CH370217A - Verfahren und Vorrichtung zur Entlüftung und Trocknung von Gebäuden - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Entlüftung und Trocknung von GebäudenInfo
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Classifications
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- E—FIXED CONSTRUCTIONS
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- E04B—GENERAL BUILDING CONSTRUCTIONS; WALLS, e.g. PARTITIONS; ROOFS; FLOORS; CEILINGS; INSULATION OR OTHER PROTECTION OF BUILDINGS
- E04B1/00—Constructions in general; Structures which are not restricted either to walls, e.g. partitions, or floors or ceilings or roofs
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Entlüftung und Trocknung von Gebäuden Die Isolierung der Bodenfeuchtigkeit an Gebäuden geschah bisher so, dass man die aus den Mauern und dem Boden kommende Nässe durch Schutzanstriche abzuhalten suchte. Bereits feuchte Mauern wurden ausserdem freigelegt oder mit Durchlüftungslöchern versehen. Heute wird bei Neubauten das äussere Betonwerk mit Bitumen usw. angestrichen. Diese Ver fahren gehen vollkommen an der Tatsache vorbei, dass Feuchtigkeit auch durch Leitungsrohre, Ausdünstun gen oder Verdampfung im Innern eines Gebäudes entsteht und sich immer an den Stellen tiefster Tem peraturen, wie z. B. im Keller und Erdgeschoss, sam melt. Entlüftungen nach oben oder nach der Seite bewirken nur das Einströmen kalter und feuchter Luft, aus der wiederum der Wasserdampf kondensiert. Es sei diesbezüglich nur auf das noch ungelöste Pro blem der Beseitigung der Stallfeuchtigkeit hingewiesen. Die vorliegende Erfindung löst das Problem der Beseitigung der Mauer- und Raumfeuchtigkeit in ein facher und überraschender Weise durch die Verwen dung eines sogenannten, mit einer porösen Masse ge füllten Erdkamins zur Entlüftung von Räumen sowie zum Trocknen feuchten Bauwerkes bzw. Mauern. Physikalisch ist die trocknende und entlüftende Wirkung des Erdkamins einfach zu erklären. Ein Kamin erzeugt dadurch einen Zug oder Sog im an geschlossenen Feuerraum, dass die durch Verbrennung gebildete warme Luft leichter ist und nach oben strömt. Nach demselben Prinzip arbeitet das Erd- kamin durch die Freimachung der Bodenwärme. Diese Wärme zieht nach oben und erzeugt so einen leichten aber stetigen Zug, der die feuchte Luft aus Räumen und die Feuchtigkeit aus Mauern dann sicher ent fernt, wenn eine Verbindung von den zu entfeuch- tenden Räumen oder Mauern zum unteren Teil des Erdkamins vorhanden ist. Die vom Boden des Erdkamins aufsteigende warme Luft strömt durch die poröse Füllmasse des Kamins nach oben und erzeugt an der Mündung des oder der Entlüftungsrohre, die sich nahe der Kamin sohle befindet, einen Sog, vergleichbar mit der Wasser strömung in einer Wasserstrahlpumpe. Dass hier tat sächlich die Bodenwärme die treibende Kraft ist, er kennt man unter anderem daran, dass die austrock nende und entlüftende Wirkung des Erdkamins im Winter viel stärker ist als im Sommer, weil das Wärmegefälle in letzterem Falle geringer ist. Die Wirkung des Erdkamins erhöht sich erheblich, wenn Fenster und Türen nicht mehr als unbedingt notwendig geöffnet werden, damit möglichst wenig feuchte Luft eindringt. Durch die entlüftende Wir kung des Erdkamins wird genügend Frischluft aus angrenzenden oder darüberliegenden Räumen heran geführt, so dass auch bei schwierig zu entlüftenden Räumen eine ausreichende Luftzirkulation