Vorrichtung an einem Behälter mit schwenkbarem Deckel zur Erleichterung des öffnens und Schliessens und zum Offen- oder Geschlossenhalten des Deckels, und ihre Verwendung an einem Müllcontainer
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung an einem Behälter mit schwenkbarem Deckel zur Erleichterung des Öffnens und Schliessens und zum Offenoder Geschlossenhalten des Deckels.
Sie betrifft ferner die Verwendung der erfundenen Vorrichtung an einem Müllcontainer.
Insbesondere bei Müllcontainern ist es wichtig, dass der Deckel, der während der Füllstandzeit meist geschlossen sein soll, um üble Gerüche zu vermeiden, auch von schwächeren Personen leicht geöffnet werden kann.
Der Deckel soll dann nach Möglichkeit vorübergehend in einer geöffneten Stellung gehalten werden, um die Eingabe des Mülls zu ermöglichen. Beim Schliessen soll wiederum keine übermässige Kraftanstrengung erforderlich sein. Trotzdem soll der Deckel in geschlossener Stellung ziemlich fest zuhalten, damit er nicht (z.B. durch Windstösse oder durch Strassenvibrationen) klappern
Da Müllcontainer sehr strapaziert werden, müssen sie sehr robust ausgeführt sein, so dass auch der Deckel ziemlich schwer ist. Um während der Füllstandzeit das öffnen des Deckels zu erleichtern, hat man bislang eine Feder an einem den Deckel scharnierseitig überragenden Hebel eingehängt, welche das Deckelgewicht weitgehend ausbalanciert.
Neben der Unzukömmlichkeit, dass entweder der Deckel schwer zu öffnen war oder aber ungenügend schloss, schwer schliessbar war und im Wind klapperte, besteht der Nachteil dieser Konstruktion auch darin, dass zur Entleerung sowohl der Hebel als auch die Feder jeweils entfernt werden müssen. Dies kann nur von sehr kräftigen Personen vorgenommen werden. Wegen der Arbeitsintensität wird aber diese Operation von Müllabfuhr abgelehnt.
Man hat nun diesem Mangel dadurch zu begegnen versucht, dass man einen leichteren Aluminiumdeckel verwendete, der aber nicht so strapazierfähig ist wie ein Stahldeckel, sich leicht verbiegt, nicht mehr dichtet und auch wiederum zum Klappern neigt. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, etwas solidere und daher schwerere Aluminiumdeckel durch Torsionsfederscharniere auszubalancieren. Eine solche Konstruktion ist für schwerere Stahldeckel teuer und voluminös. Sie hat ferner den Nachteil, dass sie leicht durch Verschmutzen betriebsunsicher werden kann. Die Deckel schliessen ausserdem ungenügend.
Ziel der Erfindung ist deshalb die Schaffung einer Vorrichtung, welche es gestattet, einen schwenkbar an einem Behälter befestigten Deckel trotz ausreichender Schliesskraft leicht zu öffnen, offenzuhalten, leicht zu schliessen und sicher geschlossen zu halten. Weiterhin sollte diese Vorrichtung auch ein vollständiges Umklappen des Deckels ohne zusätzliches Manipulieren zulassen.
Die Ziele der Erfindung werden bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art erreicht, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass an der Innenseite des Deckels ein Führungsrohr um eine zum Bolzen des Dekkelscharniers parallele Achse schwenkbar befestigt ist, und in diesem Führungsrohr eine Feder und ein unter ihrer Wirkung an dem dem Deckelscharnier zugewandten Ende aus dem Führungsrohr um eine vorbestimmte Länge ausschiebbarer Stössel geführt sind, und für das austretende Ende des Stössels ein Anschlag so an der Scharnierseite des Behälters befestigt ist, dass er näher beim geschlossenen Deckel, aber weiter vom offengehaltenen Deckel entfernt ist als die Schwenkachse des Führungsrohres,
welcher Anschlag wenigstens einen ersten dem Behälterinneren zugewandten Führungsflächenabschnitt und wenigstens einen zweiten dem geschlossenen Deckel zugewandten Führungsflächenabschnitt für das besagte Stösselende aufweist.
