikroanalyse einer nach den
folgenden Arbeitsweisen hergestellten Kristallprobe ergab folgende Werte: Kohlenstoff
50,9%, Wasserstoff 4;6% und Stickstoff 4,5%. Die
berechneten Analysemverte
für Tetracyclinoxa.latkristalle mit 1 Molekül Wasser, C22 H24 N
203. C2 H2
04 H201 sind Kohlenstoff 52,20/0, Wasserstoff 5,1"/o und Stickstoff 5,1%. Der Extinktionskoeffizent
in 0,1 n-Schwefelsäure beträgt Ei'.m = 116 bei 355 m#t. Die LD50 des Produkts bei
der Maus beträgt 243 mg; lrg. Beispiel 1 Eine tetracyclinhaltige Fällung, die durch
Einstellen des pH-Werts eines Filtrats einer Tetracyclingärflüssigkeit auf 8,5 erhalten
wurde, wurde mit Methanol extrahiert, mit Schwefelsäure angesäuert (pll-Wert 1,5),
mit Aktivkohle entfärbt, auf einen pli Wert von 3 eingestellt, filtriert und bei
vermindertem Druck eingeengt, um den Tetracyclingehalt auf etwa 20% zu bringen,
und schließlich vom Methanol durch Destillation befreit. Die so erhaltene wäßrige
Lösung wurde mit Oxalsäure in einer Menge versetzt, die etwa der Hälfte des vorhandenen
Tetracyclins entsprach. Beim Rühren der Lösung wurde das Oxadat des Tetracyclins
direkt in Form von Kristallen ausgeschieden. Die Kristalle wurden abfiltriert, mit
Wasser gewaschen und getrocknet. Ihre durch einen biologischen Test ermittelte Reinheit
betrug etwa 800 ylmg. Bei der Papierchromatographie konnte keine auf Chlortetracyclin
zurückzuführende Hemmzone nachgewiesen werden. Der Wert des Extinktionskoeffizienten
im ultravioletten Bereich stimmte mit dem für reines Tetracyclin überein. Die Ausbeute
lag bei etwa 701/o der Theorie.
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Beispiel 2 Freies Tetracyclin, wie es durch Hydrieren von Chlortetracyclin
mit Wasserstoff unter Verwendung von Palladium-Kohle als Katalysator in allgemein
bekannter Weise erhalten wird, wurde in mit Schwefelsäure angesäuertem Wasser (pH-Wert
1,5) gelöst, so claß eine 30%ige Lösung erhalten wurde. Nach Zugabe von Oxalsäure
oder einem Alkalisalz dieser Säuren zu dieser Lösung in einem Verhältnis von 2 Mol
je 1lol Tetracyclin wurden innerhalb kurzer Zeit Kristalle abgeschieden. Das Ergebnis
eines biologischen Tests zeigte, daß diese Kristalle eine Reinheit von 800 y/mg
aufwiesen. Bei der Papierchromatographie konnte keine auf Chlortetracyclin zurückzuführende
Hemmzone nachgewiesen werden. Die beim Abfiltrieren dieser Kristalle erhaltene Mutterlauge
zeigte bei der Papierchromatographie eine auf Chlortetracyclin zurückzuführende
Hemmzone.
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Das wie oben beschriebene hergestellte Oxalat konnte folgendermaßen
in freies Tetracyclin oder ein Säuresalz desselben übergeführt werden: Das Salz
wurde in Wasser suspendiert, mit wäßriger Natronlauge versetzt und die Lösung auf
einen p$ Wert von 5 eingestellt. Beim Rühren der Lösung wurde T etracyclin in Form
der freien Base erhalten. Beim Suspendieren dieser freien Base in Butanol, Propanol
oder Äthanol und Versetzen dieser Suspension mit etwa 2 Mol konzentrierter Salzsäure
ging die freie Base zunächst vollständig in Lösung, doch ließ sich durch Rühren
der Lösung das Tetracyclinhydrochlorid verhältnismäßig leicht in Form von Kristallen
zur Abscheidung bringen.
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Beispiel 3 2,5 g freie Tetracyclinbase, erhalten durch katalytische
Hydrierung von Chlortetracyclin in bekannter Weise, wurden in 10 ml Wasser suspendiert.
Durch Zugabe von 0,75m1 50%iger Schwefelsäure zu der Suspension wurde der pg Wert
auf 2 gebracht, und die freie Base des Tetracyclins löste sich vollständig auf.
Die Lösung wurde einmal filtriert. Das Filtrat wurde mit 1 g Oxalsäure (mit 2 Mol
Kristallwasser) versetzt, und sobald die Oxalsäure gelöst war, schieden sich Kristalle
aus. Es wurden 2,8 g Tetracyclinoxalat erhalten. Der Gehalt war 780 7/mg.
