CH79879A - Verfahren zur Isolierung eines hochwertigen Präparates aus Secale cornutum - Google Patents
Verfahren zur Isolierung eines hochwertigen Präparates aus Secale cornutumInfo
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Description
Verfahren zur Isolieruueines hochwertigen Präparates aus Seeale coruutum. n<B>en</B> Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren, uin die primär in Seeale cornutuin (1VIutterkorn) vorhandenen thera peutisch wertvollen Alkaloide unter Anwen dung milder chemischer Mittel in unversehrtem Zustande und frei von fremden Begleitstoffen zu isolieren.
Das Verfahren beruht darauf, dass inau durch Zusatz von sauer wirkenden Reagentien zu dem Mutterkorn die wertvollen basischen Stoffe in der Droge gegenüber Fettlösungs mitteln fixiert, der Droge herauf durch Vor extraktion mit einem dieser Fettlösungsmittel zusammen mit dem fetten 01 noch andere neutrale und auch saure Stoffe entzieht, das so vorgereinigte Extraktionsgut alsdann in einem dieser hettlösungsinittel suspendiert,
worauf man durch Versetzen finit alkalisch wirkenden Stoffen die Alkaloide in Freiheit setzt und aus der Droge herauslöst.
Durch die Vorbehandlung des Mutterkornes mit sauer reagierenden wässerigen Lösungen, zum Beispiel finit verdünnten Säuren, wie Schwefelsäure, Salzsiiure, Salpetersäure, Phos phorsäure;
ferner Oxalsäure, Weinsäure, Ci- tronensäure, Ameisensäure. oder mit Lösungen von sauer reagierenden Salzen, wie zum Bei spiel Aluininiuinsulfat, Ferrosulfat, Ferri- chlorid, Kupfersulfat, werden die Alkaloide gegenüber einer Reihe organischer Lösungs mittel von der unlöslichen Pflanzensubstanz festgehalten.
Man kann daher ausser den bisher zur Entfettung des Seeale cornutum angewandten Solventien - wie Petroläther und Benzin -- auch andere Fettlösungsmittel, wie zum Beispiel Äther, Benzol und Homo loge, chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie Chloro form, Tetrachloracetylen, Tetrachlorkohlenstoff, zur Entfettung der Droge verwenden.
Ohne vorheriges Ansäuern der Pflanzensubstanz würden beim Behandeln mit dem Fettlösungs mittel zusainiiieii mit dem fetten 0l, Pliytosterin, Farbstoff und den teilweise pharmakologisch gefährlichen Pflanzensäuren auch die thera peutisch wertvollen Basen extrahiert, was die Isolierung der letzteren in unverändertem Zustande sehr erschweren oder gar verhindern würde.
Als alkalisch wirkende Stoffe kann man der Suspension von vorextrahierter Droge verdünnte, gelöste oder suspendierte Alkalien, wie . zum Beispiel Alkali- und Erdalkali- hydroxyd, Ammoniak oder Magnesinmoxvd, oder alkalische Salze, wie zum Beispiel Alkali- und Erdalkalikarbonat oder -bicarbonat oder Dialkaliphosphat, zusetzen.
Die dadurch in Freiheit gesetzten Alkaloide gehen dabei fast frei von fremden Beimischungen in das Lö sungsmittel über. Ein Zusatz von 1 bis 7 Prozent Alkohol zu dem Lösungsmittel be schleunigt die Extraktion der Alkaloide, ohne durch gleichzeitiges Herauslösen von Begleit- stoffen die Isolierung des Präparates zu stören. Das unter vermindertem Drucke zur Tröckne eingeengte Rohprodukt wird mit einem niedrig siedenden Petroleumkohlenwasserstoff, wie zum Beispiel Petroläther oder Benzin, ver rieben und aus Äther umkristallisiert.
<I>Beispiel:</I> 2 kg Mutterkorn werden durch eine Mühle in etwa 1 crnm grosse Körnchen gebrochen und mit einer Lösung von 60 gr kristalli sierter Oxalsäure in einem halben Liter lau warmen) Wasser gründlich durchmischt. Man setzt dann das Mahlen der feuchten Droge bis zu grosser Feinheit fort und wirft sie in Liter Äther.
Nach mehrstündigem Stehen unter zeitweiligem Rühren saugt man die tieforangefarbene, den Hauptteil des fetten Öles und anderer neutraler und saurer Stoffe enthaltende Flüssigkeit auf der N utsche ab und wischt im Laufe von zwei Stunden mit noch etwa 3 bis 4 Litern Äther in Portionen von einem halben Liter nach. DIan bewirkt hierauf noch eine vollständigere Entfettung durch eine folgende Perkolation mit 4 Litern Äther.
