DE10028362A1 - Enteisungssystem - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Enteisungssystem zum Enteisen einer Scheibe, insbesondere einer Scheibe (60) eines Kraftfahrzeugs, mit einem Reservoir (1) zur Aufnahme einer Einteisungsflüssigkeit, einem Heizelement (30) zum Erhitzen der Enteisungsflüssigkeit, einer Pumpe (10), die die Enteisungsflüssigkeit vom Reservoir (1) durch das Heizelement (30) zu zumindest einer Austrittsöffnung (50) pumpt, wobei die zumindest eine Austrittsöffnung (50) so ausgebildet ist, daß die erhitzte Enteisungsflüssigkeit fein zerstäubt wird und sich als verteilte, heiße Tröpfchen auf der zu enteisenden Scheibe (60) niederschlägt.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Enteisungssystem zum Enteisen einer
Scheibe, insbesondere einer Scheibe eines Kraftfahrzeugs.
Bei Fahrzeugen aller Art tritt in der kalten Jahreszeit häufig das Problem der
Vereisung von Scheiben auf. So sind beispielsweise die Windschutzscheiben
von Kraftfahrzeugen, die über Nacht im Freien parken, bei Frosttemperaturen
typischerweise mit einer dünnen Eisschicht belegt. Die manuelle mechanische
Entfernung dieser Eisschicht ist mühsam und zeitaufwendig, so daß in vielen
Fällen vor Fahrtantritt nur ein kleiner Teil der Frontscheibe vom Eis befreit
wird. Die Sichtverhältnisse während der ersten Kilometer der Fahrt sind daher
zumeist stark eingeschränkt mit entsprechenden Konsequenzen für die aktive
Sicherheit des Fahrzeugs.
Zur Überwindung dieser Schwierigkeit ist seit langem aus dem Stand der
Technik bekannt, Systeme, die bei normalen Temperaturen zur Reinigung der
Scheibe dienen, auch zur Enteisung zu verwenden. Solche Anlagen weisen
üblicherweise eine Pumpe auf, die aus einem Vorratsbehälter eine Waschflüs
sigkeit mit einer oder mehreren Düsen auf die Frontscheibe spritzt. Damit die
Scheibe auch während der Fahrt gereinigt werden kann, wird die Waschflüs
sigkeit mit einem vom Fahrtwind nur unwesentlich beeinflußten, gerichteten
Strahl aus der Düse auf die Frontscheibe aufgebracht und anschließend durch
die Betätigung der Scheibenwischer verteilt.
Um mit solch einem System zusätzlich auch die Scheibe zu enteisen, wurde
vorgeschlagen, die Waschflüssigkeit auf eine erhöhte Temperatur zu heizen, so
daß sich die Eisschicht beim Bespritzen mit der heißen Flüssigkeit von der
Scheibe löst und/oder abtaut.
Ein Beispiel einer solchen Vorrichtung ist in der DE 44 06 653 offenbart. Da
bei wird in der Leitung zwischen dem Behälter, der die Waschflüssigkeit ent
hält, und zwei Düsen ein Isolierbehälter mit einer Widerstandsheizung ange
ordnet. Das Volumen des Isolierbehälters ist dabei so bemessen, das ein wie
derholtes Bespritzen der Frontscheibe des Fahrzeug mit vorgeheizter Wasch
flüssigkeit möglich wird.
Abgesehen von dem erheblichen Aufwand und den Kosten, die der Einbau des
speziellen Isolierbehälters verursacht, belastet das System gemäß der DE 44 06 653
die Batterie des Fahrzeugs, da die Temperatur der Waschflüssigkeit
ständig auf einer erhöhten Temperatur gehalten wird. Um den Stromverbrauch
zu begrenzen, offenbart die DE 44 06 653 eine komplizierte elektrische
Schaltung, die die Heizung nur dann anschaltet, wenn die Temperatur der
Waschflüssigkeit in dem Isolierbehälter unter eine bestimmte Solltemperatur
gefallen ist. Bei längeren Stillstandzeiten des Fahrzeugs wird die Heizung zur
Schonung der Batterie ganz abgeschaltet. Trotz der Isolierung kühlt daher über
Nacht die Waschflüssigkeit ab, so daß beim Starten des Fahrzeugs am Morgen
heiße Waschflüssigkeit nicht zur Verfügung steht sondern erst auf das langsa
me Aufheizen im großen Isolierbehälter gewartet werden muß.
