Werkzeug zur Herstellung von Bürsten-, Besen- und Pinselwaren Im Bestreben nach rationeller Arbeitsweise sind die bekannten Herstellungsmethoden für Bürsten-, Besen- und Pinselwaren durch Handarbeit (Einzie hen, Pechen) abgelöst worden durch die halb- bzw. vollmaschinelle Fertigung. Trotz der dabei erzielba ren Vorteile müssen jedoch immer noch besondere Bedingungen bei der Herstellung berücksichtigt wer den, wodurch ein nachteiliger Aufwand an Maschi nen, Hilfseinrichtungen, Arbeitszeit und Arbeits kräften entsteht.
Dies ist vor allem dadurch bedingt, dass heute Bürsten-, Besen- und Pinselwaren ausser ordentlich vielfältigen Verwendungszwecken dienen, und dass vor allem auch bei technischen Bürsten völlig neue Anwendungsgebiete erschlossen wurden.
Diese Vielseitigkeit wirkt sich in einer entspre chenden Vervielfältigung der Sorten aus, die sich nicht nur bezüglich ihrer äusseren Formen, sondern auch in der Art ihrer Bestückung durch viele Varia tionen voneinander unterscheiden.
Aus diesen Gründen ist man bestrebt, Maschinen und Vorrichtungen zu entwickeln, mit denen ein möglichst grosser Sortenbedarf gedeckt werden kann, wobei es sich auch nur um Teilerzeugnisse, wie Bor stenbündel oder Bürstenkörper handeln kann, die für die Endverarbeitung maschinell in grossen Stück zahlen hergestellt bzw. vorbereitet werden.
Wo es sich um die Herstellung von Bürsten-, Besen- und Pinselwaren handelt, bei denen Bürsten körper und Bestückung aus Kunststoff bestehen, wer den zur vollautomatischen Herstellung meist Einrich tungen benützt, bei denen die Bestückung (Fasern, Borsten usw.) von aufgerollten Strängen abgetrennt und im Spritzgiessverfahren mit dem Bürstenkörper verbunden werden.
Diese Maschinen sind infolge der vielen Arbeitsgänge umfangreich und kompliziert, wobei vor allem die genaue Portionierung der Borsten zur Herstellung der Borstenbündel und deren gleich mässige Verteilung im Bürstenkörper besondere Mass nahmen notwendig macht. Auch erfordert die Ver arbeitung :bei den im Spritzgiessverfahren angewand ten Temperaturen und Drücken teures Material für Formen und Werkzeuge.
Bei der Verarbeitung von Naturborsten müssen noch weitere Bedingungen beachtet werden. Vor allem ist man hier bestrebt, die Naturborsten in ihrer einfachen, vollen Länge verwerten zu können, und sie ohne zusätzliche Mittel für die Zusammenfassung zu Borstenkörpern zu befestigen. Dazu kommt, dass ein Einbetten der Naturborsten mittels heissem Kunst harz nicht ohne besondere Kühleinrichtungen möglich ist, da die Gefahr besteht, dass die Borstenenden ver brennen und sich aus dem Verband herauslösen.
Das Bestreben, diese Mängel zu beseitigen, und die Erkenntnis, dass die Verwendung von Kunststoff in der Fabrikation von Borsten- und Pinselwaren heute einen Vorrang gegenüber anderen Werkstoffen einnimmt, begründen die Aufgabe der vorliegenden Erfindung.
Vor allem wird dabei angestrebt, auch die Verarbeitung von Naturborsten und Pflanzenfasern so zu ermöglichen, dass durch Wegfall der bisherigen komplizierten Maschinen mit ihren Nebeneinrichtun gen eine hochrationelle Fertigung möglich ist, welche bei bestem Wirkungsgrad auch von unge schulten Arbeitskräften durchgeführt werden kann.
