DE102007019471B4 - Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine - Google Patents

Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine Download PDF

Info

Publication number
DE102007019471B4
DE102007019471B4 DE102007019471.6A DE102007019471A DE102007019471B4 DE 102007019471 B4 DE102007019471 B4 DE 102007019471B4 DE 102007019471 A DE102007019471 A DE 102007019471A DE 102007019471 B4 DE102007019471 B4 DE 102007019471B4
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
color
inking unit
metering
ink
controlling
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DE102007019471.6A
Other languages
English (en)
Other versions
DE102007019471A1 (de
Inventor
Nikolaus Pfeiffer
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Heidelberger Druckmaschinen AG
Original Assignee
Heidelberger Druckmaschinen AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority to DE102006022520 priority Critical
Priority to DE102006022520.1 priority
Application filed by Heidelberger Druckmaschinen AG filed Critical Heidelberger Druckmaschinen AG
Priority to DE102007019471.6A priority patent/DE102007019471B4/de
Publication of DE102007019471A1 publication Critical patent/DE102007019471A1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE102007019471B4 publication Critical patent/DE102007019471B4/de
Active legal-status Critical Current
Anticipated expiration legal-status Critical

Links

Images

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41FPRINTING MACHINES OR PRESSES
    • B41F31/00Inking arrangements or devices
    • B41F31/02Ducts, containers, supply or metering devices
    • B41F31/04Ducts, containers, supply or metering devices with duct-blades or like metering devices
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41FPRINTING MACHINES OR PRESSES
    • B41F31/00Inking arrangements or devices

