winkeImessinstrument. Durch die Schweiz. Patentschrift Nr. 38603 ist ein Winkelmessinstrument bekannt ge worden, bei dem im Gesichtsfelde eines Ab lesemikroskops gleichzeitig zwei einander gegenüberliegende Stellen eines Teilkreises derart abgebildet sind, dass die beiden Skalen bilder parallel nebeneinander verlaufen und einander entlang einer Grenzlinie berühren. Die Ablesung erfolgt durch ein für beide Skalenbilder gemeinsames Mikrometer, das sowohl aus einer festen Skalenplatte, als auch aus einer verschiebbaren Marke mit äusserer Messvorrichtung bestehen kann.
Ergeben die beiden gegenüberliegenden Teilkreisstellen nicht genau einen Unterschied von I80 , liegt also beispielsweise ein Exzentrizitätsfehler zwischen Kreisteilung und Drehachse vor, so kann mit Hilfe des 3Tikrometers an beiden Skalen je eine getrennte Ablesung gemacht werden;
der richtige Wert ergibt sich dann unter Berücksichtigung des Unterschiedes von 180 als das Mittel aus beiden Einzelab- lesungen. Dabei ist, wie in der genannten Patentschrift auseinandergesetzt, besonders wichtig, die Abbildung der beiden Teilkreis stellen so herbeizuführen, dass der einer fort laufenden Gradzählung entsprechende Rich tungssinn in den beiden Skalenbildern nach der gleichen Seite verläuft. In der Regel er folgt die Gradzählung durchlaufend über den ganzen Umfang; es müssen also dann in beiden Skalenbildern die Gradzahlen nach der selben Seite hin zunehmen.
Bei den der vorliegenden Erfindung vor ausgegangenen Untersuchungen hat sich her ausgestellt, dass man bei Instrumenten der geschilderten Art eine weit vorteilhaftere An ordnung erreichen kann, wenn man die Ab bildung der beiden Teilkreisstellen derart bewirkt, dass in den beiden Skalenbildern im Gesichtsfeld des Ablesemikroskops der der fortlaufenden Gradzählung entsprechende Rich tungssinn nach entgegengesetzten Seiten ver läuft, also bei einer von 0 bis 360 durch laufenden Bezifferung die Bezifferungen der beiden Skalenbilder einander entgegengesetzt verlaufen. Die Begründung hierfür ergibt sich aus folgendem.
Man wird auch bei grösster Sorgfalt in der Ausführung und Handhabung nie erreichen Minnen, dass beide gegen überliegenden Kreisstellen stets genau die gleiche Ablesung ergeben; man will vielmehr gerade durch das an sich mühsamere Ver fahren der jedesmaligen Ablesung zweier gegenüberliegender Stellen der Kreisteilung die unvermeidlichen Instrumentenfehler aus gleichen. Laufen nun die beiden Skalenbilder nach der gleichen Seite, so hat man stets beide Skalen getrennt abzulesen und sodann aus den beiden Ablesungen rechnerisch das Mittel zu bilden.
Verlaufen dagegen die bei den Skalenbilder nach entgegengesetzten Seiten, so kann sogleich die Ablesung des Mittels beider Winkelwerte, auf das es ja allein ankommt, ohne Zuhilfenahme eines Mikrometers oder eines Fadenkreuzes dadurch erfolgen, dass man diejenige Stelle des Ge sichtsfeldes aufsucht, an der die beiden Ab lesungen genau um 180 sich unterscheiden. Dies ist für die ganzen Grade und die in der Kreisteilung vorhandenen Unterteilungen der selben ohne weiteres möglich. Die Fig. 1 der Zeichnung mag dies verdeutlichen. Es sind dort zwei sich berührende Skalenbilder dar gestellt, die im entgegengesetzten Sinne ver laufen; die Grade sind in Drittelgrade unter teilt.
