DE101151C - - Google Patents

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DE101151C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01KANIMAL HUSBANDRY; AVICULTURE; APICULTURE; PISCICULTURE; FISHING; REARING OR BREEDING ANIMALS, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; NEW BREEDS OF ANIMALS
    • A01K23/00Manure or urine pouches

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Environmental Sciences (AREA)
  • Animal Husbandry (AREA)
  • Biodiversity & Conservation Biology (AREA)
  • External Artificial Organs (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der Gegenstand dieser Erfindung hat den Zweck, den Pferdeharn im Stalle nicht auf den Boden ausrinnen zu lassen, sondern aufzufangen und gleichzeitig unmittelbar in eine allgemeine Abzugsröhre abzuleiten, wodurch Trockenheit, Reinlichkeit des Pferdestandes, grofse Streuersparnifs und Beseitigung der gesundheitsschädlichen Ausdünstung des Pferdeharnes im Stalle erzielt wird.
Die Vorrichtung besteht aus dem eigentlichen Auffang- und Ableitungstheile, welcher an einem um den Rumpf des Pferdes herumgelegten Rumpfgürtel befestigt ist.
In der Zeichnung stellt dar:
Fig. ι einen Längsschnitt, Fig. .2 einen Querschnitt durch eine derartige Auffangvorrichtung, Fig. 3 die Seitenansicht derselben, Fig. 4 die Anbringung der Auffangvorrichtung am Rumpfgürtel, Fig. 5 die in der Mauer eingelassene Spule zum Straffziehen des Ableitungsrohres und Fig. 6 einen Querschnitt durch dieselbe.
Der eigentliche Harnfang und -Ableiter besteht aus einer am bezüglichen Körpertheile (Unterbauch bezw. Schlauchgegend) anzubringenden, sich mit einer (oberen) Wand α flach an den Pferdebauch anlegenden Tasche (Sack), welche Tasche nach rückwärts zu in einen oberen flachen, breiteren Lappen al, der untere kahnähnliche Theil b dagegen in einen viel längeren, allmälig enger werdenden Fortsatz c ausläuft.
Längs der Bodenmitte der kahnförmigen unteren Wand des Urinfängers verläuft eine etwa 2 cm breite und 1 cm tiefe, gegen rückwärts sich allmälig verlierende Rinne dd, in welche, .ungefähr im vorderen Drittel derselben, eine etwa 1,5 cm im Durchmesser betragende und gegen 2 cm lange Harnableitungsröhre e mündet. Die vorgenannte Rinne d hat den Zweck, beim Vorstrecken des Gliedes, welches nicht wie sonst beim Freiharnen herabhängt, sondern am glatten, schief nach vorn und abwärts geneigten Sackboden nach vorn zu gleiten hat, den ungehinderten Abflufs des Harnes zu ermöglichen.
Die obere, an den Bauch sich flach anlegende Wand α besitzt zu beiden Längsseiten je eine Hohlfalte (Hohlgang) f (Fig. 2), während der nach rückwärts spitz zulaufende Lappen der Taschenwand c mit einem Federhaftel g versehen ist. Das erwähnte Haftel, sowie die Hohlfalten haben mit Zuhülfenahme von metallenen Knöpfen, welche eine nach oben gekehrte breite flache Basis, schmalen Hals und ein nach abwärts zu kehrendes rundes Köpfchen besitzen, die Verbindung zwischen dem eigentlichen, eben beschriebenen Harnfänger und dem Träger desselben ,zu vermitteln.
Der Harnfänger hat noch nachstehende Bedingungen zu erfüllen: Er ist aus widerstandsfähigem Stoff hergestellt, welcher derart präparirt ist, dafs er weder den Harn aufsaugt, noch aber leicht von demselben angeätzt wird; die obere, an den Bauch sich flach anzulegende Taschenwand mufs steif sein, damit die Tasche ständig breit erhalten bleibt, immerhin aber auch nachgiebig sein, damit sich diese der entsprechenden Bauchpartie anpassen kann.
Ebenso mufs die Bodenrinne und deren unmittelbare Umgebung ihre Form behalten, d. h. sich nicht zusammenfalten lassen. Der Bodentheil, über welchen das Glied gleitet, soll möglichst glatt sein. Ein derartig einge-
richteter Harnfänger behält immer die erforderliche Form, läfst sich aber trotz der mäfsig steifen oberen Wand und gleichfalls steifen untersten Bodenwand beim Niederlegen des Thieres an den Bauch ganz flach zusammendrücken, da die Seitenwände des Harnfängers vollkommen nachgiebig sind und sich erforderlichenfalls zusammenfalten lassen.
Hinsichtlich der Harnableitungsröhre e, welche, vom Urinfänger ausgehend, mit einer allgemeinen Abzugsröhre mittelbar in Verbindung gebracht wird, ist zu bemerken, dafs dieselbe derart eingerichtet sein mufs, dafs sie sich im Gebrauch auf keinen Fall flach drückt, damit der Harnabflufs nicht behindert werde. Die gröfserer Widerstandsfähigkeit halber aus Gummi hergestellte Röhre ist mit Hanfstoff (Hanfgewebe) so umsponnen, dafs die Wandungen oben und unten stärker sind als links und rechts. Ein Flachdrücken ist umsomehr zu vermeiden, als sich ein gröfserer Theil der Röhre auf der später zu besprechenden Aufwickelwalze abwechselnd auf- und abzuwickeln hat. Das Röhrenende ist mit einer olivenförmigen Verdickung h (Fig. 6) versehen, welche zur Verkuppelung der Röhre mit der Aufwickelwalze i dient.
Die zur Befestigung des Harnabieiters am Pferdekörper dienende Vorrichtung besteht aus einem Rumpfgürtel k (vergl. Patent Nr. 101087), welcher, von der Widerristgegend ausgehend, zu beiden Seiten des Halses doppelsträngig über die Brust und den Bauch verläuft, sich hinter der Schlauchgegend vereinigt bis zur Croupe und von hier zur Widerristgegend reicht.
Der eigentliche Harnableiter wird am Rumpfgürtel befestigt, indem die Bauchstränge des Gürtels durch die Hohlfalten f des Harnfängers durchgezogen, sodann die vorerwähnten Knöpfe durch die entsprechenden Löcher der Gürtelstränge und jene des Harnfängers gesteckt werden, das Federhaftel g des unteren Harnfängerlappens aber in die entsprechende Schlinge g1 der Mittelfieischpartie des Gürtels eingehakt wird.
Damit die Harnableitungsröhre das Pferd in keiner Weise, weder beim Bewegen noch beim Stehen und Liegen, belästigen, andererseits aber das Pferd die Röhre nicht beschädigen kann, nimmt die Röhre zwischen den Hinterschenkeln ihre Richtung, und dieselbe wird mit einer Vorrichtung, vermöge welcher die Röhre sich auf derselben je nach Bedarf auf- oder abwickelt und hiermit stets in sanfter Spannung erhalten wird, in Verbindung gebracht. Diese Vorrichtung besteht aus einer senkrechten Walze i, welche an ihrem Umfang mit einem Spiralgang versehen ist und eine röhrenförmige Achse / besitzt, mit welcher sie auf eine auf der Abzugsröhre m vertical sitzende Röhre η aufgesteckt wird. Das verdickte. Ende der Harnableitungsröhre e wird mit der hohlen Achse bezw. der Walze in Verbindung gebracht. Auf dem vorstehenden Ende der hohlen Achse / sitzt, eine kleine Walze 0, auf welcher die dem Zuge des Pferdes in entgegengesetzter Richtung wirkende Schnur (oder Band) ρ aufgerollt ist, zu welchem Zwecke das über einen Stift oder eine Rolle r laufende, sonst frei herabhängende Ende dieser Schnur mit einem Gewicht s versehen ist. Diese Vorrichtung wird am vorteilhaftesten in der Mauer angebracht, da sie hier ganz unsichtbar ist und auch das Pferd von derselben nicht belästigt wird. Es gehört hierzu doch eine ganz eigenartige Standeinrichtung, da das Pferd in derselben mit dem Kopfe gegen den Ausgang gekehrt steht.
Pferden, welche die Gewohnheit haben, sich Nachts quer über den Stand zu legen, ist die Harnableitungsröhre vermöge einer die Hinterschenkel umfassenden und am Rückentheile des Gürtels zu befestigenden Schnur t hochzuhalten, damit die Ableitungsröhre nicht zwischen oder vor die Füfse gelange.