Abstract

Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine mit wenigstens einem Farbdosierelement und einer Steuerungseinheit, wobei das Farbdosierelement von einer ersten Farbmengendosierung (14) auf eine zweite Farbmengendosierung (16) für eine zu erreichende Sollfärbung (10) umgestellt und das Farbdosierelement während der instationären Phase des Farbwerks vor Erreichen der Sollfärbung (10) wenigstens für einen Zeitabschnitt auf eine temporare dritte Farbmengendosierung (20) von der Steuerungseinheit eingestellt wird,
wobei die Steuerungseinheit wenigstens einen Wert einer aktuellen Istfärbung (12) während der instationären Phase des Farbwerks für die Bestimmung der temporären dritten Farbmengendosierung (20) verarbeitet,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Wert der aktuellen Istfärbung (12) ein korrigierter Wert (24) einer gemessenen instationären Istfärbung (22) ist.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine mit wenigstens einem Farbdosierelement und einer Steuerungseinheit, wobei das Farbdosierelement von einer ersten Farbmengendosierung auf eine zweite Farbmengendosierung für eine zu erreichende Sollfärbung umgestellt und das Farbdosierelement während der instationären Phase des Farbwerks vor Erreichen der Sollfärbung wenigstens für einen Zeitabschnitt auf eine temporäre dritte Farbmengendosierung von der Steuerungseinheit eingestellt wird.
  • Farbwerke als Teile von Druckwerken von Druckmaschinen, insbesondere Flachdruckmaschinen oder Offsetdruckmaschinen, weisen eine gewisse Reaktionszeit auf, wenn sie von einem ersten stationären Zustand, in welchem eine erste Färbung eines Bedruckstoffs erreicht wird, in einen zweiten stationären Zustand, in welchem eine erste Färbung eines Bedruckstoffs erreicht wird, überführt oder umgestellt werden. Mit anderen Worten, ausgehend von einem alten stationären Zustand ist ein neuer stationärer Zustand nicht instantan, sondern nur nach einem gewissen transienten Zeitintervall oder einer instationären Phase des Farbwerks erreichbar. Um die Farbwerksreaktion zu beschleunigen – das heißt, die Reaktionszeit zu verkürzen – ist es bekannt, kurzfristig, insbesondere während der instationären Phase, eine verstärkte Verstellung des oder der Farbdosierelemente des Farbwerks vorzunehmen, so dass temporär eine andere Farbmenge als im ersten und auch als im zweiten Zustand ins Farbwerk eingebracht wird. Die verstärkte Verstellung ist dabei je nach zu erreichendem Ziel eine deutliche Überhöhung oder eine deutliche Unterschreitung der erforderlichen Farbmengenzufuhr im zweiten stationären Zustand. Auf diese Weise zum Erreichen eines zweiten stationären Zustands mit höherem Farbauftrag wird ins Farbwerk eine zusätzliche Farbmenge eingebracht, oder zum Erreichen eines zweiten stationären Zustands mit verringertem Farbauftrag verlässt eine überschüssige Farbmenge das Farbwerk aufgrund reduzierter Zufuhr.
  • Beispielsweise aus dem Dokument DE 100 56 247 A1 ist ein Verfahren zum Steuern der Farbmenge in einem zonalen Farbwerk einer Druckmaschine bekannt. Für jede der Farbzonen werden Korrektur-Farbmengenströme während eines Übergangszeitintervalls eingebracht, wenn der Sollwert der abzugebenden Farbmenge der Farbzone von einem ersten auf einen zweiten Wert verändert wird. Aufgrund einer Verreibung der ins Farbwerk eingebrachten Farbmenge sind die Farbmengen in den einzelnen Farbzonen nicht voneinander unabhängig. Es sind deshalb weitere Korrektur-Farbmengenströme vorgesehen, welche den lateralen Farbfluss zwischen benachbarten Farbzonen im Übergangszeitintervall ausgleichen.
  • Des Weiteren ist aus dem Dokument DE 101 09 198 A1 eine Druckfarben-Regelvorrichtung bekannt. Entsprechend dem Dichteunterschied zwischen einer Solldichte der Färbung einer Drucksache oder einer Referenzdichte und der gemessenen Dichte wird ein Referenzkorrekturwert für die Veränderung des Öffnungsgrades der Druckfarbenzufuhr bestimmt. Während einer vorbestimmten Anzahl wird der Öffnungsgrad um einen Korrekturwert, der sich durch Multiplikation des Referenzkorrekturwerts mit einem Koeffizienten größer als 1 ergibt, verändert. Auf diese Weise ist während eines Übergangszeitintervalls der Öffnungsgrad größer als der an die Solldichte angepasste, wenn die Solldichte größer als die gemessene Dichte ist, und kleiner als der an die Solldichte angepasste, wenn die Solldichte kleiner als die gemessene Dichte ist.
  • Bei manchen in der Praxis auftretenden Parameterkombinationen, insbesondere wenn der erste Zustand nicht hinreichend stationär ist, kann die beschriebene Vorgehensweise nicht zum gewünschten Ergebnis führen. In ungünstigen Situationen kann sogar eine verlängerte Reaktionszeit des Farbwerks gegenüber einer Umstellung auftreten.