Nach der vorliegenden Erfindung wird dies durch ein Werkzeug erreicht, bei welchem in einer mit Auf nahmebehälter für die Borsten versehenen Vorrich tung eine die Formen für die Herstellung der Bün delköpfe aufweisende Zone und unmittelbar vertikal darüber eine Borstenportionierzone vorgesehen sind, welch letztere der Anzahl und dem Durchmesser der Bündel entsprechende, mit den Formen in der Form zone sich deckende, durchgehende Öffnungen auf weist, und dass vertikal über diesen Zonen der Bor stenbehälter mit zum Öffnen eingerichtetem Boden angeordnet ist, das Ganze derart,
dass die Borsten nach Öffnen des Behälterbodens im freien Fall durch die Portionierzone hindurch in die mit Giessharz ge füllten Vertiefungen der Formzone gelangen.
Damit kann in einem einzigen Arbeitsgang eine Vielzahl von gleich grossen oder unter sich ver schieden grossen, beliebig starken Borstenbün- deln hergestellt werden, wobei jedes dieser Bün del mit einem Bündelkopf versehen ist, der je nach seinem Anwendungszweck die entsprechende Form aufweist. Es kann aber auch je nach Verwendungs zweck die zum Eingiessen der Borstenbündel verwen dete Bindemasse und die Formzone als Bürstenkör per dienen, wobei dann die Formzone als ein in Form und Abmessungen entsprechender, von der Proportionierzone getrennter, besonderer Teil aus gebildet ist.
Mit dem vorliegenden Werkzeug lassen sich die für die Herstellung von Bürstenwaren aller Art erfor derlichen, gleichmässigen Borstenbündel in nahezu beliebig grosser Anzahl in relativ kurzer Zeit her stellen. Bei entsprechender Formung der Bündelköpfe können diese in vorteilhafter Weise durch form schlüssige Verbindung, z. B. durch Einrasten in ent sprechenden Vertiefungen des Bürstenkörpers aus beliebigem Baustoff befestigt werden. Eine solche Befestigungsart erlaubt es auch, die Borstenbündel auswechselbar zu machen.
Eine weitere vorteilhafte Möglichkeit ergibt sich dadurch, dass in einfacher Weise die gewünschte Umrissform der Bestückung und des Bürstenkörpers von Anfang an berücksich tigt werden kann, was insbesondere bei technischen Bürstenwaren von grossem Vorteil ist.
Auch bezüglich des zu verarbeitenden Bestük- kungsmaterials ergeben sich Vorteile, die bisher von bekannten Vorrichtungen nicht erfüllt werden konn ten. So lässt sich jedes Bestückungsmaterial, gleich gültig ob organischer oder synthetischer Art, in ein facher, handelsüblicher Länge verarbeiten, so dass insbesondere bei Naturborsten bzw. -fasern die best mögliche Auswertung des Materials gewährleistet ist. In diesem Zusammenhang sei insbesondere auch auf die Fertigung von technischen Bürsten hingewiesen sowie auf Besen und Handbesen aller Art, bei wel chen auch wertvolle Faserstoffe zur Verarbeitung kommen.
Schliesslich ist noch die Einfachheit des Werk- zeuges hervorzuheben, die insbesondere dadurch er möglicht ist, dass zur Bildung der Borstenköpfe bzw. zum Einsetzen der Borstenbündel in Giessharz, z. B. Phenol-Giessharz, Araldit, Polyester-Giessharz und ähnliches, kein Pressen oder Spritzen notwendig ist, so dass alle Aufwände an besonderem Material und an Hilfseinrichtungen für die teuren Spritzgiessformen und zur Durchführung des Formvorganges entfallen.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Werkzeuges gemäss der Erfindung und seiner Einzel heiten dargestellt.