Eine weitere Vorrichtung zum Heizen der Waschflüssigkeit ist in der US 5,354,965
offenbart. Hier wird die für einen Spritzvorgang benötigte Menge an
Waschflüssigkeit in einem U-förmigen geheizten Rohr bzw. in einem kleinen
Metallbehälter jeweils vor dem Spritzvorgang auf Knopfdruck erhitzt. Bei ei
nem erneuten Knopfdruck wird die erwärmte Flüssigkeit durch eine Pumpe
auf die Scheibe gespritzt. Nach Ende eines Spritzvorgangs wird durch die ent
sprechende Anordnung des Metallbehälters in Bezug auf die Düsen und die
Leitungsführung zum Vorratsbehälter sichergestellt, daß die für den nächsten
Spritzvorgang notwendige Menge an Waschflüssigkeit in dem U-förmigen
Rohr bzw. dem Metallbehälter verbleibt. Daher gestaltet sich der Einbau die
ses Systems schwierig, da eine zuverlässige Funktionsweise nur bei korrekter
Anordnung des Reservoirs, der Leitungen und des U-förmigen Rohrs bzw. des
Metallbehälters erreicht wird.
Da der Metallbehälter bzw. das U-förmige Rohr ständig mit dem Rest der An
lage in unmittelbarer Verbindung steht, ist ferner die thermische Isolierung
vergleichsweise schlecht, so daß auch hier Aufheizzeiten von ca. zwei Minu
ten vor jedem "Schuß" benötigt werden.
Aufheizzeiten dieser Länge sind deshalb besonders nachteilig, weil sowohl in
dem System gemäß der DE 44 06 653 als auch gemäß der US 5,354,965 eine
signifikante Enteisungswirkung durch einmaliges Spritzen auch mit erwärmter
Waschflüssigkeit nicht erzielt wird. Der gerichtete Strahl an Waschflüssigkeit,
der die Scheibe nur in einem kleinen Bereich trifft und anschließend mit Hilfe
der Scheibenwischer verteilt werden soll, taut bestenfalls einen kleinen Teil
der Scheibe auf, insbesondere, da bei den entsprechenden Außenbedingungen
die Scheibenwischer häufig festgefroren sind. Eine schnelle großflächige Ent
eisung, die die Voraussetzung für klare Sicht ist, wird mit den Anlagen nach
dem Stand der Technik nicht erreicht. Auch die wiederholte Anwendung kann
daran kaum etwas ändern, da immer nur derselbe kleine Bereich der Scheibe
vom Strahl der erwärmten Waschflüssigkeit getroffen wird.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit gemäß eines ersten Aspekts das Pro
blem zugrunde, eine Enteisungsanlage für eine Scheibe eines Fahrzeuges, ins
besondere eines Kraftfahrzeugs, zu schaffen, die in kürzester Zeit große Teile
der Scheibe von einer Eisschicht befreit.
Gemäß eines weiteren Aspekts der vorliegenden Erfindung soll ein einfaches
und kostengünstiges System geschaffen werden, das auch nach langen Still
standzeiten des Fahrzeug in kürzester Zeit die für die Enteisung erforderliche
Menge an Flüssigkeit erwärmt und auf die Scheibe aufbringt und damit die
oben genannten Nachteile des Standes der Technik überwindet.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Enteisungssystem zum Enteisen einer
Scheibe, insbesondere einer Scheibe eines Kraftfahrzeugs, mit einem Reser
voir zur Aufnahme einer Enteisungsflüssigkeit, einem Heizelement zum Er
hitzen der Enteisungsflüssigkeit, einer Pumpe, die die Enteisungsflüssigkeit
vom Reservoir durch das Heizelement zu zumindest einer Austrittsöffnung
pumpt, wobei die zumindest eine Austrittsöffnung so ausgebildet ist, daß die
erhitzte Enteisungsflüssigkeit fein zerstäubt wird und sich als verteilte, hei
ße Tröpfchen auf der zu enteisenden Scheibe niederschlägt.