  • Die Offenlegungsschrift DE 44 12 601 A1 beschreibt ein Verfahren zum Steuern oder Regeln der Farbgebung einer Druckmaschine, wobei mit diesem Verfahren ein optimales Einschwingverhalten bei einer gezielten Färbungsänderung sichergestellt werden soll. Auf diese Art und Weise soll der Sollfarbwert sicher und schnell erreicht werden. Um dieses optimale Einschwingverhalten zu erreichen, ist vorgesehen, dass zonal wirkende Farbdosierelemente in einer Druckmaschine mit Hilfe einer Steuer- und Regelvorrichtung programmgesteuert eingestellt werden, indem aus den Farbzonen mittels einer Bildaufnahmeeinrichtung Bildsignale gewonnen werden und indem mittels der Steuer- oder Regelvorrichtung aus den Bildsignalen zonenweise laufend der Gradient der Färbungsänderung ermittelt und mit einer Bezugsgröße verglichen wird. Wenn der Gradient um eine vorgegebene Toleranz abweicht, werden die entsprechenden Farbdosierelemente so verstellt, dass der Gradient wieder in einem vorgegebenen Toleranzbereich liegt. Auf diese Art und Weise kann ausgehend von einer Istfarbdichte eine Sollfarbdichte möglichst schnell erreicht werden. Die Steuer- oder Regelvorrichtung verarbeitet dabei Bildsignale, welche von einer Bildaufnahmeeinrichtung stammen, die im letzten Druckwerk der Druckmaschine angeordnet ist.
  • Aus der Offenlegungsschrift DE 100 56 246 A1 geht ein weiteres Verfahren zum Steuern der Farbmenge in einer Druckmaschine hervor. Dabei wird eine Änderung von einer ersten Farbmenge auf eine zweite Farbmenge durchgeführt, indem während eines Übergangszeitintervalls ein Farbmengenstrom abgegeben wird, der von einem dem zweiten Wert entsprechenden zweiten Sollwert des Farbmengenstroms abweicht. Dieser Farbmengenstrom wird nach einer gegebenen Regel anhand der ersten und zweiten Farbmenge festgelegt. Auf diese Art und Weise wird im Übergangszeitintervall die Farbmenge auf einen dritten Wert eingestellt. Es ist des Weiteren vorgesehen, dass eine fiktive Farbmenge zwischen der ersten und der zweiten Farbmenge interpoliert wird und ein neues Übergangszeitintervall begonnen wird. Der Farbmengenstrom während des neuen Übergangszeitintervalls wird anhand der gegebenen Regeln in Abhängigkeit von der fiktiven Farbmenge und der dritten Farbmenge festgelegt. Auf diese Art und Weise soll die Umstellung von der ersten Farbmenge auf die zweite Farbmenge besonders schnell durchgeführt werden können.
  • Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks zu schaffen, so dass die Farbwerksreaktion beschleunigt wird.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen charakterisiert.
  • Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine, insbesondere einer Offsetdruckmaschine, mit wenigstens einem Farbdosierelement und einer Steuerungseinheit, wird das Farbdosierelement von einer ersten Farbmengendosierung, insbesondere einer ersten Größe der Öffnung des Farbdosierelements, auf eine zweite Farbmengendosierung, insbesondere einer zweiten Größe der Öffnung des Farbdosierelements, für eine zu erreichende Sollfärbung umgestellt. Das Farbdosierelement wird während der instationären Phase des Farbwerks vor Erreichen der Sollfärbung wenigstens für einen Zeitabschnitt auf eine temporäre dritte Farbmengendosierung von der Steuerungseinheit eingestellt. Die Steuerungseinheit verarbeitet wenigstens einen Wert einer aktuellen Istfärbung während der instationären Phase des Farbwerks für die Bestimmung der temporären dritten Farbmengendosierung.
  • Die Erfindung ermöglicht eine Regelung auf Grundlage einer instationären Färbung. Die temporäre dritte Farbmengendosierung soll eine vorzeichenbehaftete Differenz (Mengenüberschreitung oder Mengenunterschreitung) zwischen der Istfarbmenge und der Sollfarbmenge im Farbwerk ausgleichen. Es wird die Farbmenge im Farbwerk gesteuert. Insbesondere ist die Steuerung für den Fortdruck geeignet. Das Farbwerk kann mehrere Farbdosierelemente aufweisen. Ein Farbdosierelement kann insbesondere ein Farbmesser, ein Farbschieber, eine Kartusche, eine Dosierexzenter oder ein Dosierzylinder sein. Die aktuelle Istfärbung kann instationär sein. Die dritte Farbmengendosierung erfolgt in Konsequenz einer verstärkten Verstellung des Farbdosierelements, genauer einer verstärkte Verstellung der Größe der Öffnung des Farbdosierelements. Die dritte Farbmengendosierung kann auch als dynamische Farbmengendosierung bezeichnet werden.
  • Der aktuelle Zustand im Farbwerk kann sich von Messwerten, die ein Maß für die Istfärbung darstellt, unterscheiden. In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine ist daher der Wert der aktuellen Istfärbung ein korrigierter Wert einer gemessenen instationären Istfärbung, insbesondere kann der korrigierte Wert ein in der Zeitentwicklung der aktuellen Istfärbung in die Zukunft extrapolierter Wert oder ein vorhergesagter Wert sein. Es ist besonders vorteilhaft in einer Ausprägung der bevorzugten Ausführungsform, wenn die Korrektur die Reaktionszeit und/oder die Totzeit der Messeinrichtung und der Steuerungseinheit, insbesondere die Systemtotzeit, berücksichtigt. Die Korrektur kann damit der Tatsache Rechnung tragen, dass eine Messung der Färbung eines Bedruckstoffes der Einwirkung des Farbwerks nachgeordnet erfolgt, während das Stellglied, das Farbdosierelement, im Farbwerk wirkt, genauer zunächst auf die Farbverteilung im Farbwerk einwirkt. Die verstärkte Verstellung kann damit auf Grundlage von korrigierten Istwerten und Sollwerten für die Färbung erfolgen.
  • Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks kann die aktuelle Istfärbung auf Basis einer Messung der Farbschichtdicke, einer Messung der Remission oder einer Spektralmessung bestimmt werden. Eine für ein spezielles adäquates Messverfahren geeignete Messeinrichtung kann mit der im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Steuerungseinheit verknüpft oder verbunden sein. Die Färbung kann somit auch im Maß der Dichte ausgedrückt werden (Istdichte, Solldichte für eine bestimmte Farbe).
  • Des Weiteren oder alternativ dazu können sich im erfindungsgemäße Verfahren die dritte Farbmengendosierung und die zweite Farbmengendosierung durch eine vorzeichenbehaftete Differenz (eine Soll-Ist-Differenz) unterscheiden, welche in Abhängigkeit der zu erreichenden Sollfärbung und der zu Beginn des Zeitabschnitts aktuellen Istfärbung bestimmt ist. Anders ausgedrückt, die Größe der verstärkten Verstellung, genauer die Größe und/oder die Dauer der Öffnung des Farbdosierelements, sind bevorzugt in Funktion der aktuellen Istfärbung und der zu erreichenden Sollfärbung bestimmt.
  • In einer vorteilhaften Ausgestaltung wird das erfindungsgemäße Verfahren in einem Farbwerk durchgeführt, welches in lateraler Richtung eine Mehrzahl von Farbzonen aufweist. Ein derartiges Farbwerk kann auch als zonales Farbwerk bezeichnet werden. Für jedes Farbdosierelement in jeder der Farbzonen werden die in dieser Darstellung beschriebenen Verfahrensschritte oder Kombinationen der Verfahrensschritte durchgeführt.
  • Dabei können die einzelnen Farbmengendosierungen, insbesondere die dritte Farbmengendosierung in Größe und/oder Dauer (beispielsweise eine bestimmte Anzahl von zu druckenden Exemplaren, Abzügen oder Bogen) während der instationären Phase, unterschiedlich sein.
  • Die Druckmaschine, in welcher das erfindungsgemäße Verfahren zum Einsatz gelangt, kann eine direkte oder eine indirekte Flachdruckmaschine, insbesondere eine Offsetdruckmaschine sein. Die Druckmaschine kann insbesondere eine Bogen verarbeitende Maschine sein. Bevorzugt ist die Druckmaschine eine Bogen verarbeitende Offsetdruckmaschine. Als Bedruckstoffe können insbesondere Papier, Pappe, Karton oder organische Polymerfolie verarbeitet werden. Die Druckmaschine kann einen Anleger, eine Mehrzahl von Druckwerken, insbesondere vier, sechs, acht, zehn oder zwölf Offsetdruckwerke, und einen Ausleger umfassen. Die Druckmaschine kann darüber hinaus auch noch weitere Aggregate, wie beispielsweise ein Stanzwerk oder ein Lackwerk, aufweisen.
  • Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung werden anhand der nachfolgenden Darstellung unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben. Es zeigt im Einzelnen:
  • 1 ein Diagramm von Färbungsgrößen in Funktion der Zeit bei Umstellung von einer ersten Farbmengendosierung auf eine zweite Farbmengendosierung ohne temporäre verstärkte Verstellung des Farbdosierelements in einer beispielhaften Parameterkombination,
  • 2 ein Diagramm von Färbungsgrößen in Funktion der Zeit bei Umstellung von einer ersten Farbmengendosierung auf eine zweite Farbmengendosierung mit temporärer verstärkter Verstellung des Farbdosierelements gemäß dem Stand der Technik für die in der 1 gezeigte Parameterkombination, und
  • 3 ein Diagramm von Färbungsgrößen in Funktion der Zeit bei Umstellung von einer ersten Farbmengendosierung auf eine zweite Farbmengendosierung mit erfindungsgemäßer temporrer verstärkter Verstellung des Farbdosierelements für die in der 1 gezeigte Parameterkombination.
  • Ohne Einschränkung des bereits dargestellten erfinderischen Bezuges auf zonale Farbwerke werden bei der Bezugnahme auf die Figuren zur Vereinfachung der Darstellung nur Färbungsgrößen, die aus der Wirkung eines Farbdosierelementes resultieren, betrachtet.
  • Die 1 zeigt ein Diagramm von Färbungsgrößen in Funktion der Zeit bei Umstellung von einer ersten Farbmengendosierung auf eine zweite Farbmengendosierung ohne temporäre verstärkte Verstellung des Farbdosierelements in einer beispielhaften Parameterkombination. Eine Sollfärbung 10, ein berechneter stationärer Endwert, ist durch die Umstellung zu erreichen. Dazu wird ein Farbdosierelement von einer ersten Farbmengendosierung 14 auf eine zweite Farbmengendosierung 16 in einem bestimmten Zeitpunkt verstellt. Die aktuelle Istfärbung 12 weist einen zeitlichen Verlauf derart auf, dass sie gegen den Sollwert 10 in einer bestimmten Reaktionszeit des Farbwerks monoton konvergiert. Eine hinreichende Konvergenz ist in diesem Beispiel bei etwa drei Zeiteinheiten erreicht.
