CH342886A - Verfahren zur Herstellung gesinterter Formkörper - Google Patents

Verfahren zur Herstellung gesinterter Formkörper

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CH342886A
CH342886A CH342886DA CH342886A CH 342886 A CH342886 A CH 342886A CH 342886D A CH342886D A CH 342886DA CH 342886 A CH342886 A CH 342886A
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Jeitner Franz Ing Dr
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Siemens Planiawerke Ag
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Description


  Verfahren zur Herstellung     gesinterter    Formkörper    Die     Erfindung    betrifft ein Verfahren zur Her  stellung von Formkörpern durch Verformung einer  Masse und nachfolgender     Sinterung    der Formlinge.  



  Es ist bekannt, gepulverten Ausgangsstoffen, die  je nach dem Verwendungszweck des Formkörpers  entsprechend ausgewählt sind und aus Metallen,     Me-          tall-Legierungen,    Metalloxyden,     Metallsiliciden,        Me-          tallkarbiden    und dergleichen Grundstoffen oder Ge  mischen dieser Stoffe bestehen, ein Bindemittel zuzu  setzen, damit eine formbare Masse erhalten wird,  die auf der Strang- oder     Gesenkpresse    ausgeformt  werden kann. Der so gewonnene     Pressling    (Grünling)  wird getrocknet und dann in einen     Sinterofen    ein  gesetzt.  



  Die nicht     bildsamen    Hartstoffe, wie     Siliciumkarbid,     Aluminiumoxyd,     Molybdändisilicid,    erfordern einen  hohen     Bindemittelanteil,    damit die mit dem Binde  mittel angemachte Masse die notwendige     Plastizität     für die Weiterverarbeitung erlangt.

   Als Bindemittel  werden hierbei meist hochviskose kolloidale Stoffe  organischen Ursprungs benutzt, da das Kolloid die  einzelnen     Pulverteilchen    umhüllt und für ein aus  reichendes Gleitvermögen sorgt.     Zweckmässigerweise     werden dazu gut benetzende Lösungen von pflanz  lichen, stark     quellbaren    Kolloiden, wie Stärke,     Agar-          Agar    oder andere organische Stoffe, wie öle,     Palmi-          tin-    und     Stearinsäure,    verwendet. Auch Kunststoffe  und deren Lösungen werden als     Plastizitäts-    und  Bindemittel herangezogen.

   Die Anwesenheit derarti  ger organischer     Plastizitätsmittel    ist jedoch uner  wünscht, wenn man z. B. Metallpulver abbinden will.  Man ist dann meist gezwungen, in reduzierender  Atmosphäre unter Wasserstoff zu brennen. Hierbei  verbrennt jedoch der organische Anteil nicht, son  dern verkokt und hinterlässt unerwünschte Reste von  Kohlenstoff. Bei der Herstellung von Formkörpern,    die nach der     Sinterung    keine     Verkokungsrückstände     aufweisen sollen, bedient man sich daher reiner an  organischer Bindemittel.  



  Es ist z. B. bekannt, bei der Herstellung von  Schleifkörpern fein verteiltes A1203 als Bindemittel  in Form von     Sintertonerde    dem als Schleifkorn die  nenden     Hartstoffpulver    zuzusetzen und mit Wasser  zu einem     Schlicker    anzurühren, der dann in eine  Form gegossen und getrocknet wird. Der so erhal  tene Grünling wird dann bei der     Sintertemperatur     der Tonerde gebrannt. Dieses Verfahren hat den  Nachteil, dass die zur Verarbeitung gelangende  Masse dünnflüssig ist und sich nicht in der Strang  presse ausformen lässt, da sich bei geringerem  Wasserzusatz nicht die für die     Strangpresse    ausrei  chende Plastizität der Masse erreichen lässt.  



  Um die Plastizität von     Tonerdemischungen    zu  verbessern, ist es ferner bekannt, die     Oberfläche    des       A1203    mit Säuren     anzuätzen.        Eine    derartige Behand  lung kann sowohl mit Salzsäure als auch     mit        Alumi-          niamchloriden    und gegebenenfalls mit andern Säuren  vorgenommen werden.

   Durch die Bildung     eines     leicht     zersetzlichen        Hydroxyd'chlorides    wird die  Oberfläche des     Aluminiumoxydkornes        anpeptisiert     und dadurch die Reibung zwischen den     einzelnen     Teilchen stark herabgesetzt. Die erzielte Plastizität  für das Formen der Masse in der     Strangpresse    reicht  jedoch nur aus, wenn die verwendeten Grundstoffe,  die als     Magerungsmittel    wirken, bildsam sind und  ihr Anteil in der Masse im Verhältnis zu den  Bindestoffen     klein    ist.

   Die erforderliche     Plastizität     für das     Strangpressen    von Massen, die Metallpulver  oder     Hartstoffe,    wie     Metallsilicid    und Metallkarbid,  enthalten, lässt sich jedoch durch     Anpeptisieren    des  als     Bindemittel    wirkenden     A1203    nicht erreichen. Oft  ist ein Zusatz von Salzsäure in     derartigen    Massen      unerwünscht, wenn Reaktionen mit dem Füllmittel  eintreten können; ausserdem greift die Säure die       Presswerkzeuge    an.  



