CH94484A - Kreiselapparat zur Messung der seitlichen Schräglage von Flugzeugen. - Google Patents

Kreiselapparat zur Messung der seitlichen Schräglage von Flugzeugen.

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CH94484A
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Co Anschuetz
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Anschuetz & Co Gmbh
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  Kreiselapparat zur Messung der seitlichen Schräglage von Flugzeugen.    Beim Steuern eines Flugzeuges hat der  Flieger dessen Lage zum Horizont zu beach  ten: Beim     Geradeausflug    muss es wageecht  liegen, (die eine Tragfläche ebenso hoch wie  die andere), beim     Kurvenflug    aber mehr oder  weniger schräg (die nach dem Innern der  Kurve gerichtete     Trag@$äche    tiefer, die nach  aussen gerichtete höher); je nachdem die Kurve  enger oder flacher ist. Wird diese Bedingung  nicht eingehalten, so gerät das Flugzeug in  Gefahr, seitlich abzurutschen und zu stürzen.  



  Solange die Erdoberfläche und der Hori  zont sichtbar sind, entstehen keine Schwierig  keiten : Der Flieger kann in jedem Augen  blick ohne weiteres     erkennen,    ob das Flug  zeug geradeaus oder in einer Kurve fliegt  und ob es die der     jeweiligen    Flugrichtung  entsprechende horizontale oder mehr oder  weniger schräge Lage hat, und     Darin    ge  gebenenfalls durch Handhabung der     Steuerung     die Lage richtigstellen. Befindet sich der  Flieger aber im Nebel oder in den     Wolken     und sind Erdoberfläche und Horizont nicht  sichtbar, so     kann    er auch Lage und Flug-         richtung    nicht erkennen, bedarf vielmehr be  sonderer Hilfsmittel hierzu.  



  Ein solches Hilfsmittel ist der Kreisel  apparat gemäss der Erfindung zur Messung  der seitlichen Schräglage von Flugzeugen.  Bei demselben ist der Kreisel als allseitig  bewegliches gedämpftes Kreiselpendel mit in  der Ruhelage senkrechter Achse ausgebildet,  und die     Ablesevorrichtung    ist mit einer Pendel  vorrichtung von kurzer Schwingungsdauer,  welche geeignet ist, die Richtung der schein  baren     Lötlinie,    das heisst der     Resultante    aus  Erdschwere und     Trägheitskraft;

      anzuzeigen,  derart verbunden, dass man mit einem Blick  die Differenz zwischen der     scheinbaren        Lot-          liriie    und der     Erdschwere    ablesen     kann.    Da  bekanntlich die Achse des Kreiselpendels ihre  Lage im Raum beizubehalten strebt, so er  möglicht ein derart ausgebildeter Apparat.       mittelst    der Stellung des     Kreiselpendels    die  Richtung der wahren     Lotlinie    festzustellen.

    Da sich ferner die mit kurzer Schwingungs  zeit ausgestattete     Pendelvorrichtung,    beispiels  weise eine Libelle oder ein gewöhnliches      Pendel, stets in der Richtung der scheinbaren       Lotlinie,    das     heisst    der     Resultante    aus     Erd-          schwere    und     Trägheitskraft    einstellt, so ge  stattet ein Vergleich beider Richtungen dem  Flieger ohne weiteres festzustellen, ob er       geradeaus    oder in einer engere oder flachere  Kurve fliegt, und ob die Lage des Flug  zeuges dementsprechend richtig ist.  



  In der beiliegenden Zeichnung ist in       Fig.    1 bis 7 eine Ausführungsform der Er  findung dargestellt.     Fig.    1 und 2 zeigen zwei  um<B>90"</B> gegeneinander verdrehte Seitenan  sichten,     Fig.    3 eine Oberansicht;     Fig.    4 und 5  stellen Einzelheiten dar, und     Fig.    6 und 7  erläutern die Art der     Ablesung;        Fig.    S und 9  zeigen eine weitere Vervollkommnung der       Dämpfungseinrichtung    des Kreiselpendels.  