  • Die 2 ist ein Diagramm von Färbungsgrößen in Funktion der Zeit bei Umstellung von einer ersten Farbmengendosierung auf eine zweite Farbmengendosierung mit temporärer verstärkter Verstellung des Farbdosierelements gemäß dem Stand der Technik für die in der 1 gezeigte Parameterkombination. Um die Reaktionszeit des Farbwerks zu beeinflussen, wird gemäß dem Stand der Technik eine temporäre verstärkte Verstellung 18, nach dem bestimmten Zeitpunkt der Verstellung von der ersten Farbmengendosierung 14 bis zu einem anderen bestimmten Zeitpunkt, an dem auf die zweite Farbmengendosierung 16 verstellt wird, vorgenommen. Gemäß dem Stand der Technik beruhen die Stärke und das Vorzeichen der temporären Verstellung auf den Anfangs- und Endwerten der Farbmengendosierung und der Richtung der Änderung, hier also eine Verringerung von einer größeren ersten Farbmengendosierung 14 auf eine kleinere zweite Farbmengendosierung 16. Der zeitliche Verlauf der aktuelle Istfärbung 12 erhält bei dieser Parameterkombination einen ersten Knick beim bestimmten Zeitpunkt und einen zweiten Knick beim anderen bestimmten Zeitpunkt. Die temporäre verstärkte Verstellung 18 gemäß dem Stand der Technik ist in dieser gezeigten Parameterkombination kontraproduktiv: Die Verstellung 18 führt die aktuelle Istfärbung 12 von der zu erreichenden Sollfärbung 10 weg, erst nach erfolgter Verstellung auf die zweite Farbmengendosierung 14 konvergiert die aktuelle Istfärbung 12 stetig und monoton gegen die Sollfärbung 10. Eine hinreichende Konvergenz ist in diesem Beispiel erst bei etwa vier Zeiteinheiten, also zu einem Zeitpunkt, der nach demjenigen ohne verstärkte Verstellung 18 liegt, erreicht.
  • Die 3 zeigt schließlich ein Diagramm von Färbungsgrößen in Funktion der Zeit bei Umstellung von einer ersten Farbmengendosierung 14 auf eine zweite Farbmengendosierung 16 mit erfindungsgemäßer temporrer verstärkter Verstellung des Farbdosierelements auf eine dritte Farbmengendosierung 20 für die in der 1 gezeigte Parameterkombination. Um die Reaktionszeit des Farbwerks zu verkürzen, wird erfindungsgemäß eine temporäre dritte Farbmengendosierung 20, nach dem bestimmten Zeitpunkt der Verstellung von der ersten Farbmengendosierung 14 bis zu einem anderen bestimmten Zeitpunkt, an dem auf die zweite Farbmengendosierung 16 verstellt wird, vorgenommen. Erfindungsgemäß beruhen die Stärke und das Vorzeichen der temporären Verstellung auf die dritte Farbmengendosierung 20 auf der aktuellen Istfärbung 12 und der Sollfärbung 10. Im konkret gezeigten Fall ist die Richtung der Änderung auf die dritte Farbmengendosierung 20 positiv, da die aktuelle Istfärbung 12 unter der zu erreichenden Sollfärbung 10 liegt. Grundlage für die Stärke dieser temporären Verstellung ist aber nicht die gemessene instationäre Istfärbung 22 am bestimmten Zeitpunkt, sondern ein korrigierter Wert 24, welcher einen totzeitbereinigten Wert für die Istfärbung 12 darstellt. Der korrigierte Wert 24 wird später als der gemessene Wert für die instationäre Istfärbung 12 erreicht. Der zeitliche Verlauf der aktuelle Istfärbung 12 verläuft bei dieser Parameterkombination ab dem Zeitpunkt, an dem der korrigierte Wert 24 erreicht wird, steiler monoton und damit schneller auf die Sollfärbung 10 zu. Die erfindungsgemäße temporäre verstärkte Verstellung auf die dritte Farbmengendosierung 20 ist in dieser gezeigten Parameterkombination effektiv wirksam: Die aktuelle Istfärbung 12 konvergiert schneller stetig und monoton gegen die Sollfärbung 10. Eine hinreichende Konvergenz ist in diesem Beispiel in vorteilhafter Konsequenz schon nach etwa dreiviertel Zeiteinheiten, also zu einem Zeitpunkt, der deutlich vor denjenigen ohne verstärkte Verstellung 18 und mit verstärkter Verstellung 18 gemäß dem Stand der Technik liegt, erreicht. Während die Farbmengendosierungen kein gutes Maß für die tatsächlichen Farbmengenverhältnisse im Farbwerk darstellen, kann erfindungsgemäß auf Grundlage der aktuellen Färbung 12 eine Beschleunigung der Reaktion des Farbwerks und der Konvergenz der Farbwerkseinstellung auf eine Sollfärbung erreicht werden.
  • In einer vorteilhaften Ausführungsform wird erfindungsgemäß das Verfahren zur Einstellung der Farbzonenöffnungen für den Fortdruck in einer Offsetdruckmaschine mit einem zonalen Farbwerk und einem Steuerungsrechner eingesetzt. Der aktuelle Istfarbschichtmesswert wird erfasst und dem Steuerungsrechner zugeleitet. Der aktuelle Istfarbschichtmesswert wird korrigiert, die Farbzonenöffnung für den Sollschichtendwert werden berechnet. Ein Verstärkungsfaktor in Abhängigkeit des Sollschichtendwerts und des aktuellen korrigierten Istfarbschichtmesswerts wird berechnet. Für eine bestimmte Anzahl von Druckbogen werden die Farbzonenöffnungen mit dem Verstärkungsfaktor beaufschlagt.
  • Erfindungsgemäß wird in bevorzugter Ausführung bei der Berechnung einer Farbzonenverstellung für eine verstärkte Verstellung die aktuelle, instationäre Istschichtdicke/Istdichte verwendet. Die Werte werden entsprechend der Systemtotzeit korrigiert. Anders ausgedrückt Berücksichtigung der Systemtotzeit inklusive Messtotzeit wird bei der Berechnung der dynamischen Farbzonenverstellung berücksichtigt. Eine verstärkte Verstellung, auf welcher das Übersteuern der Farbzonenverstellung basiert, wird aus korrigierten Ist- und Sollwerten berechnet. Der Endwert der Farbzonenverstellung basiert auf der Farbregelung. Die dynamische Farbzonenverstellung ist separat von der berechneten statischen Farbzonenverstellung.
  • Bezugszeichenliste
  • 10
    Sollfärbung
    12
    aktuelle Istfärbung
    14
    erste Farbmengendosierung
    16
    zweite Farbmengendosierung
    18
    verstärkte Farbmengenverstellung
    20
    dritte Farbmengendosierung
    22
    gemessene instationäre Istfärbung
    24
    korrigierter Wert