Es zeigen: Fig. 1 einen Längsschnitt durch die vollständige Vorrichtung, wobei die Schnittlinie nach A-A der Fig. 2 verläuft, Fig.2 verschiedene Ausführungsbeispiele der Formplatte, von oben gesehen, Fig.3 die Teilansicht einer zweiteiligen Form platte im Schnitt, Fig. 4 einen Bürstenkörper, mit Bürstenbündeln im Schnitt, Fig. 5 die Ansicht der Öffnungen in der Portio- nierplatte, von oben, Fig. 6,
7 und 8 Querschnitte durch Giessformen mit verschiedenen Bündelkopfprofilen, Fig. 9 den Grundriss<B>A -A</B> der Fig. 8, Fig. 10 Bürstenbündel, welche mit dem Werkzeug nach Fig. 8 und 9 hergestellt sind, Fig. 11 ein Werkzeug für die Pinselherstellung mit Kunststoffkapsel, Fig. 12 ein anderes Ausführungsbeispiel für die Herstellung von Pinseln, Fig. 13 einen mit dem Werkzeug nach Fig.7 hergestellten Pinsel, Fig. 14 ein Werkzeug mit Kernstücken, Fig. 15 einen Pinsel mit Hohlraum,
Fig. 16 einen Flachpinsel mit Kunststoffkapsel, Fig. 17 ein Einzelwerkzeug zur Herstellung von Flachpinseln.
Bei dem in Fig. 1 gezeigten Werkzeug ist auf ein Gehäuse 1 ein Borstenrichter 2 aufgesetzt, welcher den Behälter 3 für die Aufnahme der Borsten 4 trägt. Im Gehäuse 1 ist ein Boden 5 angeordnet, der den Borstenbehälter 3 bzw. den Borstenrichter 2 nach unten abschliesst. Dieser Boden ist so eingerichtet, dass er, z. B. durch Querverschieben, rasch geöffnet werden kann.
Die Borsten-Portioniereinrichtung besteht - aus einem Führungsstück 7, welches unten durch eine Portionierplatte 8 abgeschlossen ist. Diese ist mit durchgehenden Öffnungen 9 versehen, deren Ränder nach oben in scharfe Kanten 10 auslaufen. Dies lässt sich z. B. bei kreisförmigen Öffnungen dadurch er reichen, dass diese mindestens am Rand konisch ge fräst werden, so dass ein nicht in einer Ebene raum kurvenförmiger Rand stehen bleibt. Unterhalb der Portionierplatte 8 ist die Formplatte 11 angeordnet, in welche Vertiefungen 12 eingearbeitet sind. Diese dienen zur Aufnahmedes Giessharzes für die Bildung der Borsten-Bündelköpfe.
Die Portionierplatte 8 und die Formplatte 11 sind so in das Werkzeug eingesetzt, dass sich die Öffnungen 9 und die Vertiefungen 12 decken. Zur genauen Führung bzw. Fixierung der Teile 1, 2, 3, 7, 8 und 11 können die bei Formwerkzeugen üblichen Mittel, z. B. Führungssäulen, Passstifte oder ähn liches, verwendet werden. Der Gehäuseboden 13 schliesst das Gehäuse nach unten ab und trägt die Zwischenplatte 14, in welche die Formplatte 11 ein gesetzt ist.
Im Werkzeug nach Fig. 1 ist der Herstellungsvor gang links bei Beginn und rechts nach Beendigung gezeigt. Dabei ist der Borstenbund 4 zunächst in den Borstenhalter 3 eingesetzt undwird durch den Borsten richter 2 für die jeweilige Umrissform der Formplatte 11 hergerichtet. Der Borstenbund 4 steht zunächstnoch auf dem Boden 5 auf. Nachdem die Vertiefungen 12 mit flüssig gemachtem Giessharz, z.
B. Phenol-Giess- harz, Araldit, Polyester-Giessharz oder ähnlichen, ge füllt sind, wird der Boden 5 geöffnet (rechte Hälfte der Fig. 1), so dass der Borstenbund im freien Fall auf die Öffnungen 9 der Portionierplatte 8 fällt. Da bei werden die einzelnen Borsten durch das Füh rungsstück 7 noch etwas zusammengedrängt und dar auf durch die leicht konisch zulaufenden Wände der Öffnungen 9 den Vertiefungen 12 in der Formplatte 11 zugeleitet.
