Steuerungseinrichtung für mit Einphasenstrom betriebene Fahrzeuge. Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Steuerungseinrichtung für mit Ein phasenstrom betriebene Fahrzeuge, deren Motoren durch wenigstens einen von Hand betätigten Kontroller gesteuert werden.
Bekannte Steuerungseinrichtungen dieser Art weisen zweierlei Nachteile auf. Einer seits benötigt die Rückstellung des Kontrol- lors von Hand in die Ausschaltstellung einen oftmals unerwünschten Zeitaufwand und ermüdet zudem den Führer bei häufiger Wiederholung allzusehr. Anderseits besteht das Abschalten aus einer beliebigen Fahr stellung in die Ausschaltstellung in einer Reihe von aufeinanderfolgenden Zu- und Abschaltungen von Transformatorenstufen, was eine unnötige Abnützung der Schalt kontakte zur Folge hat.
Gemäss vorliegender Erfindung werden diese Nachteile dadurch vermieden, dass die Rückstellung des Kontrollors in die Aus schaltstellung aus jeder Fahrstellung mit- telst eines Servomotors erfolgen kann. und dass diese Rückstellung in stromlosem Zu stande des Kontrollors geschielt. Aur beiliegender Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Steuerungsein richtung schematisch dargestellt.
Fig. 1 ist eine Gesamtansicht eines ersten Ausführungsbeispieles; Fig. 2 ist eine teilweise Ansicht eines zweiten Ausführungsbeispieles.
In jedem der beiden Führerstände 1 (Fig. 1) des nicht dargestellten Fahrzeuges befindet sich ein Handrad 2, mittelst wel chem der Führer den Triebmotorenkontrol- ler 17 von Hand zu- und abschalten kann. Zu diesem Zwecke kann jedes Handrad 2 mit einer Welle 9 gekuppelt werden.
die unter Zuhilfenahme einer Kette ss eine die beiden Führerstände verbindende Welle 1ss antreibt, welche ihrerseits die Walze des Kontrollers 17 mittelst eines Zahnradgetrie bes betätigt Mit dem Handrad 2 ist ein axial feststehender Kupplungsteil 3 fest ver bunden,
mit welchem ein axial verschieb barer Kupplungsteil i in Eingriff gebracht werden kann. cler mit einem Teile 5 der das Nettenrad tragenden Welle 9 stets gekuppelt bleibt. Der Kupplungsteil 1 --eist einen kreisförmigen Flansch 11 auf, der von einer Gabel 141 gefasst wird und somit durch Be tätigung dieser letzteren hin- und herbe wegt werden kann, um die Kupplung ein- und auszurücken.
Durch ein Gestänge 142 ist die Gabel 141 mit einem Fusshebel 14 ver- bunden,welcher der Wirkung einer Feder 15 ausgesetzt ist. Die Feder 15 dient dazu. die beiden Kupplungsteile 3, 4 miteinander im Eingriff zu halten; ein Druck auf den Fusshebel 14 genügt aber, um das Handrad 2 von der Welle 9 loszukuppeln.
Die Kupplung 3--4 kann in allen Fahr stellungen des Kontrollers 17 in der ausge rückten Lage durch eine auf den Flansch 41 wirkende Klinke 7 festgehalten werden.
Die Rückstellung des Kontrollers 17 aus irgend einer Fahrstellung in die Ausschalt stellung erfolgt durch einen pneumatischen. Servomotor 18, welcher durch eine elektro magnetische Vorrichtung 19 gesteuert ist. Das eine Ende der Spule der Vorrichtung 19 steht mit einer Leitung 24 in ständiger Verbindung, welche Leitung mittelst zweier feststehender Kontakte 11 und einer Kon taktbrücke 10 an den + Pol einer nicht dar gestellten Steuerstromquelle angeschlossen werden harn: die Brücke 10 bewegt sich mit einer Mutter 101, die auf der als Schrauben- srindel ausgebildeten Welle 9 angeordnet ist und einen Stellungsanzeiger 8 für den Kontroller 17 trägt.
Das andere Ende der Spule ist über eine Kontaktbrücke 2l des Schaltorgans 20 in der Ausschaltstellung des letzteren mit dem -Pol der Steuerstrom quelle verbunden.
Der Kontroller 17 kann durch das Schalt organ 20, welches die Triebmotoren unab hängig vorn Kontroller 17 an die Strom quelle anschliesst und durch einen pneuma tischen Servomotor 30 betätigt wird, in jeder Fahrstellung, in stromlosen Zustand ge bracht werden. Der Servomotor 30 ist durch. eine elektromagnetische Vorrichtung 22 ge- steuert, die einerseits mit dem -Pol der Steuerstromquelle, anderseits mit einer Lei tung 23 in ständiger Verbindung stellt. Diese Leitung 23 wird an die Leitung 24 durch feststehende Kontakte 13 und eine mit der Gabel 141 festverbundene Kontaktbrücke 12 so lange angeschlossen, als die Feder 15 den Fusshebel 14 hochhält.
Wird dieser letztere heruntergedrückt, so wird der Strom in der Spule 22 ausgeschaltet, wodurch das Schalt organ 20 in die Ausschaltstellung gelangt.