Claims (8)

  1. Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine mit wenigstens einem Farbdosierelement und einer Steuerungseinheit, wobei das Farbdosierelement von einer ersten Farbmengendosierung (14) auf eine zweite Farbmengendosierung (16) für eine zu erreichende Sollfärbung (10) umgestellt und das Farbdosierelement während der instationären Phase des Farbwerks vor Erreichen der Sollfärbung (10) wenigstens für einen Zeitabschnitt auf eine temporare dritte Farbmengendosierung (20) von der Steuerungseinheit eingestellt wird, wobei die Steuerungseinheit wenigstens einen Wert einer aktuellen Istfärbung (12) während der instationären Phase des Farbwerks für die Bestimmung der temporären dritten Farbmengendosierung (20) verarbeitet, dadurch gekennzeichnet, dass der Wert der aktuellen Istfärbung (12) ein korrigierter Wert (24) einer gemessenen instationären Istfärbung (22) ist.
  2. Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die aktuelle Istfärbung (12) instationär ist.
  3. Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der korrigierte Wert (24) ein in der Zeitentwicklung der aktuellen Istfärbung in die Zukunft extrapolierter Wert ist.
  4. Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Korrektur die Reaktionszeit und/oder die Totzeit der Messeinrichtung und der Steuerungseinheit berücksichtigt.
  5. Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die aktuelle Istfärbung (12) auf Basis einer Messung der Farbschichtdicke, einer Messung der Remission oder einer Spektralmessung bestimmt wird.
  6. Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die dritte Farbmengendosierung (20) und die zweite Farbmengendosierung (16) durch eine vorzeichenbehaftete Differenz unterscheiden, welche in Abhängigkeit der zu erreichenden Sollfärbung (10) und der zu Beginn des Zeitabschnitts aktuellen Istfärbung (12) bestimmt ist.
  7. Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Farbwerk in lateraler Richtung eine Mehrzahl von Farbzonen aufweist und das Verfahren für jedes Farbdosierelement in jeder der Farbzonen angewendet wird.
  8. Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmaschine eine Bogen verarbeitende Offsetdruckmaschine ist.
DE102007019471.6A 2006-05-15 2007-04-25 Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine Active DE102007019471B4 (de)