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Bei der Papierchromatographie zeigten diese Kristalle keine durch
Chlortetracyclin hervorgerufene Hemmzone; die von den Kristallen befreite Mutterlauge
wies jedoch sowohl die durch Chlortetracyclin als auch Tetracyclin hervorgerufenen
Hemmzonen auf. Beispiel 4 Eine Tetracyclingärflüssigkeit wurde mit Schwefelsäure
angesäuert und filtriert. Nach Zugabe eines oberflächenaktiven Mittels, wie LauryldimethtTlbenzylammoniumchlorid,
wurde der pH-Wert auf 8,5 gebracht. Der erhaltene Niederschlag wurde getrocknet
und zerkleinert. 60 g dieses Niederschlags (mit einem Gehalt von etwa 17 g Tetracyclin),
der etwa 5 bis 10% Chlortetratcyclin enthielt, wurden 3mal unter Verwendung von
etwa 300 ml Methanol bei einem p$ Wert von 2 und unter Zugabe von Oxalsäure extrahiert.
Die Extrakte wurden vereinigt, mit Aktivkohle behandelt und filtriert. Auf diese
Weise wurde 1 1 Filtrat erhalten. Etwa 12 g Tetracyclin lagen in dem Filtrat gelöst
vor. Beim Eindampfen dieser Lösung unterhalb 30° C unter vermindertem Druck zur
Trockne und Versetzen des Rückstands mit 15 ml Wasser (oder auch Essigsäureäthylester
oder Amylalkohol) schied sich Tetracyclinoxalat aus. Es wurde abfiltriert, mit Wasser
gewaschen und getrocknet. Auf diese Weise wurden 11,95 g kristalline Substanz erhalten.
Der Gehalt betrug 710 y/mg. Die Mutterlauge enthielt das Chlortetracyclin. Beispiel
5 50 g des getrockneten Niederschlags, der etwa 20 g Tetracyclin enthielt und in
der gleichen Weise, wie im Beispiel 4 beschrieben, behandelt wurde, wurde durch
Zugabe von konzentrierter Schwefelsäure unter Rühren mit 500 ml Methanol auf einen
pH-Wert von 1,5 gebracht. Nach 11/2stündigem Rühren wurde die Lösung filtriert.
Der Rückstand wurde nach Zugabe von 250 ml Methanol und 1 ml Schwefelsäure noch
1 Stunde weitergerührt und dann filtriert. Beide Extrakte wurden vereinigt. Diese
vereinigten Extrakte wurden nach Zugabe von 20 g Aktivkohle 1 Stunde gerührt und
dann filtriert. Man erhielt 870 ml Filtrat, das 100"/o der ursprünglich vorhandenen
antibiotischen Wirksamkeit enthielt.
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Der pH-Wert dieser Methanollösung wurde mit einer 10%igen wäßrigen
Natriumhydroxydlösung auf 2.5 bis 3 eingestellt. Die Lösung wurde unter vermindertem
Druck auf etwa 50 ml eingeengt. Der pH-Wert der Lösung wurde dann genau auf 3 eingestellt,
und 25 ml Wasser wurden zugesetzt. Dann wurde das Gemisch weiter eingeengt. Nach
dem Abdestillieren des Methanols wurde die Lösung mit 3,5 g Oxalsäure versetzt.
Beim Rühren der Lösung schieden sich sofort Kristalle aus. Nach Stehenlassen über
Nacht wurden die Kristalle abfiltriert, mit Wasser gewaschen und getrocknet. Dann
erhielt 14,4 g Tetracyclinoxalat. Der Gehalt betrug 800 y/mg.
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Beispiel 6 3,6 g eines Gemisches aus gleichen Teilen roher freier
Chlortetracyclin- und roher freier Tetracyclinbase
wurden in 8 ml
Wasser suspendiert. Die Suspension wurde mit 0.6 ml 50%iger Schwefelsäure versetzt,
wodurch der pH-Wert auf 2 bis 3 eingestellt wurde und das Gemisch sich nahezu löste.
Die Lösung wurde filtriert. Beim Rühren des Filtrats unter Zusatz von 1,7 g Oxalsäure
(mit 2 Moi Kristallwasser) schieden sich Kristalle ab. Nach 2 Stunden wurde das
Tetracyclinoxalat abfiitriert, und 1,4 g Kristalle wurden erhalten. Das Filtrat
wurde unter Zusatz von 0,5 ml konzentrierter Salzsäure gerührt, wobei Chiortetracyclinhydrochlorid
allmählich kristallisierte. Nach Abkühlen und Stehenlassen wurden die Kristalle
abfiltriert, mit Wasser gewaschen und getrocknet. Man erhielt 1,6 g Chlortetracyclinhydrochlorid.
