Drehzahl-Anzeigevorrichtung für ein stufenweise schaltbares Wechselgetriebe Stufenweise schaltbare Wechselgetriebe, die aus mehreren in Reihe geschalteten Einzelgetrieben be stehen und dementsprechend durch mehrere von einander unabhängig drehbare, gleichachsige Stellglie der einstellbar sind, gelangen in erheblichem Um fange bei Werkzeugmaschinen zur Verwendung, z. B. als Spindelstockgetriebe von Drehbänken. Ihre Ein stellung erfordert grosse Aufmerksamkeit.
Es ist bekannt (DRP 480 350, Klasse 49a, Gruppe 56), die Einstellung durch eine Drehzahl anzeigevorrichtung zu vereinfachen, bei welcher eines der Stellglieder dazu dient, ein sämtliche Drehzahlen tragendes Schild mit Bezug auf eine Schauöffnung zu verstellen und dadurch eine ausgewählte Zahlen gruppe sichtbar zu machen, aus der das zweite Stellglied jeweils durch ein an ihm befestigtes An zeigerorgan eine Auswahl trifft.
Auch die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine derartige Drehzahl-Anzeigevorrichtung. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde, die Anzeigevorrichtung so aus zugestalten, dass sie sich für ein Wechselgetriebe mit drei unabhängig voneinander drehbaren Stellgliedern eignet. Die bekannte Anzeigevorrichtung war für ein Getriebe mit zwei Stellgliedern geeignet. Bei ihr bestand das am zweiten Stellglied befestigte An zeigeorgan aus einem Zeiger.
Erfindungsgemäss ist das am zweiten Stellglied befestigte Anzeigeorgan eine Scheibe, welche die Schauöffnung bedeckt und mittels eines durchsichtigen Teils jeweils aus meh reren, in dieser Öffnung erscheinenden radialen Zahlenkolonnen eine Kolonne auswählt, und das dritte Stellglied trägt ein Anzeigeorgan mit einem über die Schauöffnung sich erstreckenden spiralför migen durchsichtigen Teil, welcher jeweils aus der durch den erstgenannten durchsichtigen Teil ausge wählten Kolonne eine Zahl wählt.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfin- dung ist in der beiliegenden Zeichnung wiederge geben. In dieser zeigt: Fig. 1 einen Aufriss der Drehzahl-Anzeigevorrich- tung, Fig. 2 den Schnitt nach der Linie 11-II der FLg. 1,
Fig. 3 den der Fig. 1 entsprechenden Aufriss nach Abnahme des zweiten Stellgliedes und des daran befestigten Anzeigeorgans und Fig. 4 den der Fig. 1 entsprechenden Aufriss nach Abnahme des zweiten und des dritten Stellgliedes und der zugehörigen Anzeigeorgane.
Die in der Zeichnung dargestellte Drehzahl- Anzeigevorrichtung ist für den Spindelstockkasten einer Drehbank bestimmt, deren Werkstückspindel durch ein Schieberädergetrvebe mit drei Schieberäder blöcken angetrieben wird. Diese Schieberäderblöcke bilden drei in Reihe geschaltete Einzelgetriebe. Ihre Verschiebung erfolgt durch drei voneinander unab hängig drehbare, gleichachsige Stellglieder.
Das erste Stellglied besteht aus einer äusseren Hohlwelle 10, einer darauf befestigten Nabe 11 und einem an dieser Nabe sitzenden Handgriff 12. Das zweite Stellglied besteht aus einer inneren Welle 13, einer auf deren Ende befestigten Nabe 14 und einem daran sitzenden Griff 15. Das dritte Stellglied besteht aus .einer inneren Hohlwelle 16, einer auf dieser befestigten Nabe 17 und einem an dieser Nabe 17 sitzenden Griff 18.
Die Nabe 11 des ersten Stellgliedes, das fünf Schaltstellungen für Spindelantrieb und dazwischen liegende Stellungen für Spindelleerlauf einnehmen kann, hat eine kegelige Umfangsfläche und sie trägt ein kegelstumpfförmig gestaltetes Schild 19, auf dem deutlich lesbar sämtliche in Betracht kom mende Drehzahlen in der aus Fig. 4 ersichtlichen Anordnung aufgetragen sind. Diese Drehzahlen sind dabei in fünf Gruppen von je zwei radialen Kolon nen unterteilt.
Eine dieser Gruppen, die bei der in Fig. 1 und 3 dargestellten Einstellung rechts oben liegt, umfasst von aussen nach innen die Zahlen 1800 , 710 und 1120 in der rechten und 2240 , 900 und 1400 in der linken Kolonne.
Die Nabe 14 des zweiten Stellgliedes 13, das zwei Stellungen einnehmen kann, trägt einen kegelstumpf- förmigen Mantel 20, der mit einem bogenförmigen Schlitz 21 zum Durchtritt des Griffes 18 und ausser dem mit einer sektorförmigen Schauöffnung 22 ver sehen ist. Hinter dieser Schauöffnung erscheint je weils eine Gruppe der auf dem Schild 19 befindlichen Zahlen. Die Schauöffnung 22 ist jedoch durch eine bei 23 innen am Mantel 20 angeschraubte durch sichtige Fensterscheibe 24 abgedeckt, die durch zwei eingravierte und farbig ausgelegte, radiale Linien in drei Fenster aufgeteilt ist. Eine der beiden Kolon nen der erwähnten Gruppen erscheint bei jeder Schaltstellung des Griffes 15 im mittleren Feld 25 der Fensterscheibe -24.