  Die Erfindung vermeidet das     Anätzen    des     Alu-          miniumoxydes    mit Säuren und die Verwendung or  ganischer     Plastifizierungsmittel    und ermöglicht die  Bildung einer selbst für das     Strangpressverfahren     geeigneten Masse mit hohem Anteil an     Magerungs-          stoffen    und A1203 als Bindemittel.

   Durch die Erfin  dung lassen sich bildsame, auf der     Strangpresse          ausformbare    Massen herstellen, die bis zu     900/m,    be  zogen auf das Gesamtvolumen der Masse,     gepulverte,     schwer     verpressbare    Grundstoffe enthalten, die als       Magerungsstoffe    wirken und aus Metallen, Metall  oxyden,     Metallkarbiden,        Metallsiliciden,        Metall-          boriden    und dergleichen Stoffe oder Gemischen die  ser Stoffe bestehen:

   Dieser hohe Anteil an schwer       verpressbaren        Magerungsstoffen    kann sogar noch er  höht werden, wenn im     Gesenk    gepresst wird. Auch  für die Herstellung von     Kunstkohlekörpern    ist dieses  Verfahren anwendbar, wenn als Grundstoffe     gepul-          verter    Koks oder Graphit verwendet wird. Ein wei  terer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass irgend  welche Zusätze von     Flussmitteln    nicht erforderlich  sind, so     d'ass    Reaktionen der Mischungspartner ver  mieden werden und die Temperaturfestigkeit des       A1203    nicht beeinträchtigt wird.  



  Erreicht werden diese Vorteile nach der Erfin  dung dadurch, dass die gepulverten Grundstoffe mit  fein gepulvertem, hochvoluminösem     A1203    und einer  Lösung kolloidaler, wasserlöslicher Tonerde so ge  mischt werden, dass die Masse die für die Verarbei  tung in einer     Strangpresse    oder     Gesenkpresse    erfor  derliche Plastizität und Formbeständigkeit erhält,  worauf Verformung und     Sinterung    des Formlings  erfolgt. Die hierbei verwendete wasserlösliche kollo  idale Tonerde ist unter der Bezeichnung  Tonerde  gel  im Handel erhältlich und wird in der Textil  industrie zum Imprägnieren von Geweben verwendet.  



  Die Lösung der kolloidalen wasserlöslichen Ton  erde kann in verschiedener Konzentration zur An  wendung gelangen, wobei mit steigender Konzentra  tion der Lösung anteilig grössere Mengen gegenüber  dem festen     A1203    erforderlich sind, um die optimale  Plastizität zu erreichen. Eine besonders hohe Plasti  zität weisen Mischungen     aüf,    die auf 1 Teil     A1203     etwa 1 bis 1,3 Teile     einer    30- bis     5019/eigen    Lösung  der kolloidalen Tonerde enthalten.

   Durch Verände  rung des Mischungsverhältnisses und der Konzen-         tration    der kolloidalen     Tonerdelösung    kann das  plastische Verhalten der aus den Grundstoffen und  dem als Bindemittel und     Plastifizierungsmittel    die  nenden Gemisch von kolloidaler     Tonerdelösung    mit  fein verteiltem Aluminiumoxyd beliebig eingestellt  werden.  



  Die Masse wird am zweckmässigsten so vorbe  reitet, dass die     gepulverten    Grundstoffe und das  fein gepulverte     hochvoluminöse        A1203    miteinander  trocken gemischt werden und dann die Lösung  kolloidaler, wasserlöslicher Tonerde in einer     Kon-          zentration        von        5-50%        zugemischt        wird,        bis        die     für das     Strangpressen    erforderliche Plastizität und  Formbeständigkeit der Masse vorhanden ist.

   Die  Masse wird in einem Mulden- oder     Walzenkneter    gut  durchmischt, so dass nach kurzer Zeit, in etwa 10  bis 20 Minuten, die günstigste Plastizität erreicht ist  und die Masse     verpresst    werden kann. Die Nach  behandlung der     Presslinge    kann beliebig erfolgen,  da die     Presslinge    vor und nach ihrer Trocknung eine  gute Formbeständigkeit aufweisen.  



  Bei den praktisch durchgeführten Versuchs  reihen hatte das zur Verwendung kommende grob  körnige     Tonerdegel    einen Wassergehalt von<B>190,'n</B>  (bestimmt bei 105  C). Es wurde     ungetrocknet    ein  gewogen und Lösungen mit destilliertem Wasser in  verschiedener Konzentration hergestellt.