Man erkennt ohne weiteres, daL> die ge strichelte Linie, die ungefähr das erste Drit tel des Bereiches zwischen 32 40' und 33 abgrenzt, die gesuchte Stelle andeutet, an der die gegeneinander laufender. Skalenbilder ge rade den um 180 verschiedenen Wert an zeigen; dieser Wert stellt bereits das Mittel dar zwischen zwei Einzelwerten, die auf ge wöhnliche Weise mit einem Mikrometer oder dergleichen erhalten worden wären.
Falls es also gelingt, ausser den durch die Kreisteilung ohne weiteres ablesbaren ganzen Einheiten der Skalen - im Falle der Fig. 1 32 40' auch die Bruchteile der Skalenwerte - in Fig. 1 der mit x bezeichnete Wert - in ein facher Weise mit der nötigen Genauigkeit zu ermitteln, so ist damit ein Instrument ge schaffen, das die für eine bestimmte Messung erforderliche Anzahl von Ablesungen auf die Hälfte vermindert, dabei den mit jeder Mes- sung verbundenen Ablesefehler wesentlich herabsetzt und zugleich die Verwendung eine,
Mikrometers oder einer gleichwertigen Ein richtung entbehrlich macht. Dies wird gemäss der Erfindung dadurch erreicht, dass man ein Instrument der geschilderten Art, das wenig stens in der Bildmitte parallel nebeneinander, jedoch nach entgegengesetzten Richtungen verlaufende Skalenbilder erzeugt, rnit einer mechanischen oder optischen Einrichtung ver bindet, die die beiden Skalenbilder längs der Berührungslinie um ablesbare Beträge gegen einander zu verschieben gestattet.
Man hat sodann bei jeder Ablesrrng die beiden Skalen bilder so lange gegeneinander zu verschieben, bis die einzelnen Skalenstriche genau über einstimmen, also die Striche der einen Tei lung mit denen der andern Teilung zur Be rührungslinie senkrechte Gerade bilden. Die Ablesung der Teilkreiseinheiten erfolgt darin unmittelbar an den beiden Skalenbildern durch Aufsuchen der Stelle, an der der Unterschied beider Werte gerade 180 beträgt, während die dazu gehörige Feinablesung durch das Mass der gegenseitigen Verschiebung der bei den Teilkreisbilder gegeben ist.
Man wird zweckmässigerweise die zur Ablesung der Grösse dieser Verschiebung dienende Skala unmittelbar nach Untereinheiten der Kreis- teilung beziffern. Welches der beiden Skalen bilder dabei verschoben wird, bleibt sich gleichgültig. Man erhält eine besonders vor teilhafte Anordnung, wenn man die dazu dienende Einrichtung derart gestaltet, dah die beider) Skalenbilder entlang der Berührungs linie symmetrisch verschoben werden können.
Dadurch wird erreicht, dass die Stelle, an der die beiden Ablesungen sich gerade um 180 unterscheiden, ihren Ort für Gesichtsfelde des Ableseokulars stets unverändert beibehält. Man kann also diese Stelle durch eine be sondere, feste Marke kenntlich machen, die zwar nicht zur eigentlichen Ablesung erfor derlich ist, jedoch das Aufsuchen der richtigen Stelle erleichtert.
Wollte man nur eines der beiden Skalenbilder verschieben, so würde die die Ablesung bestimmende Stelle, an der der Winkelunterschied 150 beträgt; je nach dem @Ia@ der erfolgten Verschiebung ihren Ort im Gesichtsfelde wechseln, was unter Umständen zu Irrtümern Anlass geben könnte.
Eine symmetrische Verschiebung der bei den Skalenbilder kann auf verschiedene Weise erzielt werden. Eine einfache, rein mecha nische Lösung besteht darin, dass man zwischen Teilkreis und Ablesemikroskop eine gegen seitige Verdrehung herbeiführt, d. h. beispiels weise, dass man den Teilkreis gegenüber dem Instrumentenunterteil um einen kleinen, mess- baren Betrag drehbar anordnet. Da diese Ver drehung jedoch sehr gering ist, erfordert die Ableseeinrichtung eine sehr starke mecha nische Übersetzung.