Weil bei geschlossenem Deckel das zwischen den beiden Flächenabschnitten des vorzugsweise V-förmigen Anschlages geführte Stösselende definitionsgemäss näher beim Deckel zu liegen kommt als die Schwenkachse des Führungsrohres, wirkt die den Stössel aus dem Führungsrohr hinaus beaufschlagende Feder in diesem Zustand als Schliessfeder. Wird nun der Deckel allmählich geöffnet, so bewegt er sich vom genannten Anschlag hinweg, wodurch sich das Führungsrohr samt Stössel um seine Achse schwenkend vom Deckel entfernt.
Nach Pas sieren einer zum Deckel etwa parallelen Stellung, in welcher der Deckel praktisch ausbalanciert ist, tritt dann der Zustand ein, in welchem das Stösselende weiter vom Deckel entfernt ist als die Schwenkachse des Führungsrohres, so dass nun die Feder im Führungsrohr öffnend auf den Deckel einwirkt, wenn sie den Stössel aus dem Führungsrohr heraus gegen den besagten Anschlag drückt. Wenn schliesslich der Stössel, z.B. durch eine geeignete Raste im Führungsrohr, daran gehindert wird, weiter aus dem Führungsrohr ausgeschoben zu werden, ist der Deckel in einer Lage angelangt, in welcher er auf Stössel, Feder und Führungsrohr gestützt, offensteht.
Würde man den Deckel nun weiter öffnen, so könnte das Stösselende vom besagten Anschlag abgehoben werden, so dass auch einem Umklappen des Deckels nichts im Wege stünde. Beim anschliessenden Zurückklappen wäre es vorerst notwendig, das Stösselende wieder in den besagten Anschlag einzuführen. Damit dies nicht erforderlich ist, kann ein am Deckel befestigter Anschlag für das Führungsrohr so vorgesehen sein, dass das Führungsrohr sich nicht weiter als um jenen Betrag vom Deckel wegschwenken lässt, welcher notwendig ist, um ein vollständiges Ausschieben des Stössels um den vorbestimmten Betrag zu gestatten, während das freie Stösselende in seinem besagten Anschlag geführt ist.
Um weiter sicherzustellen, dass beim Zurückklappen des Deckels das Führungsrohr und der Stössel nicht in einer dem Deckel zu nahe gelegenen Stellung sind, ist es vorteilhaft, eine Feder zwischen Deckel und Führungsrohr vorzusehen.
Die Erfindung soll nun anhand der Zeichnung beispielsweise näher erläutert werden. Es zeigt:
Fig. 1 einen schematischen Schnitt durch ein Behälterfragment mit einer Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung,
Fig. 2 bis 5 ein Schema der Funktionsweise der Vorrichtung nach Fig. 1.
Man erkennt in Fig. 1 das Fragment eines Behälters 1, an dessen scharnierseitiger Wand 11 an einer Randwulst 12 ein Scharnierlappen 13 angeschweisst wird, durch welchen ein Scharnierbolzen 14 hindurchgreift, um welchen der mit seinen Scharnierlappen 15 verschweisste Deckel 16 (geschlossen ausgezogen; geöffnet strichpunktiert) schwenkbar gelagert ist. Am Deckel 16 ist mittels Schrauben das Lager 20 (es ist nur die eine Hälfte des Uförmigen Profils ersichtlich) für den Bolzen 21 befestigt.
Auf dem Bolzen 21 ist ein Führungsrohr 22 schwenkbar angebracht, wobei der mit dem Lager 20 verbundene Stift 23 dafür Sorge trägt (strichpunktierte Darstellung), dass das Rohr 22 unter der Einwirkung der zwischen Deckel 16 und Rohr 22 wirkenden Feder 24 nicht zu weit vom Deckel 16 entfernt wird. Im Rohr 22 ist eine Feder 25 geführt, welche auf den in einer Rohrverdickung 22' geführten Bolzen 26 wirwirkt, wobei der Bolzen federseitig einen Flansch 26" aufweist, welcher dann mit dem Innenrand der Verdickung 22' in Berührung kommt (gestrichelte Darstellung), wenn der Deckel gemäss Fig. 4 vollständig geöffnet ist.