Mithin bildet die Scheibe 24 ein Anzeigeorgan, welches die Schauöffnung 22 bedeckt und mit ihrem mittleren Feld 25, aus den zwei radialen Zahlen kolonnen eine Kolonne auswählt.
Das dritte Stellglied 16, das drei Schaltstellun gen einnehmen kann, trägt nun an seiner Nabe 17 einen kegelförmigen Sektor 26, der zwischen dem Schild 19 des ersten Stellgliedes und dem Mantel 20 des zweiten Stellgliedes liegt und einen Zentriwinkel von etwas mehr als 90 umfasst. Dieser Sektor 26 besteht ebenso wie die Fensterscheibe 24 aus einem durchsichtigen Werkstoff. In ihr sind zwei farbig ausgelegte, spiralförmige, parallele Linien eingra viert, die sich derart schräg über die Schauöffnung 22 erstrecken, dass sie eine der drei Zahlen aus der im mittleren Feld 25 der Scheibe 24 stehenden radialen Zahlenkolonne auswählen.
Bei der Ein stellung des dritten Stellgliedes 18, gemäss Fig. 1, ist es die mittlere Zahl 710 , welche ausgewählt ist.
Man erkennt, dass sich die ausgewählte Zahl ändert, wenn nur eines der drei Stellglieder verstellt wird. Würde man z. B. das zweite Stellglied mit dem Griff 15 im Gegenuhrzeigersinn um einen Winkel von 221/2 in seine andere Lage verschwen- ken, dann würden zwar das Schild 19 des ersten Schaltgliedes und der Sektor 26 des dritten Schalt gliedes ihre Lage behalten, aber das mittlere Feld 25 der Scheibe 24 würde mit Bezug auf Fig. 1 nach links wandern, so d'ass nunmehr die Zahlen kolonne, betehend aus den Zahlen 2240 ,
900 und 1400 , ausgewählt würde. Die Zahl 900 würde dabei in dem spiralförmigen Feld zwischen den Linien 27 des Sektors 26 erscheinen. Auf diese Drehzahl würde das Getriebe also eingestellt sein.
Belässt man das erste und zweite Stellglied in der Lage der Fig. 1 und schaltet man lediglich das dritte Stellglied mit dem Griff 18 im Gegenuhrzeiger sinn um einen Schaltschritt von 221/2 , dann bleiben das Schild 19 und die Scheibe 24 in der dargestell- ten Lage. Das Spiralfeld des Sektors 26 wandert aber derart, dass zwischen seinen Linien 27 nun mehr die Zahl<B> 1800 </B> steht. Auf diese Drehzahl würde das Getriebe also eingestellt sein.
Würde man aber nur das erste Stellglied mit dem Griff 12 verstellen, etwa durch Drehen im Uhrzeiger sinn in die benachbarte Schaltstellung, während die Scheibe 24 und der Sektor 26 in ihrer Lage ver bleiben, dann würde die in Fig. 4 links ersichtliche Zahlengruppe in die Schauöffnung 22 gelangen, aus welcher die Zahl<B> 180 </B> im mittleren Feld 25 zwi schen den Linien 27 ausgewählt würde.
Man erkennt also, dass bei jeder möglichen Rela tivstellung der drei Griffe 12, 15 und 18 eine hier für kennzeichnende Zahl im mittleren Feld 25 in dem Spiralfeld zwischen den Linien 27 erscheint. Wegen der Kegelgestalt des Mantels 20 blickt man in Fig. 1 in einem spitzen Winkel auf das Fenster und das ist der Grund, weshalb in der linken Zah lenkolonne die Zahl 1400 durch den unteren Rand des Fensters verdeckt ist. Wenn man von oben auf das Fenster blickt, ist diese Zahl zu sehen. Die beschriebene Drehzahl-Anzeigevorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass sie trotz grossen Schaltwinkels wenig Raum beansprucht und die ge schaltete Drehzahl deutlich anzeigt.
Dadurch, dass in der Schauöffnung 22 nicht nur die eingestellte Getriebedrehzahl, sondern die ganze Zahlengruppe erscheint, wird es erleichtert, aus der Gruppe die gewünschte Drehzahl mit Hilfe der Schalthebel 15 und 18 herauszusuchen.
Das Einstellen des ersten Stellgliedes 10 mit Hilfe des Griffes 12 wird dadurch erleichtert, dass am Rande der Nabe 11 eine Marke angebracht wird, die auf einer am Maschinenrahmen vorgesehenen Tei lung spielt, auf der die Drehzahlgruppen angege ben sind.
Dass auf dem Schild 19 manche Drehzahl, z. B. 450 , doppelt vorkommt, rührt daher, dass je nach der ausgewählten Gruppe der Antrieb der Spindel über Zahnräder oder über Riemen erfolgt.
In der Zeitersparnis bei der Drehzahleinstellung liegt ein ganz erheblicher Vorteil.