Türschloss. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Türschloss, welches sowohl als Ein stemmschloss, als auch als Schloss mit Schloss- kasten ausgebildet sein kann.
Es ist bekannt, bei Schlössern mit schie ssender Falle einen Sperrhebel anzubringen, der die Falle in ihrer Offenlage zurückhält, bis beim Schliessen der Türe durch Anstoss des Ilebels an das Schliessblech der letztere zu rückgedrängt wird.
Gemäss Erfindung ist nun bei einem sol chen Schloss die Falle auch in ihrer vor geschobenen Stellung, und zwar durch einen mittelst Schlüssels betätigbaren zweiten Sperrhebel durch Einwirken desselben auf die Schlossnuss sperrbar, wodurch die Falle gleich zeitig als Riegel dient. Hieraus ergibt sich ein einfacher Bau des Schlosses, und es ist dabei die Sperrung der Falle bezw. des Rie gels im vorgeschobenen Zustande eine durch aus sichere.
Die Zeichnung veranschaulicht drei Aus führungsbeispiele des Erfindungsgegenstan des, wobei sich Fig. 1 bis 11 auf das erste, Fig. 12 und 13 auf das zweite und Fig. 14 auf das dritte Beispiel beziehen.
Fig. 1 ist ein Aufriss des Schlosses bei abgehobener Deckplatte des Sclilosskastens und bei zurückgeschobener verriegelter Falle; Fig. 2 ist ein Horizontalschnitt nach der Linie x-x in Fig. 1; Fig. 3 ist eine linke Stirnansicht des Schlosskastens; Fig. 4 ist ein Aufriss des Schliessbleches; Fig. 5 ist ein Schnitt nach der Linie y-y (Fig. 4);
Fig. 6 und 7 sind den Fig. 1 und 3 entsprechende Ansichten bei vorgeschobener, entriegelter Falle; Fig. 8 ist ein Aufriss des auf der Innenseite der Türe befestigten Drücker schildes; Fig. 9 lind <B>10</B> sind der Fig. 1 ähn liche Ansichten bei verriegelter und ent riegelter Drückernuss; Fig. 11 ist ein Schnitt nach der Linie --z (Fig. 1);
Fig. 12 und 13 sind der Fig. 1 ähnliche Ansichten des zweiten Beispiels bei verschiedenen Stellun gen eines Schiebers zur Sperrung des Sperr hebels für die Drückernuss, und Fig. 14 ist ein Horizontalschnitt eines dritten, auf der innern Türseite befestigten und für alle Tü ren verwendbaren Beispiels.
Beim Beispiel nach Fig. 1 bis 11 (Ein stemmschloss) bezeichnet 1 den Schlosskasten, 2 die am gasten befestigte Befestigungs- schiene, 3 die schiessende Falle, 4 die durch nicht gezeichneten Drücker betätigbare Drückernuss, 5 die Nussfeder und 6 die auf die Falle wirkende Feder.
Auf der linken, schmalen Seitenwand des Schlosskastens 1 ist ein Achsstift 7 befestigt,- auf welchem: der mit einem seitlichen, durch Öffnungen 8, 9 des Kastens 1 und der Schiene 2 nach aussen ragenden Vorsprung 10 versehene, unter dem Druck einer Feder 11 stehende, quer zur Falle ä bewegliche Sperrhebel 12. für die letztere gelagert ist. Der Sperrhebel 12 ist bestimmt, unter dem Druck seiner Feder in eine Rast 13 der Falle 3, zwecks Sperrung derselben, einzugreifen, wenn letztere zurück geschoben ist. Das Schliessblech 14 und der Türpfosten 15 besitzen je eine Aussparung 16 bezw. 17, in welche der seitliche Vor sprung 10 des Sperrhebels 12 beim Schliessen der Türe eintreten kann.
Nebst der Rast 13 besitzt der Kopf der Falle 3 eine Nut 14' (Fig. 1, 2, 3 und 7), um den Ausrückweg des Sperrhebels 12 zu beschränken. Ein am Kasten befestigter Flachstift 18 (Fig. 1 und 11) dient einem Arm 19 der Nuss 4 als An schlag und zugleich als Sicherheitsstift, wie später beschrieben wird. Ein zweiter Arm 20 der Nuss ist bestimmt, auf einen Vorsprung 21 der Falle 3 zu drücken, um letztere zu rückzuschieben, und ein dritter, kurzer Arm 22 der Nuss dient zusammen mit dem nach stehend beschriebenen zweiten Sperrhebel 23, "4 zur Sperrung der Nuss und damit der Falle 3 im vorgeschobenen Zustande (Fig. 9).