Eine praktisch günstigere Einrichtung erhält man auf optischem Wege, wenn man die Verschiebungen der beiden Skalenbilder mit Hilfe von zwei drehbaren planparallelen Platten herbeigeführt, von denen je eine in den Strahlengang eines der beiden Skalenbilder geschaltet ist und die zu glei cher, aber entgegengesetzt gerichteter Drehung miteinander gekuppelt sind.
Diese Anordnung hat zugleich den Vorteil, dass die ganze zur Verschiebung der Skalenbilder dienende Ein richtung sich sehr gedrängt zusammenbauen lässt und dass sich je nach der Dicke der Platten eine beliebig grosse Übersetzung er reichen @ lässt. Um ein bequemes Handhaben des Instruments zu ermöglichen, empfiehlt es sich ferner, die Einrichtung so zu treffen, dass zusammen mit den beiden Bildern der Kreis teilung auch die Grösse der gegenseitigen Bild verschiebung im Gesichtsfelde des Ableseoku- lars sichtbar gemacht ist, so dass stets beide Teile einer Ablesung gleichzeitig überblickt werden können.
Die Verwirklichung des Erfindungsge dankens lässt sich um so leichter mit der nötigen Genauigkeit erreichen, je weniger von einander getrennte optisch wirksame Teile zur Erzeugung der beiden Skalenbilder erforder lich und je unveränderlicher diese Teile im Instrument gelagert sind. Insbesondere hat man darauf zu achten, dass nicht auch durch ungewollte Lageränderungen dieser Teile in folge von Erschütterungen, Temperaturein- flüssen und dergleichen eine Verschiebung der beiden Skalenbilder im Gesichtsfelde herbei geführt wird.
Man erhält daher eine für die Erfindung besonders günstige Anordnung, wenn man die von den beiden Teilkreisstellerr kommenden, zur Erzeugung der Skalenbilder dienenden Strahlenbüschelsysteme bereits vor den die Abbildung bewirkenden Teilen durch höchstens je zwei Spiegelungen in das In nere der hohlen Teilkreisachse leitet.
Dadurch entsteht der grosse Vorteil, dass man für die Bildererzeugung und die Weiterleitung der beiden Strahlenbüschelsysteme entweder ge meinsame optische Glieder- benützen kann, durch deren Anwendung naturgemäss eine feh lerhafte gegenseitige Verschiebung der beiden Skalenbilder ausgeschlossen ist, oder dass man zwar getrennte, jedoch dicht nebeneinander angeordnete und durch eine gemeinsame Fas sung fest miteinander verbundene Glieder ver wenden kann, die mit Sicherheit stets eine unveränderliche gegenseitige Lage behalten. Nebenbei bietet die Unterbringung von sol- cben Teilen in der hohlen Achse auch eine grosse Sicherheit gegen schädliche äussere Ein flüsse.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich dann, wenn man die Kreisteilung auf der Innen seite einer Zylinder- oder Kegelfläche anbringt und die Beobachtung der Teilung in unge fähr radialer Richtung von innen her vor nimmt. In diesem Falle gelingt es, mit nur zwei, im Innern des die Teilung tragenden Mantels angeordneten Spiegeln oder Spiegel prismen auszukommen, die - man, um eine gegenseitige Lageränderung zu verhüten, in einem gemeinsamen Fassungsstück lagern wird:
Es gelangt sodann durch diese beiden Spiegelflächen jedes der beiden von der Kreis teilung kommenden Strählenbüschelsysteme bereits mit einer einzigen Spiegelung unmit telbar in den Hohlraum der Teilkreisachse, so dass man sämtliche Teile für die Bilder zeugung und Weiterleitung der Strahlen büschelsysteme dicht nebeneinander anordnen oder überhaupt, soweit möglich, für beide Strahlenbüschelsysteme die gleichen Glieder benützen kann. Dabei kann als Träger der Kreisteilung auch ein ringförmiger Glaskörper dienen, der die Teilung auf seiner äussern Mantelfläche trägt, so dass die Beobachtung der Teilung von der Achse aus durch den Glaskörper hindurch erfolgt.
