Briefumschlag für Drucksachen
Beim Versand von Drucksachen, Geschäftspapieren oder dergleichen müssen die Briefumschläge nach den postalischen Vorschriften so verschlossen werden, dass eine Prüfung des Inhalts möglich ist. Es ist bekannt, Versandtaschen oder Umschläge mit einem Scheinverschluss zu versehen, z. B. mit eingefalzter Verschlussklappe, mit Ösen- und Zungenverschlüssen, mit selbstklebenden Verschlüssen und dergleichen.
Alle bekannten Scheinverschlüsse, gleichviel, ob sie selbstklebend oder nassklebend oder ohne Klebstoffe hergestellt sind, können bei Versandtaschen nur von Hand, nicht aber mit den bekannten Briefschliessmaschinen verschlossen werden. Nun aber werden gerade Drucksachen meistens in grossen Auflagen versandt, und das Verschliessen der Versandtaschen ist mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Ein einwandfreies Verschliessen der Drucksachensendungen ist von der Sorgfalt der hiermit beauftragten Arbeitskräfte abhängig und bei deren leicht eintretender Ermüdung oder Trägheit nicht immer gewährleistet. Bei Briefumschlägen für den Drucksachenversand kann der Verschluss z.
T. maschinell hergestellt werden, jedoch ist bei diesen Verschlüssen eine seitliche Öffnung vorhanden, die grösser als die kleinste Seite einer zulässigen Postsendung ist, so dass hierbei die Gefahr besteht, dass andere Postsendungen sich hierin verirren können. Briefumschläge dieser Art erfüllen aber nicht die Bedingungen nach Artikel 137, Absatz 4 des Weltpostvertrages, wonach Drucksachensendungen so beschaffen sein müssen, dass sie anderen Postsendungen nicht die Möglichkeit des Verirrens bieten.
Aufgabe der Erfindung ist es, diese überstände zu vermeiden und ein nach postalischen Gesichtspunkten einwandfreies maschinelles Verschliessen von mit einem Scheinverschluss versehenen Briefumschlägen für Drucksachen und dergleichen zu ermöglichen. Hierfür gibt die Erfindung die Lehre, den Briefumschlag neben dem Scheinverschluss mit einer zweiten Öffnung zu versehen, durch die die Drucksache in den Umschlag eingelegt wird und die dann maschinell r, mit den üblichen Briefverschliessmaschi- nen verschlossen wird. Der Scheinverschluss wird dabei nicht mehr zum Einlegen der Drucksache benutzt, sondern nur noch zur postalischen tSberprü- fung des Inhalts; er kann daher gleich bei Herstellung des Umschlags fabrikmässig verschlossen werden.
Der Umschlag wird also im Sinne der Erfindung mit verschlossenem Scheinverschluss, aber offenstehender Verschlussklappe in den Handel gebracht. Die Drucksache wird durch die leicht zugängliche Verschlussklappe eingelegt und diese dann maschinell verschlossen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass auch grössere Mengen von Drucksachen in wesentlich geringerer Zeit als bisher versandfertig gemacht werden können, wodurch mit geringstem Zeit- und Kostenaufwand ein sorgfältiges Verschlie ssen der Umschläge unter Beibehaltung einer postalischen Prüfungsmöglichkeit gewährleistet ist.
In der Zeichnung ist an einer beispielsweisen Ausführungsform eines Briefumschlages das Wesen der Erfindung näher erläutert.
Der in der Zeichnung in der Draufsicht dargestellte rechteckige Umschlag ist an einem Ende mit einem nach der Lehre des älteren deutschen Patents Nr. 1030163 ausgebildeten Scheinverschluss versehen. Dieser ist von einer breiten Lasche 1 der in der Zeichnung von oben gesehenen Rückwand 2 gebildet, deren eine Längsseite mit einem umgelegten Längsstreifen 3 der untenliegenden Vorderwand verklebt ist. Über die Lasche 1 ist um die Falzlinie 4 ein Lappen 5 der Vorderwand geschlagen, die an der Innenseite zwischen der Falzlinie 4 und dem nicht von der Lasche 1 überdeckten Teil einen Klebstoffauftrag 6 aufweist. Durch diesen ist der umgelegte Lappen 5 bis auf den die Lasche 1 überdeckenden Teil mit der Rückwand verklebt. Die Lasche 1 kann daher durch Rückwärtsbiegen des Umschlags von dem Lappen 5 gelöst werden, um den Inhalt des Umschlags überprüfen oder entnehmen zu können.
Das andere Ende des Umschlags ist im Sinne der Erfindung offen und an der Vorderwand mit einer Verschlussklappe 7 versehen, deren Innenseite einen Streifen 8 aus selbstklebendem Klebstoff trägt.
