DE101814C - - Google Patents
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- Application Of Or Painting With Fluid Materials (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ueberziehen von Gegenständen aus
Holz oder anderem festen Material mit einer Schicht von Celluloid oder ähnlichem Material,
welches biegsam und plastisch gemacht werden kann, um sich unregelmäfsig gestalteten
Gegenständen genau anzuschmiegen.
Das Verfahren ist im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dafs eine schmiegsame, den
mit dem Celluloidblatt oder dergl. bedeckten Gegenstand eng umschliefsende Form innen
luftleer gemacht und dann dem äufseren Druck eines Fluidums ausgesetzt wird, zum Zwecke,
das Celluloid den Formen des Gegenstandes fest anzupressen, worauf das Ganze abgekühlt
wird. Um ferner die Bildung von Falten oder arideren Unregelmäfsigkeiten auf der Cellulqidschicht
zu verhindern, wird der mit dem Celluloidblatt bedeckte Gegenstand, bevor er in
die Form gebracht wird, zweckmäfsig mit einer elastischen Umhüllung versehen.
Auf den beiliegenden Zeichnungen ist in Fig. ι das Gefäfs dargestellt, in welchem die
zu' überziehenden Gegenstände erhitzt werden, Fig. 2 zeigt eine der für das Verfahren verwendeten
luftdichten Formen, Fig. 3 eine rohrförmige Umhüllung, Fig. 4 eine andere Umhüllung,
deren Kanten sich eng an einander legen, und Fig. 5 eine Rolle elastischen Bandes,
welches bei dem Verfahren benutzt wird. Fig. 6 zeigt schematisch einen Verticalschnitt
durch die Druckkammer mit den zugehörigen Rohrverbindungen, Fig. 7 einen Schmutzfänger
für Fahrräder, Fig. 8 in gröfserem Mafsstabe das Umlegen des Celluloidstreifens um den zu
überziehenden Gegenstand und die Befestigung desselben vor dem Einlegen in das Erhitzungsbad
, Fig. 9 in gröfserem Mafsstabe die Anordnung der Umhüllung auf dem mit dem Ueberzug versehenen Gegenstand und Fig. 10
in gröfserem Mafsstabe einen Schnitt durch die luftdichte Form für den zu überziehenden
Gegenstand.
Mit dem vorliegenden Verfahren werden die besten Resultate erzielt, wenn zum Erhitzen
und zur Herstellung des Druckes Wasser verwendet wird, während die Erwä'rmung des
Wassers durch Dampf erfolgt. Das Verfahren ist beispielsweise an dem Ueberziehen eines
Schmutzfängers für Fahrräder mit Celluloid beschrieben, während dasselbe natürlich nicht
hierauf beschränkt ist, sondern für alle anderen Gegenstände verwendbar ist.
Der zur Ausübung des Verfahrens hauptsächlich benutzte Apparat ist in Fig. 1 bis 6
der beiliegenden Zeichnungen dargestellt.
Das Gefäfs α ist mit Wasser gefüllt und dient als Bad für die zu überziehenden Gegenstände.
Mittelst geeigneter Dampfröhren b kann das Wasser in beliebiger Weise erhitzt werden,
wobei der Zuflufs des Dampfes durch Hähne geregelt wird. Die luftdichte, vorzugsweise
aus Gummi hergestellte Form c hat ein Ventil d, mittelst dessen das zu der Luftpumpe
führende Rohr abgeschlossen werden kann. Diese Form hat eine beliebige Gröfse und Gestalt,
je nach der Gröfse und Gestalt der mit einem Celluloidüberzug zu versehenden Gegenstände.
Der in Fig. 7 bis 10 dargestellte Schmutzfänger, an welchem das Verfahren beispielsweise
erläutert wird, ist sowohl nach seiner Längsrichtung als nach seiner Querrichtung
gebogen, und zur Umhüllung seiner äufseren Fläche und seiner Kanten dient ein Streifen
Celluloid von geeigneter Länge und Breite. Dieser Streifen f wird auf den Schmutzfänger
gelegt und mittelst 'des elastischen, zweckmäfsigerweise
aus Gummi bestehenden Bandes g auf demselben befestigt. Dieses Band wird,
wie aus Fig. 8 zu ersehen, um den Schmutzfänger herumgewickelt und genügend scharf
angezogen, so dafs der Celluloidstreifen auf dem Schmutzfänger festgehalten wird.
Der so vorgerichtete Schmutzfänger wird dann in die Form c gebracht, aus welcher die
Luft abgesaugt wird. Darauf wird die Form in das Gefäfs α gebracht, in welchem sie kurze
Zeit verbleibt, indem sie auf etwa 1000C. erhitzt
wird. Darauf wird die Form abgekühlt, indem sie zweckmäfsigerweise in kaltes Wasser
gebracht wird, worauf man wieder Luft in die Form einströmen läfst und den zu überziehenden
Gegenstand aus derselben herausnimmt. Das elastische Band g wird dann abgenommen,
und der Celluloidstreifen hat sich der Form des zu überziehenden Gegenstandes angeschmiegt.
Dieser Streifen kann dann von dem Schmutzfänger herabgenommen werden, um
für spätere Verwendung bereit zu sein, oder der Schmutzfänger wird mit einem Kitt bestrichen.