Da die beiden im Okulargesichtsfelde sicht baren Skalenbilder von zwei getrennten Strah- lenbüschelsystemen erzeugt werden; deren jedes eine eigene Eintrittspupille besitzt, so ent stehen infolgedessen auf der Strablenaustritts- seite im allgemeinen auch zwei räumlich von einander getrennte Austrittspupillen, so dass man nur dann beide Skalenbilder gleichzeitig deutlich sehen kann, wenn beide Austritts pupillen noch innerhalb der Augenpupille des Beobachters liegen.
Diesen Übelstand kann man dadurch vermeiden, dass man den beiden Strahlenbüschelsysteinen durch Ablenkungs mittel eine geringe, unveränderliche Neigung gegeneinander erteilt, derart, dass die zuge hörigen beiden Austrittspupillen einander über decken.
Die Anordnung des Teilkreises auf der Innenseite einer zylindrischen oder kegel förmigen Fläche ergibt auf der einen Seite die Möglichkeit, den die Teilung tragenden Körper nach aussen allseitig abzuschliessen und damit vor nachteiligen äussern Einflüssen gut zu schützen, erfordert jedoch auf der an dern Seite eine besondere Beleuchtung der zur Ablesung benützten Stellen.
Dies kann bei einem Instrumente der vorliegenden Art in vorteilhafter Weise dadurch geschehen, dass man durch die hohle Achse hindurch ein von der Seite kommendes Strahlenbüschel zuführt und dasselbe durch zwei im Hohlraum der Achse angeordnete Spiegel oder Spiegelpris men in ungefähr radialer Richtung je zur Hälfte nach den beiden Messstellen leitet. Da durch entsteht der Vorteil, dal3 man diese beiden Beleuchtungsspiegel mit den zur Ab bildung benützten Spiegeln in feste Verbin dung bringen oder im Falle von Spiegelpris men damit verkitten kann.
Für besondere Zwecke kann es erforder lich sein, dass man für eine gegebene Instru mentenstellung mehrere Paare von gegenüber liegenden Stellen eines Teilkreises ablesen kann; beispielsweise in zwei zueinander senk rechten Richtungen. Ferner wird man häufig bei Instrumenten, die sowohl einen Horizontal kreis; wie auch einen Höhenkreis besitzen, die Erfindung bei beiden Kreisen anwenden wollen. Für solche Fälle erhält man eine be sonders einfache Handhabung desInstrumentes, wenn die einzelnen Paare von Skalenbildern im Gesichtsfelde desselben Ableseokulars ab gebildet werden.
Dies kann namentlich dann ohne Schwierigkeiten geschehen, wenn die einzelnen Strahlenbüschelsysteme durch die zugehörige hohle Kreisachse weitergeleitet werden. Dabei lässt sich ferner eine konstruk tive Vereinfachung herbeiführen, wenn man für die verschiedenen Bilderpaare zur Ab lesung der Grölie der gegenseitigen Verschie bung der Bilder die gleiche Anzeigevorrichtung benützt.
Man kann dann allerdings nicht gleichzeitig für zwei verschiedene Bilder paare eine Einstellung vornehmen, sondern null je weils an einem einzigen; doch bedeutet dies für die Benutzung des Instrumentes keinen Nachteil.
Auf der Zeichnung ist als Ausführungs- beispiel der Erfindung ein Winkelmessinstru- ment dargestellt, das mit einem Horizontal kreis und einem Hühenkreis ausgestattet ist und bei dem von beiden Kreisen je ein Paar gegenüberliegender Stellen der Teilung neben einander im gleichen Okulargesichtsfeld ab gebildet werden. Die erforderliche Bildver- schiebungseinrichtung ist für beide Kreise zu einem einheitlichen Mechanismus zusammen gebaut; die Ableseeinrichtung ist für beide Kreise gemeinsam.
