Rohrpostanlage mit zwei miteinander verbundenen Einrohrlinien, für Wendebetrieb
Es ist eine Rohrpostanlage mit zwei Einrohrlinien, für Wendebetrieb (im folgenden auch als Einrohrwendelinien bezeichnet) bekannt, welche Linien über je ein Einlaufstück und eine zweistrangige Doppelrohrschleife miteinander verbunden sind, wobei ein Rohr-Strang der Schleife der einen und der andere Rohr-Strang der andern Fahrtrichtung zugeordnet ist.
Der Wendebetrieb mit Einrohrlinien kommt in Rohrpostanlagen mit wenigen Stationen und geringer Verkehrsleitung vor. Die Herstellungs- und Betriebskosten einer solchen Anlage im Vergleich mit Doppelrohranlagen, bei denen für jede Förderrichtung eine Fahrrohrleitung vorgesehen ist, liegen sehr niedrig. Bei diesen Anlagen mit Einrohrlinien für Wendebetrieb (siehe z.B.
SEL-Nachrichten, 12. Jahrgang, 1964, Heft 3, S. 144-150 oder Steinbuch K.: Taschenbuch der Nachrichtenverarbeitung, Springer Verlag, 1962, S. 984-985) ist ein wechselseitiger Betrieb durch Umschalten der Arbeitsrichtung des Gebläses und dadurch ein Umkehren der Strömungsrichtung der Luft im Rohr möglich.
Die zweistrangige Doppelrohrschleife dient - analog mit dem Eisenbahnverkehr - als Ausweichstelle für in entgegengesetzter Richtung beförderte Büchsen.
Es können zwei Gebläse an den äusseren Enden (Stationen) der Einrohrwendelinien vorhanden sein. Die beiden Rohrstrange der Schleife arbeiten in diesem Fall unter Atmosphärendruck, wodurch die Anordnung sehr einfach gestaltet werden kann. Diese Art der Anordnung ermöglicht es, die Länge der Linien zu verdoppeln. In besonderen Fällen befriedigt diese Lösung jedoch nicht vollkommen. So können es besondere Umstände erforderlich machen, beispielsweise aus Gründen der Beschaffenheit der Gebäude und der leichteren Überwa ckung oder des Geräusches, die Gebläse nicht an den Enden der Leitungen, sondern an einer zentralen Stelle anzuordnen. Auch kann der Fall eintreten, dass die mögliche Länge einer oder beider Einrohrwendelinien mit nur einem Gebläse an einem Ende nicht ausreicht.
Gemäss der vorliegenden Erfindung sind der zweistrangigen Doppelrohrschleife der beiden Einrohrwendelinien Gebläse zugeordnet, deren Luftströmung umschaltbar ist. Dadurch kann entweder bei kurzen Linien auf die Gebläse an den Aussenstellen ganz verzichtet werden, oder unter Beibehalten der Aussengebläse die Länge der Linien entsprechend vergrössert werden.
Die erfindungsgemässe Anlage ist dadurch gekennzeichnet, dass die Saugseite eines ersten Gebläses und die Druckseite eines zweiten Gebläses mit dem einen Strang und die Druckseite des ersten und die Saugseite des zweiten Gebläses mit dem anderen Strang über Elektroventile verbunden sind, wobei die Luftströmung der Gebläse durch die genannten Elektroventile umschaltbar ist.
Dank der erfindungsgemässen Anordnung der Gebläse können die mit den Einrohrwendelinien über die Einlaufskanäle verbundene Doppelrohrschleife und auch vorteilhaft in diesen Rohren angeordnete Absperrorgane wechselnden Druckrichtungen ausgesetzt werden. Dabei können aber die in der bekannten Anlage vorgesehenen einfachen Rückschlagklappen nicht mehr verwendet werden, sie sind zweckmässig durch in beiden Richtungen dichtende Elemente ersetzt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist anhand der Zeichnung erläutert, in dem elektrisch betätigte Schieber vorgesehen sind. Es können jedoch auch andere, beispielsweise von der Büchse selbst betätigte, in beiden Richtungen dichtende Absperrorgane eingesetzt sein.
Die beiden Einrohrwendelinien I und II, an denen die hier nicht gezeichneten Stationen angeschlossen sind, sind über Einlaufstücke 3, 4 u. die zweistrangige Doppelrohrschleife la, 1, lb und 2a, 2, 2b miteinander verbunden. Sowohl Linie I, wie auch Linie II werden durch die Gebläse G1 und G2 versorgt. Im Verlauf oder an den Enden der Linien können weiter hier nicht gezeichnete Gebläse angeschlossen sein. Die Einlaufstücke und die Doppelrohrschleife werden durch Luftabsperrorgane, beispielsweise Elektroschieber, ESl und AS1 bzw. ES2 und AS2 abgeriegelt.
Die Luftströmung wird durch die Elektroventile EV1, EV2 und AVl, AV2 gesteuert, die Büchsenfahrt durch die Kontakte EKl, EK2, DKl, DK2 und AK1, AK2 überwacht.
Im Ruhezustand der Anlage sind zweckmässig alle Schieber und die AV-Ventile geschlossen und die EV Ventile geöffnet.
Soll eine Büchse innerhalb einer Linie von einer Station zur anderen fahren, so schalten die entsprechenden Gebläse auf Saug- bzw. Druckluft, wie nachstehend erläutert wird.
Wenn eine Büchse in Richtung I nach II befördert werden soll, schaltet zunächst Gebläse G1 auf Saugluft, wobei die Luft durch Ventil EV2 strömt. Der entstandene Saugluftstrnng veranlasst die Büchse den äusseren Ast des Einlaufstückes 3 zu durchfahren (da Elektroschieber AS2 geschlossen ist) und gelangt durch das Teilstück la zum Kontakt EKl. Gebläse G1 chaltete ab, Schieber ES1 öffnet, die Büchse fällt an DKl vorbei in den horizontalen Teil 1 der Doppelrohrschleife und Schieber ES 1 schliesst. Linie I ist damit für den Empfang weiterer Büchsen wieder frei. Wenn Linie II frei ist, öffnet Schieber ASl und Ventil AV1 während EVl schliesst.
Das Gebläse G2 drückt die Luft unterhalb ES1 in das Rohrteilstück 1 und fördert die wartende Büchse über das Teilstück lb, den Kontakt AK1 und das Einlaufstück 4 in die Linie II. Nach dem Überfahren von AK 1 schliesst Schieber ASI und Ventil AV1, während Ventil EV1 öffnet. Damit ist die Rohrleitung zur Auf nahme der nächsten Büchse aus Linie I bereit.
Bei der Beförderung einer Büchse in der umgekehr- ten Richtung, also von II nach I, ist der Vorgang analog.
Die Büchse durchfährt (aus schon oben erwähnten Gründen) den äusseren Ast des Einlaufstückes 4, über das Teilstück 2a und den horizontalen Strang des Teilstückes 2 in die Linie I, wobei sie das Teilstück 2b und das Einlaufstück 3 passiert.