gewährlei stet ist. Nachstehend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung an Hand der Zeichnung näher erläutert. Gemäss Fig. 1 wird entlang einer feuchten Mauer 1 in einem oder mehreren Absätzen ein Graben bzw. mehrere Schächte 2 ausgehoben. Die Breite der Grä ben bzw. Schächte richtet sich nach der Stärke der zu entfeuchtenden Mauer oder dem Feuchtigkeitsgehalt des zu entfeuchtenden Raumes und soll höchstens 1 m betragen. Die Tiefe der Gräben bzw. Schächte geht unter den Kellergrund etwa um eine Mauerstärke hinaus. Sie muss aber in jedem Falle noch oberhalb des Grundwasserspiegels liegen. Bei Erdgeschossen empfiehlt es sich, den Graben oder Schacht bis etwa 1-11/2 m unter der Frosteindringtiefe vorzutreiben. Der Graben oder Schacht 2 wird dann mit einer porösen Masse 3 gefüllt. Als Füllkörper können grobe Schlacke, Glas- oder Tonflaschenscherben, grober Schotter und dergleichen verwendet werden, wodurch eine hinreichende Luft- und Feuchtigkeits durchlässigkeit gewährleistet wird. Die Sohle des Gra bens oder Schachtes 2 wird bis zum Fundament hin auf mit einem wasserundurchlässigen Material 4, z. B. mit Lehm- oder Tonerde, ausgekleidet und mit einer von der Mauerseite wegführenden Schräglage ver sehen, um eingedrungenes Wasser abzuleiten. Die vertikalen Wände des Schachtes werden mit Teer pappe 5 oder einem anderen geeigneten wasser undurchlässigen Material abisoliert. Die Isolierung 5 muss zur Ableitung des Sickerwassers entweder mit Öffnungen 6 versehen sein oder kurz oberhalb der Schachtsohle enden. Es ist ferner dafür Sorge zu tra gen, dass die Gräben oder Schächte mit einer mög lichst wasserdichten Abdeckung 7 aus Teerpappe, Beton, Pflaster usw. ausgestattet werden. Der Kamin abzug 8 wird vorzugsweise in der Mauer 1 verlegt und oberhalb dem Erdboden aus derselben heraus geführt. Die Luftzuführung von dem Gebäudeinnenraum zu dem Schacht 2 erfolgt durch eine oder mehrere, zweckmässig an der Kellersohle in der Mauer 1 an geordnete Öffnungen 9, in die an der Aussenseite der Mauer jeweils ein zur Kaminsohle 4 führender Rohr stutzen 10 eingesetzt ist. Es ist darauf zu achten, dass der Rohrstutzen 10 nicht völlig durch die Mauer 1 geführt wird, da sonst keine Atmung des Mauerwer kes zur Entlüftung hin stattfinden kann. Der Kaminabzug 8, der über ein Lochblech 11 oder Mauerschlitze mit der Aussenluft in Verbindung steht, soll die gleiche lichte Weite wie der Rohrstutzen 10 haben, wobei man zweckmässigerweise jedem Rohrstutzen 10 einen Abzugsschacht 8 zuordnet. Wie bereits erwähnt, sollen die Öffnungen 9 an den Stel len angebracht werden, an denen vornehmlich die feuchte Luft kondensiert. Neben der Kellersohle kom men hierfür auch die Wände in Frage, die unterhalb den auf der Nordseite liegenden Fenstern angeordnet sind. Gegebenenfalls kann die Durchlüftung auch durch einen oder mehrere in dem Gebäude vor den Öffnungen 9 aufgestellten Ventilator beschleunigt und verstärkt werden. Bei Neubauten und in geschlossenen Siedlungen ist es vorteilhaft, den Erdkamin unter den Gehsteig zu verlegen. Die aufsteigende Warmluft wärmt dann die Abdeckung 7 hinreichend auf, um eine Eisbildung im Winter zu verhindern. In gleicher Weise schützt die aus den Kaminabzügen 8 austretende und auf wärts steigende Warmluft ein Einfrieren von darüber angeordneten Fenstern, Auslagescheiben und der gleichen. Bei der in der Fig. 2 dargestellten Vorrichtung handelt es sich um