PATENTSCHRIFT
1879.
Klasse 45.
SAMUEL HANDSCOMBE und JOHN GREIG in MELBOURNE bei ROYSTON (England).
Rotirende Siebmaschine für Getreide.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. December 1879 ab.
Die vorliegende Erfindung betrifft Neuerungen an Maschinen zum Reinigen oder Sieben von
Getreide etc. und besteht vornehmlich in einer eigenthümlichen Construction der Sieb- oder
Reinigungstrommel, wodurch bezweckt werden soll, dafs einerseits das Arbeiten mit dergleichen
Maschinen bedeutend erleichtert und andererseits eine Verstopfung der Sieblöcher in denselben
verhütet wird.
Eine diesen Zwecken entsprechend construirte Maschine ist auf der beiliegenden Zeichnung in
Fig. ι in Seitenansicht, in Fig. 2 in Endansicht dargestellt, und zwar ist in diesen beiden
Figuren ein Theil des Gestelles weggenommen gedacht, um eine vollständigere Ansicht der
Siebtrommel (deren Sieblöcher übrigens in Fig. 1 der Einfachheit wegen nicht alle gezeichnet sind)
zu erreichen.
Fig. 3. veranschaulicht in gröfserem Mafsstabe einen Längenschnitt der Siebtrommel der
Maschine und Fig. 4 eine zugehörige Endansicht.
A bezeichnet die Siebtrommel, welche an den Enden zum Theil verschlossen ist. Der
Mantel derselben ist hier beispielsweise aus gelochtem Metallblech gefertigt und hat einen
achteckigen Querschnitt; er kann.jedoch ohne Nachtheil auch aus Drahtgaze, Holz oder
sonstigem passenden Material bestehen und jeden beliebigen anderen polygonalen Querschnitt
erhalten. Die Welle B der Siebtrommel ruht in Lagern α α des Maschinengestelles C
und wird mittelst Riemens und Riemscheibe, einer Handkurbel oder irgend einer zweckentsprechenden
anderen Vorrichtung in Rotation versetzt. D ist eine bei b b an dem Gestell C
hängende Kette, deren Theil c mit der Oberfläche der Siebtrommel A in Contact ist (s. Fig. 1
und 2). E bezeichnet einen mit stellbarem Schieber c' versehenen und einem Zuführungsrohr F verbundenen Trichter oder Rumpf,
durch welchen das zu siebende Getreide etc. in die Siebtrommel geführt wird. G ist das
Abführungsrohr für das aus der Trommel kommende gereinigte Gut.
Ist nun die Siebtrommel A mit dem nöthigen Quantum Getreide etc. gefüllt, so wird sie in
Rotation versetzt. Dabei wird aber das Korn infolge der polygonalen Querschnittsgestalt der
Trommel fortwährend herumgeworfen, so dafs die tauben Körner, Staub und sonstigen Beimischungen
sich leicht und schnell ausscheiden und durch die Sieblöcher herausfallen, während
das gereinigte Gut durch G in einen Sack oder sonstigen Behälter läuft. Eine Verstopfung
der Sieblöcher ist bei dieser Reinigung nicht leicht möglich, da die Kette D (deren auch
mehrere angeordnet werden können) unausgesetzt gegen die Oberfläche der rotirenden
Trommel schlägt und so durch Erschütterung der Wände derselben die ausgeschiedenen
Unreinigkeiten verhindert, sich festzusetzen.
Zur Befestigung der Trommel A auf der Welle B fixirt man auf letzterer zunächst mittelst
Centrirschrauben e e . . . . die Ringe d d und befestigt dann an diesen Ringen die Stangen oder
Rippen//. . . . so, dafs sie etwa die in Fig. 3 durch punktirte Linien angedeutete oder eine
ähnliche Curve bilden. Ueber das auf solche Weise entstandene Gerippe H, dessen Rippen/
vermöge ihrer Biegung federn können, wird endlich der aus gelöthetem Blech, Drahtgaze oder
dergleichen bestehende Mantel geschoben und dadurch eine Siebtrommel gebildet, welche fest
auf ihrer Welle sitzt und in gewisser Beziehung innerhalb. gewisser Grenzen der Centrifugalkraft
Folge leisten kann, und deren Mantel durch die Federkraft der Rippen / bei steter Aufrecht-.
erhaltung der polygonalen Querschnittsgestalt aufserordentlich straff gespannt wird, was für
die Einwirkung der Kette D sehr günstig ist.
Die vorstehend beschriebene Siebtrommel kann auch an anderen Getreide - Reinigungsmaschinen
und mit oder ohne Ketten D angewendet werden; desgleichen lassen sich diese
Ketten D auch an Siebtrommeln von anderer Construction anbringen.
Paten τ-An Sprüche:
i. An Maschinen zum Reinigen und Sieben von Getreide etc. eine mit polygonaler
Querschnittsgestalt versehene Siebtrommel,
deren Mantel über ein aus federnden Rippen und zwei Stellschrauben mittelst concentrisch
auf der Trommelwelle fixirten Ringen bestehendes Gerippe geschoben und aus durchlöchertem
Blech, Drahtgaze, Holz oder dergleichen gefertigt ist.
In Combination mit einer rotirenden Siebtrommel eine oder mehrere Ketten, welche
bei der Rotation gegen die Oberfläche dieser Trommel schlagen und dadurch ein Verstopfen der Sieblöcher derselben verhindern.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.