DD227948A1 - Verfahren zur gewinnung von ammoniak aus schwefelwasserstoff- und/oder kohlendioxidhaltigem ammoniakwasser - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung beinhaltet die thermische Gewinnung von Ammoniak aus schwefelwasserstoff- und/oder kohlendioxidhaltigem Ammoniakwasser. Die nach dem thermischen Ammoniakabtrieb und der nachfolgenden Gaswaesche entstehende Loesung soll, bevor sie zur Entsaeuerung gelangt, derart behandelt werden, dass sie ein moeglichst grosses Gewichtsverhaeltnis von Sauergasen zu Ammoniak aufweist. Dies wird erreicht, indem man den Ammoniakgehalt der bei der Gaswaesche entstehenden Loesung bei Temperaturen unterhalb von 60C, vorzugsweise bei 40 bis 55C durch Waermezufuhr und Einblasen von Inertgas im Gegenstrom reduziert. Das dabei entstehende Ammoniak-Inertgas-Gemisch wird abgezogen und durch Waschen mit Wasser von Ammoniak befreit. Die bei dieser Waesche entstehende Loesung wird in den thermischen Ammoniakabtrieb zurueckgefuehrt. Die Erfindung wird insbesondere in der Erdoel- und Kohlechemie bei der Reinigung von Abwaessern, die bei der Kohleveredlung oder bei der Hydrierung von Fluessigprodukten der Erdoel- oder Kohleverarbeitung anfallen, angewendet. Fig. 1
Description
Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak aus schwefelwasserstoff- und/oder kohlendioxidhaltigern Ammoniakwasser
Die Erfindung wird bei der thermischen Gewinnung von Ammoniak einerseits und Sauergasen, wie Schwefelwasserstoff und/oder Kohlendioxid andererseits, in getrennter Form aus diese Bestandteile enthaltendes Wasser, insbesondere zur Reinigung von Abwässern, die bei der Kohleveredlung oder bei der Hydrierung von Flüssigprodukten der Erdöl- oder Kohleverarbeitung anfallen, angewendet.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Wässer, die Ammoniak, Schwefelwasserstoff und/oder Kohlendioxid, gegebenenfalls auch Blausäure und organische Inhaltsstoffe enthalten, treten in der Industrie vorwiegend als lä- stige Abwässer bei der Kohle- und Erdölveredelung auf. Sie bedürfen einer intensiven Reinigung, bevor sie in die natürlichen Gewässer abgelassen oder zur Wiederverwendung recyklisiert werden. Es treten jedoch auch nicht als Abwässer zu bezeichnende Gemische aus Ammoniak, Kohlendioxid und Wasser,
z. B. bei der Harnstoff- und Melaminsynthese auf, bei denen es notwendig ist, den Ammoniak getrennt von dem Kohlendioxid wiederzugewinnen.
Ältere Verfahren haben eine chemische Umsetzung entweder mit der basischen oder der sauren Komponente, jedoch vorwiegend mit dem Ammoniak im Sättigerbetrieb, zur Grundlage. Auf Kosten dieser Verfahren hat sich die Aufarbeitung dieser Wässer zu den einzelnen Komponenten Ammoniak, Sauergase und Wasser
auf destillativem Wege mehr und mehr durchgesetzt.
Grundlage dieser Verfahren ist die Kombination der Entsäuerung, also einer selektiven thermischen Sauergasabtrennung mit dem thermischen Ammoniakabtrieb. Überwiegt der Ammoniakgehalt im Einsatzwasser dem der Sauergase, so erfolgt die Entsäuerung nicht am Einsatzwasser, sondern an einer Waschlösung, die bei der Wäsche des Dämpfegeraisches des thermischen NH3-Abtriebes entsteht.
Da die Entsäuerung nicht vollständig durchführbar ist, sondern immer ein mehr oder weniger großer Anteil der Sauergase im Wasser verbleibt, führt der Ammoniak-Abtrieb nicht sofort zum reinen Ammoniak. Reiner Ammoniak wird erst nach erfolgter, bereits oben erwähnter Wäsche bei gleichzeitiger Kühlung des Ammoniak-Dampfes erhalten
Es ist also immer notwendig, die erhaltene Waschlösung, in der die nicht abgetrennten Sauergase konzentriert sind und die entsprechend den Waschbedingungen eine große Menge Ammoniak enthält, der Entsäuerungsstufe zurückzuführen. Damit wird die Entsäuerungsstufe mit dem zurückgeführten Ammoniak belastet, da der Entsäuerungsgrad mit steigender Ammoniakonzentration zurückgeht. Im Falle, daß die Entsäuerung nicht am Einsatzwasser, sondern an der Waschlösung allein durchgeführt wird, ist es ebenso von nachteiliger Wirkung, daß die Ammoniakmenge der Waschlösung im Verhältnis zur Sauergasmenge bei den bekannten technischen Lösungen noch sehr hoch ist.
