Empfangsanlage für drahtlose Signale mit einer Anrufeinrichtung Hochempfindliche Empfangsanlagen für draht lose Signale weisen die Eigenschaft auf, an ihrem Niederfrequenzausgang Rauschen wiederzugeben, so fern sie keine Trägerwelle einer Gegenstation emp fangen. Da dieses Rauschen in manchen Fällen stö rend ist, sind seit langer Zeit Schaltungen bekannt geworden, welche es unterdrücken.
In neuerer Zeit sind Anordnungen bekanntgeworden, welche gleichzeitig mit der Rauschunterdrückung eine Ein sparung von Speiseenergie erlauben, indem die Un terdrückung entweder durch Abschalten der End stufe des Empfängers oder durch Verwendung einer Gegentakt-Endstufe in B-Schaltung und Unterdrük- kung des Eingangssignals der Endstufe erfolgt.
Wäh renddem in Radiotelephonanlagen mit Lautsprecher aufruf die Rauschunterdrückung in erster Linie dazu dient, im Anrufzustand das Ertönen von Rau schen aus dem Lautsprecher zu verhindern, so wird sie in Anlagen mit Selektivruf nur während des Verkehrszustandes, das heisst während der Dauer der Verbindungen, gebraucht, um das Rauschen beim Abschalten der Gegenstation (bei Wechselsprechen) oder bei stark wechselnder Empfangsfeldstärke (beim Verkehr mit oder zwischen Fahrzeugen) zu unter drücken.
Bei stark veränderlichen Empfangsverhältnissen, welche bei Empfangsanlagen im Frequenzgebiet der Meter- und insbesondere der Dezimeterwellen auf treten, wenn eine oder beide der verkehrenden Sta tionen in einem sich bewegenden Fahrzeug eingebaut ist, hat es sich gezeigt, dass unter bestimmten Um ständen trotz oftmaligen kurzzeitigen Ansprechens der Rauschunterdrückung eine Verständigung noch ohne weiteres möglich ist, währenddem die selektive Anrufeinrichtung infolge der Lücken im Empfang versagt.
In solchen Fällen hat es sich - wie im Schweizer Patent Nr. 262683 beschrieben - als vor- teilhaft erwiesen, wenn im Anruf-, das heisst im Ruhezustand der Anlage die Rauschunterdrückung ausser Betrieb gesetzt wird. Dies ist ohne weiteres möglich, da während dieses Zustandes das Empfangs signal nicht abgehört wird. Anderseits kann aber infolge des Wegfalls der Rauschunterdrückung die Selektivrufeinrichtung mit starkem Rauschen ver mischte Signale noch auswerten, welche sonst unter drückt würden, Es kann daher auf diese Weise in Selektivrufanlagen eine wesentliche Verbesserung der Anrufsicherheit erreicht werden.
Die beiden beschriebenen Forderungen, nämlich einerseits die Einschaltung der Rauschunterdrückung im Anrufzustand aus Gründen der Energieersparnis und anderseits die Ausschaltung der Rauschunter drückung im Anrufzustand zur Hebung der Anruf sicherheit widersprechen sich.
Die Erfindung ermöglicht nun die Eingehung eines Kompromisses, mit welchem beide Forderun gen fast ohne Einschränkung gleichzeitig erfüllt wer den können. Sie betrifft eine Empfangsanlage für drahtlose Signale mit einer Anrufeinrichtung. In die ser Anlage sind die Betriebszustände Anrufbereit schaft einerseits und Verkehr anderseits möglich. Das Ausgangssignal des Empfängers wird bei fehlendem Empfang einer Trägerwelle unterdrückt und durch den Empfang einer Trägerwelle freigegeben.
Diese Anlage ist dadurch gekennzeichnet, dass beim Auf hören des Empfanges der Trägerwelle die Einleitung der genannten Unterdrückung im Zustand der An- rufbereitschaft verzögert und im Verkehrszustand uriverzögert erfolgt.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert. Dieses Beispiel betrifft eine Station einer Radiotelephonanlage, in welcher eine derartige Empfangsanlage mit einer Sende anlage kombiniert ist. Die Sender und Empfänger sind, mit Ausnahme der Rauschunterdrückung des Empfängers, in bekannter Weise aufgebaut und wer den daher nicht näher beschrieben. Die Empfangs anlage umfasst eine Anrufeinrichtung. Diese Anrufein- richtung spricht auf eine bestimmte Folge von Ton frequenzimpulsen, welche von einer Gegenstation aus gesendet werden, an und schaltet einen Wecker oder eine Hupe ein.