Da die oberen Ränder der Öffnungen 9 scharfkantig ausgebildet sind, gelangen sämtliche Borsten bei der Verteilung durch die Portionierplatte in die zugehörigen Vertiefungen der Formplatte.
Nach dem Aushärten des Giessharzes wird die Formplatte 11 aus dem Werkzeug herausgenommen und die einzelnen Borstenbündel können aus der Formplatte herausgelöst werden. Da die Formplatte vorteilhafterweise aus elastischem Kunststoff besteht, so ist dieses Herauslösen durch leichtes Verbiegen der Formplatte vereinfacht.
Die drucklose Einarbeitung der Borstenbündel in Giessharz ermöglicht es ferner, dass auch die übrigen Teile der Vorrichtung aus Kunststoff hergestellt wer den können. Dabei ist es zweckmässig, den Borsten behälter und Borstenrichter aus durchsichtigem un elastischem Kunststoff zu fertigen, so dass jederzeit die Lage der Borsten beobachtet werden kann.
In der Fig. 2 sind einige der vielfältigen Möglich keiten für die Gestaltung der Vertiefungen 12 dar gestellt. Ausser den der Fig. 1 zugrunde liegenden, kreisförmigen Vertiefungen können je nach Verwen dungszweck der herzustellenden Borstenbündel auch beliebige andere Formen in dem neuen Werkzeug verwendet werden. Dazu gehören beispielsweise strei- fenförmige Borstenbündel 13, welche geradlinig oder kreisbogenförmig (14) geformt sind.
Eine besonders gute Ausnützung der zur Verfügung stehenden Flä chen ergibt die quadratische Form (15), welche ins besondere zur Herstellung von nicht auswechselba ren Borstenbündeln verwendet wird. Anstelle der gezeigten quadratischen Form können auch andere Vielecke, z. B. reguläre Sechsecke (Bienenwaben form) oder Sternformen zur Herstellung der Bündel köpfe verwendet werden. Aus Fig. 2 geht ausserdem noch hervor, dass es auch möglich ist, die Formplatte 11 nur als Kreisring 16 zu verwenden, so dass auch die bei technischen Bürsten vorkommenden Bürsten körper mit besonderen Umrissformen bestückt wer den können.
Während die Vertiefungen 12 in der Formplatte nach Fig. 1 so gestaltet sind, dass der Durchmesser der einzelnen Borstenbündelköpfe über die Länge dieser Köpfe gleich bleibt, ist in Fig. 3 eine Form platte gezeigt, mit welcher Bündelköpfe hergestellt werden können, deren Durchmesser grösser als der Bündeldurchmesser ist.
Zu diesem Zweck besteht diese Formplatte aus einem Oberteil 15 und einem Unterteil 16, wobei die in diese beiden Teile eingear beiteten Formen 17 und 18 je eine Hälfte des Bündel kopfes bilden. Über den Öffnungen 19 des Formplat- tenteiles 15 ist die Portionierplatte 20 angeordnet, deren scharfkantig ausgebildeten Öffnungen 21 die fallenden Borsten in bereits beschriebener Weise den Formen 17, 18 zuführen. Nach Fertigstellung und Aushärtung des Giessharzes wird die Formplatte aus einandergenommen und die fertigen Bündel können dann aus der Form herausgenommen werden.
Diese Ausbildung der Borstenköpfe dient hauptsächlich dazu, die Borstenköpfe auswechselbar in den Bür stenkörper einzusetzen und dort formschlüssig zu verankern. Dabei ist letzterer vorteilhafterweise aus elastischem Kunststoff hergestellt, bzw. es sind die Bohrungen zur Aufnahme der Borstenbündel mit einem elastischen Einsatz versehen, so dass die Bün delköpfe in die Bohrungen eingedrückt werden kön nen und in diesen möglicherweise fest einrasten; durch Biegen des elastischen Bürstenkörpers derart, dass die Bohrungen auf die konvexe Seite zu liegen kommen, können die Borstenbündel im Bedarfsfalle wieder herausgenommen und ausgewechselt werden.