Beispiel 7 Der durch Einstellen des pA Wertes eines sauren Filtrats einet- Tetracyclingärflüssigkeit
auf 8,5 erhaltene Kuchen wurde getrocknet. 50 g des getrockneten Kuchens wurden
zunächst mit 500 ml Methanol, das 5 g Calciumchlorid enthielt, und dann mit 250
ml Methanol, das 2 g Calciumchlorid enthielt, extrahiert. Die vereinigten Extraktionsflüssigkeiten
wurden mit 15 g Aktivkohle (»DarC0-G-60'«) versetzt und filtriert. Dieses Filtrat
wurde im Vakuum bei 35° C auf 50 ml eingeengt. Das erhaltene Konzentrat wurde in
200 ml Wasser gegossen, das 0,5 ml Lauryldimethylbenzylammoniumchlorid (50%ige Lösung)
gelöst enthielt, und der gebildete Niederschlag wurde mit Hilfe von 1,5 g Datorneenerde
(»Dicalite«) abfiltriert und mit Wasser gewaschen. Der durch Filtrieren erhaltene
Kuchen wurde in 30 ml verdünnter Schwefelsäure suspendiert, nach dem Rühren abfiltriert
und mit verdünnter Schwefelsäure gewaschen. Die erhaltenen 96 ml Lösungen wurden
unter Rühren mit 4 g Oxalsäure versetzt. Tetracvclinoxalat kristallisierte sofort
aus, wurde abfiltriert und mit Wasser gewaschen. Man erhielt 7,4 g des Oxalats,
was einer Ausbeute von 84% der Theorie entsprach. Beispiel 8 200g des feuchten Kuchens,
der etwa 7,0g Tetracyclin als freie Base auf Grund einer biologischen Prüfung enthielt,
wurden 3mal mit Wasser, das mit 50%iger Schwefelsäure angesäuert war, extrahiert.
Die vereinigten wäßrigen Extrakte (605 rnl, 17200 y/ml, insgesamt 10,3- freie
Base), wurden 2 Stunden mit 14g Aktivkohle (»Dar-co-G-69«) behandelt und dann filtriert.
Das Filtrat wurde mit 40 g Mg C12 - 4 H2 O und 2 ml Lauryidimethylbenzylammoniumchlorid
(500/aige Lösung) versetzt und auf eine pH-Wert von 6,8 gebracht. Der erhaltene
Niederschlag wurde abfiltriert und unter Rühren in 20 ml Wasser und 12 ml 50°/aiger
Schwefelsäure gelöst. Der abfiltrierte Kuchen wurde gründlich mit angesäuertem Wasser
gewaschen, und die vereinigten wäßrigen Lösungen wurden mit 6 g Oxalsäure versetzt.
Das gebildete Oxalat wurde abfiltriert, mit Wasser gewaschen und getrocknet. Man
erhielt 12,6 g Tetracyclinoxalat mit einem Wirkstoffgehalt von 680 y/mg.
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Beispiel 9 Aus freier Tetracyclinbase mit einem Gehalt von 849 y/mg
und freier Chlortetracyclinbase mit einem Gehalt von 924 y/mg wurden Gemische hergestellt,
die 5, 10 bzw. 2011/o von Chlortetracyclin enthielten. Eine Probe von 5 g jedes
dieser Gemische wurde in 20 a atl Wasser suspendiert und zur Lösung mit 50%iger
Schwefelsäure versetzt. Der PH-Wert lag dann bei 1.8 bis 2,0. Die Lösungen wurden
mit 2;0 g festem Oxalsäuredihvdrat versetzt und die Säure zur Lösung gebracht. Nach
einigen Minuten begann das Oxalat auszufallen. Die Gemische wurden 15 Minuten gerührt
und 4 Stunden stehengelassen. Dann wurden sie filtriert, mit einer geringen Menge
kaltem Wasser gewaschen und luftgetrocknet.
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Es wurden folgende Tetracyclinausbeuten erhalten:
| olo Chlortetra- Tetra- Chlortetra- Ge- |
| cyclin in der ,cyclingehalt cyclingehalt (Afj : winnung |
| ursprünglichen |
| Probe 7/mg y/mg °% |
| 20 700 < 20 82,5 |
| 10 750 < 20 85,0 |
| 5 700 <20 85,0 |
Die Bezeichnung »Af« ist die Abkürzung für »Aureomvcin fluormetric« und bezieht
sich auf eine fluormetrische Testmethode, die für Chlortetracyclin spezifisch ist
und das varhandeneTetracyclin. nicht erfaßt.