Bei vorfabrizierten, kastenförmigen Bauelementen, beispielsweise Garagen aus Stahlbeton oder Verkaufsständen, hat der Zeitaufwand für das Auf- und Abladen einen wesentlichen Einfluss auf die gesamten Herstellungskosten. Da am Bestimmungsort oft weder ein Kran noch eine andere geeignete Hebevorrichtung vorhanden ist, die zum Abladen und Aufstellen des Bauelementes verwendet werden könnte, ist es zweckmässig, beim Transport des Bauelementes eine geeignete Hebevorrichtung mitzuführen.
Bei einem bekannten Verfahren zum Transport von Garagen werden deren Böden bei der Herstellung mit Ausnehmungen für die Räder und Achsen des Transportfahrzeuges versehen. Zum Aufladen fährt das Transportfahrzeug mit seiner Ladebrücke durch die Türöffnung in die Garage ein und hebt sie an daran angebrachten Aufhängevorrichtungen nach oben. wobei die Räder und Achsen des Transportfahrzeuges die Ausnehmungen im Garagenboden durchdringen. Dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil, dass der Boden der Garage mit sehr grossen Ausnehmungen versehen werden muss, wodurch die Stabilität der Garage erheblich beeinträchtigt wird.
Da die Räder und Chassisunterseiten der auf Baustellen verkehrenden Transportfahrzeuge oft sehr schmutzig sind, b wird die Garage beim Einfahren des Transportfahrzeuges und beim anschliessenden Transport zudem stark verschmutzt, so dass ihre Reinigung einen grossen Arbeitsaufwand erfordert.
Ferner ist ein Verfahren bekannt. bei dem der Boden der Garage mit mindestens drei durchgehenden Buchsen versehen ist. An jeder dieser Buchsen kann ein Hydraulikzylinder angebracht werden. Durch Verschieben der nach unten ausfahrbaren Kolbenstange kann die Garage zum Auf- oder Abladen auf das Transportfahrzeug angehoben, beziehungsweise abgesenkt werden. Mit diesem Verfahren ist es möglich, die Garagen aufzuladen. ohne dass das Transportfahrzeug in sie hineinfährt, und die grossen Ausnehmungen für die Räder und Radachsen fallen weg. Es sind jedoch immer noch mindestens drei Öffnungen im Garagenboden erforderlich. Zudem hat dieses Verfahren den Nachteil, dass das Transportfahrzeug beim Abladen und Aufstellen der Garagen auf der Baustelle genau an die richtige Stelle fahren muss.
Dies erfordert insbesondere dann eine grosse Geschicklichkeit des Fahrers, wenn etwa eine Garagenreihe aufgestellt wird, bei der die Garagen ohne Zwischenräume aneinander anschliessen.
Des weiteren ist bereits ein Verfahren bekannt, bei dem eine Räder aufweisende Hebevorrichtung zur Verwendung gelange. die zum Aufladen in die Garage hineingefahren wird.
Die Hebevorrichtung ist mit mindestens drei Hubstempeln ausgerüstet. die durch horizontale Verschiebungen mit den senkrechten Wänden der Garage in Eingriff gebracht werden können. Dabei ist der Boden der Garage an den Stellen, bei denen man die Hubstempel absenken kann, mit Öffnungen versehen. Bei diesem Verfahren sind also ebenfalls mindestens drei Öffnungen. nämlich zwei vorne bei den Seitenwänden und mindestens eine hinten erforderlich. Damit das Transportfahrzeug für den Abtransport mit der Ladebrücke unter die angehobene Garage fahren kann, muss der Abstand der vorderen Hubstempel selbstverständlich grösser sein als die Breite der Ladebrücke. Dieses Verfahren hat daher den Nachteil. dass nur Garagen transportiert werden können, deren Breite grösser ist als diejenige der Ladebrücke des Transportfahrzeuges.
Das Ziel der Erfindung besteht daher darin, ein Verfahren zu schaffen. mit dem beispielsweise Garagen beliebiger Breite für den Transport auf- und abgeladen werden können, wobei Wert darauf gelegt wird, dass die Garage mit möglichst wenig Öffnungen und Sondervorrichtungen versehen werden muss.