  In der     Kreiselkappe        a    (Feg. 1 bis 3) ist  ein Kreiselkörper mit senkrechter Drehachse  untergebracht, der auf der Zeichnung nicht  sichtbar ist. Die Kreiselkappe mit dem       Kreiselkörper    ist mit einer     wagrechten    Achse  in Lagern b und c pendelnd aufgehängt; ihr  Schwerpunkt liegt mehr oder weniger unter  halb der Achse b, c, und sie stellt daher ein  Pendel dar, das einen Kreisel trägt, also ein       "Kreiselpendel\    in dein zuerst von Prof.     Föppl     angegebenen Sinne.

   Die Lager b und c werden  von einem     Kardanring    d getragen, der seiner  seits in den Lagern e und f um eine zweite       wagrechte    Achse schwingen     kann,    die uni  90   gegen b, c versetzt ist. Die Lager e und     f'     sind in den Stützen     g    und     h    befestigt, die  Bestandteile des Gehäuses     i    bilden, das samt  dein äussern Schutzkasten     k    am Flugzeug  befestigt ist und an dessen Bewegungen teil  nimmt. Der Kreisel ist nun mit einer Vor  richtung versehen, durch die seine Schwingun  gen um die Achse e     f'    wirksam gedämpft  werden. Das kann in verschiedener Weise  geschehen.

   In der dargestellten Ausführungs  form der Erfindung ist     hierfür    die aus der  Schweizer Patentschrift 4424 bekannte Vor  richtung verwendet: Der rasch laufende  Kreisel drängt infolge der     Zentrifugalkraft     die Luft, die durch     Öffnungen    in der Nähe  der Rotationsachse in die Kreiselkappe ein  tritt, an den     -Umfang    derselben, aus der sie    durch zwei Düsen o und     2)    in zwei Strahlen  austritt.

   In     Lagere>        r    und s ist an der  Kreisellappe ein leichtes Hilfspendel q mit  kurzer     Schwingungsdauer    gelagert, das mit  zwei Platten versehen ist, die die Luftstrahlen  düsen je zur Hälfte abdecken, wenn sowohl  Kreiselkappe     a    als Hilfspendel     q    die gleiche  Lage besitzen. Sobald indessen eine Winkel  veränderung zwischen a und q eintritt, wird  die eine der Düsen mehr abgedeckt und die  andere weiter     eröffnet,    so dass die Reaktions  wirkung beider Luftstrahlen, die vorher sich  ausglich, ungleich wird und ein Drehmoment  um die Achse<I>e f</I> auf die Kreiselkappe aus  übt, das sich den     Schwingungen    um die  Achse entgegenstellt.

   Dadurch aber werden  bekanntlich bei richtigem Drehsinn des Krei  sels auch die Schwingungen der Kreiselkappe  um die Achse b     e,    das ist die Schwingungs  achse des Kreiselpendels, auf das wirksamste  gedämpft, und dieses verbleibt daher stets,  auch beim Kurvenflug, in der Richtung der  wahren     Lotlinie.     



  Der     Kardanring    d trägt einen durch das  Lager     j'    ragenden     Fortsatz    G, auf dem eine  undurchsichtige Scheibe     m    befestigt ist. Diese  Scheibe     ))t    ist, wie in     Fig.    4 angedeutet, in  einen     obern        Halbkreis        nti    von heller Farbe  und einen untern Halbkreis     ))a2    vor) dunkler  Farbe eingeteilt.

   Die dein Flugzeugführer  zugekehrte senkrechte Seite     yt    des Schutz  kastens     k    ist aus einem durchsichtigen     kIate-          rial,    wie Glas oder Zelluloid, gefertigt und  trägt das Bild eines Flugzeuges, wie in     Fig.    5  angedeutet.  