Fig. 4 zeigt einen fertigen Bürstenkörper 22, in welchem die mit dem beschriebenen Werkzeug her gestellten Borstenbündel 23 eingesetzt sind. Dabei sind die Bündelköpfe 24 mit einer ringförmigen Aus- nehmung 25 versehen, durch welche sie im Bürsten körper fest verankert sind.
Da, wie schon erwähnt, die Formplatte aus Kunst stoff bestehen kann, so lässt sich diese durch ein fachen Abguss ohne Bearbeitungsaufwand sehr leicht vervielfältigen. Diese Möglichkeit kann z. B. dadurch ausgewertet werden, dass die Formplatte selbst als Bürstenkörper ausgebildet wird, wobei die Bündel köpfe formschlüssig mit dem Bürstenkörper und aus wechselbar verbunden sind. Dadurch ist die volltätige Fertigung von Bürsten- und Pinselwaren in einem einzigen Arbeitsgang bei beliebiger Bestückungs form möglich.
Das dargestellte Werkzeug zeichnet sich vor allem auch dadurch aus, dass neben der Einsparung an Arbeitskräften die Herstellung der Borstenbündel praktisch ohne Abfall und in genau portionierter Menge möglich ist. Auch die Bündelstärke und die Abmessungen der Bündelköpfe können weitestgehend dem Anwendungszweck angepasst werden.
Aus der Fig. 5, welche die Lage der Öffnungen 21 (Fig. 3) in der Portionierplatte und der Vertiefun gen 17, 18 in der Formplatte darstellt, geht hervor, dass die Öffnungen 21 mit ihren Rändern aneinander tangieren. Dadurch ist die Gewähr gegeben, dass mög- lichst alle Borsten beim Durchfallen durch die Por- tionierplatte in die Vertiefungen gelangen.
Die zwi schen den Öffnungsrändern geschlossenen Flächen 26 sind bei der Herstellung von feinen Borstenbün- deln sehr klein, so dass sie praktisch keine oder nur wenige Borsten am Durchfallen verhindern. Um rest los alle Borsten in die Vertiefungen zu bringen, kön nen diese Zwischenflächen aus der Ebene der Por- tionierplatte herausstehend ausgebildet und von den angrenzenden Rändern her zu einer Spitze 27 ge formt sein.
Es ist auch möglich, zum Portionieren der Bündel und Formen der Bündelköpfe eine einzige Werkzeug platte zu verwenden, welche mit Durchbrechungen versehen ist, die auf der Borsteneinlassseite eine all seitige, nach aussen konisch verlaufende Erweiterung aufweisen und auf der Rückseite eine parallel zu ihrer Achse verlaufende Erweiterung besitzen, und die als Portionieröffnungen oder als Formöffnungen oder als beides für die Herstellung der Bündelköpfe benützt werden.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 6, 7, 8 ist der Borstenbehälter mit 30 bezeichnet. Dieser sitzt auf der als Portionier- und Formeinrichtung dienenden Werkzeugplatte 31; zwischen dem Behälter 30 und der Werkzeugplatte 31 ist ein verschiebbarer Zwi schenboden 32 angeordnet. Die Formzone für die Herstellung der Bündelköpfe bildet bei dem Beispiel nach Fig. 6 den unteren Teil der Werkzeugplatte 31. Sie trägt die Ausnehmungen 33, welche der Auf nahme des Giessharzes für die Bildung der Bündel köpfe dienen.
Mit der dadurch erzielten Vereinfachung des Werkzeuges können ganze Borstenplatten oder eine Vielzahl von einzelnen Borstenbündeln in einem einzigen Arbeitsgang hergestellt werden, wobei die Bündelköpfe für eine Auswechselbarkeit oder eine feste Verankerung ausgebildet werden können. Auch die Herstellung von Pinseln mit Kunststoffmantel mittels eines Vielfachwerkzeuges ist durch die Er findung in einfacher Weise ermöglicht.
