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1. Technisches Gebiet:
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Enteisungssystem zum Enteisen
einer Scheibe, insbesondere einer Scheibe eines Kraftfahrzeugs.
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Bei
Fahrzeugen aller Art tritt in der kalten Jahreszeit häufig das
Problem der Vereisung von Scheiben auf. So sind beispielsweise die
Windschutzscheiben von Kraftfahrzeugen, die über Nacht im Freien parken,
bei Frosttemperaturen typischerweise mit einer dünnen Eisschicht belegt. Die
manuelle mechanische Entfernung dieser Eisschicht ist mühsam und
zeitaufwendig, so daß in
vielen Fällen vor
Fahrtantritt nur ein kleiner Teil der Frontscheibe vom Eis befreit
wird. Die Sichtverhältnisse
während der
ersten Kilometer der Fahrt sind daher zumeist stark eingeschränkt mit
entsprechenden Konsequenzen für
die aktive Sicherheit des Fahrzeugs.
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Zur Überwindung
dieser Schwierigkeit ist seit langem aus dem Stand der Technik bekannt,
Systeme, die bei normalen Temperaturen zur Reinigung der Scheibe
dienen, auch zur Enteisung zu verwenden. Solche Anlagen weisen üblicherweise
eine Pumpe auf, die aus einem Vorratsbehälter eine Waschflüssigkeit
mit einer oder mehreren Düsen
auf die Frontscheibe spritzt. Damit die Scheibe auch während der
Fahrt gereinigt werden kann, wird die Waschflüssigkeit mit einem vom Fahrtwind
nur unwesentlich beeinflußten,
gerichteten Strahl aus der Düse
auf die Frontscheibe aufgebracht und anschließend durch die Betätigung der
Scheibenwischer verteilt.
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Um
mit solch einem System zusätzlich
auch die Scheibe zu enteisen, wurde in der
DE 88 10 046 U1 vorgeschlagen,
eine Enteisungsflüssigkeit
mit Hilfe einer Hochdruckpumpe und einer Hochdruck-Sprühdüse auf die
Scheibe aufzubringen. Durch dieses Aufbringen taut die Eisschicht
ab, ohne dass die Enteisungsflüssigkeit
erhitzt wird
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Gemäß einer
weiteren Alternative der Scheibenwaschsysteme zum Enteisen der Scheibe
wurde vorgeschlagen, die Waschflüssigkeit
auf eine erhöhte Temperatur
zu heizen, so dass sich die Eisschicht beim Bespritzen mit der heißen Flüssigkeit
von der Scheibe löst
und/oder abtaut.
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Ein
Beispiel einer solchen Vorrichtung ist in der
DE 44 06 653 A1 offenbart.
Dabei wird in der Leitung zwischen dem Behälter, der die Waschflüssigkeit
enthält,
und zwei Düsen
ein Isolierbehälter
mit einer Widerstandsheizung angeordnet. Das Volumen des Isolierbehälters ist
dabei so bemessen, das ein wiederholtes Bespritzen der Frontscheibe
des Fahrzeug mit vorgeheizter Waschflüssigkeit möglich wird.
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Abgesehen
von dem erheblichen Aufwand und den Kosten, die der Einbau des speziellen
Isolierbehälters
verursacht, belastet das System gemäß der
DE 44 06 653 A1 die Batterie
des Fahrzeugs, da die Temperatur der Waschflüssigkeit ständig auf einer erhöhten Temperatur
gehalten wird. Um den Stromverbrauch zu begrenzen, offenbart die
DE 44 06 653 A1 eine
komplizierte elektrische Schaltung, die die Heizung nur dann anschaltet,
wenn die Temperatur der Waschflüssigkeit
in dem Isolierbehälter unter
eine bestimmte Solltemperatur gefallen ist. Bei längeren Stillstandzeiten
des Fahrzeugs wird die Heizung zur Schonung der Batterie ganz abgeschaltet. Trotz
der Isolierung kühlt
daher über
Nacht die Waschflüssigkeit
ab, so daß beim
Starten des Fahrzeugs am Morgen heiße Waschflüssigkeit nicht zur Verfügung steht
sondern erst auf das langsame Aufheizen im großen Isolierbehälter gewartet
werden muß.