Dabei sind alle für die Erfindung nebensächlichen Teile solcher In strumente, wie beispielsweise Feststellschrau ben und Feinbewegungen für beide Kreise, Fernrohr, Libellen, Justiereinrichtungen usw., weggelassen, da diese Teile in beliebiger, be kannter Weise verkörpert sein können. Fig. 2 zeigt den Aufbau des ganzen Instruments in einem lotrechten Schnitt: die Fig. 3, 4 und 5 veranschaulichen Einzelheiten des Instrumentes im Schnitt nach den entsprechenden Schnitt linien der Fig. 2, und Fig. 6 gibt das im Ge sichtsfeld des Ableseokulars dargebotene Bild wieder.
Das Instrument besitzt in bekannter Weise einen durch drei Schrauben a einstell- liareii Uiderteil b, in dem ein den Vernro$r- träger darstellender oberer Teil c mit Hilfe eines konischen, hohlen Zapfens c' drehbar gelagert ist. Der Unterteil b bildet ein nach auPaen allseitig geschlossenes, zur Achse des Zapfens cl zentrisches Gehäuse, in das ein ringförmiger Glaskörper d fest eingesetzt ist.
Der Glasring d ist der Träger des Horizontal kreises; die Kreisteilung ist auf der äussern -@ylindrisehen Fläche d' des Ringes eingeätzt mid durch einen auf dieser Fläche d' nieder geschlagenen Spiegelbelag geschützt. In dem von dem Glasring d umschlossenen Hohlraum befinden sich zwei Spiegelprismen e und zwei mit denselben verkittete kleinere Spiegelpris men e', die in einem gemeinsamen, mit dem Zapfen e' fest verschraubten Gehäuse e= gegenseitig unverrückbar gelagert sind.
Durch ein auf der Unterseite des Teils b angebrachtes Spiegelprisma e3 wird ein von aussen kom inendes Beleuchtungsstrahlenbüschel durch eine zentrale Öffnung b' hindurch auf die beiden Prismen e1 geleitet und gelangt von hier aus je zur Hälfte auf zwei gegenüber liegende Stellen der die Kreisteilung tragen den Fläche d'. Infolge des auf dieser Fläche befindlichen Spiegelbelages werden die auf treffenden Strahlen ungefähr radial zurück geworfen und machen dadurch die Kreisteilung dunkel auf hellem Grunde sichtbar.
Die in der Achse zusammenstossenden geneigten Flächen der beiden Prismen e spiegeln die von den beiden Teilkreisstellen zurückkom menden Strahlen mit einer geringen gegen seitigen Neigung in den Hohlraum des Zap fens cl, wo sie zunächst ein gemeinsames, das Objektiv des Ablesemikroskops verkör perndes Linsensystem f durchsetzen und so dann durch ein ebenfalls gemeinsames Spiegel prisma f 1 in ungefähr wagrechter Richtung weitergeleitet werden.
Die gleiche Einrichtung, wie sie vorstehend für den Horizontalkreis erläutert wurde, ist in entsprechender Weise auch für den Höhen kreis vorgesehen. Auf dem Fernrohrträger c ist ein Teil g um eine zur Achse des Zap fens cl senkrechte Achse drehbar gelagert, an den das Fernrohr angebaut zu denken ist. Auf der Zeichnung ist dieses nur durch eine im Teil g vorgesehene Bohrung g' angedeutet. Unmittelbar neben dem Fernrohr ist der Teil g als allseitig geschlossenes Gehäuse aus gebildet, in das wiederum ein die Höhenkreis- teilung tragender Glasring lt fest eingesetzt ist.
Im Innenraum des Glasringes lt befindet sich ein der Prismenanordnung des Horizontal kreises genau entsprechendes Prismensystem <I>i, i'.</I> Die Zuführung des Beleuchtungsstrahlen- büschels erfolgt durch ein in den hohlen Dreh zapfen eingesetztes Spiegelprisma i2. Die von den beiden beleuchteten Teilkreisstellen kom menden Strahlen werden durch die beiden Prismen i wiederum in den hohlen Achsen raum des Teils g gespiegelt, durchsetzen ein gemeinsames,
das Mikroskopobjektiv darstel lendes Linsensystem kund gelangen sodann mit Hilfe eines Spiegelprismas k' durch den hohlen Arm des Fernrohrträgers c hindurch nach unten zu einem aus zwei Teilen zusam- niengekitteten Prismensystem d, das die Strah len dicht unterhalb der vom Horizontalkreis kommenden Strahlenbüschelsysteme ungefähr parallel zu diesen weiterleitet.