Die Wirkungsweise dieses Ausführungs beispieles ist folgende: Es wird angenommen, dass vom Führer stande 1 rechts aus gesteuert wird.
Vor dem Verlassen des Führerstandes 1 links ist der Führer gezwungen, einerseits das Handrad 2 in die der Ausschaltstellung des Kontrollers 97 entsprechende Lage zu bringen, wodurch die Kontaktbrücke 10 in die strichliert gezeichnete Lage und ausser Eingriff mit den Kontakten il gerät. Durch entsprechende Verriegelung durch einen im Führerstande 1 rechts gleichfalls zu verwen denden Hebel muss die Kupplung 3--4 in die gezeichnete Stellung ausgerückt werden und wird in dieser Lage festgehalten. Zum Zwecke des Anfahrens des Fahrzeuges dreht der Führer (las Handrad 2 im Führerstand rechts im Sinne des Aufschaltens des Kon- trollers 17.
Dadurch wird gleichzeitig der + Pol der Steuerstromquelle über die Gleit- kontaktvorrichtung 10-11, die Kontaktvor richtung 12-13, die Leitung 23, die Spule 22 an den -Pol geschlossen, d. h. das Schaltorgan 20 schliesst den Motorstromkreis und lüftet die Kontaktbrücke 21.
Wodurch die Vorrichtung 19 und daher der Servo motor 18 des Kontrollers <B>17</B> für die ganze Dauer der Handbetätigung im Sinne des Auf- oder Abschaltens des letzteren ausser Wirkung gesetzt werden. Wird nun der Führer den Kontroller 17 aus irgend einer Fahrstellung rasch. z. R. in Gefahrfällen oder ohne Anstrengunz, in die Ausschaltstellung bringen, so hat, er auf den Fusshebel 14 zu drücken.
Dadurch kur pelt er das Handrad 2 von der Welle 9 los und öffnet den Stromkreis der Vorrichtung 22 bei den Kontakten 12 bis i 'a, wodurch das Schaltorgan 2.0 in die Ausschaltstellung gebracht und die Kontaktbrücke 21 geschlos sen wird. Bei geschlossener Kontaktbrücke 21 wird die Spule der Vorrichtung 19 erregt und der Kontroller 17 durch den Servo motor in die Ausschaltstellung gedreht.
Gleichzeitig ist aber auch der Stellungs zeiger 8 in die Nullstellung gebracht wor den, wodurch der Stromkreis der Spule 19 bei 10---11 unterbrochen, sowie die Klinke 7 gelüftet wird, was seinerseits die Kupp lung des Handrades 2 mit der Welle 9 unter der Einwirkung der Gestängefeder 15 selbst tätig bewirkt. Die Handantriebsvorrichtung ist dadurch von neuem betriebsbereit.
Es besteht natürlich die Möglichkeit, die die Führerstände 1 verbindende Leitung 24 fallen zu lassen, indem man die Vorrichtung 19 über eine am Kontroller 17 anzubrin gende Kontaktvorrichtung und über die Kontaktbrücke 21 des Schaltorgans 20 un mittelbar an die Steuerstromquelle an schliesst, wobei die Kontaktvorrichtung in den Fahrstellungen des Kontrollers 17 ge schlossen, in der Ausschaltstellung dieses letzteren geöffnet ist.
Beim zweiten Ausführungsbeispiel (Fig. 2) wird die Rückstellung des Kontrollers 17 in die Ausschaltstellung durch einen Elek tromotor 31 bewirkt, der durch die elektro magnetische Vorrichtung 19 gesteuert ist. Die Brücke 12 verbindet mittelst Kontakte 26 den einen der Kontakte 11 mit der Lei tung 24, sobald der Fusshebel 14 herunter gedrückt und die Kupplung 3--4 ausgerückt wird. Die Rückstellung des Kontrollers wird also nicht mehr durch das Schaltorgan 20 hervorgerufen.
Bei gekuppeltem Handrad 2, bezw. wäh rend der Handsteuerung ist die Spule 22 des Schaltorgans 20 über die Kontakte 10-11. 12-13 und die Leitung 23 an die Steuer stromquelle geschaltet Soll die Rückstel lung des Kontrollers 17 selbsttätig erfolgen. so wird das Handrad wiederum ausgekup pelt und gleichzeitig durch den Umschalter 12-13--26 der Stromkreis der Vorrichtung 22 unterbrochen und derjenige der Vorrich tung 19 geschlossen, wodurch der Rückstell motor 31 eingeschaltet wird. Das Handrad 2 kann durch ein anderes Handorgan und der Fusshebel 14 durch ein anderes Organ, z. B. einen Handhebel. er setzt werden.
Die Rückstellung des Kontrollers, sowie die Betätigung des Schaltorganes kann auch elektromagnetisch geschehen, anstatt, wie geschildert, elektropneumatisch. oder elek- tronotorisch.
Gegebenenfalls können mehrere Kontrol- ler verwendet werden, die durch einen ge- mneinsamen oder getrennten Servomotor be tätigt werden können. Das Schaltorgan kann im Hocnspannungs- oder Niederspannungs stromkreise des Fahrzeuges eingebaut wer den und im letzteren Falle mehrere Motor gruppen einzeln oder gemeinsam ab schalten.