Im Gegensatz zu den mit einer Heizung ergänzten Waschanlagen aus dem
Stand der Technik wird die Flüssigkeit von dem erfindungsgemäßen Entei
sungssystem somit nicht in Form von einem oder mehreren auf die Scheibe
gerichteten Strahlen aufgebracht und danach durch die Scheibenwischer
verteilt, sondern die erfindungsgemäße Zerstäubung erzeugt über der zu
enteisenden Scheibe eine Wolke fein verteilter heißer Tröpfchen, die beim
Niederschlag die Scheibe großflächig enteisen. Dabei ist die Temperatur
und die Größe der Tröpfchen so bemessen, daß ihre thermische Energie aus
reicht, um jeweils eine kleine Fläche des Eisbelags aufzutauen. Vorzugswei
se weisen die heißen Tröpfchen einen Durchmesser zwischen 0,5 mm und 1 mm
auf.
Tests haben gezeigt, daß bei Temperaturen von bis zu -30°C eine einziger
"Schuß" mit dem erfindungsgemäßen Enteisungssystem ausreicht, um den
überwiegenden Teil der Windschutzscheibe eines Fahrzeuges in wenigen
Sekunden vom Eis zu befreien. Vorzugsweise verteilt die Austrittsöffnung
die heißen Tröpfchen der Enteisungsflüssigkeit dabei fächerförmig über der
Scheibe.
Damit gemäß eines weiteren Aspekts der vorliegenden Erfindung die Vor
laufzeit bis zur Enteisung der Scheibe aus jeder beliebigen Situation heraus
verkürzt wird, heizt das Heizelement vorzugsweise nur die jeweils für einen
Zerstäubungsvorgang benötigte Menge an Enteisungsflüssigkeit - bevorzugt
erst unmittelbar vor dem Zerstäubungsvorgang - auf. Damit entfällt einer
seits die Notwendigkeit für aufwendige thermische Isolierungen und ande
rerseits sind komplizierte elektrische Schutzschaltungen für die Batterie wie
im Stand der Technik nicht erforderlich.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erstes Ventil zwi
schen dem Reservoir und dem Heizelement und ein zweites Ventil zwischen
dem Heizelement und der zumindest einen Austrittsöffnung angeordnet, um
die für einen Zerstäubungsvorgang benötigte Menge an Enteisungsflüssigkeit
während des Aufheizens von der übrigen Enteisungsflüssigkeit zu tren
nen. Dies verbessert die thermische Isolation der für einen Zerstäubungs
vorgang benötigten Menge an Enteisungsflüssigkeit und verkürzt damit si
gnifikant die Aufheizdauer.
Vorzugsweise werden das erste und das zweite Ventil durch das Einschalten
der Pumpe hydraulisch geöffnet. Während das erste Ventil bevorzugt als ein
Rückschlagventil ausgebildet ist, ist das zweite Ventil vorzugsweise so aus
gebildet ist, daß es gegen den während des Aufheizens der Enteisungsflüs
sigkeit entstehenden Druck im Heizelement geschlossen bleibt und sich erst
bei einer zusätzlichen Druckerhöhung durch das Einschalten der Pumpe öff
net. Durch die Anordnung und Ausbildung dieser beiden Ventile müssen
beim Einbau des System einerseits keine Vorgaben im Hinblick auf die ver
tikale Position des Heizelements in Bezug auf die Leitungen oder das Re
servoir beachtet werden, andererseits kann auf teure und störungsanfällige
elektromagnetisch gesteuerte Ventile verzichtet werden.
In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Er
findung erfolgt das Einschalten der Pumpe automatisch, wenn die im Hei
zelement befindliche Enteisungsflüssigkeit eine bestimmte Solltemperatur
erreicht hat. Alternativ dazu kann das Einschalten der Pumpe auch automa
tisch nach einer bestimmten Zeit nach dem Beginn des Heizens erfolgen.
Weitere vorteilhafte Fortentwicklungen sind Gegenstand weiterer abhängi
ger Ansprüche.
In der folgenden detaillierten Beschreibung wird eine derzeit bevorzugte Aus
führungsform der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeich
nung beschrieben, in der zeigt:
Fig. 1 Eine schematische Darstellung der Elemente eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 Eine schematische Darstellung der von dem erfindungsgemäßen
Enteisungssystem erzeugten Wolke aus heißen Tröpfchen der Ent
eisungsflüssigkeit; und
Fig. 3 Eine Detaildarstellung des Heizelements im bevorzugten
Ausführungsbeispiel aus Fig. 1.
Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung anhand eines Enteisungssystems für die Windschutzscheibe eines
Kraftfahrzeugs beschrieben. Es versteht sich jedoch, daß die vorliegende Er
findung auch für die Enteisung von Scheiben andere Fahrzeuge wie z. B.
Züge oder Flugzeuge verwendet werden kann.
Unter Bezugnahme auf Fig. 1 umfasst das erfindungsgemäße Enteisungssy
stem ein Reservoir 1, das zur Aufnahme der Enteisungsflüssigkeit dient. Je
nach Fahrzeugtyp und dem unter der Motorhaube zu Verfügung stehenden
Platz weist das Reservoir 1 unterschiedliche Größen und Formen auf. Als
Enteisungsflüssigkeit wird vorzugsweise ein Gemisch aus Wasser und ei
nem Alkohol, beispielsweise Isopropanol, verwendet. Der Anteil des Alko
hols liegt dabei vorzugsweise bei 50%; bei Verwendung in extrem kalten
Gebieten können auch Gemische mit deutlich höherem Alkoholgehalt ver
wendet werden, um ein Einfrieren der Enteisungsflüssigkeit zu verhindern.
Mit einer Pumpe 10 wird die Enteisungsflüssigkeit aus dem Vorratsbehälter
1 in Pfeilrichtung gepumpt (vgl. Fig. 1). Die Pumpe 10 kann dabei innerhalb
oder außerhalb des Vorratsbehälters 1 angeordnet werden, ohne daß dies auf
die erfindungsgemäße Konstruktion Einfluß hat. Als Pumpe 10 können Ag
gregate verwendet werden, wie sie aus dem Stand der Technik für Schei
benwaschanlagen von Kraftfahrzeugen bekannt sind.
Über einen Leitungsabschnitt 20 gelangt die Enteisungsflüssigkeit zu einer
T-stückartigen Verzweigung 21, an die sich jeweils zwei Rückschlagventile
22, 23 anschließen. Die Rückschlagventile 22, 23 sind so angeordnet, daß
beim Betrieb der Pumpe 10 die Enteisungsflüssigkeit durch das Rück
schlagventil 22 in Richtung des kleinen waagrechten Pfeils zu einem Hei
zelement 30 fließt. Die nach oben gerichtete Fortsetzung der Leitung wird
durch das Rückschlagventil 23 gesperrt, so daß die gesamte von der Pumpe
10 geförderte Enteisungsflüssigkeit zum Heizelement 30 geführt wird. Beim
Rücklauf von nicht verwendeter Enteisungsflüssigkeit von den Zerstäubern
50 (siehe unten) gibt das Rückschlagventil 23 frei, damit die darüberstehen
de Säule an Enteisungsflüssigkeit zurück in den Vorratsbehälter 1 gelangen
kann.
Das Heizelement 30 (vgl. Detaildarstellung in Fig. 3) dient der schnellen
Aufheizung der für einen Enteisungsvorgang benötigten Menge an Entei
sungsflüssigkeit. Diese Menge wird abhängig von der Größe der zu entei
senden Scheibe variieren; typische Volumina liegen im Bereich von ca. 100 ml.
Dabei ist dies die Menge an Enteisungsflüssigkeit, die für einen einzigen
"Schuß" des Systems (Dauer ca. 3 s) benötigt wird.
In einer durch eine Mittelwand 31 geteilten Kammer 32 des Heizelements
30, sind bevorzugt zwei Heizkörper 33 angeordnet. Die Heizkörper 33 sind
vorzugsweise PTC (positive temperature coefficient) Thermistoren. Denk
bar ist auch die Verwendung anderer Heizelemente, wie z. B. gewöhnlicher
Widerstandsdrähte o. ä.. Die PTC-Thermistoren weisen jedoch durch die
Zunahme ihres elektrischen Widerstandes bei steigender Temperatur einen
vorteilhaften selbstregulierenden Effekt auf, der eine Überlastung der Batte
rie des Fahrzeugs verhindert. Typische Leistungsaufnahmen liegen zwi
schen 800 und 1000 W. Die Wärmekapazität der PTC-Thermistoren ist ver
gleichsweise klein, so daß die eingespeiste elektrische Leistung ohne Zeit
verzögerung unmittelbar als Wärme abgegeben wird.