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Eine
weite Vorrichtung zum Heizen der Waschflüssigkeit ist in der
US 5,354,965 A offenbart. Hier
wird die für
einen Spritzvorgang benötigte
Menge an Waschflüssigkeit
in einem U-förmigen
geheizten Rohr bzw. in einem kleinen Metallbehälter jeweils vor dem Spritzvorgang
auf Knopfdruck erhitzt. Bei einem erneuten Knopfdruck wird die erwärmte Flüssigkeit
durch eine Pumpe. auf die Scheibe gespritzt. Nach Ende eines Spritzvorgangs
wird durch die entsprechende Anordnung des Metallbehälters in
Bezug auf die Düsen
und die Leitungsführung
zum Vorratsbehälter
sichergestellt, daß die
für den
nächsten Spritzvorgang
notwendige Menge an Waschflüssigkeit
in dem U-förmigen
Rohr bzw. dem Metallbehälter verbleibt.
Daher gestaltet sich der Einbau dieses Systems schwierig, da eine
zuverlässige
Funktionsweise nur bei korrekter Anordnung des Reservoirs, der Leitungen
und des U-förmigen
Rohrs bzw. des Metallbehälters
erreicht wird.
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Da
der Metallbehälter
bzw. das U-förmige Rohr
ständig
mit dem Rest der Anlage in unmittelbarer Verbindung steht, ist ferner
die thermische Isolierung vergleichsweise schlecht, so daß auch hier
Aufheizzeiten von ca. zwei Minuten vor jedem „Schuß" benötigt
werden.
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Aufheizzeiten
dieser Länge
sind deshalb besonders nachteilig, weil sowohl in dem System gemäß der
DE 44 06 653 A1 als
auch gemäß der
US 5,354,965 A eine
signifikante Enteisungswirkung durch einmaliges Spritzen auch mit
erwärmter Waschflüssigkeit
nicht erzielt wird. Der gerichtete Strahl an Waschflüssigkeit,
der die Scheibe nur in einem kleinen Bereich trifft und anschließend mit
Hilfe der Scheibenwischer verteilt werden soll, taut bestenfalls
einen kleinen Teil der Scheibe auf, insbesondere, da bei den entsprechenden
Außenbedingungen
die Scheibenwischer häufig
festgefroren sind. Eine schnelle großflächige Enteisung, die die Voraussetzung
für klare
Sicht ist, wird mit den Anlagen nach dem Stand der Technik nicht
erreicht. Auch die wiederholte Anwendung kann daran kaum etwas ändern, da
immer nur derselbe kleine Bereich der Scheibe vom Strahl der erwärmten Waschflüssigkeit getroffen
wird.
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Die
DE 25 60 546 C2 offenbart
eine Düsenanordnung
und Düsenkonstruktion
für eine
Waschanlage für
Kraftfahrzeuge. Diese Düsenanordnung
und Düsenkonstruktion
erzeugt eine gleichmäßige Befeuchtung
der Windschutzscheibe mittels kleiner Tröpfchen, wobei die Reinigungsflüssigkeit
zunächst aus
den Düsen
austritt und dann durch den Fahrtwind auf die zu reinigende Windschutzscheibe
gedrückt
wird.
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Basierend
auf den im Stand der Technik bekannten Enteisungssystem und deren
oben genannter Nachteile ist es das Problem der vorliegenden Erfindung
ein Enteisungssystem bereitzustellen, mit dessen Hilfe die Enteisungsflüssigkeit
verteilt auf die zu enteisende Scheibe aufgebracht wird, so das
in kürzester
Zeit große
Teile der Scheibe von einer Eisschicht befreit werden.
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3. Zusammenfassung
der Erfindung
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Das
obige Problem wird durch ein Enteisungssystem gemäß dem unabhängigen Anspruch
1 gelöst.
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Das
Enteisungssystem zum Enteisen einer Scheibe gemäß der vorliegenden Erfindung
umfasst ein Reservoir zur Aufnahme einer Enteisungsflüssigkeit;
ein Heizelement zum Erhitzen der Enteisungsflüssigkeit; eine Pumpe, die die
Enteisungsflüssigkeit vom
Reservoir durch das Heizelement zu zumindest einer Austrittsöffnung;
ein erstes Ventil, das zwischen dem Reservoir und dem Heizelement
angeordnet ist, und ein zweites Ventil, das zwischen dem Reservoir und
der zumindest einen Austrittsöffnung
angeordnet ist, um die für
einen Enteisungsvorgang benötigte Menge
an Enteisungsflüssigkeit
während
des Aufheizens von der übrigen
Enteisungsflüssigkeit
zu trennen; wobei die Ventile beim Einschalten der Pumpe durch den
erzeugten Druck der Pumpe hydraulisch geöffnet werden und wobei die
zumindest eine Austrittsöffnung
so ausgebildet ist, dass die erhitzte Enteisungsflüssigkeit
fein zerstäubt
wird und sich als verteilte, heiße Tröpfchen auf der zu enteisenden Scheibe
niederschlägt,
wobei die zumindest eine Austrittsöffnung an der Oberkante oder
an der Seite der Windschutzscheibe angeordnet ist.