GewUnschtenfalls kann auch die innere Fläche des geformten Celluloidstreifens mit Kitt bestrichen werden. Dies ist jedoch
nicht immer nothwendig. Der geformte Celluloidstreifen wird dann auf den Gegenstand,
im vorliegenden Falle den Schmutzfänger, gebracht und um diesen eine Umhüllung h aus Gummi oder einem anderen
nachgiebigen oder elastischen Material gelegt. Diese Umhüllung kann aus einem Rohr bestehen,
welches über den Gegenstand gezogen wird, oder auch, wenn die Form des Gegenstandes
es erfordert, beispielsweise die in Fig. 4 dargestellte Gestalt besitzen, nach welcher die
Umhüllung einen Längsschlitz besitzt, indem die Kanten der Umhüllung eng an einander
liegen. Eine derartige Umhüllung für einen Schmutzfänger ist in Fig. 4 und 9 dargestellt.
Der mit dem Celluloidstreifen / bedeckte und von der Umhülluug h umfafste Schmutzfänger
wird dann in eine Form i gebracht, aus welcher die Luft abgesaugt wird. Die an
einander stofsenden Seiten der Form liegen, wie aus der Zeichnung zu ersehen, einander
gegenüber, und manchmal ist an irgend einem Theil des Gegenstandes noch eine besondere
Erweiterung vorhanden; alle Theile des Gegenstandes werden jedoch fest von der luftdichten
Form umschlossen, so dafs durch Absaugen der Luft aus der Form ein äufserer Druck auf den Gegenstand ausgeübt wird,
dessen Höhe von der Gröfse der Luftverdünnung im Innern der Form abhängt.
Die Form mit dem in ihr eingeschlossenen Gegenstand wird dann in den Behälter k gebracht,
in welchem sie in einer Flüssigkeit, z. B. Wasser, unter Druck erhitzt wird. Der
Behälter kann von beliebiger Gröfse und Form sein und ist mit einem Deckel versehen, der
in geeigneter Weise befestigt werden kann, um die Flüssigkeit unter Druck zu setzen.
In Fig. 6 ist ein Verticälschnitt durch den Behälter, die Gefäfse und ihre verschiedenen
Rohrverbindungen dargestellt. Mittelst der Pumpe / wird der Behälter k mit Wasser gefüllt,
worauf das Ventil /' geschlossen und Dampf durch das Rohr m in die Rohrschlangen
ml des Behälters geleitet wird. Auf diese Weise wird das in dem Behälter befindliche
WTasser auf die gewünschte Temperatur, etwa 1000C, gebracht. Durch weitere Bethätigung
der Pumpe kann die in dem Behälter befindliche Flüssigkeit unter einen beliebigen
Druck gebracht werden, welcher von dem zu überziehenden Gegenstande abhängig ist.
Nachdem der Gegenstand so die gewünschte Zeit behandelt ist, wird das heifse Wasser aus
dem Behälter k in das Gefäfs η gepumpt, aus welchem es in das Gefäfs ο entweicht. Sodann
wird kaltes Wasser in den Behälter gepumpt, um die Gegenstände abzukühlen, oder die Gegenstände werden aus dem Behälter
herausgenommen und in einem ' besonderen Behälter abgekühlt. Der Schmutzfänger oder
der sonstige Gegenstand wird dann aus der Form entfernt,' und man findet, dafs die
Celluloidschicht fest und unlösbar mit der Oberfläche des Schmutzfängers verbunden ist,
so dafs sie nicht abspringen kann und einen vorzüglichen Schutz gegen die Beeinflussungen
durch Wind und Wetter bietet. Der Gegenstand hat also stets eine glatte Oberfläche und
kann in irgend beliebiger Weise gefärbt sein. Der Celluloidüberzug kann gewünschtenlalls
durchsichtig sein, so dafs er die natürliche Farbe des betreffenden Gegenstandes durchscheinen
läfst.
In derselben Weise, wie dies für den Schmutzfänger beschrieben ist, können natürlich
auch beliebige andere Theile, z. B. Lenkstangen, Pedale, Kettenscheiben und, dergl., mit
einem Celluloidüberzug versehen werden.
Die Verwendung der Umhüllung h ist für das vorliegende Verfahren ganz wesentlich, da
ohne dieselbe jede Unregelmäfsigkeit der Form auf den Celluloidstreifen übertragen würde, so
däfs auf dem fertigen Gegenstand Falten oder Rippen entstehen würden, welche mittelst Sandpapier
entfernt werden müfsten. Bei Verwendung der Umhüllung werden dagegen derartige
Unvollkommenheiten vermieden, und es wird ein ganz glatter Ueberzug erzielt, der sich der
Form des Gegenstandes genau anschmiegt. Die zu überziehenden Gegenstände· können aus
Holz, Metall oder anderem Material bestehen und ganz oder zum Theil mit einem Ueberzug
von Celluloid oder ähnlichem Material versehen werden, welches die besondere Eigenthümlichkeit
besitzt, dafs es leicht gebogen werden kann und durch Anwendung von Hitze plastisch wird, so dafs es durch Druck
leicht in die gewünschte Form geprefst werden kann.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum : Ueberziehen von Gegenständen mit Celluloid oder dergl., dadurch gekennzeichnet, dafs eine schmiegsame, den mit dem Celluloidblatt ff J bedeckten Gegenstand (e) eng umschliefsende Form (i) innen luftleer gemacht und dann einem äufseren Druck ausgesetzt, wird, wobei eine Faltenbildung dadurch verhindert wird, dafs der mit dem Celluloidblatt bedeckte Gegenstand während des Pressens mit einer elastischen Umhüllung (h) versehen wird, welche nach dem Herausnehmen des Gegenstandes aus der Form wieder abgenommen wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE101814C true DE101814C (de) |
Family
ID=372482
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT101814D Active DE101814C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE101814C (de) |
-
0
- DE DENDAT101814D patent/DE101814C/de active Active
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