Bei dem vorliegenden Beispiel sind die Bündel köpfe zylindrisch geformt und können z. B. zum Ein setzen bzw. Vergiessen mit einem Bürstenkörper aus Kunststoff oder einem anderen geeigneten Material verwendet werden.
Beim Werkzeug nach Fig. 7 ist zur Formung von abgesetzten Bündelköpfen eine Formplatte 33a an geordnet, welche z. B. halbkugelförmige Ausnehmun- gen 34 besitzt, in die das Giessharz eingebracht und die Borsten eingesenkt werden. Die dadurch gebilde ten Borstenbündel sind geeignet, auswechselbar in entsprechende Öffnungen eines Bürstenkörpers ein gesetzt zu werden.
Die Bildung von auswechselbaren Bündelköpfen beschränkt sich jedoch nicht auf die in Fig. 7 gezeigte Halbkugelform, sondern kann auch eine Zylinderform aufweisen, wobei dann für das auswechselbare Befestigen im Bürstenkörper Rillen 25 (Fig. 4) oder Wulste am Bündelkopf vorgesehen sind. Während bei den Fig.6 und 7 angenommen wurde, dass die Bündel mit ihren Köpfen kreisfÖrmi- gen Querschnitt aufweisen, zeigen die Fig. 8 und 9 ein Werkzeug, mit welchem streifenartige Bündel her gestellt werden können.
An die Werkzeugplatte 31 ist hier eine Formplatte 36 angeschlossen, welche in die Grundplatte 37 eingesetzt ist und von dieser, ähnlich wie bei Fig. 6, von unten her abgeschlossen wird. Die in dieser Form gebildeten Bündelstreifen 38 sind in Fig. 10 dargestellt und können mit ihrem konisch profilierten Kopf als auswechselbare Bestük- kungen von technischen Bürsten, insbesondere Fla schenbürsten, verwendet werden. Bemerkenswert ist bei dem Werkzeug nach Fig. 8, dass die Formplatte 36 als eine Zwischenplatte ausgebildet ist, welche zwischen der Grundplatte 37 und der Werkzeugplatte 31 eingelegt ist.
Dieses Prinzip kann in vorteilhafter Weise dazu benützt werden, um verschiedene Profile durch Anwendung verschiedener Zwischenplattenher- zustellen. Diese werden dann einfach in die mit Giess harz gefüllte Grundplatte 37 eingelegt, was vor allem auch eine gewisse Zeitersparnis bei dem Füllvorgang bzw. dem Zurüsten der Formen ergibt.
Selbstver- ständlich ist es bei allen diesen Vorgängen notwendig, dass die mit Giessharz in Berührung kommenden Werkzeugteile durch die bekannten Mittel gegen das Anhaften von Giessharz neutralisiert werden.
Bei der Pinselherstellung ist es erwünscht, anstelle der umständlichen Borstenarmierungen durch Metall kapseln usw. die wesentlich einfacher herzustellenden und im Gebrauch zweckmässigeren Kunststoffkapseln zu verwenden. Diesem Bestreben stand jedoch bisher die Schwierigkeit entgegen, dass eine wirtschaftlich tragbare Fertigung in Verbindung solcher Kunststoff- kapseln mit der Borstenhalterung bzw. dem Pinsel stiel nicht möglich war.
Das in Fig. 11 dargestellte Werkzeug zeigt eine grundsätzliche Anordnung, mit welcher Pinsel (Flach- oder Rundpinsel) im Zuge der gleichzeitigen Herstellung einer Vielzahl von Pin seln mit Kunststoffkapseln versehen werden können, ohne dass dazu ein besonderer zusätzlicher Arbeits vorgang notwendig wäre.