Das freie Ende 26' des Stössels 26 ist, wie ersichtlich, zwischen den Flächen A und B des an der Wand 11 angeschraubten V-förmigen Anschlages 27 geführt, wobei die Fläche A zum Behälterinneren hinweist, während die Fläche B dem geschlossenen Deckel zugewandt ist.
Man erkennt nun, dass in der ausgezogen gezeichneten geschlossenen Deckelstellung (vgl. auch Fig. 2) Rohr 22 und Stössel 26 von Bolzen 21 her auf den Deckel 16 hin gerichtet sind, so dass der Druck der Feder 25 (Fig. 1) den Stössel 26 so gegen die Fläche A des Anschlages 27 presst, dass auf Bolzen 21 ein abwärts gerichtetes Moment einwirkt, welches den Deckel 16 an die nicht bezeichnete Wanne des Behälters 1 drückt.
Wird nun der Deckel allmählich geöffnet, so entfernt sich der Deckel 16 allmählich vom Anschlag 27, so dass sich auch Stössel 26 und Führungsrohr 22 um Bolzen 21 schwenkend vom Deckel entfernen und in einer Über- gangsphase, die in Fig. 3 gezeichnete Stellung erreichen, in welcher die auf dem Stössel 26 einwirkende Federkraft am Bolzen 21 ein zum Deckel 16 paralleles Moment erzeugt, so dass in dieser Stellung der Deckel gewissermassen neutral ist. Allerdings ist dieser Gleichgewichtszustand sehr labil.
Bei weiterem Öffnen des Dekkels 16 wird nun das freie Stösselende 26' immer stärker an die Fläche B gedrückt, und es entfernt sich auch immer mehr vom Deckel, so dass trotz der durch die Expansion kleiner werdenden Federkraft der Deckel zuverlässig gehoben wird, bis Flansch 26" an Verdickung 22' anstösst und der Deckel in der in Fig. 1 strichpunktiert und in Fig. 4 gezeigten Lage angelangt ist.
Beim Schliessen spielen sich diese Vorgänge umgekehrt ab, wobei nach Erreichen der in Fig. 3 gezeigten Stellung der Deckel 16 unter Federwirkung geschlossen wird, weil ja dann die zwischen Bolzen 21 und insbesondere Fläche A des Anschlages 27 wirkende Kraft der Feder 25 am Bolzen 21 das den Deckel schliessende Abwärtsmoment zu erzeugen beginnt. das seinen Höhe- punkt bei geschlossenem Deckel erreicht.
Beim Entleeren des Behälters 1, welcher als Müllcontainer gedacht ist, ist es erforderlich, den Deckel weiter zu öffnen als in Fig. 4 gezeigt. Da nun zwischen Stössel 26 und Anschlag 27 keine feste Verbindung besteht und auch kein Scharnier zu lösen ist, kann man den Deckel 16 einfach in die in Fig. 5 gezeigte Stellung ganz herumklappen, wobei dann allerdings die Gefahr bestünde, dass Rohr 22 mit Stössel 26 ebenfalls ganz herumgeschwenkt würden. Um dies zu vermeiden, ist, wie in Fig. 1 ersichtlich, der Bolzen 23 am Lager 20 vorgesehen. Würde man nun den Deckel zurückklappen, so müsste auch Rohr 22 und Bolzen 26 vorerst unter seinem eigenen Gewicht eine Schwenkbewegung auf den Deckel 16 zu und dann von diesem weg in die in Fig. 4 gezeigte Stellung vollführen, damit der Stössel 26 mit seinem Ende wieder richtig in den Anschlag 27 einfährt.