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Im
Gegensatz zu den mit einer Heizung ergänzten Waschanlagen aus dem
Stand der Technik wird die Flüssigkeit
von dem erfindungsgemäßen Enteisungssystem
somit nicht in Form von einem oder mehreren auf die Scheibe gerichteten
Strahlen aufgebracht und danach durch die Scheibenwischer verteilt,
sondern die erfindungsgemäße Zerstäubung erzeugt über der
zu enteisenden Scheibe eine Wolke fein verteilter heißer Tröpfchen,
die beim Niederschlag die Scheibe großflächig enteisen. Dabei ist die Temperatur
und die Größe der Tröpfchen so
bemessen, daß ihre
thermische Energie ausreicht, um jeweils eine kleine Fläche des
Eisbelags aufzutauen. Vorzugsweise weisen die heißen Tröpfchen einen Durchmesser
zwischen 0,5 mm und 1 mm auf.
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Tests
haben gezeigt, daß bei
Temperaturen von bis zu –30°C eine einziger „Schuß" mit dem erfindungsgemäßen Enteisungssystem
ausreicht, um den überwiegenden
Teil der Windschutzscheibe eines Fahrzeuges in wenigen Sekunden
vom Eis zu befreien. Vorzugsweise verteilt die Austrittsöffnung die
heißen
Tröpfchen
der Enteisungsflüssigkeit
dabei fächerförmig über der
Scheibe.
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Damit
gemäß eines
weiteren Aspekts der vorliegenden Erfindung die Vorlaufzeit bis
zur Enteisung der Scheibe aus jeder beliebigen Situation heraus
verkürzt
wird, heizt das Heizelement vorzugsweise nur die jeweils für einen
Zerstäubungsvorgang
benötigte
Menge an Enteisungsflüssigkeit – bevorzugt erst
unmittelbar vor dem Zerstäubungsvorgang – auf. Damit
entfällt
einerseits die Notwendigkeit für
aufwendige thermische Isolierungen und andererseits sind komplizierte
elektrische Schutzschaltungen für die
Batterie wie im Stand der Technik nicht erforderlich.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist ein erstes Ventil zwischen dem Reservoir und dem Heizelement
und ein zweites Ventil zwischen dem Heizelement und der zumindest
einen Austrittsöffnung
angeordnet, um die für
einen Zerstäubungsvorgang
benötigte
Menge an Enteisungsflüssig keit
während
des Aufheizens von der übrigen Enteisungsflüssigkeit
zu trennen. Dies verbessert die thermische Isolation der für einen
Zerstäubungsvorgang
benötigten
Menge an Enteisungsflüssigkeit
und verkürzt
damit signifikant die Aufheizdauer.
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Vorzugsweise
werden das erste und das zweite Ventil durch das Einschalten der
Pumpe hydraulisch geöffnet.
Während
das erste Ventil bevorzugt als ein Rückschlagventil ausgebildet
ist, ist das zweite Ventil vorzugsweise so ausgebildet ist, daß es gegen
den während
des Aufheizens der Enteisungsflüssigkeit
entstehenden Druck im Heizelement geschlossen bleibt und sich erst
bei einer zusätzlichen Druckerhöhung durch
das Einschalten der Pumpe öffnet.
Durch die Anordnung und Ausbildung dieser beiden Ventile müssen beim
Einbau des System einerseits keine Vorgaben im Hinblick auf die
vertikale Position des Heizelements in Bezug auf die Leitungen oder
das Reservoir beachtet werden, andererseits kann auf teure und störungsanfällige elektromagnetisch
gesteuerte Ventile verzichtet werden.
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In
einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung erfolgt das Einschalten der Pumpe automatisch,
wenn die im Heizelement befindliche Enteisungsflüssigkeit eine bestimmte Solltemperatur
erreicht hat. Alternativ dazu kann das Einschalten der Pumpe auch
automatisch nach einer bestimmten Zeit nach dem Beginn des Heizens
erfolgen.