Zu diesem Zweck ist der den Bündelkopf formende Werkzeugteil 40 (als Form zone der Werkzeugplatte 31) mit einer dem Profil des Pinsels entsprechenden Ausnehmung versehen, in welche jeweils vor Beginn des Eingiessens die vorge formte Kunststoffkapsel 41 eingesetzt wird. Diese Kapsel besteht aus einem etwas elastischen Kunst stoff und besitzt in ihrem Hals eine Wulst 42, welche zur Einrastung des Stieles 43 dient. Dieser Stiel wird ebenfalls vor dem Eingiessen eingeschoben, so dass das Werkzeug bzw. die Giessräume nach unten abgeschlossen sind.
In den Raum 44 wird darauf Giessharz gebracht und in dieses die Be stückung durch die Portioniervorrichtung 31 hin durch eingesenkt. Dabei wird gleichzeitig der in den Raum 44 hineinragende Teil des Stieles 43 mit in den Giessharzverband eingebettet. Nach dem Form vorgang kann dann die Portionier-Formplatte 31 ab genommen, und die fertigen Pinsel können mit dem Stiel nach oben aus der Grundplatte 37 herausgenom men werden.
Die gezeigte Einrichtung nach Fig. 11 ist insbe sondere für die Herstellung kleiner und mittlerer Pin selgrössen geeignet. Mit zunehmender Grösse des Pin sels nimmt .auch die Masse des benötigten Giesshar zes zu, wodurch sich auch das sogenannte Steigen des Harzes beim Aushärten entsprechend verstärkt. Damit in solchen Fällen das Steigen des -Harzes auf das zulässige Mass begrenzt werden kann, ist im Werkzeug nach Fig. 12 eine entsprechende Einrich tung getroffen.
Dieses Werkzeug dient, ebenfalls wie dasjenige nach Fig. 11, dem Einbetten von Borsten in eine in das Werkzeug eingesetzte Kunststoffkapsel 46, welche auf der Grundplatte 37 aufsteht und in einen besonderen Formteil 47 eingesetzt ist.
Den oberen Abschluss der Kapsel bildet ein Portionier- körper 48, welcher mit einem in das Formstück hin einragenden Ansatz 49 versehen ist, und dessen Durchgangsöffnung an die Öffnung der Portionier- einrichtung 31 anschliesst. Der Ansatz 49 begrenzt am äusseren Rand das Aufsteigen des Giessharzes, so dass auch zwischen den Borsten der Giessharzan- stieg gestoppt wird.
Der mit dieser Einrichtung her gestellte Pinsel ist in Fig. 13 dargestellt.
Um die Verankerung der Borsten in der Kunst stoffkapsel zu sichern, ist es zweckmässig, wenn die Innenwand dieser Kapsel eine Aufrauhung aufweist, welche so gestaltet ist, :dass diese mit nach unten weisenden Schuppen versehen ist, so d:ass das Ein bringen der Borsten durch die Aufrauhung unbehin dert erfolgen kann, während in entgegengesetzter Richtung ein Widerstand erzielt ist.
In vielen Anwendungsfällen ist es erwünscht, in der PinselbestückungAusnehmungen bzw.Hohlräume anzuordnen; dies kann z. B. durch eine Werkzeug ausführung nach Fig. 14 in einfacher Weise erreicht werden. Dabei sind in der Portionier- und Form einrichtung 31 Kernstücke 50 angeordnet, welche den gewünschten Hohlraum in der Bestückung erge ben. Die eigentliche Einbettung der Borsten erfolgt im Giessraum 51, so dass der Kern 50 zugleich auch die Öffnung für den Pinselstiel ergibt.
Die Verbin dung des Pinselstieles mit dem Bündelkopf könnte z. B. durch :die Bildung einer in der Bohrung des Bündelkopfes liegenden Wulst 52 erfolgen, welche in eine entsprechende Rille 53 des Stieles 54 (Fig. 15) einrastet.
Bei grossen Pinseln können auch mehrere Zwischenräume erwünscht sein, wobei dann die aus Fig. 14 ebenfalls zu entnehmende Mehrfachanord- nung der Kernstücke 50a zur Anwendung kommt.