  Da die Scheibe     m    fest mit dem     Kardän-          ring    d verbunden ist, so dreht sie sich um ihren  Mittelpunkt nur insoweit, als der Kreisel um  die Achse e f schwingt. Treten solche       Schwingungen    aber ein, so werden, wie er  wähnt, die damit gekoppelten Schwingungen  um die Pendelachse b c sofort gedämpft und  damit auch, wie bekannt, die Schwingungen  um die Achse e f; so dass die Scheibe prak  tisch sich nicht dreht und die Trennungslinie  zwischen     7)a1    und     9)t2    die     Richtung    des wirk  lichen Horizontes beibehält, also     wagrecht     verbleibt.

   Das Bild des Flugzeuges aber,      das auf der an diesem befestigten durchsich  tigen Scheibe     ic    angebracht ist, verbleibt in       wagrechter    Lage natürlich nur so lange, wie  das Flugzeug selbst sich in     wagrechter        Stel-          lung    befindet.

   So lange dieses horizontal  liegt; erblickt der Führer das Bild des Flug  zeuges der Scheibe     ra    über der undurchsichtigen  Scheibe<I>na</I> so; wie in     Fig.    6 dargestellt: Eine  durch das     wagrecht    liegende Flugzeug ge  dachte Horizontalebene verläuft parallel der  Trennungslinie zwischen     ml    und     gaa2.    Neigt  sich indessen     zutn    Beispiel der rechte Flügel  nach unten, so macht nur das Flugzeugbild  auf der Scheibe     ia,    nicht aber die durch den  Kreisel stabilisierte Scheibe in diese     Neigung     mit, so dass der Gesamteindruck der     Fig.    7  entsteht.  



  Der Flugzeugführer erhält demnach im  kleinen ein. getreues Bild der Lage seines  Flugzeuges gegen den Horizont, denn der  helle Halbkreis der Scheibe     gu    stellt das  Himmelsgewölbe über dem Horizont, der  dunkle Teil die sichtbare Erd- oder Wasser  oberfläche am Horizont dar, und die Tren  nungslinie zwischen beiden die sogenannte       Kimm.    Der Flugzeugführer kann also auf  Grund der Angaben des Apparates in der  selben Weise den     Verwindungshebel    zum       Wiederaufsichten    des Flugzeuges bedienen,  wie er dies nach dem Anblick des Horizontes  zu tun gewöhnt ist, auch wenn er diesen  selbst infolge von Nebel oder Dunkelheit  nicht erblicken kann.

   Um genaue     Ablesungen     der Schräglage zu ermöglichen, sind am Rande  der durchsichtigen Scheibe n eine Reihe von  Teilstrichen vorgesehen, die mit entsprechen  den Gradzahlen beziffert sind. Wird der  Apparat von innen heraus beleuchtet, so  braucht von der Scheibe     in    nur die untere  Hälfte vorhanden zu sein.  



  Nun genügt aber die Messung der Lage  des Flugzeuges zur wahren     Lotlinie    noch  nicht. Der Führer muss vielmehr in jedem  Augenblick auch die Richtung der schein  baren     Lotlinie,    das heisst der     Resultante    aus  Erdschwere und     Trägheitskraft    feststellen  können, um zu wissen, ob das Flugzeug auch  gegen die Gefahr des seitlichen     Abrutschens       gesichert ist. Hierzu ist bekanntlich ein stark  gedämpftes, kurzschwingendes Pendel oder ein  Flüssigkeitshorizont brauchbar, der aus zwei  kommunizierenden Röhren oder einem ge  bogenen Glasrohr besteht, das eine gefärbte  Flüssigkeit enthält.