Um die Ammoniakmenge in der zur Entsäuerung geführten Waschlösung zu verringern, ist sowohl in der DE-PS 1205956 als auch in der DE-OS 2527985 vorgeschlagen worden, die Waschlösung im Sumpf einer Abtreibereinrichtung auf 65 0C bzw. auf 60 bis 90 0C zu erwärmen, um Ammoniak abzutreiben. Durch diese Arbeitsweise kann jedoch noch immer nicht soviel Ammoniak abgetrieben werden wie es wünschenswert wäre, da im Verhältnis zu Ammoniak auch die Sauergase, insbesondere Schwefelwasserstoff, bei den obengenannten Temperaturen mit abgetrieben werden, die zurückgewaschen werden müssen.
Es ist weiter bekannt, daß zur Durchführung des Verfahrens, insbesondere bei Gehalten über 1,5 % Ammoniak in den abzutreibenden Wässern die Entsäuerung unter höherem Druck durchgeführt wird, da, wie bereits H. Limbach 1942 im "Archiv für bergbauliche Forschung", Jahrgang 3, Heft 1, S. 49 ff, gefun-
den hat und beweisen konnte, daß mit höherem Druck der Entsäuerungsgrad größer ist als bei Normaldruck. In der bereits erwähnten DE - OS 2527985 wird vorgeschlagen, die Entsäuerung bei 3 bis 25 bar durchzuführen. Damit entsteht jedoch ein höherer apparativer Aufwand. Weiterhin ist auch vorgeschlagen worden, das zu entsäuernde Wasser mit Wasser zu verdünnen, um den Entsäuerungsgrad zu verbessern, wie das bei niedrigeren Ammoniakgehalten naturgemäß möglich ist. So wird in der DE-PS 1118765 empfohlen, 20 bis 25 %iges Ammoniakwasser, aus dem reiner Ammoniak gewonnen werden soll, anstatt bei 40 bis 60 atü bei 8 bis 15 atü nach Verdünnung auf etwa 7 bis 12 %iges Ammoniakwasser zu entsäuern. Allerdings wird hierbei durch die Verdünnung der Energieaufwand zur Entsäuerung und zum Ammoniakabtrieb entsprechend größer.
Darüber hinaus ist es aus der DE-PS 1036237 bekannt, aus einem entsäuerten ammoniakhaltigen Rohgaswasser im heißen Zustand mit einem Inertgas den Ammoniak in einer Gegenstromkolonne auszublasen. Dabei wird anschließend der Ammoniak vom Inertgas getrennt und das Inertgas im" Kreislauf zum erneuten Ausblasen von Ammoniak benutzt. Da das Ausblasen des Ammoniaks unmittelbar nach der Entsäuerung des Rohgaswassers erfolgt, werden hierbei neben dem Ammoniak auch die verbliebenen Sauergase mit entfernt, so daß nach dem Ausblasen ein Ammoniak-, Sauergas-Inertgas-Gemisch vorliegt. Damit ist die Gewinnung von reinem Ammoniak nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
Ziel der Erfindung ist es, reines Ammoniak als Gas, das verflüssigt werden kann, oder als konzentriertes Ammoniakwasser und die Sauergase, evtl. noch mit Spuren von Ammoniak, aus diese Bestandteile enthaltendes Wasser mit geringem energetischen und apparativen Aufwand zu gewinnen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur thermischen Gewinnung von reinem Ammoniak einerseits und Sauergasen andererseits aus diese Bestandteile enthaltendes Wasser zu entwickeln, bei dem die bei der Gaswäsche ent-
stehende wäßrige Lösung, bevor diese zur Entsäuerung gelangt, derart behandelt wird, daß sie ein möglichst großes Gewichtsverhältnis von Sauergasen zu Ammoniak enthält. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Reduzierung des Ammoniakgehaltes der bei der Gaswäsche entstehenden wäßrigen Lösung bei Temperaturen unterhalb von 60 0C, vorzugsweise bei 40 bis 55 0C durch Wärmezufuhr und Einblasen von Inertgas im Gegenstrom zu der ammoniakhaltigen Lösung erfolgt. Das dabei entstehende Ammoniak-Inertgasgemisch wird abgezogen und durch Waschen mit Wasser vom Ammoniak befreit. Die bei dieser Wäsche entstehende Lösung wird danach dem thermischen Abtrieb zugeführt. Bei der nachfolgend durchgeführten Gaswäsche mit Wasser oder Ammoniakwasser fällt gasförmiger Ammoniak an, welcher verdichtet und verflüssigt werden kann.
