Überblendungseinrichtung für kinematographische Kameras mit Belichtungsregler Die Erfindung betrifft eine überblendungseinrich- tung für kinematographische Kameras, die eine Belich tung sregeleinrichtung im Sinne von DIN 19226 besitzen und deren Messwerk eine Rückstellkraft aufweist, die im stromlosen Zus.;band die Blende schliesst.
Es -ist bei Kameras mit derartigen Blendenreglern bekannt, eine völlige Schliessung der O@bjektivblende entweder durch ein Kurzschliessen des Messwerkes oder durch eine Unterbrechung des Stromkreises herbeizu führen. Nach Aufhebung des Kurzschlusses bzw. der Stromkreäsunterbrechung schwingen die Blendenlamellen dann in eine der herrschenden Beleuchtungsstärke auf dem Photowiderstand entsprechende Lage zurück, und es ist weiterhin bekannt, solche Einrichtungen als über- blendungseinrichtungen zu benutzen.
Bei Kurzschluss bzw. bei der Stromunterbrechung laufen die Blendenlamellen infolge der Eigendämpfung des Messwerkes auch sehr schön langsam zu. Leider haben die Einrichtungen aber den Nachteil, idass die Lamellen bei der Aufhebung des Kurzschlusses sich sehr schnell öffnen und dabei in der Regel überschwin- gen, bis zu einer Stellung, ,die einer um einige Belich- tungswerte geringeren Objekthelligkeit entspricht. Erst später nehmen die Lamellen dann eine der herrschen den Objekthelligkeit entsprechende Stellung ein.
Ur sache hierfür ist die vollständige Verdunklung des Photowiderstandes während der Abblendphase. Der aus der Aufhebung des Kurzschlusses bzw. aus der Neue.in- schaltung resultierende Stromstoss auf :das Messwerk lässt .sich auch durch erheblichen Schaltmittelaufwand, z. B. am Messwerk selbst, nicht abfangen.
Gemäss der Erfindung ist dieser Nachteil dadurch beseitigt, dass die Überblendungseinrichtung aus einem Kontakt zur Unterbrechung der Stromversorgung des Reglers sowie aus einer :elektronischen Verzögerungs einrichtung (RC-Glied) besteht, deren Kondensator par allel zum Belichtungsregelkreis liegt und die Stromver sorgung für den Belichtungsregler bei erneuter Kontakt schliessung nach erfolgter Abblendung nur allmählich wieder auf die volle Versorgungsspannung ansteigen lässt.
Bei dieser an sich einfachen Schaltung muss jedoch der verwendete Kondensator eine unverhältnismässig grosse Kapazität besitzen, weil der Widerstand seiner seits nicht allzu hochohmig < sein darf, um den über ihn laufenden Strom für die Regeleinrichtung bei normalem Betrieb nicht zu stark zu beschneiden. Da .ausserdem die erwünschten Zeitkonstanten in der Grössenordnung von Sekunden liegen, erfordert dies unumgänglich einen Kondensator mit hoher Kapazität.
Es wird daher in vorzugsweiser weiterer Ausgestal tung der Erfindung noch vorgeschlagen, die Belichtungs- regeleinrichtung mit der Stromquelle über den Emitter/ Kollektor-Kreis eines Transistors zu verbinden, dessen Basis von dt-m Potential des RC-Gliedes angesteuert wird.
In dieser Ausgestaltung der Erfindung wird somit unmittelbar nicht der Verbraucherstrom des Belichtungs reglers verzögert, sondern der Steuerstrom des Transi stors. Bei etwa gleicher Zeitverzögerung ergeben sich dadurch erforderliche Kapazitätswerte für den Konden sator, die um das 50- bis 100fache kleiner sind als bei der einfachen Vorrichtung.
Für Kameras, deren Belichtungsregeleinrichtung ein im Diagonalzweig einer Wheatstoneschen Brücke an geordnetes, die Blendenlamellen einstellendes Messwerk enthält, wird vorzugsweise vorgeschlagen, den an seiner Basis von dem RC-Glied angesteuerten Transistor in den Versorgungsstromkreis der Brücke zu legen, und so bei der Überblendung den gesamten Brückenver- sorgungsstrom abzuschalten und nur verzögert wieder ansteigen zu lassen.
Die erfindungsgemäss ausgebildete und angeordnete Verzögerungseinrichtung wird jedoch nicht nur wirksam, wenn das Basispotential des Transistors durch Betätigen des Oberblendungs:schalters entsprechend gesteuert wird, sondern auch, wenn beim ersten Einschalten des Regel kreises überhaupt Spannung @an diesen gelegt wird.
Es wird daher noch vorzugsweise vorgeschlagen, bei Kame ras mit motorischem Antrieb den Reg lerkreis über einen Hauptkontakt an die Spannungsquelle anlegbar zu ma chen und als diesen Hauptkontakt die erste Schalt stellung eines Folgeschalters zu verwenden, der in seiner zweiten Schaltstellung zusätzlich den Motorstromkreis schliesst. Dadurch wird die Verzögerungseinrichtung nicht nur bei einer Überblendung wirksam, sondern auch bei jedem Einschalten der Kamera.
