Hilfsgerät zur leichten Ermittlung von für das Schiessen mit Geschützen benötigten Grössen auf nichtrechnerisehem Weg. Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Hilfsgerät zur leichten Ermittlung von für das Schiessen mit (xeschützen benötigten Grössen auf nichtrechnerischem Weg. Die Eigenart des Hilfsgerätes liegt darin, dass eine Tafel mit einer Gradeinteilung für Rohr erhöhungswinkel versehen und so eingerichtet ist, dass ihr Horizontalprojektionen von diesen Rohrerhöhungswinkeln zugeordneten Geschoss- flugbahnen entnommen werden können.
Ferner ist eine Entfernungsteilung zur Bestimmung des horizontalen Abstandes jedes Flugbahn punktes vom Flugbahnanfangspunkt vorge sehen und sind auf der Tafel Kurven ange bracht, welche die Horizontalprojektionen gleichhoch liegender Punkte aller den ein zelnen Werten der Gradeinteilung zugeord neten, in ihrer Horizontalprojektion der Tafel entnehmbaren Flugbahnen verbinden.
Die Zeichnung erläutert die Erfindung anhand der Fig. 1 bis 3 und zeigt in den Fig. 5 und 6 zwei praktische Ausführungs- beispiele, von denen die Fig. 5 der Darstel- lungsart der Fig. 3, und die Fig. 6 der Dar- Stellungsart der Fig. 2 entspricht: Fig. 4 ist ein Detail zu den Fig. 5 und 6.
Die Tafel gemäss der Fig. 5 mag "Uni- versalschusstafel#", die gemäss Fig. 6 "Gra phische Sehusstafel41 genannt werden.
Die "(-jrapische Schusstafel" hat die Form einer Platte aus beliebigem, jedoch zweck mässig widerstandsfähigem und für den Feld gebrauch geeignetem Material. Die Platte trägt auf der Oberseite, und u. U. zur guten Platzausnutzung auch auf der Unterseite, eine beliebig grosse Zahl von jeweils zu einer bestimmten Ladungs-, Geschütz- und Ge- schossart gehörigen Figuren in der durch Fig. 2 erläuterten Darstellungsweise, welche folgenden Entstehungsgang besitzt:
Man zeichnet zunächst die Schaubilder einer Anzahl von Flugbahnen einer bestimmten Geschütz-, Ladungs- und Geschossart mit bekannten Rohrerhöhungswinkeln gemäss Fig.1 und zieht dann gemäss Fig. 2 von einem den Geschützstand darstellenden Punkte aus eben so viele Strahlen nach den entsprechenden Werten eines vorzusehenden Gradbogens für Rohrerhöhungswinkel, als man Flugbahnschau- bilder aufgezeichnet hat.
Auf den Strahlen, die in dieser Weise nebeneinander die Hori zontalprojektionen der Flugbahnen darstellen, werden darauf die Punl.:#te markiert, in denen die Aufrisslinien der Flugbahnen die ver schiedenen Höhenlinien im Aufriss schneiden. Darauf werden die Punkte gleicher Höhen lage auf den verschiedenen Horizontalprojek tionen der Flughahnen durch stetige Linien miteinander verbunden.
Diese Linien Bleich hoher Flugbahnpunkte stellen als Höhen schichtlinien betrachtet, die Oberfläche eines Körpers, der"Flugbalinkörper*' genarrnt werde, dar, dessen Schnittlinie mit jeder in radialer Richtung vom Strahlenmittelpunkt (Geschütz stand) aus gelegten Vertikalebene eine Flug bahn ergibt, und zwar diejenige, deren Rohr erhöhung am Schnittpunkt dieser Ebene finit den: (xradbogeri abgelesen werden kann.
Die Horizontalprojektionen der Flugbahnen können entweder, wie die vier Strahlen in Fig. 2 in beliebig wählbaren Abständen, z. B. von Grad zu Grad, eingezeichnet sein, oder werden zwecks besserer Übersichtlich keit ganz fortgelassen und wie bei dem prak tischen Ausführungsbeispiel in Fig. 6 durch die Kante eines um den Geschützstand als Mittelpunkt drehbaren Lineals, oder durch einen im Geschützstand befestigten Faden oder eine sonstige Einstellvorrichtung dar gestellt. Um zu jedem Punkt einer Flug bahn den zugehörigen wirklichen Horizontal abstand vom Flugbahnanfangspunkt feststellen zu können, mass das Hilfsgerät auch eine Entfernungsteilung aufweisen.