Die vom Hori zontalkreis kommenden Strahlen gehen dabei durch den obern, planparallelen Teil des Pris- mensystems d in gerader Richtung hindurch. Die nunmehr ungefähr in gleicher Richtung nebeneinander verlaufenden vier Strahlen büschelsysteme durchsetzen hinter dem Pris- mensystem l je eine von vier dicht übereinander befindlichen planparallelen Glasplatten m', <B><I>94</I></B> 2, m3 und m4, die paarweise an zwei;
um zwei lotrechte Zapfen 7z' und n2 drehbare Bügel n3 und n4 derart angekittet sind, dass bei einer gegenläufigen Drehung der beiden Bügel n3 und n4 um ihre gemeinsamen Dreh zapfen sowohl die zwei Bilder des Horizontal kreises, wie auch diejenigen des Höhenkreises je eine nach entgegengesetzten Seiten ge richtete Verschiebung erfahren.
Der eine Bügel 7z3 trägt zu diesem Zwecke die beiden mitt leren planparallelen Platten m2 und giz3, wäh rend an dem zweiten Bügel n4 die oberste und die unterste Platte m' und m4 befestigt sind. Die in der Strahlenrichtung gemessene Dicke der planparallelen Platten ist dabei dein lIasse derjeweils gewünschten Bildverschiebung angepasst.
Die erforderliche entgegengesetzt gerichtete, aber gleicligrosse Drehung der beiden Bügel ia' und it' erfolgt durch zwei verschiebbare Stifte o, die auf entsprechende .Ansätze -ic' und ü'' der Bügel drücken. Zwei gegen Vorsprünge des Gehäuses sich stützende Federn o' sorgen dabei für dauerndes An liegen der Ansätze w\ und iz\' an den Stiften o.
Die gleichmässige Verschiebung der beiden Stifte o wird eingeleitet durch ein mit einer geraubten Scheibe p' fest verbundenes Zahn rad p, das gleichzeitig in zwei, gleichaelisig mit den Stiften o gelagerte Zahnräder q ein greift und dadurch beide zu gleichgrosser und gleichgerichteter Drehung kuppelt.
Jedes der beiden Zahnräder q bildet ein Stück mit einer Büchse q', mit Hilfe deren es ini Gehäuse gelagert ist und die mit einem Hohlgewinde versehen ist, in das der rückwärtige Teil des Stiftes o eingreift. Durch einen auf dem Stift n befindlichen Bund o', der an einer Seite ab geplattet ist und damit entlang einer Füh rungsfläche b' des Gehäuses gleitet, ist der Stift o gegen Drehung gesichert, so dass also durch Drehen der geraubten Scheibe p' die Planparallelplatten qn', <I>na=,</I> i3 und qja4 paar weise die gewünschte symmetrische Drehbe wegung erhalten.
Hinter dem System der Planparallelplatten werden sämtliche vier Strahlenbüschelsysteme durch ein aus zwei Teilen zusammengesetztes Prismensy stein<B>7 -</B> um ungefähr 90 nach oben abgelenkt und damit in das Ableseokular geleitet.
An der Strahleneintrittseite besitzt dieses Prisinen- sy stein r sowohl für das Bilderpaar des Hori zontalkreises, als auch für dasjenige des Höhenkreises je zwei Dachflächen, die den Zweck haben, die beiden Skalenbilder eines jedes Paares einander so weit zu nähern, dass sie sich in der richtigen Weise berühren.