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Weitere
vorteilhafte Fortentwicklungen sind Gegenstand weiterer abhängiger Ansprüche.
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4. Kurze Beschreibung
der Zeichnung
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In
der folgenden detaillierten Beschreibung wird eine derzeit bevorzugte
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben,
in der zeigt:
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1:
Eine schematische Darstellung der Elemente eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der
vorliegenden Erfindung;
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2:
Eine schematische Darstellung der von dem erfindungsgemäßen Enteisungssystem
erzeugten Wolke aus heißen
Tröpfchen
der Enteisungsflüssigkeit;
und
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3:
Eine Detaildarstellung des Heizelements im bevorzugten Ausführungsbeispiel
aus 1.
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5. Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Im
folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung anhand eines Enteisungssystems für die Windschutzscheibe eines
Kraftfahrzeugs beschrieben. Es versteht sich jedoch, daß die vorliegende
Erfindung auch für
die Enteisung von Scheiben andere Fahrzeuge wie z.B. Züge oder
Flugzeuge verwendet werden kann.
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Unter
Bezugnahme auf 1 umfasst das erfindungsgemäße Enteisungssystem
ein Reservoir 1, das zur Aufnahme der Enteisungsflüssigkeit
dient. Je nach Fahrzeugtyp und dem unter der Motorhaube zu Verfügung stehenden
Platz weist das Reservoir 1 unterschiedliche Größen und
Formen auf. Als Enteisungsflüssigkeit
wird vorzugsweise ein Gemisch aus Wasser und einem Alkohol, beispielsweise
Isopropanol, verwendet. Der Anteil des Alkohols liegt dabei vorzugsweise
bei 50%; bei Verwendung in extrem kalten Gebieten können auch
Gemische mit deutlich höherem
Alkoholgehalt verwendet werden, um ein Einfrieren der Enteisungsflüssigkeit
zu verhindern.
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Mit
einer Pumpe 10 wird die Enteisungsflüssigkeit aus dem Vorratsbehälter 1 in
Pfeilrichtung gepumpt (vgl. 1). Die
Pumpe 10 kann dabei innerhalb oder außerhalb des Vorratsbehälters 1 angeordnet
werden, ohne daß dies
auf die erfindungsgemäße Konstruktion
Einfluß hat.
Als Pumpe 10 können
Aggregate verwendet werden, wie sie aus dem Stand der Technik für Scheibenwaschanlagen
von Kraftfahrzeugen bekannt sind.
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Über einen
Leitungsabschnitt 20 gelangt die Enteisungsflüssigkeit
zu einer T-stückartigen
Verzweigung 21, an die sich jeweils zwei Rückschlagventile 22, 23 anschließen. Die
Rückschlagventile 22, 23 sind
so angeordnet, daß beim
Betrieb der Pumpe 10 die Enteisungsflüssigkeit durch das Rückschlagventil 22 in
Richtung des kleinen waagrechten Pfeils zu einem Heizelement 30 fließt. Die
nach oben gerichtete Fortsetzung der Leitung wird durch das Rückschlagventil 23 gesperrt,
so daß die
gesamte von der Pumpe 10 geförderte Enteisungsflüssigkeit zum
Heizelement 30 geführt
wird. Beim Rücklauf
von nicht verwendeter Enteisungsflüssigkeit von den Zerstäubern 50 (siehe
unten) gibt das Rückschlagventil 23 frei,
damit die darüberstehende
Säule an
Enteisungsflüssigkeit
zurück
in den Vorratsbehälter 1 gelangen
kann.
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Das
Heizelement 30 (vgl. Detaildarstellung in 3)
dient der schnellen Aufheizung der für einen Enteisungsvorgang benötigten Menge
an Enteisungsflüssigkeit.
Diese Menge wird abhängig
von der Größe der zu
enteisenden Scheibe variieren; typische Volumina liegen im Bereich
von ca. 100 ml. Dabei ist dies die Menge an Enteisungsflüssigkeit,
die für
einen einzigen „Schuß" des Systems (Dauer
ca. 3 s) benötigt
wird.
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In
einer durch eine Mittelwand 31 geteilten Kammer 32 des
Heizelements 30, sind bevorzugt zwei Heizkörper 33 angeordnet.