einen Erdkamin, der aus einzelnen vorgefertigten Teilen 12, 13 und 14 aus Beton, Metall, Holz, Kunststoff oder sonstigem geeignetem Material zusammengesetzt ist. An dem Teil 12 ist der Kaminabzug 15 und in dem Teil 13 der bis in den Teil 14 hineinragende Rohrstutzen 16 angesetzt. An der schrägen Sohle des Teiles 14 ist ferner ein Ab lauf 17 für das Sickerwasser vorgesehen. Zur besseren Verbindung greifen die einzelnen Teile an den Stoss stellen muffenartig ineinander. Wenn gemäss Fig. 3 der zu entlüftende oder zu trocknende Raum A in der Mitte des Gebäudes liegt und durch einen Raum B von der Aussenmauer 18 getrennt ist, so wird der Erdkamin 19 von der Keller sohle des Raumes A aus in den Boden vorgetrieben und mit einer Abdeckung 20 und einem Rohr 21 ver sehen, das bis nahe an die Sohle des Erdkamins 19 reicht. Das Entlüftungsrohr 22 wird dann unterhalb des Kellerbodens bis an die Aussenmauer 18 verlegt und in oder an dieser hochgeführt. Wie bei dem Aus führungsbeispiel nach Fig. 1 mündet der Kaminabzug 23 über dem Erdboden 24 ins Freie. Durch das beschriebene Verfahren und die be schriebenen Vorrichtungen wird die Erdwärme einer seits zum Entlüften und Trocknen von Gebäuden und anderseits zum Enteisen von Fenstern und Gehstei gen ausgenutzt. Durch das neue Prinzip der Entlüf tung nach unten wird die in den Räumen befindliche warme Luft zum Teil nach unten gezogen, was den Trocknungsvorgang ausserordentlich begünstigt und beschleunigt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Verfahren zur Entlüftung und Trocknung von Gebäuden, dadurch gekennzeichnet, dass der durch den Auftrieb der Bodenwärme entstehende Zug oder Sog in Schächten oder Gräben, die entlang des Mauer werkes bzw. Bauwerkes oder im Innern des Bau werkes bis unter das Fundament vorgetrieben sind und mit den Gebäudeinnenräumen in Verbindung ste hen, zur Trocknung bzw. Entlüftung verwendet wird. UNTERANSPRUCH 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Sog in den Schächten oder Gräben durch ein oder mehrere Gebläse verstärkt wird.PATENTANSPRUCH 1I Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch einen mit porösen und bzw. oder groben Stoffen gefüllten, gegen das Erdreich abisolierten Graben oder Schacht, dessen Sohle von dem Mauerwerk nach aussen ab geschrägt und bis auf Öffnungen für das Sickerwasser mit einem wasserundurchlässigen Material versehen ist. UNTERANSPRÜCHE 2. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass der Graben oder Schacht mit einer wasserdichten Abdeckung und mit einem Kamin abzug versehen ist, der in dem Mauerwerk verlegt ist und oberhalb des Bodens über Mauerschlitze oder Siebplatten mit der Aussenluft in Verbindung steht. 3.Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Mauerwerk, vorzugs weise an der Kellersohle oder unterhalb von Fenster öffnungen, eine Öffnung vorgesehen ist, an deren Aussenseite ein zur Sohle des Grabens oder Schachtes führender Rohrstutzen angesetzt ist. 4. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Öffnungen mit Rohr stutzen vorhanden sind und jedem Rohrstutzen ein Kaminabzug gleicher lichter Weite zugeordnet ist. 5. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Kaminabzüge unterhalb von Fenstern ins Freie münden. 6.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Gräben oder Schächte aus is vorgefertigten Bauteilen zusammengesetzt sind.
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