Lüftungseinrichtung, insbesondere für Schutzräume Schutzräume, wie sie etwa für Kommandostellen, unterirdische Spitäler, Hilfsfeuerwehren etc. vorgese hen sind, benötigen eine Lüftungseinrichtung, welche die Luft in den Luftschutzräumen erneuert, wobei die zugeführte Luft je nach Erfordernis erwärmt, gekühlt oder entfeuchtet wird. Da die zugeführte Luft der Aussenluft entnommen wird, muss die Lüftungsein richtung mit Kampfgasfiltern ausgerüstet sein, um sie auch bei Verwendung von Kampfgasstoffen oder bei Atomangriffen verwenden zu können.
Diese Kampf gasfilter besitzen einen grossen Luftwiderstand, sind ausserdem teuer und besitzen eine nur kurze Lebens dauer; sie werden daher zweckmässigerweise auch bei kriegsmässiger Benützung nur bei Kampfgaseinwir- kung in die Zuluftleitung eingeschaltet.
Die Lüftungseinrichtung bedarf somit für die Be nützung ohne Einschaltung der Kampfgasfilter einer Aussenluftentnahme, welche je nach Erfordernis die Kampfgasfilter umgeht. Diese Anordnung findet selbstverständlich auch für alle friedensmässigen Be- nützungen der Einrichtung Verwendung, bei denen etwa lediglich eine Ventilation der Räume mit oder ohne weitere Luftbehandlung erforderlich ist.
Ist der Kampfgasfilter ausgeschaltet, so fällt des sen hoher Durchtrittswiderstand weg, so dass bei gleicher übriger Anordnung der Anlage die einge führte Aussenluftmenge erheblich, z. B. bis auf den dreifachen Betrag, ansteigt. Dies ist an sich er wünscht; die verschieden grossen Luftmengen haben aber besondere Verhältnisse bei der Luftverteilung in den zu belüftenden Räumen zur Folge.
Die beim Gasfilterbetrieb eingeführte, verhältnis mässig kleine Luftmenge muss in den Räumen möglichst gleichmässig und ohne Zugerscheinungen verteilt werden. Diese Bedingung wird besonderswirk- sam durch Luftaustritts-Öffnungen erreicht, welche in bekannter Weise eine starke Injektions-Wirkung erzeugen, z. B. düsenförmige Öffnungen mit kleinen Querschnitten, die hohe Luftgeschwindigkeiten zur Folge haben, da dadurch eine gute Umwälzung der im Raum vorhandenen Luft und eine gleichmässige Verteilung der eingeführten Luft erreicht wird.
Für diesen Fall zweckmässig bemessene und aus gebildete Auslässe sind nun aber für eine Vollbelüf tung mit grösseren Luftmengen nicht verwendbar, da sich gegenüber einem Betrieb mit in die Aussenluft- zuleitung eingeschaltetem Kampfgasfilter die Aus trittsgeschwindigkeit der Luft um ein Mehrfaches er höhen würde, was zu unzulässigen Zugserscheinun- gen, Geräuschen und einem stark erhöhten Luftwi derstand führen müsste.
Die vorliegende Erfindung bezweckt die Schaf fung einer Lüftungseinrichtung, die sowohl für den Betrieb mit als auch ohne Kampfgasfilter verwend- bar ist und welche die genannten Nachteile nicht auf weist.
Die Lüftungseinrichtung gemäss vorliegender Er findung zeichnet sich dadurch aus, dass mindestens eine Austrittsdüse mit Injektorwirkung auf den sie umgebenden Raum vorgesehen ist, deren Austritts querschnitt auf eine vorbestimmte Luftmenge pro Zeiteinheit abgestimmt ist und dass dieser Düse in unmittelbarer Nähe ein und in den gleichen Raum ausmündendes Überdruckventil zugeordnet ist, wel ches bei erhöhter Luftzufuhr und dadurch bedingtem statischem Überdruck Luft abströmen lässt, derart, dass angenähert die gleiche Ausblasecharakteristik der Düse erhalten bleibt.