Die Heizkörper 33 sind
vorzugsweise PTC (positive temperature coefficient) Thermistoren.
Denkbar ist auch die Verwendung anderer Heizelemente, wie z.B. gewöhnlicher Widerstandsdrähte o.ä.. Die PTC-Thermistoren
weisen jedoch durch die Zunahme ihres elektrischen Widerstandes
bei steigender Temperatur einen vorteilhaften selbstregulierenden
Effekt auf, der eine Überlastung
der Batterie des Fahrzeugs verhindert. Typische Leistungsaufnahmen
liegen zwischen 800 und 1000 W. Die Wärmekapazität der PTC-Thermistoren ist
vergleichsweise klein, so daß die
eingespeiste elektrische Leistung ohne Zeitverzögerung unmittelbar als Wärme abgegeben
wird.
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Wenn
ein Enteisungsvorgang gestartet wird, beispielsweise durch einmalige
Betätigung
eines elektrischen Schaltkontaktes im Fahrzeuginneren, beginnt das
Heizelement 30 die in der Kammer 32 befindliche
kalte Flüssigkeit
aufzuheizen. Um die Flüssigkeit
so schnell wie möglich
auf die gewünschte
Solltemperatur zu bringen, ist zur thermischen Isolierung am Einlaß 34 das
Rückschlagventil 22 und am
Auslaß 35 ein
weiteres Ventil 40 vorgesehen (vgl. 1). Dieses
Ventil 40 ist so ausgelegt, daß es dem während des Heizens entstehenden
Druck der Flüssigkeit
im Heizelement 30 widerstehen kann, d.h. die Leitung zu
den Zerstäubern
zunächst
sperrt. Typische Drücke,
die beim Heizen entstehen, liegen im Bereich von 1–2 bar,
vorzugsweise beträgt
der Druck 1,8 bar.
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Erst
wenn durch den Förderdruck
(ca. 2–4 bar)
der eingeschalteten Pumpe 10 zusätzliche Flüssigkeit in das Heizelement 30 eintritt,
steigt der Druck dort weiter an, und das Ventil 40 öffnet sich,
so daß die
Enteisungsflüssigkeit
zu den Zerstäubern 50 gelangen
kann. Gleichzeitig wird die Heizung abgeschaltet. Dieses druckabhängige Öffnen des
Ventils 40 kann beispielsweise durch eine entsprechende Beaufschlagung
einer Dichtungsklappe im Ventil 40 mit einer elastischen
Feder erreicht werden.
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Durch
die in 3 mit den Pfeilen angegebene bevorzugte seitliche
Einströmrichtung
in das Heizelement 30 und die vertikale Ausflussrichtung wird
erreicht, daß lediglich
die erhitze Flüssigkeit
zu den Zerstäubern 50 gelangt.
Eine Durchmischung mit der zusätzlich
einströmenden
kalten Flüssigkeit wird
somit deutlich verhindert. Die Pumpe 10 wird abschaltet,
wenn die Kammer 32 ausschließlich mit kalter Enteisungflüssigkeit
gefüllt
ist.
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Die
vollständige
Trennung der im Heizelement 30 geheizten Flüssigkeit
von der übrigen
Enteisungsflüssigkeit
erlaubt, innerhalb von kürzester
Zeit (ca. 30 s–60
s) Temperaturen zwischen 50°C
und 100°C
zu erreichen. Vorzugsweise beträgt
die Temperatur, bei der die Pumpe 10 eingeschaltet wird
ca. 65°C.
Zur Steuerung kann entweder im Heizelement ein zusätzlicher
Temperaturfühler
vorgesehen sein (nicht dargestellt), der bei Erreichen der Solltemperatur
ein Einschaltsignal für
die Pumpe 10 ausgibt, oder die Aktivierung erfolgt mit
einem Timer, der mit Erfahrungswerten für die Aufheizdauer eingestellt
wird (beispielsweise 45 s). In beiden Fällen ist eine zusätzliche
Betätigung
eines Schaltkontaktes im Fahrzeuginneren nicht notwendig.