Dieses Ziel wird erreicht durch ein Verfahren zum Aufund Abladen eines vorfabrizierten, kastenförmigen, eine Tür öffnung aufweisenden, als Gebäude oder Gebäudeteil dienenden Bauelementes auf die, beziehungsweise von der Ladebrücke eines Transportfahrzeuges mittels einer ein Traggestell und ein hinteres und ein vorderes Fahrwerk sowie mindestens einen hinteren und zwei vordere Hubstempel aufweisenden, auf der Ladebrücke transportierbaren Hebevorrichtung, die zum Aufladen in das Bauelement hineingefahren wird und deren Traggestell anschliessend am Bauelement angreift, so dass das Bauelement durch Ausfahren der Hubstempel so weit angehoben werden kann, dass die Ladebrücke, deren Breite kleiner ist als der Abstand der zwei vorderen Hubstempel, unter das Bauelement gefahren werden kann,
wobei das letztere daraufhin durch Einziehen der Hubstempel auf die Ladebrücke abgesenkt wird und wobei die Schritte für das Abladen in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt werden. Das Verfahren ist erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass der Boden des Bauelementes vor dem ersten Aufladen im Bereich seines der Türöffnung abgewandten Endes für jeden hinteren Hubstempel mit einer mit Spiel das Hindurchtreten des Hubstempels ermöglichenden Öffnung versehen und die Hebevorrichtung beim Aufladen in eine solche Stellung gefahren wird, dass der oder die hinteren Hubstempel die Öffnung, beziehungsweise die Öffnungen im Boden des Bauelementes durchdringen können, wobei der Abstand zwischen den vorderen und hinteren Hubstempeln und die Lage der Öffnungen so aufeinander abgestimmt sind, dass die vorderen Hubstempel sich in dieser Stellung ausserhalb des Bauelementes befinden.
Die Erfindung betrifft ferner eine Hebevorrichtung zur Durchführung des Verfahrens, die dadurch gekennzeichnet ist, dass deren Traggestell Befestigungseinrichtungen aufweist, an denen der Boden des Bauelementes aufgehängt werden kann.
Nachfolgend wird anhand der beiliegenden Zeichnung ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens und der zu seiner Durchführung dienenden Hebevorrichtung erläutert. In der Zeichnung, in der nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Teile dargestellt sind, zeigen: die Fig. 1 eine Seitenansicht der Fahrzeugbrücke und der darauf liegenden Hebevorrichtung, die Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung, wobei jedoch das Fahrgestell nach unten geklappt ist, die Fig. 3 die rückwärts in das Bauelement eingefahrene Hebevorrichtung, die Fig. 4 die in der Fig. 3 dargestellten Teile, wobeijedoch das Traggestell der Hebevorrichtung am Boden des Bauelementes liegt, die Fig. 5 dieselben Teile wie die Fig. 4, jedoch mit hochgehobenem Bauelement, die Fig. 6 dieselben Teile wie die Fig. 5, jedoch zusätzlich die unter das Bauelement gefahrene Ladebrücke, die Fig.
7 die fahrbereite Transporteinrichtung mit dem Bauelement, die Fig. 8 einen Horizontalschnitt durch das Bauelement mit einer Draufsicht auf die Hebevorrichtung, die Fig. 9 eine Vorderansicht eines Teiles des vorderen Querträgers und die Fig. 10 die dazu gehörige Draufsicht.
Bei dem in Fig. 1 und 7 dargestellten Fahrzeugteil, dessen Ladebrücke mit 1 und dessen Räder mit 2 bezeichnet sind, kann es sich um das hintere Ende eines gewöhnlichen Lastwagens oder um einen Sattelschlepper oder einen Anhänger handeln. Das auf diesen zu transportierende Bauelement ist als Ganzes mit 3 bezeichnet. Es handelt sich um einen zweckmässigerweise aus Eisenbeton bestehenden, monolithischen Kasten mit einer Türöffnung 4, einer dieser gegenüber angeordneten Rückwand 5, Seitenwänden 6, die mit Fenstern ausgestattet sein können, einem Dach 7 und einem Boden 8.