Nach kurzem Absaugen des Äthers von dem nun heller gewordenen Drogenmehl suspendiert man es wiederum in Äther, dem zweckmässig etwa 5"/o Äthylalkohot zugefügt werden und lässt unter kräftigem Umrühren eine abgekühlte Lösung von 200 bis 220 gr. kristallisiertem Baryumbydroxyd in 3,,'.4 Litern Wasser langsam zufliessen, was zur Erzeu gung einer gleichmässigen, schwach alkalischen Reaktion genügt,
ohne dass freies Alkali die grösstenteils nun bereits in den alkoholhaltiges Äther übergegangenen Alkaloide zu schädigen imstande wäre. Nach etwa 2 Stunden-saugt man den nur sehr schwach gelblich gefärbten ätherischen Extrakt auf der Nutsche ab.
Eine kleine Probe, zurn Beispiel 1 ccm, zeigt nach dem Verjage des Äthers und Aufnehmen mit Eisessig bei der Verarbeitung guten Mutterkornes die Kellersche Eisenchlorid Reaktion sehr intensiv.
,Sie wird bei dem nun folgenden Nachwaschen mit im ganzen noch etwa 4 Litern Lösungsmittel, die man im Laufe von 2 bis 3 Stunden in Portionen von einem halben Liter langsam durch die Schicht auf die Nutsche saugt, bald schwächer und ist schliesslich nur noch an grösseren Proben deutlich wahrzunehmen. Der ätherische Alkaloidextrakt wird sofort auf etwa 1/ 2 bis Liter eingedampft und nach Dekantieren von alkaloidfreien Ausscheidungen im Vakuum unterhalb 30" zur Trockne verdampft.
Zur Entfernung von geringen Fett- und Phyto- sterinbeimischungen wird der hellgelbe Rück- stand mit einem halben Liter Petroläther oder Benzin behandelt und nach dem Ab filtrieren der im Vakuum getrocknete Rück stand der Rohalkaloide mit Äther, der sich nur wenig gelblich anfärbt, aufgenommen. Nach dem Einengen auf etwa ',.'I Liter scheiden sich die Basen in reisweissen Kristalldrusen mit einem Stickstoffgehalt von 11 i/2 bis 12 "/o aus.
Die letzten Ausscheidungen, die beim Eindampfen auf ein sehr kleines Volumen erfolgen, bestehen aus gelblichen Kügelchen mit geringerem Stickstoffgehalt (5)r/2 bis 10%); durch Umkristallisieren aus Äther können auch daraus reisweisse Fraktionen mit 111;'2 bis 12"/,) Stickstoffgehalt gewonnen werden.
Sämtliche Ausscheidungen sind charakterisiert durch die sogenannte Kellersche Eisenchlorid- Reaktion: (Teringe Bruchteile eines \lilli- grammes geben in Eisessig aufgelöst und mit einer Spur Ferrichloridlösung versetzt beim Unterschichten mit konzentrierter Schwefel säure über der letzteren eine violette bis blaue Zone.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Isolierung eines hochwer tigen Präparates aus Seeale cornutum, da durch gekennzeichnet, dass man in der Droge durch Zusatz von sauer wirkenden Reagentien die wertollen basischen Stoffe gegenüber Fettlösungsmitteln fixiert, worauf man der Droge durch Vorextraktion finit einem dieser Fettlösungsmittel zusammen mit dem fetten 01 noch andere neutrale und auch saure Stoffe entzieht,dann das so vorgereinigte Extraktionsgut in einem derselben Fett lösungsmittel suspendiert und hierauf durch Versetzen mit alkalisch wirkenden Stoffen die Alkaloide in Freiheit setzt und aus dem Drogenpulver herauslöst.Der so gewonnene dlkaloidhaltige Extrakt von hoher Reinheit wird unter vermindertem Druck eingedampft, der Trockenrückstand mit einem niedrig siedenden Petroleumkohlenwasserstoff ver rieben und aus Äther umkristallisiert, wobei ein Alkaloidpräparat erhalten wird, das die Kellersche Eisenchlorid-Reaktion zeigt und 11'/z bis 12'/o Stickstoff enthält.UNTERANSPRUCH: Verfahren gemäss Patentansprucb, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Fettlösungs mittel zum raschen Herauslösen der in Frei heit gesetzten Alkaloide 1 bis ! Prozent Alkohol zusetzt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH79879T | 1919-03-10 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH79879A true CH79879A (de) | 1920-05-01 |
Family
ID=4333425
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH79879A CH79879A (de) | 1919-03-10 | 1918-04-09 | Verfahren zur Isolierung eines hochwertigen Präparates aus Secale cornutum |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH79879A (de) |
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1918
- 1918-04-09 CH CH79879A patent/CH79879A/de unknown
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