Eine Variante sieht vor, daß das entstehende Ammoniak-Inertgas-Gemisch abgezogen und gemeinsam mit dem vom thermischen Abtrieb kommenden, mit Sauergasen verunreinigtem Ammoniak der Gaswäsche unterzogen wird. Anschließend wird das Ammoniak durch Absorption mit Wasser bei gleichzeitiger Kühlung von dem Inertgas getrennt, wobei bei dieser Variation ein konzentriertes Ammoniakwasser entsteht.
Zweckmäßigerweise wird das Inertgas im Kreislauf gefahren. Hierzu wird es nach der Abtrennung des Ammoniaks wieder zur Reduzierung des Ammoniakgehaltes in die bei der Gaswäsche entstehende Lösung eingeblasen. Dieses Inertgas kann aus Koksofengas bestehen.
Es wurde gefunden, daß das Verhältnis von Sauergasen zu Ammoniak in der Waschlösung durch Abtrieb bei niedrigerer Temperatur einen höheren Wert annimmt als durch Abtrieb bei höherer Temperatur. Bedingung für den Abtrieb ist jedoch, daß die Waschlösung unter niedrigerem Druck am Sieden gehalten wird. Dies wird erreicht durch Einblasen von Inertgas, wodurch der Partialdruck der am Sieden beteiligten Komponenten erniedrigt wird. Das erfindungsgemäße Verfahren wird in 4 Stufen betrieben. Ist der Gehalt des aufzuarbeitenden Abwassers an sauren Gasen wie Schwefelwasserstoff, Kohlensäure und Blausäure größer als der Gehalt an Ammoniak,
so erfolgt in der ersten Stufe die destillative Entsäuerung des Abwassers, wobei die sauren Gase abgetrieben werden. Ist jedoch der Ammoniakgehalt des Abwasser größer als der Sauergasgehalt, so wird die Entsäuerung als vierte Stufe durchgeführt, wodurch der thermische Abtrieb zur ersten Stufe wird. Die zweite Stufe des Verfahrens stellt der thermische Abtrieb und die Konzentrierung des Ammoniaks und der vorhandenen bzw. nach der Entsäuerung noch vorhandenen Sauergase dar. In der dritten Verfahrensstufe werden diese Gase mit Wasser oder Ammoniakwasser bei gleichzeitiger Kühlung gewaschen, wobei der gewonnene reine Ammoniak abgezogen wird. Die nachfolgende Reduzierung des Ammoniakgehaltes der bei der vorhergehenden Gaswäsche entstehenden Lösung, welche zur Entsäuerung geführt wird, stellt schließlieh die vierte Verfahrensstufe dar.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung wird nachstehend an Hand von drei Ausführungsbeispielen näher erläutert. In der Zeichnung zeigen
Fig. 1: das Fließschema gemäß den Beispielen 1 und 2, Fig. 2: das Fließschema gemäß dem Beispiel 3
Aus einem ammoniakhaltigern Abwasser soll gasförmiges Ammoniak gewonnen werden. Durch die Abwasserleitung 1 werden stündlich 24 620 kg mit organischen Bestandteilen verunreinigtes Abwasser mit der Zusammensetzung
610 kg Ammoniak 620 kg Kohlendioxid und 23 390 kg Wasser
einer Aufbereitungsanlage zugeführt. Ein Teil dieses Abwassers wird am Kopf der Entsäuerungskolonne 2, die bei Normaldruck arbeitet, aufgegeben. Der andere Teil des aufzubereitenden Abwassers wird im Wärmeübertrager 3 durch heißes gereinigtes Abwasser aus der Ammoniakabtriebskolonne 4 erwärmt und ebenfalls in die Entsäuerungskolonne 2 geführt. Durch Heizen in dem zur Entsäuerungskolonne 2 gehörenden Um*- laufverdampfer werden in dieser Kolonne stündlich 620 kg
Kohlendioxid allenfalls noch mit Spuren von Ammoniak ausgetrieben und verlassen diese Kolonne am Kopf.