Dieser ist fürjeden der hinteren Hubstempel 21 der Hebevorrichtung mit einer Öffnung 9 versehen. Der Begriff hintere bezieht sich hierbei auf die beim Transport eingenommene Lage der Hebevorrichtung und die normale Fahrrichtung des Transportfahrzeuges. Der Boden 8 kann auch weitere Öffnungen 11 aufweisen, falls sich die Räder 2 oder doch der für sie benötigte Raum in den Bereich oberhalb der Fahrzeugbrücke 1 erstreckt.
Beim Bauelement kann es sich um ein fertiges Gebäude, also beispielsweise um eine vorfabrizierte Garage für ein Personenauto handeln, die sich auf dem festen, ebenen Boden oder auf einem Fundament-Rahmen aufstellen lässt. Das Bauelement kann aber auch als Einzimmer-Haus ausgebildet sein oder als Bestandteil eines grösseren Hauses, das sich aus mehreren, gleichartigen, nebeneinander zu stellenden Elementen zusammensetzen lässt, wobei die Türöffnung nach dem Aufstellen dann natürlich teilweise durch Fenster oder in anderer Weise verschlossen werden kann. Die Öffnungen im Boden lassen sich nach dem Aufstellen durch entsprechende Platten oder Deckel verschliessen.
Die Hebevorrichtung weist ein Traggestell auf, das durch zwei Längsträger 12 sowie einen vorderen Querträger 13 und einen hinteren Querträger 14, die die Längsträger verbinden, gebildet wird. An der Traverse 15 ist ein Hydraulikzylinder 16 angelenkt, der zum Auf- und Abschwenken des Fahrgestelles 17 dient, das zusammen mit einem oder auch mit mehreren Rädem 18 das hintere Fahrwerk bildet und das in den Längsträgern 12 mittels zweier Bolzen 19 schwenkbar gelagert ist.
An den Längsträgern sind vier Befestigungseinrichtungen 20 angebracht, die zum Aufhängen des Bodens 8 dienen. Es kann sich dabei um Haken handeln, wenn im Boden 8 Haken oder Ringe befestigt sind, oder um Schrauben, wenn im Boden Muttern eingesetzt sind oder um irgendwelche anderen Mittel, die mit entsprechenden Vorrichtungen im Boden zusammenwirken können. Am hinteren Querträger 14 sind zwei abklappbare Hubstempel 21 angelenkt, die vor dem Einfahren in das Bauelement in eine ungefähr horizontale Lage geklappt werden, die sich in vertikaler Stellung fixieren lassen und die, oder genauer ausgedrückt deren Kolben, nach unten ausgefahren werden können. Zwei weitere, nach unten ausfahrbare Hubstempel 22 sind am vorderen Querträger 13 angeordnet.
Wie man aus den Zeichnungsfiguren ersehen kann, ist die Breite der Hebevorrichtung so bemessen, dass sie sich mit dem wesentlichen Teil ihrer Länge, also mit Ausnahme des vorderen Querträgers 13 rückwärts in das Bauelement 3 einfahren lässt. Der Abstand zwischen den vorderen beiden Hubstempeln 22 ist jedoch grösser als die Breite der Ladebrücke 1. Bei einer besonders zweckmässigen Ausgestaltung der Hebevorrichtung lassen sich sowohl die hinteren Hubstempel 21 als auch die vorderen Hubstempel 22 seitlich verschieben. Dazu dienen Druckzylinder, von denen in der Zeichnung zwei angedeutet und mit 23 und 24 bezeichnet sind. Zudem können die Führungen 26 für die vorderen Hubstempel 22 durch je ein Gelenk 25 mit dem eigentlichen Querträger 13 verbunden sein.
Wenn das in der Fabrik hergestellte, schon bei der Fertigung, also vor dem ersten Aufladen, mit Öffnungen 9 versehene Bauelement 3 an seinen bestimmungsgemässen Standort transportiert werden soll, so stellt man vorerst das in der Zeichnung schematisch angedeutete Fahrzeug 1, 2 so vor die Türöffnung 4 des Bauelementes, wie das in der Fig. 1 dargestellt ist, wobei sich die fahrbare Hebevorrichtung auf der Ladebrücke 1 befindet. Die Hebevorrichtung wird dann soweit zurückgeschoben, bis das Fahrgestell 17 mittels des Druckzylinders 16 nach unten geklappt werden kann, wie das die Fig. 2 zeigt.