   Dieses letztere Mittel ist  auch bei dem     dargestelltenAusführungsbeispiel     angewendet: Am äussern Gehäuse     1c    ist kon  zentrisch zur     Ablesescheibe    n eine     kreisförmig          gebogene    Röhre t     (Fig.    2 und 3) angeordnet,  die zum Teil mit einer gefärbten Flüssigkeit  gefüllt ist. Damit die Schwingungen der  Flüssigkeit zur Erleichterung der     Ablesung     gedämpft werden, kann entweder ein dem  Rohrdurchmesser entsprechend zähes ()1 ver  wendet werden, oder die Röhre     t    kann an  geeigneter Stelle eine     Einschnürung    besitzen.

    Die scheinbare     Lotlinie    neben der wahren,  und damit die Differenz zwischen beiden, an  ein und derselben Skala ohne weiteres ab  lesen zu können, ist für die rasche und zu  treffende Beurteilung der Lage des Flugzeuges  im Raume bei     unsichtigem    Wetter von gröss  tem Wert. Denn der Kreisel allein gibt nur  an, ob das Flugzeug schräg liegt, und der  Flüssigkeitshorizont allein zeigt nur die Rich  tung der     Resultante    aus Erdschwere und Träg  heitskraft an. Dagegen lässt die Differenz  beider Angaben erkennen, ob das Flugzeug  für die jeweilige Flugkurve die richtige Schräg  lage besitzt.  



  In     Fig.    6 ist dargestellt, wie sich die       Ablesung    eines ebenen     Geradeausfluges    ge  staltet, in     Fig.    7 dagegen der Fall einer  engen Rechtskurve, bei der das Flugzeug  die richtige Schräglage besitzt.  



  Zur nähern Erläuterung des Wesens der  Erfindung mag noch darauf hingewiesen wer  den, dass ein gewöhnliches Pendel oder eine  Libelle zur Ermittlung der wahren     Lotlinie     auf dem Flugzeug nicht brauchbar sind, weil  sie beim Kurvenflug ausser durch die     Erd-          schwere    noch durch die Zentrifugalkraft     be-          einflusst    werden und daher die Gesamtwirkung  beider anzeigen. So bleibt bekanntlich die  Luftblase einer Libelle ruhig im Nullpunkt  der Skala stehen, so lange das Flugzeug           beim    Beschreiben einer engen Kurve die  zugehörige starke seitliche Neigung einnimmt.  



  Das nach der Erfindung angewandte, ge  dämpfte Kreiselpendel unterliegt zwar auch  dem     Einfluss    der Zentrifugalkraft, stellt sich  aber nicht sofort in die neue, dem     Zusammen-          wirken    von Erdbeschleunigung und seitlicher  Beschleunigung entsprechende Lage ein, son  dern     -nur    innerhalb seiner     Eigengeschwindig-          keit.    Demnach verbleibt die Rotationsachse  des Kreisels eines solchen Pendels, auf dein  Flugzeug angebracht anfänglich in der Ver  tikalen, wenn sich das Flugzeug neigt.

   Ver  folgt dieses jedoch eine ständig gekrümmte  Bahn, beispielsweise eineu Kreis, oder steigt  es in Spiralen, auf oder ab, so wirkt dadurch  eine andauernde Seitenbeschleunigung auf den  Kreisel ein. Es. ist nun für den     Zweck    vor  liegender Erfindung von wesentlicher Be  deutung, die Schwingungszeit des Kreisels  so zu gestalten, dass er unter den verschieden  ster. Verhältnissen durch die     Seitenbeschleu-          nigung    möglichst     wenig    aus der     senkrechten     Lage     herausgedrängt    wird, und da(,) er sich  möglichst rasch und genau in die senkrechte  Lage einstellt.

   Das wird erreicht,     wenn    man  die     Schwingungszeit,    die dein     Kreisel    im  laufenden Zustand     zukommt,        verhältnismässig     gross wählt, da alsdann seine     Empfindlichkeit     gegen Seitenbeschleunigungen     verhältnismässig     klein wird. Eine genügend grosse Schwingungs  zeit des laufenden Kreisels erhält man aber  am einfachsten dadurch, dass man die Strecke;  um die der     Schwerpunkt    tiefer liegt als der.       Aufhängepunkt,    klein macht.