Das entsäuerte Wasser, das die Entsäuerungskolonne 2 an ihrem unteren Teil verläßt, wird mit einer Zusammensetzung von
750 kg Ammoniak 200 kg Kohlendioxid und 24 050 kg Wasser
in den oberen Teil der Ammoniakabtriebskolonne 4, die bei Normaldruck arbeitet, geführt und dort mit Hilfe des zugehörigen Umlaufverdarapfers erwärmt, wobei die flüchtigen Gase bzw. Dämpfe abgetrieben werden und an ihrem Sumpf das gereinigte Abwasser mit maximal 50 ppm Ammoniak austritt. Diese Dämpfe verlassen die Ammoniakabtriebskolonne 4 an ihrem Kopf und werden im Dephlegmator 5 zum großen Teil kondensiert. Das Kondensat fließt in den ölabscheider 6, in dem die im Abwasser enthaltenen organischen Bestandteile abgetrennt werden und danach zurück in den oberen Teil der Ammoniakabtriebskolonne 4. Dort bewirken sie die Verstärkung der abgetriebenen Gase Ammoniak und Kohlendioxid.
Der im Dephlegmator 5 ni-chtkondensierte Teil des Dampfes setzt sich zusammen aus
937,5 kg Ammoniak 202 kg Kohlendioxid und 155 kg Wasser.
Er wird in den unteren Teil der Waschkolonne 7 geführt und dort einer Gaswäsche unterworfen. Hierzu werden durch die Frischwasserleitung 8 stündlich 505 kg Wasser zugeführt. Mittels zweier Kühlkreisläufe wird in dem ersten und zweiten Kühler 9 und 10 für die gleichzeitige Kühlung gesorgt, um am Kopf der Waschkolonne 7 eine Temperatur von maximal 30 0C aufrecht zu erhalten. Am Kopf dieser Waschkolonne 7 werden stündlich 610 kg Ammoniak durch die Ammoniakleitung 11 abgezogen, welches die Anlage verläßt und nachfolgend verflüssigt oder zu Ammoniakwasser in Wasser gelöst werden kann.
Die am Sumpf dieser Waschkolonne 7 austretende Waschlösung hat die Zusammensetzung
328 kg Ammoniak 202 kg Kohlendioxid und 600 kg Wasser
Sie wird in der Füllkörperkolonne 12 im Gegenstrora zu etwa 200 m3 Inertgas geführt, erwärmt und bei Temperaturen von 45 0C von einem Großteil des Ammoniaks befreit, so daß die die Füllkörperkolonne 12 verlassende Lösung nur noch 140 kg Ammoniak neben 200 kg Kohlendioxid enthält. Diese Lösung wird über die Rückführleitung 13 in die Entsäuerungskolonne 2 zurückgeführt.
Durch die relativ niedrige Aramoniakmenge in dieser Lösung, d.h. infolge des wesentlich reduzierten Verhältnisses von Ammoniak zu Kohlendioxid, wird der Aramoniakgehalt im Sumpf der Entsäuerungskolonne 2 nicht in dem Maße erhöht, wie es ohne die Anwendung der hier beschriebenen Maßnahmen der Fall wäre. Dadurch ist es mit dem beschriebenen Verfahren möglich, Abwasser (in der Abwasserleitung 1 kommend) mit einem Gehalt von 24,8 g Ammoniak pro kg Abwasser zu reinigen und aus ihm ein hochreines Ammoniak zu gewinnen, ohne die Anwendung von Überdruck in der Entsäuerungskolonne 2 und ohne das Einsatzwasser (Abwasserleitung l) zu verdünnen, wobei der angegebene Gehalt noch nicht die obere Grenze unter diesen Bedingungen darstellt.
Am Kopf der Füllkörperkolonne 12 werden stündlich 187,5 kg Ammoniak und 2 kg Kohlendioxid zusammen mit dem Inertgas über die erste Gasleitung 14 abgezogen und der Gastrennkolonne 15 an deren Sumpf zugeführt. Am Kopf dieser Kolonne werden stündlich 560 kg Wasser mit einer Temperatur von 25 0C über die erste Wasserleitung 16 zugeführt. In der Gastrennkolonne 15 werden der Ammoniak und das Kohlendioxid absorbiert. Hierbei wird in zwei Kühlern durch Kühlung von zwei Kreislauflösungen die Absorption bei niedriger Temperatür gehalten.