Um die dadurch verursachte Ablenkung der ein zelnen Strahlenbüschelsysteme wieder auszu gleichen, sind auf der Strahlenaustrittseite des Prisinensy stems r Glaskeile<I>r',
</I> r= und r3 mit den entsprechend entgegengesetzt ge neigten Dachflächen aufgekittet. Dabei ist die für jedes Strahlenbüschelsysteiii durch die beiden Dachflächen bewirkte Parallelversetzung in Verbindung mit der durch die beiden Spiegelprisma e bewirkten geringen gegen seitigen Neigung beider Strahlenbüschel- systeine für jedes Bilderpaar derart abgestimmt.
dass die Austrittspupillen sich möglichst voll ständig überdeken. Die aus dem Prismen- sy stein i- austretenden Strahlen gelangen in das Okularsy stein, das aus einer festen Linse x, einem mittelst eines Handgriffes s' von aufien umschaltbaren Spiegelprisma s' und zwei glei chen, festen Augenlinsensysteinen s3 (s. Fig. 5) besteht.
Die doppelte Anordnung des Augen- linsensysteins s3 in Verbindung mit dem um schaltbaren Prisma s' hat den Zweck, auch bei durchgeschlagenem Fernrohr ohne 'Wech sel des Standpunktes ablesen zu können.
-Um die (srüsse der durch die Planparallelplatten <B>M</B> i' <B>2112,</B> N1,3 und a4 bewirkten Bildverschiebung ablesen zu können, ist das Antriebszahnrad 2i fest mit einer Platte p' verbunden, auf der, gleichachsig mit dem Zahnrad p, eine runde Glasscheibe p@' aufgekittet ist.
Die Glas scheibe p3 trügt auf ihrem zylindrischen Um fange eine Teilung p4, die unmittelbar die Untereinheiten der Kreisteilungen abzulesen erlaubt. Ein dazu gehöriger Zeiger befindet sich auf dem über die Glasscheibe p3 hin wegragenden,
planparallelen Teil der Glas keilscheibe r3. Die zur Ablesung erforderliche Beleuchtung der auf der Scheibe p' befind lichen Teilungp'' erfolgt durch ein unterhalb der Scheibe p3 angebrachtes Spiegelprisma p'. das ein seitliches Strahlenbüschel von unten her durch die Glasscheibe j13 hindurchleitet.
Fig. G zeigt das Bild, das dem Beobachter im Okulargesichtsfelde dargeboten wird. Im linken Teil des Gesichtsfeldes erscheint das Bilderpaar des Höhenkreises, im mittleren Teil dasjenige des Horizontalkreises, während auf der rechten Seite Ablesestrich und Skala für die Bildverschiebungen sichtbar sind. Die beiden Kreisteilungen sind in Drittelgrade ge teilt.
Da bei jeder Ablesung das Mittel aus zwei Einzelwerten gebildet wird, so ist von den Teilungswerten, die zwischen den ent sprechenden, um 180 auseinander liegenden ganzen Clradzahlen liegen, jeweils die Hälfte zu nehmen, d. 1i. bei einer Zählung des ganzen zwischen den beiden entsprechenden Grad zahlen vorhandenen Winkels entspricht jeder Teilungswert einem Winkel von 10 Minuten. Die Bildverschiebungsskala umfasst dement sprechend den Bereich von 10 Minuten und läfJ;t unmittelbar Minuten und Sekunden ab lesen.
Ungefähr in der Mitte jedes Bilder paares der Kreisteilungen ist eine Richtmarke vorhanden, die die Stelle anzeigt, an der der Winkelunterschied beider Teilungen gerade 1S0 beträgt. Es ist bei der in Fig. 6 ge wählten Stellung der Skala angenommen, dass eine Messung mit dem Horizontalkreis erfolgt ist; die beiden Skalenbilder des Horizontal kreises sind somit durch Drehen der geraubten Scheibe p1 so eingestellt, dass die Teilungen einander genau gegenüberstehen.
Die Ablesung der Hauptteilung ergibt den Winkelwert bis anf 10 Minuten, mit den in der Figur ein geschriebenen Zahlen den Wert 10 50'. Den dazu gehörigen Bruchteil zeigt ohne weiteres die Verschiebungsskala, im gezeichneten Falle 3' 47", so dass eine Gesamtablesung von 10 53' 47" zu verzeichnen ist.