Zweckmässigerweise ist die Austrittsöffnung des Überdruckventils im Bereich der Injektorwirkung der Austrittsdüse angeordnet.
In beiliegender Zeichnung ist ein Ausführungs- Beispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt und es zeigen: Fig. 1 einen Schnitt durch eine Luftleitung mit Düse und Überdruckventil, Fig. 2 eine Draufsicht auf Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt durch ein weiteres Ausfüh rungsbeispiel eines Überdruckventils.
Durch eine Mauer 1 ist eine Luftleitung 2 hin durchgeführt, welche durch einen Winkelbogen 3 gegen die Decke 4 des zu belüftenden Raumes ge richtet ist. Auf dem Bogen 3 befindet sich ein End stück 5, das mit dem Bogen 3 durch eine Rohrschelle fest verbunden ist.
Die Luftleitung 2 ist an eine nicht dargestellte Lüftungsanlage angeschlossen, durch welche ihr zweckmässig behandelte, z. B. filtrierte, erwärmte oder gekühlte, be- oder entfeuchtete Aussenluft in bestimmten Mengen zugeführt wird. Die Lüftungsan lage weist daher in bekannter Art mindestens eine Luftfördereinrichtung auf, sowie, je nach Bedarf von Heiz- und/oder Kühlmedium durchflossene Wärme- tauscher, Steuer- und Kontrollmittel u. dgl.
Hierbei sind die Luftleitungen so ausgelegt, dass die zuzufüh rende Aussenluft je nach Bedarf den Kampfgasfilter durchströmt oder ihn umgeht, wobei letzterer in der Regel kurzgeschlossen ist.
Das Endstück 5 ist an seinem unteren Teil 5' von seiner Befestigungsstelle an trichterförmig erweitert und trägt an seinem erweiterten Rand einen Kreisring 6, dem ein gleich grosser zweiter Kreisring 7 gegen überliegt. Dieser Kreisring 7 ist am Rand des symme trisch angeordneten erweiterten oberen Teils 5" be festigt und die beiden Kreisringe 6 und 7 sind durch ein Distanzstück 8 voneinander getrennt gehalten und mittels Schrauben 9 miteinander verbunden.
Das Distanzstück 8 fehlt längs eines Kreisbogens 10, der im vorliegenden Beispiel etwa 90 beträgt, so dass zwischen den beiden Kreisringen 6 und 7 ein Schlitz S vorhanden ist, welcher als Austrittsdüse für die zugeführte Luft dient.
Das obere Ende des Teiles 5" ist durch eine Plat te 11 abgeschlossen, welche auf dem oberen Rand des Teiles 5" aufliegt. Die Platte 11 trägt einen Stift 12, welcher in Führungen 13 im Innern des Teiles 5 geführt ist.
Diese Platte 11 mit dem Führungsstift 12 dient als überdruck-Ventil, das sich bei einem bestimmten Druck öffnet. Der Öffnungsdruck ist durch das Ge wicht der Platte 11 und des Stiftes 12 bestimmt.
Der Querschnitt der Düse ist so bestimmt, dass sie für den Austritt der mit den vorgeschalteten Gas filtern umzusetzenden kleinen Luftmenge genügt und zwar so, dass beim Austritt der Luft aus der Düse in bekannter Weise eine Injetionswirkung auf die im Bereich der Düse vorhandene Luft ausgeübt und eine möglichst gleichmässige, zugfreie Verteilung der Luft bewirkt wird. Eine gute Verteilwirkung wird bei der beschriebenen Anordnung bei einem statischen Druck von etwa 20-25 mm W. S. im Innern der Düse erreicht. Wenn nun die Lüftungseinrichtung ohne Benüt zung der Gasfilter betrieben und daher von ihr eine wesentlich grössere, z.