Diese in Fig. 14 gezeigte Werkzeugform kann auch in der Weise verdoppelt werden, dass beide Seiten zur Aufnahme von Giessharz eingerichtet sind, so dass der Stiel - im Gegensatz zu der bisherigen Anwendung - von oben eingesetzt wird.
Um den Pinselstiel in der in Fig. 11 beschriebenen Weise durch das Giessharz mit den Borsten bzw. dem Bündelkopf zu verbinden, kann bei dem Werkzeug nach Fig. 14 das Kernstück 50 auch als Bestandteil des Pinselstieles aufgefasst und bei entsprechender Ge staltung der Grundplatte 37 von unten in die Form- bzw. Portioniereinrichtung 31 eingesetzt werden.
Eine solche Massnahme würde dann beispielsweise zu dem in Fig. 16 gezeigten Erzeugnis führen.
Das in den vorhergehenden Beispielen idargestellte und beschriebene Prinzip des Eingiessens der Borsten in nach oben offenen Werkzeugen und ohne Verwen dung von Druck und hohen Temperaturen ermöglicht es auch, für die Herstellung z.
B. von Pinseln in ein facher Weise Einzelwerkzeuge auszubilden, welche in einen Halter eingesetzt und dort durch eine Reihe von Giesseinrichtungen automatisch beschickt werden.
Ein solches Einzelwerkzeug ist beispielsweise .in Fig. 17 dargestellt und besteht aus der Form 56 für die Kunststoffkapsel, in welche der Giesstrichter 57, welcher zugleich als Borstenrichter dient, eingesetzt ist. Die Teile 56 und 57 sitzen z.
B. in einer Halte rung 58, die ohne weiteres aus Holz bestehen kann. Der Pinselstiel 59 wird vor dem Eingiessen des Giess harzes in die Form eingeschoben und schliesst diese nach unten ab. Der Fülltrichter 57, der mit seinem Rande in die Form 56 hineinragt, dient gleichzeitig zur Begrenzung des Steigens des Giessharzes.
Bei den bisherigen Werkzeugbeispielen wurde da von ausgegangen, dass der Griff oder Stiel von unten nach oben in die Form eingebracht wird. Dieser Vor gang kann bei bestimmten Fällen auch umgekehrt werden, d. h. die Bestückung wird- von oben in das Giessharz eingebettet und von oben her mit dem Stiel versehen. In diesem Falle steigt das Giessharz entlang dem Griff oder Stiel nach oben und kann dort durch eine Vertiefung im Griff oder Stiel zum Stehen ge bracht werden.
Die mit der gezeigten Einrichtung mögliche Fer tigungsweise kann in vorteilhafter Weise auch zu einem Fliessverfahren ausgebaut werden, wobei dann die verschiedenen Arbeitsgänge im wesentlichen auf die Aushärtezeit des Giessharzes abgestimmt werden müssen.
Neben den bereits beschriebenen Gestaltungs möglichkeiten. für die Borstenbündelköpfe zur Ver- w endung bei Bürsten- und Pinselwaren aller Art ist es im Rahmen der erfindungsgemässen Werkzeugaus- führung auch möglich, die, insbesondere bei Flach- pinseln mit ovalem Profil,
in. der Praxis erwünschte Kuppolform .des Bündelendes herzustellen. Dies könnte z. B. dadurch geschehen, dass der Pinselstiel an seinem in die Borsten hineinragenden Ende ent sprechend halbrund geformt ist und erst nach dem Einbringen der Borsten und des Giessharzes in die Form und vor dem Aushärten des Harzes -in seine Endlage geschoben wird.
In vorteilhafter Weise ist die erfindungsgemässe Ausbildung des Werkzeuges jedoch besonders dazu geeignet, den Boden der einzelnen Giessräume mit einer koppelförmigen Ausbuchtung zu versehen, so dass die Borsten nach ihrem Einsenken in das Griess- harz Bündel bilden, welche die gewünschten Kuppen aufweisen. Dadurch entfällt jedes nachträgliche Zu schneiden der Bündel auf die gewünschte Kuppen form.