   Indessen darf  man hierin nicht     zri    weit gehen, weil sich  dann andere Nachteile einstellen würden, näm  lich dass der Kreisel sich nicht mehr genau  genug einstellt, dass die Einstellung und da  mit die Betriebsbereitschaft sehr lange Zeit  erfordert; dass der Kreisel durch die geringsten       Formveränderungen    aus dem Gleichgewicht  gebracht wird, und anderes mehr. Denn die       (lenauigkeit    der Einstellung wächst mit zu  nehmender     Schwerpunktstieferlage.     



       Zweckmässigerweise    wird     null    der Kreisel  so     weit.    beschwert, dass er für einen halben       Präzessionskegel        _    ungefähr sieben     Minuten       gebraucht:

   Dadurch     wird    eurerseits eine bal  dige Betriebsbereitschaft und genügend sichere  Einstellung irr die     Vertikale        erzielt,    ander  seits wird erreicht, dar die seitlich angreifen  der.     Zentrifugalkräfte    gewissermassen um die  Kreiselachse im Kreise herumwandern und  sich     gegenseitig        zurr    grössten Teil wieder  aufheben, wenn das Flugzeug ganz oder teil  weise einen engen Kreis beschreibt, dem eine  starke Schräglage entspricht. Der Fehler in  der Genauigkeit der Messung wird .demzu  folge sehr klein und fällt. nicht weiter ins  Gewicht.

   Wird dagegen ein Kreis mit sehr       grossem    Radius und daher     entsprechend    langer  Dauer beschrieben, so sind die     Seitenbe-          schleunigi.ingen    nur     von    geringer Stärke, so       dass    die     hervorgerufener.        Abweichungen    des  Kreisels     voll    der wahren Senkrechten wieder  um die     llessgeiiauiglzeit    nicht zu sehr beein  trächtigen.  



  Erfordert der halbe     Präzessionskegel    un  gefähr sieben     Minuten,        darin    wird. wenigstens  für kurze Zeit der Kreisel dem Beobachter  unbeweglich erscheinen, auch wenn er nicht  genau eingestellt ist, so     da(J)        darin        immerhin     noch die     Änderungen    in der Schräglage er  kennbar sind; was bei einem wesentlich kürzer  schwingenden Kreisel     Schwierigkeiten    bietet.  



  Wie die Zeichnung des Ausführungsbei  spiels ergibt, ist die     Anordnung    des Kreisel  apparates im Flugzeug so     getroffe::,    dass die  Drehzapfen     r,   <I>s</I> des Hilfspendels<I>1</I> quer zur       Längsachse    des Flugzeuges liegen.

   Das be  ruht auf folgender Erwägung: Beschreibt     eire     Flugzeug, in dein sich ein Kreiselpendel be  findet,     langsam    einen     Kreis    entgegen der       Drehrichtung    des Kreises, so wirkt die hier  bei auftretende     Zentrifugalkraft    derart auf das  Kreiselpendel ein, dass die Kreiselachse in  der Flugrichtung, das heisst der     vertikalen          Tangentialebene        all    die Flugbahn ausschlägt  und diesen Fehler stetig vergrössert, so lange  die Flugbahn     -.lach    der gleichen Seite ge  krümmt bleibt.

   Dieser     Fehler    tritt besonders       darin    in Erscheinung, wenn zum Zurücklegen  eines     vollständigen    Kreises     anriähei-nd    die  gleiche Zeit     gebraucht    wird, wie das Kreisel  pendel für das Durchlaufen eines vollständigen-           Präzessionskegels    benötigt. Dadurch, dass das  Hilfspendel q nur um eine quer zur Flug  richtung liegende Drehachse     ausschwingen     harn, ist es dem Einfluss der Zentrifugalkraft  entzogen.