Das vom Ammoniak befreite Inertgas wird am Kopf der Gastrennkolonne 15 abgezogen und über die Inertgasleitung 17 mit
Hilfe des Lüfters 18 in die Füllkörperkolonne 12 in deren Sumpf geblasen, wo es erneut zum Abtreiben von Ammoniak dient Die in der Gastrennkolonne 15 entstandene Waschlösung, welche
187,5 kg Ammoniak 2 kg Kohlendioxid und
560 kg Wasser
enthält, wird über die Waschlosungsruckfuhrleitung 19 der Amraoniakabtriebskolonne 4 zugeführt und an deren Kopf aufgegeben, wobei es gemeinsam mit dem Rücklauf aus dem Dephlegroator 5 in diese Kolonne gelangt.
Der über die Ammoniakleitung 11 abgezogene Ammoniak ist praktisch frei von Kohlendioxid.
Das aufzubereitende Abwasser enthält neben dem Ammoniak und Kohlendioxid auch Schwefelwasserstoff. Es weist folgende Zusammensetzung auf:
260 kg Ammoniak 150 kg Kohlendioxid 210 kg Schwefelwasserstoff und 21 185 kg Wasser
Dieses Abwasser wird so wie in Beispiel 1 beschrieben aufbereitet. Das die Entsäuerungskolonne 2 verlassende Wasser enthält
400 kg Ammoniak 25 kg Kohlendioxid
80 kg Schwefelwasserstoff und 21 825 kg Wasser
Das gereinigte Wasser, welches die Anlage verläßt, enthält maximal noch 50 ppm Ammoniak.
Der in die Waschkolonne 7 eintretende Dampf ist zusammengesetzt aus
595 kg Ammoniak
25 kg Kohlendioxid 145 kg Schwefelwasserstoff und 104 kg Wasser
In die Waschkolonne 7 werden über die Frischwasserleitung 8 stündlich 520 kg Wasser zugeführt, welche in den oberen Teil der Kolonne eingebracht werden. Am Kopf der Waschkolonne 7 werden über die Ammoniakleitung 11 pro Stunde 200 kg nahezu reiner Ammoniak abgezogen.
Am Sumpf dieser Waschkolonne 7 treten stündlich
335 kg Ammoniak
25 kg Kohlendioxid 145 kg Schwefelwasserstoff und 675 kg Wasser
aus.
In der nachfolgenden Füllkörperkolonne 12 wird diese Waschlösung mit ca. 200 m3 Inertgas bei 45 0C von einem Großteil des Ammoniaks befreit, so daß die die Füllkörperkolonne 12 verlassende Lösung nur noch 140 kg Ammoniak neben 25 kg Kohlendioxid und 80 kg Schwefelwasserstoff enthält. Das die Füllkörperkolonne 12 verlassende Inertgas enthält 195 kg Ammoniak, 65 kg Schwefelwasserstoff und 35 kg Wasser. Es wird in der Gastrennkolonne 15 mit 550 kg Wasser behandelt und dabei fast vollständig von diesen Bestandteilen befreit. Die die Gastrennkolonne 15 verlassende Lösung enthält
195 kg Ammoniak
65 kg Schwefelwasserstoff und 585 kg Wasser
und wird in die Ammoniakabtriebskolonne 4 zurückgeführt.
Aus einem Abwasser mit der gleichen Zusammensetzung wie in Beispiel 1 soll eine wäßrige Ammoniaklösung gewonnen werden. Es wird die gleiche Abwassermenge wie im Beispiel 1 beschrieben in der Entwasserungskplonne 2 teilweise von Kohlendioxid befreit und in der Ammoniakabtriebskolonne 2 dem thermischen Ammoniakab trieb unterworfen. Der im Dephlegmator 5 nichtkondensierte Dampf enthält
750 kg Ammoniak
200 kg Kohlendioxid und
130 kg Wasser.
Er wird in die Waschkolonne 7 geführt und einer Gaswäsche unterworfen. Hierzu werden über die erste Ammoniakwasserleitung 20 662 kg einer 20 %igen Ammoniaklösung in den oberen Teil der Waschkolonne 7 aufgegeben. Mittels zweier Kühlkreisläufe wird in den beiden Kühlern 9 und 10 für die gleichzeitige Kühlung gesorgt. Die am Sumpf der Waschkolonne 7 austretende Waschlösung hat die Zusammensetzung
308 kg Ammoniak
212 kg Kohlendioxid und 660 kg Wasser.