Nach dem Herunterklappen des Fahrgestelles wird die Hebevorrichtung rückwärts in das Bauelement 3 eingefahren, bis es mit dem wesentlichen Teil seiner Länge darin Platz gefunden und die in der Fig. 3 dargestellte Stellung erreicht hat, in der die zwei hinteren Hubstempel 21, wenn sie ausgefahren werden, die Öffnungen 9 im Boden 8 des Bauelementes 3 durchdringen können. Die Öffnungen 9 wurden dabei so bemessen, dass die Hubstempel-Kolben mit etwas Spiel hindurchtreten können. Die Lage der Öffnungen 9 im Boden 8 und der Abstand zwischen den vorderen und hinteren Hubstempeln 21, beziehungsweise 22 sind dabei so aufeinander abgestimmt, dass sich die vorderen Hubstempel 22 in dieser Stellung ausserhalb des Bauelementes 3 vor dessen Tür öffnung 4 befinden.
Beim Einfahren in das Bauelement erleichtert die vorn an den Längsträgern 12 angebrachte, auf der Ladebrücke 1 abrollende Rolle 27 das Verschieben. Es können dazu natürlich noch weitere Rollen oder Gleiter vorhanden sein. Nach dem Einfahren werden die vorderen Hubstempel 22 nach unten ausgefahren, damit sich das Fahrzeug 1, 2 entfernen kann, ohne dass die Hebevorrichtung kippt. Alsdann werden die vorderen Hubstempel 22 wieder eingezogen und es wird gleichzeitig das Fahrgestell 17 hochgeschwenkt, was zur Folge hat, dass die Längsträger 12 auf den Boden 8 zu liegen kommen, also die in der Fig. 4 dargestellte Lage einnehmen.
Nun wird der Boden 8 an den Befestigungseinrichtungen 20 des Traggestelles 12, 13, 14 befestigt, worauf alle vier Hubstempel 21 und 22, erstere nachdem sie vertikal gestellt sind, ausgefahren werden, wodurch das Bauelement 3 so weit angehoben wird, (siehe Fig. 5), dass die Fahrzeugbrücke 1 zwischen den vorderen Hubstempeln 22 hindurch darunter fahren und die in der Fig. 6 dargestellte Lage einnehmen kann. Wenn die Hubstempel 21 und 22 wieder eingezogen werden, senkt sich das Bauelement auf die Ladebrücke 1 ab und kann an den Bestimmungsort transportiert werden, wo es wieder abgeladen wird, was dadurch geschieht, dass die vorstehend anhand der Fig. 1 bis 7 beschriebenen Schritte in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt werden.
Die seitliche Verschiebbarkeit der Hubstempel 21 und 22 ermöglicht dabei, das Bauelement 3 beim Aufstellen ohne Benutzung des Transportfahrzeuges in gewissen Grenzen seitlich zu verschieben. Des weitern bietet die Verschiebbarkeit der Hubstempel 21 und 22 die Möglichkeit, Bauelemente, deren Breite in einem relativ grossen Bereich variieren kann, mit der gleichen Hebevorrichtung auf- und abladen zu können.
Durch die Möglichkeit, die hinteren Hubstempel in eine ungefähr horizontale Lage herunterzuklappen, wird erreicht, dass die Hebevorrichtung auch zum Aufladen von relativ niedrigen Bauelementen verwendet werden kann, in die sonst nicht eingefahren werden könnte.
Für den Transport des Bauelementes sind also im Boden 8 der Garage nur die Öffnungen 9 für die hinteren Hubstempel unbedingt erforderlich. Diese können relativ klein ausgebildet werden, so dass die Stabilität des Bauelementes dadurch kaum beeinträchtigt wird. Falls eine Hebevorrichtung mit nur einem hinteren Hubstempel verwendet wird, muss der Garagenboden sogar mit nur einer Öffnung versehen werden.