Zum Zwecke grösserer Übersichtlichkeit ist es zweckniäf,')ig, die Entfernungsteilung nicht auf der Tafel, sondern auf der Einstellvorrichtung anzu bringen, wie dies in Fig. 6 auf dem Lineal geschehen ist.
Unter Umständen kann auch die Einstell vorrichtung gekrümmt verlaufen, falls die Horizontalprojektionen der einzelnen Punkte der Flugbahn in entsprechend krummlinig verlaufender Kurve zur Darstellung gelangen.
Sollen noch andere Beziehungen zwischen den Flugbahnen dargestellt werden, so ge- schieht dies durch Verbindung der Punkte gleicher Eigenschaft (z. B. gleicher Brenn länge, gleicher Seitenverschiebung, gleichen Fallwinkels, gleicher Flugzeit) durch ent sprechende Linien, wie dies Linie<B>f- f</B> in Fig. 2 angibt und wie dies in Fig. 6 durch Eintragung der Linien gleicher Flugzeit ge schehen ist.
Die zur Ablesung verschiedener (xrössen vorzusehenden Gradbogen und Einteilungen, sowie Vergleichsmassstäbe richten sich selbst verständlich bezüglich Ausbildung und Unter teilung ganz nach den jeweiligen besonderen Bedürfnissen. Fig. 4 zeigt zum Beispiel einen Vergleichsmassstab zur Ermittlung der Fall winkel.
Ebenso wie man auf einer topo graphischen Karte Berge durch Höhenschicht linien darstellt, die für gewöhnlich in Ab ständen von 1Ü0 zu 100 in Höhe eingetragen werden und ebenso wie man aus dem Ab stand zweier benachbarter Höhenschiehtlinien in solchen Karten die grössere oder geringere Steilheit der Berge entnehmen kann, genau so ergibt der längs einer Horizontalprojektion gemessene Abstand zweier Höhensehichtlinien des ,,Flugbahriköi,pers" den Fallwinkel der Flugbahn in diesem Bereiche an.
Sind zwei Höhenschichtlinien entlang einer Horizontal projektion so weit entfernt voneinander, wie das erste geschwärzte Stück links in Fig. 4 lang ist, so ist der Fallwinkel 10 . Ist der Abstand kleiner, und zwar gleich einem der nach rechts in Fig. 4 verzeichneten, ab wechselnd geschwärzten oder angeschwärzten Abschnitte, so ist der Fallwinkel grösser, und zwar jeweilig gleich dem dort eingeschriebenen Werte. Praktisch bestimmt man den Fall winkel entweder durch Zuhilfenahme des Zirkels oder durch Schätzung mit blossem Auge.
Die in Fig. 6 dargestellte Ausbildungs form des Hilfsgerätes gestattet beispielsweise ohne weiteres die Benutzung zu den nach stehenden Zwecken.
1. Bestimmung der Koordinaten der Flug bahn für jede Ladung und Rohrerhöhung durch einfache Feststellung der Koordinaten der Schnittpunkte der zur erwünschten Ladung und Rohrerhöhung gehörigen Horizontalprojek tion der Geschossbahn mit den Höhenschicht linien des sogenannten Flugbahnkörpers.
2. Ermittlung von richtiger Ladung und Rohrerhöhung für die Beschiessung jedes Zieles, dessen horizontale Entfernung, sowie Höhen lage über oder unter dem Geschützstand ge geben ist, durch Aufsuchen des Schnittpunktes der betreffenden Entfernungskurve (bezw. der Linealskala) mit der betreffenden Höhenschicht linie des Flugbahnkörpers und Ablesung der erforderlichen Rohrerhöhung am Gradbogen in der Verlängerung der durch diesen Schnitt punkt gelegten Linealkante bezw. der Ver bindungslinie dieses Schnittpunktes mit dem Geschützstand.
3. Feststellung, ob zwischen dem Geschütz stand und dem Ziele gelegene Hindernisse überschossen werden können, durch Ablesung der Höhenlage der Flugbahn an der Höhen schichtlinie des Flugbahnkörpers in der der Lage des Hindernisses entsprechenden Ent fernung an dem rnit der Rohrerhöhung nach dem Ziel angelegten Lineal.