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Die
benötigte
Steuerlogik für
den Betrieb des erfindungsgemäßen Enteisungssystems
ist außerordentlich
einfach und daher kostengünstig
zu realisieren. Weder werden irgendwelche elektromagnetischen Schaltventile
benötigt,
noch sind ausgefeilte Sicherheitsschaltungen notwendig, um eine
völlige Entleerung
der Batterie zu verhindern. Dies liegt daran, daß das beschriebene Heizelement 30 aufgrund seiner
erfindungsgemäßen Konstruktion
in der Lage ist, die benötigte
Flüssigkeit
zum Enteisen unmittelbar vor jeder Betätigung sehr schnell aufzuheizen,
so daß ein
Dauerbetrieb nicht notwendig ist.
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Über das
in 1 nur angedeutete weitere Leitungssystem 25 gelangt
die erhitzte Flüssigkeit beim
Betrieb der Pumpe 10 zu einem oder mehreren Zerstäubern 50.
Wie in 2 schematisch dargestellt, erzeugen diese Zerstäuber 50 eine
Tröpfchenwolke über der
zu enteisenden Scheibe 60, bei deren Niederschlag die in
der Enteisungsflüssigkeit
gespeicherte thermische Energie überwiegend
ausreicht, die Scheibe 60 großflächig zu enteisen.
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Im
Gegensatz zu den herkömmlichen
Düsen eines
Waschsystems aus dem Stand der Technik wird kein mehr oder weniger
fokussierter Strahl auf die Scheibe 60 gerichtet, sondern
es erfolgt unter dem Einfluß der
Schwerkraft eine Benetzung mit fein verteilten heißen Tröpfchen.
Die Flächenwirkung
wird daher im wesentlichen durch die Zerstäuber 50 und nicht
erst durch eine nachfolgende Betätigung
der Scheibenwischer erreicht.
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Die
Zerstäuber 50 sind
dabei so ausgelegt, daß die
entstehenden Tröpfchen
einerseits hinreichend groß sind,
um sich unmittelbar auf der Scheibe 60 niederzuschlagen,
andererseits fein genug verteilt sind, um eine lückenlose Enteisung der Scheibe 60 zu
erreichen. In dem beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiel wird dies mit
Tröpfchen
erreicht, die einen Durchmesser zwischen 0,5 mm und 1 mm aufweisen.
Bei der oben angegebenen Temperatur der Enteisungsflüssigkeit
von bevorzugt 65°C
kann daher mit einem „Schuß" von ca. 100 ml Enteisungsflüssigkeit
fast die gesamte Windschutzscheibe schlagartig enteist werden. Die
Austrittsgeschwindigkeit der Tröpfchen
aus den Zerstäubern 50 liegt
vorzugsweise bei ca. 27 m/s.
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Obwohl
in 2 eine Montage der Zerstäuber 50 an der Oberkante
der Windschutzscheibe 60 gezeigt ist, sind auch andere
Befestigungsmöglichkeiten
denkbar. So lässt
sich die von den Zerstäubern 50 erzeugte
Tröpfchenwolke
auch von vorne oder von der Seite auf die Scheibe 60 richten.
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Das
beschriebene Enteisungssystem kann entweder bei der Herstellung
des Fahrzeugs eingebaut werden oder später nachgerüstet werden. Dabei können die
Elemente eines bereits vorhanden Waschsystems auch für das nachgerüstete Enteisungssystem
verwendet werden. Lediglich das Heizelement 30 und die
Zerstäuber 50,
sowie entsprechende Ergänzungen
des Leitungssystems müssen hinzugefügt oder
entsprechend modifiziert werden. Auch die erforderlichen Steuerleitungen
in den Innenraum des Fahrzeugs beschränken sich auf ein Minimum,
da nur ein einziger Schaltkontakt zur Betätigung des erfindungsgemäßen Enteisungssystems benötigt wird.
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Als
Materialien kommen für
das erfindungsgemäße Enteisungssystem
vorzugsweise Kunststoffe in Betracht, die sich kostengünstig herstellen
lassen und ein geringes Gewicht aufweisen. Lediglich das Heizelement
wird aufgrund der hohen Temperaturen und Drücke vorzugsweise aus einem
Metall, beispielsweise Aluminium, hergestellt, der mit Kunststoff
ummantelt werden kann.
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- 1
- Reservoir
- 10
- Pumpe
- 20
- Leitungsabschnitt
- 21
- T-stückartige
Verzweigung
- 22,
23
- Rückschlagventil
- 25
- Leitungssystem
- 30
- Heizelement
- 31
- Mittelwand
- 32
- Kammer
- 33
- Heizkörper
- 40
- Ventil
- 50
- Zerstäuber
- 60
- Windschutzscheibe