   Die dargestellte Anordnung des  Hilfspendels verfolgt nun den weitern Zweck,  den Ausschlag der Kreiselachse in der Flug=       richturig    so herabzumindern, dass die für den  praktischen Gebrauch     notwentige    Genauig  keitsgrenze des Neigungsmessers nicht über  schritten wird.

   Sobald nämlich die Aus  wanderung der Kreiselachse in der Flugrich  tung beginnt, bringt das Hilfspendel äussere  Kräfte (im Ausführungsbeispiel den     Rückstoss     von Luftstrahlen) auf den Kreisel zur     Wir-          kung,    und zwar in Gestalt von Drehmomenten,  deren     .Achse    mit der Längsachse des Flug  zeuges, also der Flugrichtung,     zusammenfällt.     Je mehr der Kreisel auswandert, desto stärker  wird das auf den Kreisel ausgeübte Dreh  moment. Da dieses Moment den Kreisel in  seine Ausgangslage mit Bezug auf das Hilfs  pendel zurückzuführen sucht, und zwar um  so rascher, je weiter sich der Kreisel aus  dieser Lage entfernt hat, so verhindert es ein  Auswandern des Kreisels über ein bestimmtes  Mass hinaus.

   Offensichtlich wird der ver  bleibende Fehler um so kleiner, je kräftiger  das Drehmoment gewählt wird.  



  Diese     Wirkung        kann    das Hilfspendel nur  dann ausüben, wenn es in der erwähnten  Weise aufgehängt ist. Nur dann wird es  während eines Kurvenfluges nicht aus seiner  Stellung gedrängt werden, weil die Zentrifugal  kraft stets in der Ebene der Drehachse an  greift, die senkrecht     zur    Flugrichtung liegt.  Würden dagegen die Lager r, s des Hilfs  pendels nicht in der     Querachse,    sondern bei  spielsweise in der Längsachse des Flugzeuges  angeordnet sein, so würde es lediglich  die eingangs beschriebene Dämpfung der       Schwingungen    der.

   Kreiselachse herbeiführen,  nicht aber den Ausschlag der Kreiselachse  in der Flugrichtung infolge der     Zentrifugal-          lirraft    bei Kurvenflügen begrenzen.  



  Zwar wird bei Anordnung der     Hilfspendel-          drehachse    quer zur Flugrichtung das Pendel    beim     Abflug    oder beim Landen starke Aus  schläge machen. Trotzdem wird die Genauig  keit des Neigungsmessers nicht wesentlich  beeinträchtigt, weil diese Störungen nur sehr  kurze Zeiträume umfassen.  



  Die Dämpfung der Schwingungen des  Kreiselpendels kann noch dadurch vervoll  kommnet werden, dass dieser, ausser mit der       Luftstrahlendämpfung,    noch mit einer Massen  dämpfung versehen wird, wie sie aus der  deutschen Patentschrift<B>281952</B>     bekannt    ist.  An dem     Kardanring,    der die Kreiselkappe  trägt, wird nämlich eine verschiebbare Masse,  am     einfachsten    eine Flüssigkeitsmasse, so  angebracht; dass die Verschiebungsrichtung  quer zur Flugrichtung, also in der Schwing  ungsebene der Querachse des Flugzeuges ver  läuft.  



  Diese Variante ist in     Fig.    8 und 9 er  läutert, und zwar in     Fig.    8 von vorn und in       Fig.    9 von oben gesehen. In diesen Figuren  sind jedoch der Einfachheit wegen von den  in     Fig.    1-5 dargestellten Teilen nur die  Kreiselkappe a mit den Drehzapfen     G    und c,  der     Kardanring    d mit seinen Drehzapfen e  und<I>f,</I> die Stützen<I>g</I> und     h.,    der     Zapfenfort-          satz        l    und die daran befestigte Scheibe     m     wiedergegeben, während die übrigen Teile  nicht     mitgezeichnet    sind.