B. dreifache Luftmenge ge fördert wird, würde sich die Auslassgeschwindigkeit der Düse allein proportional und der Druck vor dem Auslass quadratisch, beim erwähnten Beispiel also etwa auf das Neunfache, d. h. auf<B>180-220</B> mm W. S. erhöhen und damit grosse Unzulänglichkeiten bewirken.
Sobald aber bei erhöhter Luftzufuhr der statische Druck im Endstück 5 einen vorbestimmten Wert übersteigt, tritt das Überdruckventil 11 in Wirkung; es wird geöffnet und die überschüssige Luftmenge tritt durch das Ventil aus.
Die Austrittsöffnung des Überdruckventils 11 ist so angeordnet, dass die austretende Luft in den Be reich der Injektorwirkung der Düse S gelangt, so dass sie unmittelbar in den Umwälzstrom der Luft im Raum miteinbezogen wird. Da die Umwälzung der Luft durch den aus der Düse S austretenden Luft strom bestimmt wird, entstehen auch bei erhöhter Luftförderung keine störenden Strömungsgeräusche, Zugerscheinungen oder andere Nachteile.
Um dies zu erreichen, ist die Auslassöffnung des Überdruckventils 11 oberhalb der Düse S, also zwi schen ihr und der Decke des zu belüftenden Raumes in unmittelbarer Nähe der Düsenmündung angeord net. Durch entsprechende Formgebung der Austritts öffnung bzw. des Ventildeckels kann bewirkt wer den, dass der Luftaustritt ungefähr in einem Bogen ausschnitt gleicher Winkelöffnung und -richtung wie jene der Düsenöffnung S erfolgt.
Die Anordnung im Raum des im wesentlichen aus Düse und Überdruckventil bestehenden Luftaus- lasses richtet sich nach den Verhältnissen. Vorteilhaft wird die Düse in der Mitte des Raumes in geringem Abstand von der Decke angeordnet, wobei die Düse über ihren ganzen Kreisumfang ausbläst. In diesem Fall wird das ringförmige Distanzstück 8 durch bei spielsweise drei einzelne schmale Distanzstücke er setzt, die gleichmässig verteilt die Kreisringe 6, 7 in einem gegebenen Abstand halten und durch die ent sprechenden Schrauben 9 gesichert sind. Durch ent sprechende Wahl der Dicke dieser Distanzstücke kann der Düsenquerschnitt auf das gewünschte Mass abgestimmt werden.
Muss die Düse in Wandnähe angebracht werden, so wird ein Anblasen der Wand durch Einsetzen eines Distanzringes über einen entsprechenden Kreis bogen vermieden.
Anstelle der beschriebenen kann auch irgend eine anders gebaute Düse an sich bekannter Bauart ver wendet werden, wobei die Ausblasrichtung nicht not wendigerweise horizontal in einer Ebene verlaufen muss, sondern z. B. auch konisch sein kann und wobei durch Einbau entsprechender Leitbleche die Injektionswirkung in bekannter Weise verstärkt wer den kann.
In Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform des Überdruckventils dargestellt, welche anstelle des in Fig.l dargestellten Plattenventils 11 Verwendung finden kann. Dieses -Überdruckventil besteht aus dem oberen Teil 5", welcher einen ringförmigen Ventilsitz 14 aufweist, dessen Rand mit einer Gummidichtung 15 versehen ist. Der Ventilkörper 16 ist becherförmig ausgebildet und liegt infolge seines Eigengewichtes auf dem Ventilsitz 14, 15 auf.
Der Ventilkörper 16 weist in seiner Achse einen nach oben ragenden Stift 17 auf, welcher zur Aufnahme von ringförmigen Ge wichten 18 dient, so dass der Auflagedruck des Ven tilkörpers verändert und der Beginn der Wirkung des Ventils vom Druck in der Leitung abhängig gemacht werden kann.
Der Ventilkörper 16 weist an seinem oberen Rand eine nach aussen gerichtete Leitfläche 19 auf, welche den aus dem Ventil austretenden Luftstrom in den Bereich der Injektionswirkung der Düse S leitet.