Wenn ein Enteisungsvorgang gestartet wird, beispielsweise durch einmalige
Betätigung eines elektrischen Schaltkontaktes im Fahrzeuginneren, beginnt
das Heizelement 30 die in der Kammer 32 befindliche kalte Flüssigkeit auf
zuheizen. Um die Flüssigkeit so schnell wie möglich auf die gewünschte
Solltemperatur zu bringen, ist zur thermischen Isolierung am Einlaß 34 das
Rückschlagventil 22 und am Auslaß 35 ein weiteres Ventil 40 vorgesehen
(vgl. Fig. 1). Dieses Ventil 40 ist so ausgelegt, daß es dem während des
Heizens entstehenden Druck der Flüssigkeit im Heizelement 30 widerstehen
kann, d. h. die Leitung zu den Zerstäubern zunächst sperrt. Typische Drücke,
die beim Heizen entstehen, liegen im Bereich von 1-2 bar, vorzugsweise
beträgt der Druck 1,8 bar.
Erst wenn durch den Förderdruck (ca. 2-4 bar) der eingeschalteten Pumpe
10 zusätzliche Flüssigkeit in das Heizelement 30 eintritt, steigt der Druck
dort weiter an, und das Ventil 40 öffnet sich, so daß die Enteisungsflüssig
keit zu den Zerstäubern 50 gelangen kann. Gleichzeitig wird die Heizung
abgeschaltet. Dieses druckabhängige Öffnen des Ventils 40 kann beispiels
weise durch eine entsprechende Beaufschlagung einer Dichtungsklappe im
Ventil 40 mit einer elastischen Feder erreicht werden.
Durch die in Fig. 2 mit den Pfeilen angegebene bevorzugte seitliche Ein
strömrichtung in das Heizelement 30 und die vertikale Ausflussrichtung
wird erreicht, daß lediglich die erhitze Flüssigkeit zu den Zerstäubern 50
gelangt. Eine Durchmischung mit der zusätzlich einströmenden kalten Flüs
sigkeit wird somit verhindert. Die Pumpe 10 wird abschaltet, wenn die
Kammer 32 ausschließlich mit kalter Enteisungflüssigkeit gefüllt ist.
Die vollständige Trennung der im Heizelement 30 geheizten Flüssigkeit von
der übrigen Enteisungsflüssigkeit erlaubt, innerhalb von kürzester Zeit (ca.
30 s-60 s) Temperaturen zwischen 50°C und 100°C zu erreichen. Vor
zugsweise beträgt die Temperatur, bei der die Pumpe 10 eingeschaltet wird
ca. 65°C. Zur Steuerung kann entweder im Heizelement ein zusätzlicher
Temperaturfühler vorgesehen sein (nicht dargestellt), der bei Erreichen der
Solltemperatur ein Einschaltsignal für die Pumpe 10 ausgibt, oder die Akti
vierung erfolgt mit einem Timer, der mit Erfahrungswerten für die Auf
heizdauer eingestellt wird (beispielsweise 45 s). In beiden Fällen ist eine zu
sätzliche Betätigung eines Schaltkontaktes im Fahrzeuginneren nicht not
wendig.
Die benötigte Steuerlogik für den Betrieb des erfindungsgemäßen Entei
sungssystems ist außerordentlich einfach und daher kostengünstig zu reali
sieren. Weder werden irgendwelche elektromagnetischen Schaltventile be
nötigt, noch sind ausgefeilte Sicherheitsschaltungen notwendig, um eine
völlige Entleerung der Batterie zu verhindern. Dies liegt daran, daß das be
schriebene Heizelement 30 aufgrund seiner erfindungsgemäßen Konstrukti
on in der Lage ist, die benötigte Flüssigkeit zum Enteisen unmittelbar vor
jeder Betätigung sehr schnell aufzuheizen, so daß ein Dauerbetrieb nicht
notwendig ist.