4. Ablesung der Flugzeit des Geschosses bis zum Zielpunkt an oder durch Interpola tion zwischen den gestrichelt eingezeichneten Kurven gleicher Flugzeit.
5. Ermittlung des Fallwinkels der Flug bahn am Zielpunkt durch Vergleich des in der Entfernung des Zieles auf der entsprechen den Horizontalprojektion auffindbaren Ab standes zweier benachbarter Höhenschioht- linien mit der entsprechenden Strecke im Massstab der Fallwinkel auf der Tafel.
h. Feststellung der im toten Winkel lie genden Geländeteile und der 8clrussfeldgrenzerr für jede auf einer Karte mit Höhenschieht- linien bestimmte Feuerstellung durch punkt weise Feststellung der für die Beschiessung erforderlichen Rohrerhöhung und der Möglich keit oder Unmöglichkeit der Beschiessung mit Rücksicht auf zwischenliegende Hindernisse.
Eine im Prinzip genau gleiche Ausführungs form der Erfindung, die als "Universal Schuss tafel" bezeichnet wurde, ist in einer prak tischen Ausführungsform in Fig. 5 dargestellt, und findet ihre Erläuterung durch die sche matische Fig. 2. Der -Unterschied gegenüber Fig. 6 besteht nur darin, dass bei der vor beschriebenen Art der Grundriss des Flugbahn körpers in Polarkoordinaten dargestellt ist, während bei der Ausführungsform nach Fig. 5 ein rechtwinkliges Koordinatensystem zu grunde gelegt ist.
Im übrigen können auch bei dieser Ausführungsform genau die gleichen Grössen und Beziehungen eingetragen und ent nommen werden wie bei der vorstehend ge schilderten Ausführung der ,,Graphischen Schusstafel". An Stelle des Drehlineals tritt hier ein parallel geführtes Ableselineal, wie in Fig. 5 dargestellt.
Ebenso gut kann unter Umständen der Darstellung auch ein schiefwinkliges Koor dinatensystem zugrunde gelegt werden, oder zur Heraushebung gewisser Beziehungen eine Verzerrung der Längen- oder Winkelteilung vorgenommen werden.
Soll das Hilfsgerät insbesondere zur Er mittlung und Einzeichnung von Schussfeld- grenzen, von Linien der Punkte gleicher Rohrerhöhung, oder der (grenzen der durch vorgelagerte Deckungen vor Beschiessung ge schützten toten Räumen des Geländes in Karten mit Höhenkurven dienen, so kann hierzu die vorbesehriebene ,,Graphische in durchsichtigem und lochbarem Material ausgeführt, Verwendung finden.
Statt Anbringung eines Ableselineals werden dann die Horizontalprojektionen der Flug bahnen in bestimmten Abständen (z. B. von Grad zu (3'[r,ad) ausgezogen. Besser noch eignet sich Trierfür die für diese Zwecke in durchsichtigem und lochbarem Material aus geführte "Urriversalschrrlätafel@' nach Fig. 5. Der Vorteil dieser Ausführungsform besteht darin, dass durch Auseinanderziehung der Flugbalrnstrahlen die Darstellung klarer und durchsichtiger wird.
Bei Verwendung der "Urriversalsahusstafel" in dieser Form bleibt das Ableselineal weg und werden die Hori zontalprojektionen der einzelnen Flugbahnen in bestimmten Abständen, etwa von Grad zrr Grad, ausgezogen. Soll dann eine Linie der mit einer bestimmten Rohrerböhung erreichbaren Punkte in eine mit Höhenschicht linien versehene Karte gleichen Längenmass stabes wie die "Universalschusstafel einge tragen werden, so legt man die durchsichtige Scheibe mit dem dieser Rohrerhöhung ent sprechenden Geschützstandpunkt der Scheibe auf den Geschützstand auf der Karte, be festigt die Scheibe, z.
B. mit einer Nadel, drehbar in diesem Punkte der Karte und bringt die einzelnen Schnittpunkte der Hori zontalprojektion der Flugbahn und der Höhen schichtlinien des Flugbahnkörpers mit den Bleichhoch über dem Geschützstand liegenden Höhenschichtlinien der Karte zur Deckung. Die sich deckenden Punkte werden mittelst Durchstechens auf der Karte bezeichnet und geben nach ihrer Verbindung durch eine Linie die Linie der Punkte gleicher Rohr erhöhung in der Karte.