Claims (2)

Pa tent-A nsprüche:
1. Vorrichtung zum Ableiten des Harns bei männlichen Pferden, gekennzeichnet durch einen taschenartigen, längs des Pferdebauches anliegenden Harnfänger (α), welcher sich nach rückwärts in einen oberen, breiten, steifen Lappen (al) und in einen unteren, längeren, spitz zulaufenden Lappen (c) spaltet und in der Bodenmitte eine Längsrinne (d) besitzt, in welche die Harnableitungsröhre (e) mündet, wobei die Befestigung des Harnabieiters am Rumpfgürtel des Pferdes durch Durchziehen der Bauchstränge des Gürtels durch die Hohlfalten ff) des Harnfängers, Einhängen eines Federhakens (g) und Durchstecken von Knöpfen durch die entsprechenden Löcher des Urinfä'ngers und der Bauchstränge geschehen kann.
2. Bei dem unter 1. gekennzeichneten Harnableiter die Anordnung einer auf einer senkrechten Röhre (n) des Abzugskanals (m) sitzenden hohlen Walze (i), um welche sich die Harnableitungsröhre (e) aufrollt, und in die das Ende derselben einmündet, wobei durch eine Schnur (p) mit Gewicht fs) die Ableitungsröhre (e) stets in einer geringen Spannung gehalten wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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