Priority Applications (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE102006022520 2006-05-15
DE102006022520.1 2006-05-15
DE102007019471.6A DE102007019471B4 (de) 2006-05-15 2007-04-25 Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE102007019471.6A DE102007019471B4 (de) 2006-05-15 2007-04-25 Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE102007019471A1 DE102007019471A1 (de) 2007-11-22
DE102007019471B4 true DE102007019471B4 (de) 2017-12-14

Family

ID=38608240

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE102007019471.6A Active DE102007019471B4 (de) 2006-05-15 2007-04-25 Verfahren zur Steuerung eines Farbwerks einer Druckmaschine

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE102007019471B4 (de)

Families Citing this family (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102009001303A1 (de) * 2009-03-03 2010-09-09 Manroland Ag Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine
DE102010017866A1 (de) 2009-05-07 2010-11-25 Heidelberger Druckmaschinen Ag Verfahren zur Steuerung eines Farbwerkes einer Druckmaschine
DE102014010082A1 (de) 2013-08-02 2015-02-05 Heidelberger Druckmaschinen Ag Taktheberverhältnis beim Color Booster
DE102014010162A1 (de) 2014-07-09 2014-09-04 Heidelberger Druckmaschinen Ag Method of controlling an inking unit
DE102015101497A1 (de) * 2014-08-09 2016-02-11 manroland sheetfed GmbH Hochdynamische Farbdichteregelung

Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4412601A1 (de) * 1994-04-13 1995-10-19 Heidelberger Druckmasch Ag Verfahren zum Steuern oder Regeln der Farbgebung einer Druckmaschine
DE10056247A1 (de) * 1999-12-06 2001-06-07 Heidelberger Druckmasch Ag Verfahren zum Steuern der Farbmenge in einer Druckmaschine
DE10056246A1 (de) * 1999-12-07 2001-06-13 Heidelberger Druckmasch Ag Verfahren zum Steuern der Farbmenge in einer Druckmaschine
DE10109198A1 (de) * 2000-03-01 2001-09-20 Ryobi Ltd Druckfarben-Regelvorrichtung

Patent Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4412601A1 (de) * 1994-04-13 1995-10-19 Heidelberger Druckmasch Ag Verfahren zum Steuern oder Regeln der Farbgebung einer Druckmaschine
DE10056247A1 (de) * 1999-12-06 2001-06-07 Heidelberger Druckmasch Ag Verfahren zum Steuern der Farbmenge in einer Druckmaschine
DE10056246A1 (de) * 1999-12-07 2001-06-13 Heidelberger Druckmasch Ag Verfahren zum Steuern der Farbmenge in einer Druckmaschine
DE10109198A1 (de) * 2000-03-01 2001-09-20 Ryobi Ltd Druckfarben-Regelvorrichtung

Also Published As

Publication number Publication date
DE102007019471A1 (de) 2007-11-22

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP1727676B1 (de) Druckmaschinen mit mindestens einem mit einem stellglied einstellbaren maschinenelement
US8272324B2 (en) Systems for tempering components of a printing machine
EP0882587B1 (de) Registerhaltige Abstimmung von Druckzylindern einer Rollenrotationsmaschine
EP0564936B1 (de) Anilox-Offset-Druckeinheit mit einem Kurzfarbwerk
CN101421109B (zh) 用于调节印刷机输墨装置的方法
US20050005803A1 (en) Utilization of a printing ink in a printing group and printing group of a rotary printing press
DE10312998B4 (de) Lernende Farbführung
US6698353B2 (en) Apparatus and method for lithographic printing utilizing a precision emulsion ink feeding mechanism
JP5414195B2 (ja) 印刷機における改善された特性曲線の設定
US6230622B1 (en) Image data-oriented printing machine and method of operating the same
DE3707695C2 (de)
JP2008155644A (ja) インキ装置内のインキ給送を制御するための装置
WO2003080342A1 (en) Misregistration when printing speed is changed, cutting misregistration, or pinter in which variation of printing density can be controlled
DE102004044215B4 (de) Verfahren zur Einstellung einer Übertragung von Druckfarbe
DK2167318T3 (en) The discharge of the ink
US4660470A (en) Inking unit pre-adjustment method
US5251891A (en) Assembly and method for controlling individual positioning elements in a delivery region of a printing machine
EP1245386B1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Erzeugung einer Farbverteilung im Farbwerk von Druckmaschinen
DE10160734A1 (de) Druckmaschine
EP1142711B1 (de) Druckmaschine mit einer Steuerung für eine Trocknereinrichtung
EP1342573B1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Farbzufuhrsteuerung
US8100057B2 (en) Method for regulating the ink in a printing press
CA1318184C (en) Process for the determination of the consumption of printing ink in an offset printing press
US8887637B2 (en) Method for color measurement in printing presses
DE19720954C2 (de) Verfahren zum Einrichten der Farbführung im Fortdruck in einer Rotationsdruckmaschine

Legal Events

Date Code Title Description
R012 Request for examination validly filed

Effective date: 20110429

R016 Response to examination communication
R018 Grant decision by examination section/examining division
R020 Patent grant now final