Ein entsprechender Streifen 9 aus selbstklebendem Klebstoff ist auf der Rückwand 2 angebracht. Dieser kann entfallen, wenn der Klebstreifen 8 der Verschlussklappe 7 aus einem nassklebenden Klebstoff besteht. Die Verschlussklappe 7 dient zum Einlegen der Drucksachen in den Umschlag und wird dann mittels einer üblichen Briefverschliessmaschine umgelegt und mit der Rückwand 2 verklebt. Der Scheinverschluss 1, 5, 6 für die postalische Überprüfung des Inhalts ist vorzugsweise für Nassklebung ausgebildet und wird vom Hersteller der Umschläge postversandfertig gefertigt. Die Herstellung des Scheinverschlusses in Nassklebung hat den Vorteil einer grossen Haltbarkeit des Verschlusses und ermöglicht eine unbegrenzte Lagerfähigkeit der Umschläge.
Dieser maschinell hergestellte Scheinverschluss kann auch kleiner ausgebildet sein als der bekannte manuell zu verschliessende Scheinverschluss, wodurch an Papier und Klebstoff gespart wird.
Wird die Verschlussklappe 7 nach dem Füllen des Briefumschlags mittels einer Briefverschliessmaschine verschlossen, so empfiehlt es sich, den Klebstreifen 8 als nassklebende Gummierung auszubilden, die billiger ist als eine Selbstklebe-Gummierung. Dies ist besonders für Grossauflagen von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung.
Das maschinelle Verschliessen der Verschlussklappe 7 wird noch dadurch begünstigt, weil deren Falzlinie dicht am Inhalt anliegt.
Verfügt der Verbraucher der Umschläge über keine Verschliessmaschine, so kann die Verschlussklappe 7 auch für Selbstklebung ausgebildet sein, damit ein bequemer manueller Verschluss der Umschläge möglich ist. Auch hierbei wird eine erhebliche Verbesserung gegenüber den bekannten Umschlägen erreicht, die nur eine durch den Scheinverschluss verschlossene Öffnung haben, deren einwandfreier Verschluss nur schwierig mit einem grösseren Arbeitsaufwand zu erreichen ist.
Der nach der Lehre der Erfindung ausser dem Scheinverschluss mit einer zweiten verschliessbaren Öffnung versehene Briefumschlag kann wie ein gewöhnlicher Brief maschinell oder von Hand verschlossen werden, während der nach den Postvorschriften erforderliche Scheinverschluss vom Hersteller der Umschläge mittels Nassklebung fest verschlossen worden ist. Im Gegensatz zu den bisher bekannten Briefumschlägen oder Versandtaschen, deren Inhalt durch die gleiche, auch zur postalischen Nachprüfung notwendigen Öffnung eingefüllt werden musste, sind diese beiden Aufgaben gemäss der Erfindung voneinander getrennt, indem die eine Öffnung zum Einbringen in den Umschlag und die andere mit dem Scheinverschluss versehene Öffnung nur zur postalischen Kontrolle dient.
Die zum Einlegen der Drucksachen bestimmte Verschlussklappe 7 kann ausser mit einer selbstklebenden oder nassklebenden Gummierung auch mittels eines doppelseitig selbstklebenden Streifens verschlos sen werden, wie er z. B. in der deutschen Auslegeschrift Nr. 1098127 beschrieben ist. Ein solcher Klebestreifen ist auf einer Seite des Trägers mit einer selbstklebenden Klebstoffschicht und auf der anderen Seite des Trägers mit einer klebstoffabweisenden Schicht und einer darauf aufgebrachten, selbstklebenden Klebstoffschicht versehen. Dieser Klebestreifen kann auf beiden Seiten mit klebstoffabweisenden Folien bedeckt sein und wird beim Verschliessen der Verschlussklappe zwischen diese und dem Umschlagboden eingelegt.
Man kann auch die Verschlussklappe oder einen Teil derselben mit einer klebstoffabweisenden Schicht überziehen und den Umschlagboden an der Stelle, wo beim Umlegen der Verschlussklappe diese klebstoffabweisende Schicht zu liegen kommt, mit einem Gummifilm versehen, der ein gutes Anliegen der Verschlussklappe und eine wiederholte Öffnung derselben ermöglicht.
Dieser Verschluss lässt sich daher leicht öffnen oder schliessen und kann anstelle des Scheinverschlusses entsprechend dem älteren deutschen Patent Nr. 1030163 als Scheinverschluss dienen, während das andere Ende des Umschlags mit der normalen Briefverschlussklappe ausgerüstet ist.