Der Sperrhebel 23-24 ist um den Stift :.>5 drehbar und mittelst eines um den Stift 26 drehbaren, unter dem Druck des von der Falle abgekehrten Endes der Fallenschliess- feder 6 stehenden Haltehebels 27 in jeder seiner beiden Endstellungen feststellbar. Zu diesem Zwecke ist das freie Ende des liegen den Armes 23 des Sperrhebels keilförmig ge staltet und der Feststellhebel 27 mit einer entsprechenden Aussparung 28 und mit einer Schrägfläche 29 versehen,. In der Ruhe stellung (Fig. 1, 6 und 10) wird der Sperr hebel 23-24 durch die Aussparung 28 in der Arbeitsstellung (Fig. 9) durch die Schrägfläche 29 des Hebels 27 festgestellt.
Der Sperrarm 24 des Hebels 23-24 ist am freien Ende so gestaltet, dass er in der Sperr stellung (Fig. 9) in einen Winkelausschnitt 22' des Nusshebels 22 einzugreifen vermag und in diesen Ausschnitt passt. Der liegende Arm 23 des Sperrhebels 23-24 besitzt einen Ansatz 30, auf welchen der nur von aussen in das Schloss einführbare Schlüssel 31 (Fig. 1; ?, 6, 9, 10 und 1.1) beim Linksdrehen bezw. Schliessen (Fig. 9) zu wirken bestimmt ist.
Der stehende Arm 24 des Sperrhebels besitzt einen abgerunde ten Vorsprung 32, auf welchen der Schlüssel 31 beim Rechtsdrehen bezw. Öffnen (Fig. 6 und 10) zu wirken bestimmt ist. Zur Sicher heit ist der Bart 33 (Fig. 11) des Schlüssels gezahnt, was eine entsprechende Gestaltung des untern Randes des flachen Anschlag stiftes 18, an welchem der Schlüsselbart vor- bei.streichen muss, bedingt und eine Sicher heitsmöglichkeit gewährt.
Da der nach oben gerichtete Schlüsselbart bei im Schloss stecken gelassenem Schlüssel durch sein Eigengewicht eine wagrechte Ruhelage einnimmt (Fig. 10), so kann der Schlüssel nicht herausfallen, wie das bei den gewöhnlichen Schlössern vor- 1:
ommt. Um die Falle in vorgeschobener Lage von der innern Türseite her, das heisst ohne Schlüssel und ohne den Sperrhebel 23--24 und den Nusshebel, zu verriegeln, ist längs der innern Kastenwand ein Schieber 34 ver tikal verschiebbar, welcher im gesenkten Zu stand (Fig. 1, 6 und 9) unterhalb der Bahn der Falle liegt und im gehobenen Zustand (Fig. 10) sich hinter die vorgeschobene Falle 3 legt und sie dadurch verriegelt.
In dieser Stellung des Schiebers 34 erfasst ein Haken arm 35 desselben einen am stehenden Arm 24 des Sperrhebels 23-24 befestigten Stift. 36 und sperrt so diesen Hebel, so dass das Schloss bei von innen verriegelter Falle nicht auch von aussen durch Verriegeln der Nuss ver riegelt werden kann. Im gesenkten Zustande hindert der Hakenarm 35 die Drehung des Sperrhebels 23-24 nicht (Fig. 6 und 9). Zur Betätigung des Schiebers 34 ist am innern Drückerschild 36 (Fig. 2 und 8) ein llebel 3 7 mit Knopf 38 gelagert, welcher einen Stift 39 trägt.
Dieser Stift durchzieht einen Schlitz 40 des Schlosskastens und einen solchen der Türe und ist mit dem Schieber 34 verbunden. Der Schieber 34 ist längs der rechten, schmalen Seitenwand des Schloss- kastens. und durch an diesem befestigte Stifte 41, 42 (Fig. 10) geführt und in sei nem Weg begrenzt. Eine auf den obern Stift 41 gesteckte Feder 43 (Fig. 1 und 14) drückt auf den Schieber und hält ihn in der ein gestellten Lage fest.