Bei Kameras mit motorischem Antrieb, bei denen der Reglerkreis bei Nichtgebrauch der Kamera zwecks Stromersparnis abschaltbar und dieser Schalter mit dem Schalter für den Motorkreis derart als Folgeschalter zusammen ausgebildet ist, dass bei dessen Betätigung in der ersten Schaltstufe der Regelkreis und in der zweiten Schaltstufe zusätzlich der Motor eingeschaltet wird, er geben sich naturgemäss immer dann Fehlbelichtungen, wenn der Bedienende bei der Kameraauslösung nicht in der ersten Schaltstufe wartet,
bis der Regler die Blendenfahnen entsprechend der Objekthelligkeit ein- gestellt hat, sondern den Auslöser m einem Zug durch drückt. Dies ist bei Kameras der oben angegebenen Bauart durch die Verzögerungseinrichtung vermieden, weil durch ihre Wirkung selbst bei schnellem Durch drücken des Auslösers sich die Blendenfahnen nur all mählich öffnen, so dass keinesfalls eine Überbelichtung, sondern nur der Effekt einer üblichen Aufblendung ein tritt.
Durch die Anwendung der Verzögerungseinrich- tung wird die Verwendung eines solchen Folgeschalters praktisch erst brauchbar.
In der Zeichnung ist die Erfindung in drei Aus führung5baispielen dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 schematisch die Schaltung :der elektronn'schen Verzögerungseinrichtung im direkten Stromkreis einer Belichtungsnegeleinrichtung, Fig. 2 schematisch die Schaltung der elektronischen Verzögerungseinrichtung in einer Belichtungsregelein- richtung mit Differentialmesswerk, deren Stromkreis über den Emitter/Kollektor-Kreis eines Transistors läuft,
Fig. 3 schematisch die Schaltung der elektronischen Verzögerungseinrichtung im Versorgungskreis einer Be- lichtungsregeleinrichtung, deren Messwerk im Diagonal zweig einer Wheatstoneschen Brücke angeordnet ist.
Im Strahlengang der Fig. 1 vom Aufnahmeobjektiv 1 zum Bildfenster 2 .sind sowohl der teildurchlässige Spiegel 3 als auch die Objekt#ivblendenlamellen 4a, 4b <B>-</B> n- e ordnet. Das Messwerk 4 liegt in Reihe .im Strom- kreis mit der Batterie 5 und dem Photowiderstand 6.
Ausserdem liegt im Stromkreis noch die elektronische Verzögerungseinrichtung, bestehend aus dem Wider stand 7 und dem Kondensator B. Zur Unterbrechung des Stromkreises be,i .der Überblendung ist der norma lerweise geschlossene Kontakt 9 vorgesehen.
In dieser Ausführungsform muss der Kondensator aus den eingangs bereits genannten Gründer eine un verhältnismässig grosse Kapazität besitzen. Dies ist bei den Ausführungsformen nach den Fig. 2 und 3 ver mieden. Hier sind in den jeweiligen Stromkreis noch die Transistoren 10 bzw. 11 geschaltet, und die Strom kreise verlaufen jeweils über den Emitter/Kollektor-Kreis der Transistoren. Mit dem Potential der auch in diesen Beisp;elen eingebauten Verzögerungseinrichtungen 12 und 13 bzw. 14 und 15 werden hier immer nur die Basen der Transistoren angesteuert. Dadurch können die Kondensatoren 13 bzw. 15 der Verzögerungsein richtungen erheblich kleiner gehalten werden.
Bei der in Fig. 3 dargestellten Einrichtung handelt es sich um einen Regelkreis, bei dem das die Blenden lamellen einsbellende Messwerk im Diagonalzweig einer. Wheatstoneschen Brücke liegt. Es ist von besonderer Bedeutung, dass die Verzögerungseinrichtung auch hier bereits im Versorgungskreis der Brücke liegt, da sich alle Versuche, auch mit hohem Aufwand an Schalt mitteln eine Dämpfung des Messwerkes im Brückenkreis zu- erreichen, als vergeblich erwiesen haben.
Erst die erfindungsgemässe Anordnung der Verzögerungseinrich tung im Versorgungskreis ader Brücke brachte .den ge wünschten Erfolg.
In Fig. 2 ist die Erfindung an Hand einer Belich- tungsregaleinrichtung mit Differentialmesswerk darge stellt. Es handelt .sich ausserdem um eine elektromoto risch betriebene Kamera, die ihren Antrieb vom Motor M erhält. Letztere und die Regeleinrichtung sind zu sammen über den Folgeschalter 16 an die Batterie 17 anschliessbar. Der Folgeschalter besitzt die Kontaktzun gen 16a, 16b, 16c, die durch den Kameraauslöser 18 in Pfeilrichtung A niederdrückbar sind.
Bei einer Vorrichtung gemäss diesem Ausführungs beispiel wird das Stromloswerden des Regelkreises zwecks Überblendung :durch Öffnen des Kontaktes 19 bewirkt. Die Blendenlamellen 4a, 4b schliessen sich daraufhin unter der :mechanischen Rückstellkrat des Messwerkes. Beim erneuten Einschalten öffnen sich die Blenden unter der Wirkung der elektronischen Ver zögerungseinrichtung nur allmählich.
Die vorbeschriebene Überblendung ist natürlich nur möglich, wenn der Folgeschalter 16 durch Niederdrücken des Auslösers 18 geschlossen ist. Bei .diesem Nieder drücken ergibt sich für den Regelkrens der gleiche langsame Stromanstieg, der auch beim überblendu:ngs- vorgang stattfindet, wenn der Kontakt 19 wieder ge schlossen wird. Bei zu schnellem Niederdrücken des Auslösers 18 zeigt sich daher doch keine Fehlbelich tung, sondern lediglich der übliche Aufblendungseffekt.