Dies kann nun bei raschem Schliessen des Deckels entweder unterbleiben oder zu langsam vor sich gehen. Auch könnte Schmutz diese Bewegung des Rohres 22 um Bolzen 21 hindern und verzögern. Das Ende 26' des Bolzens 26 (Fig. 1) würde dann zwischen Scharnierbolzen 26 und Anschlag 27 statt zwischen die Flächen A und B des Anschlages 27 einfahren, wodurch zumindest eine Störung der Funktion auftreten kann. Um dies zu vermeiden, ist (Fig. 1) die Feder 24 vorgesehen, welche relativ schwach sein kann, und lediglich so viel Kraft zu besitzen braucht, dass sie dann, wenn das Ende 26' des Stössels 26 nicht zwischen den Flächen A und B des Anschlages 27 geführt ist, das Rohr 22 an den Bolzen 23 anpresst.
Diese Stellung entspricht der strichpunktierten in Fig. 1 sowie der Fig. 4, in welcher das Ende 26' des Stössels 26 genau zwischen die Flächen A und B des Anschlages 27 trifft.
Je nach Grösse der Vorrichtung und Gewicht des Deckels kann eine einzige Vorrichtung verwendet werden, oder aber es können auch mehrere Vorrichtungen nebeneinander Anwendung finden. Besonders bei Müll containern mit rechteckigen Deckeln empfiehlt es sich, zwei Vorrichtungen so einzusetzen, dass die Schliesskraft ein sattes Anliegen des Randes gewährleisten kann, auch wenn der Deckel etwas verzogen sein sollte. Dadurch können im Endeffekt Federn verwendet werden, die geringere Schliesskräfte aufbringen müssen, als wenn eine einzige Vorrichtung verwendet würde. So lässt sich beispielsweise eine hervorragende Schliesswirkung bei den in der Schweiz genormten Müllcontainern mit zwei Vorrichtungen erreichen, wobei zum Öffnen des Deckels eine anfängliche Kraft von etwa 5 kg genügt, um sichere Funktion zu gewährleisten. Diese Kraft ist natürlich nach oben und unten variabel.
PATENTANSPRUCH I
Vorrichtung an einem Behälter mit schwenkbarem Deckel zur Erleichterung des Öffnens und Schliessens und zum Offen- oder Geschlossenhalten des Deckels, dadurch gekennzeichnet, dass an der Innenseite des Dekkels (16) ein Führungsrohr (22) um eine zum Bolzen (14) des Deckelscharniers (13, 14, 15) parallele Achse (21) schwenkbar befestigt ist, und in diesem Führungsrohr (22) eine Feder (25) und ein unter ihrer Wirkung an dem dem Deckelscharnier (13, 14, 15) zugewandten Ende aus dem Führungsrohr (22) um eine vorbestimmte Länge ausschiebbarer Stössel (26) geführt sind, und für das austretende Ende (26') des Stössels (26) ein Anschlag (27) so an der Scharnierseite (11) des Behälters (1) befestigt ist, dass er näher beim geschlossenen Deckel (16), aber weiter vom offengehaltenen Deckel (16) entfernt ist als die Schwenkachse (21) des Führungsrohres (22),
welcher Anschlag wenigstens einen ersten dem Behälterinneren zugewandten Führungsflächenabschnitt (A) und wenigstens einen zweiten dem geschlossenen Deckel zugewandten Führungsflächenabschnitt (B) für das besagte Stösselende (26') aufweist.
UNTERANSPRÜCHE
1. Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Deckel (16) und Führungsrohr (22) eine Feder (24) so angeordnet ist, dass das Führungsrohr (22) unter der Wirkung dieser Feder (24) bestrebt ist, mit seinem der Scharnierseite (11) näheren Ende vom Deckel hinwegzuschwenken.
2. Vorrichtung nach Patentanspruch I oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein mit dem Deckel (16) verbundener Anschlag (23) für das Führungsrohr (22) vorgesehen ist, an welchen das Führungsrohr (22) in jeder Schwenklage anschlägt, in welcher bei geöffnetem Deckel (16) der Stössel (26) am weitesten aus dem Führungsrohr (22) ausgeschoben ist.
PATENTANSPRUCH II
Verwendung der Vorrichtung nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2 an einem Müllcontainer.
**WARNUNG** Ende DESC Feld konnte Anfang CLMS uberlappen**.