Für die Abwicklung des Sprechver kehrs dient ein Mikrotelephon, welches bei Nicht gebrauch, das heisst während des Anrufzustandes, auf eine Gabel gelegt wird. Diese Gabel weist Gabel kontakte auf, mit deren Hilfe die Anlage vom Anruf- in den Verkehrszustand geschaltet wird. Im Anruf zustand ist der Empfängerausgang mit der Anruf einrichtung verbunden. Im Verkehrszustand wird er von der Anrufeinrichtung abgetrennt und mit dem Hörer im Mikrotelephon verbunden.
Die Rauschunterdrückung arbeitet wie üblich auf Grund des Vorhandenseins von über dem Sprach bereich liegenden Frequenzen am Ausgang der Nie derfrequenz-Vorverstärkerstufe des Empfängers. Diese Frequenzen, welche nur im Rauschen enthalten sind, werden dort abgezweigt und ausgesiebt und werden in bekannter Weise zur Steuerung eines Relais heran gezogen. Dieses Relais wird bei Abwesenheit von Rauschen, das heisst beim Empfang einer Trägerwelle, in den angezogenen Zustand überführt, währenddem es bei Vorhandensein von Rauschen, das heisst bei der Abwesenheit einer Trägerwelle, abgefallen ist und in diesem Zustand die Endstufe des Empfängers ausser Betrieb setzt.
Dadurch wird nicht nur das Auftreten von Rauschen am Empfängerausgang ver hindert, sondern auch der Leistungsbedarf des Emp fängers herabgesetzt. Während des durch das von der Gabel abgehobene Mikrotelephon gekennzeich neten Verkehrszustandes reagiert nun diese Einrich tung zur Rauschunterdrückung sowohl auf das Auf treten als auch auf das Verschwinden von Rauschen sehr rasch, so dass einerseits beim Aussetzen des Empfanges der Trägerwelle die Einleitung der Unter drückung des störenden Rauschens unverzögert er folgt und anderseits beim Wiedereinsetzen des Emp fanges der Tonkanal so schnell geöffnet wird,
dass kein oder ein möglichst kleiner Silbenverlust ent steht.
Während des Anrufzustandes dagegen - infolge der geänderten Stellung der Gabelkontakte - ist eine Abfallverzögerung eingeschaltet, welche den raschen Anzug des Relais beim Empfang einer Trägerwelle und dementsprechend beim Aufhören von Rauschen nicht beeinflusst, dagegen beim Ver schwinden der Trägerwelle und dementsprechend beim Auftreten von Rauschen das Relais erst mit einer Verzögerung von einigen Sekunden abfallen lässt, so dass die Einleitung der Rauschunterdrückung mit einer Verzögerung erfolgt. Da das im Jetzt- genannten Falle am Empfängerausgang auftretende Rauschen ausschliesslich auf die Anrufeinrichtung ge leitet wird, so stört es nicht.
Auch wenn während eines Anrufes aus früher genannten Gründen die Empfangsverhältnisse an der gerufenen Station stark schwanken, so treten doch immer wieder Zeitpunkte auf, während denen der Empfang so stark ist, dass das Rauschen verschwindet und daher das Relais anziehen kann. Sofern der zeitliche Abstand dieser Zeitpunkte kleiner ist als die Verzögerung des Re lais, so bleibt während der gesamten Anrufzeit das Relais dauernd angezogen, so dass der gleiche Zustand herrscht, wie wenn die Rauschunterdrückung während des Anrufzustandes dauernd ausser Betrieb gesetzt wäre, wobei jedoch die Vorteile der Energieerspar nis gewahrt sind.
Besonders günstige Verhältnisse ergeben sich, wenn die Gegenstation vorgängig der eigentlichen Anrufsignale die unmodulierte Träger welle oder ein relativ lange dauerndes Vorbereitungs signal aussendet, so dass während dieser Zeit der Empfänger mindestens einmal die Gegenstation mit einer solchen Stärke empfangen kann, welche für die Aufhebung der Unterdrückung des Ausgangs signals notwendig ist, so dass beim Beginr. des eigent lichen Anrufsignals die Unterdrückung bereits aus geschaltet ist.
Man ist natürlich bei der Anwendung der Er findung in keiner Weise an die beschriebenen Aus führungsformen gebunden. Insbesondere ist die Ver wendung eines Relais zur Rauschunterdrückung nicht notwendig. Die Endstufe kann auch auf rein elektro nische Weise abgeschaltet werden, oder es kann als Endstufe eine Gegentakt-B-Verstärkerstufe verwen det und das Eingangssignal dieser Stufe unterdrückt werden. Die Verzögerung des Einsatzes der Rausch unterdrückung kann auch bei Verwendung eines Re lais auf rein elektronische Weise im Steuerstrom kreis des Relais erfolgen.
Zur Umsteuerung zwi schen Anruf- und Verkehrszustand können anstelle von Gabelkontakten andere Kontakte, welche bei der Verbringung des Mikrotelephons in eine Ruhestel lung geschaltet werden, oder aber von Hand be tätigte Kontakte treten.