Sie wird in der Füllkörperkolonne 12 im Gegenstrom zu ca. 200 m3 Inertgas pro Stunde geführt, wobei ihre Temperatur durch den zugehörigen Heizer auf maximal 45 0C gehalten wird. Bei dieser Gegenstrombehandlung wird aus der Waschlösung ein Großteil des Ammoniaks ausgetrieben, so daß die Lösung nur noch 140 kg Ammoniak neben den 200 kg Kohlendioxid enthält. Diese Lösung wird über die Rückführleitung 13 in die Entsäuerungskolonne 2 zurückgeführt
Das am Kopf der Füllkörperkolonne 12 austretende Inertgas enthält 167,5 kg Ammoniak und 12 kg Kohlendioxid. Es wird über die zweite Gasleitung 21 gemeinsam mit dem aus dem Dephlegmator 5 kommenden Dampf in den unteren Teil der Waschkolonne 7 geführt und dort der Gaswäsche unterzogen. Am Kopf der Waschkolonne 7 werden 742 kg Ammoniak in 200 m3 Inertgas abgezogen und durch die dritte Gasleitung 22 der Absorptionskolonne 23 zugeführt. Die Abtrennung des Ammoniaks aus dem Inertgas erfolgt durch Absorption mit Wasser. Dazu werden über die zweite Wasserleitung 24stündlich 2970 kg Wasser in die Absorptionskolonne 23 aufgegeben. Das ammoniakfreie Inertgas verläßt die Absorptionskolonne 23 an ihrem Kopf und wird durch die Inertgasleitung 17 mit Hilfe des Lüfters 18 wieder in die Füllkörperkolonne 12 zurückgeführt, um dort erneut Ammoniak mit der Waschlösung auszutreiben. Die Kühlung der Ammoniakabsorption in der Absorptionskolonne erfolgt durch zwei Kreisläufe in den zugehörigen Kühlern. Die bei der Absorption entstehende wäßrige Ammoniaklösung von 610 kg Ammoniak in 2440 kg Wasser stellt das Endprodukt dar, welches die Anlage durch die zweite Ammoniakwasserleitung 25 verläßt.
Claims (2)
11 Patentansprüche
1. Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak aus Schwefelwasserstoff und/oder kohlendioxidhaltigem Ammoniakwasser, insbesondere aus Abwasser, das bei der Kohleveredlung oder bei der Hydrierung von Flüssigprodukten der Erdöl- oder Kohleverarbeitung anfällt, bei gleichzeitiger Reinigung des Abwassers durch destillative Entsäuerung des Abwassers, thermischen Abtrieb und Konzentrierung des Ammoniaks und der vorhandenen bzw. nach der Entsäuerung noch vorhandenen Sauergase, Wäsche dieser Gase mit Wasser oder Ammoniak-Wasser bei gleichzeitiger Kühlung und Abzug des hierbei gewonnenen reinen Ammoniaks, Reduzierung des Ammoniakgehaltes der bei der vorhergehenden Gaswäsche entstehenden Lösung und Zuführung dieser Lösung zur destillativen Entsäuerung, dadurch gekennzeichnet, daß die Reduzierung des Ammoniakgehaltes bei Temperaturen unterhalb von 60 0C, vorzugsweise bei 40 bis 55 0C, durch Wärmezufuhr und Einblasen von Inertgas im Gegenstrom zur amraoniakhaltigen Lösung erfolgt, wobei das Inertgas mit dem abgetriebenen Ammoniak abgezogen und durch Waschen mit Wasser von Ammoniak befreit und die bei dieser Wäsche entstehende Lösung dem thermischen Abtrieb zugeführt wird oder das Inertgas rait dem abgetriebenen Ammoniak abgezogen und gemeinsam mit dem vom thermischen Abtrieb kommenden, mit Sauergasen verunreinigten Ammoniak der Gaswäsche unterzogen und nachfolgend das Ammoniak durch Absorption mit Wässer abgetrennt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,- daß das Inertgas nach der Abtrennung des Ammoniaks wieder zur Reduzierung des Ammoniakgehaltes in die bei der Gaswäsche entstehende Lösung eingeblasen wird.
Hierzu...2 Seiten Zeichnungen
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