Über das in Fig. 1 nur angedeutete weitere Leitungssystem 25 gelangt die
erhitzte Flüssigkeit beim Betrieb der Pumpe 10 zu einem oder mehreren
Zerstäubern 50. Wie in Fig. 2 schematisch dargestellt, erzeugen diese Zer
stäuber 50 eine Tröpfchenwolke über der zu enteisenden Scheibe 60, bei de
ren Niederschlag die in der Enteisungsflüssigkeit gespeicherte thermische
Energie schlagartig die Scheibe 60 großflächig enteist.
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Düsen eines Waschsystems aus dem
Stand der Technik wird kein mehr oder weniger fokussierter Strahl auf die
Scheibe 60 gerichtet, sondern es erfolgt unter dem Einfluß der Schwerkraft
eine Benetzung mit fein verteilten heißen Tröpfchen. Die Flächenwirkung
wird daher im wesentlichen durch die Zerstäuber 50 und nicht erst durch ei
ne nachfolgende Betätigung der Scheibenwischer erreicht.
Die Zerstäuber 50 sind dabei so ausgelegt, daß die entstehenden Tröpfchen
einerseits hinreichend groß sind, um sich unmittelbar auf der Scheibe 60
niederzuschlagen, andererseits fein genug verteilt sind, um eine lückenlose
Enteisung der Scheibe 60 zu erreichen. In dem beschriebenen bevorzugten
Ausführungsbeispiel wird dies mit Tröpfchen erreicht, die einen Durchmes
ser zwischen 0,5 mm und 1 mm aufweisen. Bei der oben angegebenen
Temperatur der Enteisungsflüssigkeit von bevorzugt 65°C kann daher mit
einem "Schuß" von ca. 100 ml Enteisungsflüssigkeit fast die gesamte Wind
schutzscheibe schlagartig enteist werden. Die Austrittsgeschwindigkeit der
Tröpfchen aus den Zerstäubern 50 liegt vorzugsweise bei ca. 27 m/s.
Obwohl in Fig. 2 eine Montage der Zerstäuber 50 an der Oberkante der
Windschutzscheibe 60 gezeigt ist, sind auch andere Befestigungsmöglich
keiten denkbar. So lässt sich die von den Zerstäubern 50 erzeugte Tröpf
chenwolke auch von vorne oder von der Seite auf die Scheibe 60 richten.
Das beschriebene Enteisungssystem kann entweder bei der Herstellung des
Fahrzeugs eingebaut werden oder später nachgerüstet werden. Dabei können
die Elemente eines bereits vorhanden Waschsystems auch für das nachgerü
stete Enteisungssystem verwendet werden. Lediglich das Heizelement 30
und die Zerstäuber 50, sowie entsprechende Ergänzungen des Leitungssy
stems müssen hinzugefügt oder entsprechend modifiziert werden. Auch die
erforderlichen Steuerleitungen in den Innenraum des Fahrzeugs beschränken
sich auf ein Minimum, da nur ein einziger Schaltkontakt zur Betätigung des
erfindungsgemäßen Enteisungssystems benötigt wird.
Als Materialien kommen für das erfindungsgemäße Enteisungssystem vor
zugsweise Kunststoffe in Betracht, die sich kostengünstig herstellen lassen
und ein geringes Gewicht aufweisen. Lediglich das Heizelement wird auf
grund der hohen Temperaturen und Drücke vorzugsweise aus einem Metall,
beispielsweise Aluminium, hergestellt, der mit Kunststoff ummantelt wer
den kann.
Claims (18)
1. Enteisungssystem zum Enteisen einer Scheibe (60), insbesondere
einer Scheibe eines Kraftfahrzeugs, aufweisend:
- a) ein Reservoir (1) zur Aufnahme einer Enteisungsflüssigkeit;
- b) ein Heizelement (30) zum Erhitzen der Enteisungsflüssig keit;
- c) eine Pumpe (10), die die Enteisungsflüssigkeit vom Reser voir (1) durch das Heizelement (30) zu zumindest einer Austrittsöffnung (50) pumpt;
- d) wobei die zumindest eine Austrittsöffnung (50) so ausgebil det ist, daß die erhitzte Enteisungsflüssigkeit fein zerstäubt wird und sich als verteilte, heiße Tröpfchen auf der zu ent eisenden Scheibe (60) niederschlägt.
2. Enteisungssystem nach Anspruch 1, wobei die heißen Tröpfchen
einen Durchmesser zwischen 0,5 mm und 1 mm aufweisen.