Die Wirkungsweise des beschriebenen Türschlosses ist folgende: Beim Herunterdrücken eines der Drücker wird die Falle in üblicher Weise zurück gedrückt. Sobald nun die Fallenrast 13 dem Sperrhebel 12 gegenüber zu liegen kommt, so springt dieser in die genannte Rast und sperrt die Falle in der zurückgeschobenen Lage (Fig. 1 und 2).
Wird nun die Türe von Hand, durch leichten Schwung, durch einen Türschliesser oder durch ein selbst schliessendes Türband zugemacht, so schlägt der Vorsprung 10 des Sperrhebels gegen den einen Rand des Ausschnittes 16 des Schliess bleches 14 (Fig. 4 und 7) und der Sperr hebel wird gedreht, wodurch er aus der Rast 13 der Falle 3 gehoben und letztere frei wird, so dass sie in das Schliessblech einspringen kann.
Soll die Falle in dieser Stellung von innen verriegelt werden, so wird der Schieber 34 durch den Hebel 37 gehoben, wodurch der selbe hinter die Falle zu liegen kommt (Fig.10) und der Sperrhebel 23-24 in seiner Ausrück- stellung ebenfalls verriegelt wird, ein Ver riegeln der Falle von aussen durch den Schlüssel somit verhindert ist.
Zum Abschliessen der Türe von aussen, beziehungsweise zum. Verriegeln der Falle von aussen wird der Schieber 34 vor dem Zu machen der Türe gesenkt, nach dem Zu machen der Türe der Schlüssel nach links (Fig. 9) gedreht und dadurch der Sperrhebel 23-24 im gleichen Sinne verstellt, wodurch die Nuss und damit auch die Falle verriegelt werden. Zum öffnen des Schlosses dreht man den Schlüssel nach rechts (Fig. 6 und 10), wodurch Nuss und Falle wieder entriegelt werden.
Es ist ersichtlich, dass es zur Betätigung des Sperrhebels 23-24 nur einer sehr ge ringen Kraft bedarf, wodurch ein sehr leich tes Verschliessen der Türe ermöglicht ist. Durch den Wegfall des Schlüsselriegels und des Schub- oder Nachtriegels ist der Bau des beschriebenen Schlosses wesentlich verein facht und arbeitet das Schloss dauernd sicher und leicht.
Bei der namentlich für Haus- und Kor ridortüren geeigneten ' Ausführungsform des Türschlosses nach Fig. 12 und 13 ist der Feststellhebel für den Sperrhebel 23'-241 weggelassen und steht der letztere unter dem direkten Einfluss des einen, verlängerten En des der Fallenschliessfeder 61, welche bestrebt ist, den Hebel 231-241 in die Schliessstel lung zu bringen, so dass es hierzu des Schlüs sels nicht bedarf. Der Schlüssel 31 dient nur zum Zurückdrehen des Sperrhebels 231-241, wozu eine Achtelsdrehung (Fig. 12) genügt.
Sobald der Schlüssel losgelassen wird, bringt ihn die Feder 61 wieder in die vertikale Ein- und Ausführungsstellung und gelangt der Hebel 23'-241 in die die Nuss in bereits be schriebener Weise sperrende Stellung: Der Schieber 341 ist derart verkürzt, dass er in der gehobenen Stellung (Fig. 12) nicht hinter die Falle 3 tritt. Er ist ferner so ge baut, dass er in dieser Stellung den Sperr hebel 231-241 freigibt, während er diesen in der gesenkten Stellung (Fig. 13) durch Erfassen des Stiftes 36 in der ausgerückten Stellung zu sperren vermag.
Angenommen, der Schieber 341 sei ge senkt, so wird zum Ausgang der Türdrücker heruntergedrückt, bei dieser Lage des Drük- kers dann der Schieber 341 gehoben und die Türe von aussen zugezogen, worauf nach Loslassen des Drückers durch den Hebel 231-241 die Verriegelung erfolgt. Zum Ein tritt wird nach- dem Entriegeln mittelst des Schlüssels der Drücker heruntergedrückt, die Türe geöffnet und dann von innen zu- gestossen, worauf sie wieder geschlossen bezw. verriegelt ist.
Fig. 14 zeigt den Horizontalschnitt eines an der Innenseite der Türe anbringbaren Tür schlosses, dessen innerer Bau jenem des Bei spiels nach Fig. 1 bis 11 ähnlich ist und da her keiner Erläuterung bedarf. Der Hebel zur Betätigung des Schiebers ist fortgelassen und der Schieber direkt mit einem Griff 44 versehen.