       Auf    der Rückseite  der Scheibe     m    nun sind zwei Behälter     2c     und v befestigt; die durch ein verhältnis  mässig enges Rohr     rc    miteinander     verbunden     sind. In diesem Behälter     befindet    sich eine  Flüssigkeit, die in bekannter Weise Schwing  ungen des     Kardanringes    um die Zapfen e, f  dämpft.  



  In der oben erwähnten deutschen Patent  schrift 281952 ist in     Fig.    4 eine     Dämpfungs-          vorrichtung    dargestellt, bei der die Kreisel  kappe ein ringförmiges, mit Flüssigkeit ge  fülltes Gefäss trägt. Würde man eine solche  Dämpfung für ein Kreiselpendel verwenden,  das als Neigungsmesser für Flugzeuge dienen  soll, so würden Flüssigkeitsverschiebungen  sowohl in der Längsrichtung, wie in der Quer  richtung des Flugzeuges auftreten können.

    Von dieser bekannten     Anordnung_unterschei-          det    sich die in     Fig.    8 und 9 erläuterte daher      noch dadurch, dass die     betreffenden    Massen  verschiebungen nur in einer Ebene stattfinden  können, und dass diese Ebene quer zur Flug  richtung liegt. Es wird hierdurch der Vorteil  erreicht, dass die Flüssigkeitsverschiebungen  die Gleichgewichtslage des Kreisels mit Bezug  auf die Vertikalebene in der Flugrichtung  nicht beeinträchtigen     können.    Das ist aber  diejenige Ebene, innerhalb derer das Hilfs  pendel     q    ausschwingt und dadurch die Dreh  momente auslöst. Es ist also vermieden, dass  durch die Flüssigkeitsverschiebung die Pendel  dämpfung gestört wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Kreiselapparat zur Messung der seitlichen Schräglage von Flugzeugen, dadurch gekenn zeichnet, dass der Kreisel als allseitig beweg liches gedämpftes Kreiselpendel mit in der Ruhelage senkrechter Achse ausgebildet ist, und dass die Ablesevorrichtung mit einer Pendelvorrichtung von kurzer Schwingungs dauer, welche geeignet ist, die Richtung der scheinbaren Lotlinie, das heisst der Resultante aus Erdschwere und Trägheitskraft, anzu zeigen, derart verbunden ist, dass man rnit einem Blick die Differenz zwischen der schein baren Lotlinie und der Erdschwere ablesen kann.
    UNTERANSPRüCHE 1. Kreiselapparat nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass zur Anzeige der Neigungen des Flugzeuges am kar- danischen Ring<I>(d)</I> eine Scheibe (rra) mit zwei durch einen Trennungsstrich geteilten, im Anblick voneinander unterschiedenen Hälften, ehre obere (nr') und eine untere (rra'-'), angebracht ist, die sich hinter einer am Flugzeug befestigten, das Bildeines Flug zeuges nebst einer Skala tragenden durch sichtigen Scheibe (n) befindet. 2.
    Kreiselapparat nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Drehachse (r, s) des Hilfspendels (g) quer zur Längs richtung des Flugzeuges liegt, und das Hilfspendel derart auf den Kreisel einwirkt, dass bei Ausschlägen der Kreiselachse inner halb der vertikalen Längsebene des Flug zeuges Drehmomente auf den Kreisel zur Wirkung gebracht werden, deren Achse mit der Flugrichtung zusammenfällt und deren Grösse dem Ausschlag der Kreiselachse proportional ist. 3.
    Kreiselapparat nach Patentanspruelr und Unteransprüehen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass die Dämpfung der Sehwing- ungen des Kreisels durch Massenver schiebungen bewirkt wird, die nur in der Ebene quer zur Flugrichtung stattfinden können.
CH94484D 1916-06-09 1919-06-05 Kreiselapparat zur Messung der seitlichen Schräglage von Flugzeugen. CH94484A (de)

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