3. Enteisungssystem nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Austrittsöff
nung (50) die heißen Tröpfchen der Enteisungsflüssigkeit fächer
förmig über der Scheibe (60) verteilt.
4. Enteisungssystem nach einem der Ansprüche 1-3, wobei das Hei
zelement (30) nur die jeweils für einen Zerstäubungsvorgang be
nötigte Menge an Enteisungsflüssigkeit aufheizt.
5. Enteisungssystem nach Anspruch 4, wobei das Heizelement (30)
die benötigte Menge an Enteisungsflüssigkeit erst unmittelbar vor
dem Zerstäubungsvorgang aufheizt.
6. Enteisungssystem nach Anspruch 5, bei dem die benötigte Menge
Enteisungsflüssigkeit zwischen 50 ml und 150 ml beträgt.
7. Enteisungssystem nach Anspruch 6, bei dem die benötigte Menge
ca. 100 ml beträgt.
8. Enteisungssystem nach einem der Ansprüche 5-7, wobei ein erstes
Ventil (22) zwischen dem Reservoir (1) und dem Heizelement (30)
und ein zweites Ventil (40) zwischen dem Heizelement (30) und
der zumindest einen Austrittsöffnung (50) angeordnet ist, um die
für einen Zerstäubungsvorgang benötigte Menge an Enteisungs
flüssigkeit während des Aufheizens von der übrigen Enteisungs
flüssigkeit zu trennen.
9. Enteisungssystem nach Anspruch 8, wobei das erste (22) und das
zweite (40) Ventil durch das Einschalten der Pumpe hydraulisch
geöffnet werden.
10. Enteisungssystem nach Anspruch 9, wobei das erste Ventil als ein
Rückschlagventil (22) ausgebildet ist.
11. Enteisungssystem nach Anspruch 9 oder 10, wobei das zweite
Ventil (40) so ausgebildet ist, daß es gegen den während des Auf
heizens der Enteisungsflüssigkeit entstehenden Druck im Heizele
ment (30) geschlossen bleibt und sich erst bei einer zusätzlichen
Druckerhöhung durch das Einschalten der Pumpe (10) öffnet.
12. Enteisungssystem nach Anspruch 11, wobei das Einschalten der
Pumpe (10) automatisch erfolgt, wenn die im Heizelement (30) be
findliche Enteisungsflüssigkeit eine Solltemperatur erreicht hat.
13. Enteisungssystem nach Anspruch 12, wobei das Einschalten der
Pumpe (10) automatisch nach einer bestimmten Zeit nach dem Be
ginn des Heizen erfolgt.
14. Enteisungssystem nach einem der Ansprüche 4-13, wobei des
Heizelement (30) zumindest einen PTC-Thermistor (33) zum Auf
heizen der Enteisungsflüssigkeit aufweist.
15. Enteisungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wo
bei die Enteisungsflüssigkeit auf eine Temperatur von ca. 65°C
geheizt wird.
16. Enteisungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wo
bei die Enteisungsflüssigkeit ein Gemisch aus Wasser und einem
Alkohol ist.
17. Enteisungssystem nach Anspruch 16, bei dem der Alkoholgehalt
der Mischung ≧ 50% beträgt.
18. Enteisungssystem zum Enteisen einer Scheibe, insbesondere einer
Scheibe eines Kraftfahrzeugs, aufweisend:
- a) ein Reservoir (1) zur Aufnahme einer Enteisungsflüssigkeit;
- b) ein Heizelement (30) zum Erhitzen der Enteisungsflüssigkeit;
- c) eine Pumpe, (10) die die Enteisungsflüssigkeit vom Reservoir (1) durch das Heizelement (30) zu zumindest einer Austrittsöff nung (50) pumpt;
- d) ein erstes Ventil (22), das zwischen dem Reservoir (1) und dem Heizelement angeordnet ist, und ein zweites Ventil (40), das zwischen dem Reservoir (1) und der zumindest einen Aus trittsöffnung (50) angeordnet ist, um die für einen Enteisungsvorgang benötigte Menge an Enteisungsflüssigkeit während des Aufheizens von der übrigen Enteisungsflüssigkeit zu trennen; wobei
- e) die Ventile (22; 40) beim Einschalten der Pumpe (10) hydrau lisch geöffnet werden.
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