   Hierbei er  gaben sich für die Lösung bei steigender Konzen  tration folgende spezifische Gewichte und     Viskositä-          ten:     
EMI0002.0061     
  
    Konz. <SEP> I <SEP> s <SEP> ez. <SEP> Gewicht <SEP> (cP)
<tb>  Tonerdegel
<tb>  5 <SEP> 1,023 <SEP> 1,159
<tb>  10 <SEP> 1,047 <SEP> 1,443
<tb>  15 <SEP> 1,071 <SEP> 1,624
<tb>  20 <SEP> 1,095 <SEP> 1,870
<tb>  25 <SEP> 1,119 <SEP> 2,215
<tb>  30 <SEP> 1,143 <SEP> 2,630
<tb>  40 <SEP> 1,190 <SEP> 4,050
<tb>  50 <SEP> 1,238 <SEP> 6,905       Nachstehend sind einige Ausführungsbeispiele von  Massen aufgeführt, die gemäss der Erfindung her  gestellt sind und sich besonders auf der Strang  presse gut ausformen lassen.  



  1. Bei Verarbeitung zu     Sinterkorundteilen    haben  sich folgende Mischungsverhältnisse bewährt:  
EMI0002.0063     
  
    1 <SEP> Gewichtsteil <SEP> A1203 <SEP> zu <SEP> 0,9 <SEP> Teilen <SEP> 15% <SEP> Tonerdegellösung
<tb>  1 <SEP> <B>  <SEP>  </B> <SEP>   <SEP> 1,0 <SEP>   <SEP> 2511/o <SEP>  
<tb>  1 <SEP> 5  > <SEP> 1,1 <SEP>   <SEP> 30% <SEP>  
<tb>  1 <SEP> <B>  <SEP>   <SEP>  </B> <SEP> 1,2 <SEP>   <SEP> 40% <SEP>  
<tb>  1 <SEP>   <SEP> <B>  <SEP> ></B> <SEP> 1,3 <SEP>   <SEP> 50% <SEP>         
EMI0003.0001     
  
    2. <SEP> a) <SEP> 6 <SEP> Teile <SEP> SiC <SEP> Körnung <SEP> 0,06 <SEP> mm
<tb>  3 <SEP> Teile <SEP> A1.03
<tb>  4 <SEP> Teile <SEP> 40% <SEP> Tonerdegellösung
<tb>  Der <SEP> getrocknete <SEP> Formling <SEP> enthält:

  
<tb>  56,5 <SEP> % <SEP> SiC
<tb>  43,5 <SEP> 0/<B>9</B> <SEP> A1.03
<tb>  b) <SEP> 2 <SEP> Teile <SEP> SiC <SEP> Körnung <SEP>  <  <SEP> <B>10,a</B>
<tb>  3 <SEP> Teile <SEP> A1.03
<tb>  4,5 <SEP> Teile <SEP> 35% <SEP> Tonerdegellösung
<tb>  Der <SEP> getrocknete <SEP> Formling <SEP> enthält
<tb>  310io <SEP> SiC
<tb>  69 <SEP> 0io <SEP> A1.03
<tb>  3. <SEP> 9 <SEP> Teile <SEP> Anthrazitpulver
<tb>  3 <SEP> Teile <SEP> A1.03
<tb>  4 <SEP> Teile <SEP> 50% <SEP> Tonerdegellösung
<tb>  Der <SEP> getrocknete <SEP> Formling <SEP> enthält
<tb>  64 <SEP> % <SEP> Anthrazit
<tb>  36 <SEP> % <SEP> A1.03
<tb>  4.

   <SEP> 20 <SEP> Teile <SEP> Molybdändisilicid <SEP> feingemahlen
<tb>  2 <SEP> Teile <SEP> A1.03
<tb>  5 <SEP> Teile <SEP> 50% <SEP> Tonerdegellösung
<tb>  Der <SEP> getrocknete <SEP> Formling <SEP> enthält
<tb>  81,6 <SEP> % <SEP> Molybdändisilicid
<tb>  18,4% <SEP> A1.03
<tb>  5. <SEP> 3 <SEP> Teile <SEP> Ni-Pulver
<tb>  3 <SEP> Teile <SEP> A1.03
<tb>  3 <SEP> Teile <SEP> 40% <SEP> Tonerdegellösung
<tb>  Der <SEP> getrocknete <SEP> Formling <SEP> enthält
<tb>  58,3 <SEP> % <SEP> Nickel
<tb>  41,7 <SEP> 0/a <SEP> A1.03       Die mit den     angegebenen    Mischungen hergestell  ten Massen ergeben nach dem Ausformen auf der       Strangpresse    in feuchtem Zustand elastische Stränge,

    die vor und nach dem Trocknen formbeständig     sind.     Die hohe Binde- und Klebekraft des Gemisches aus  feinverteiltem     A1.03    und der     wässrigen    Lösung der  artiger     Tonerdegele    erleichtert auch die Verform  barkeit nach andern     Verformungsverfahren,    wie z. B.    in     Gesenkpressen.    Es genügen z. B. Zusätze von  wenigen Prozenten eines derartigen Bindemittels, um  eine ausreichende grüne Verbandfestigkeit zu erzie  len. Derartige Körper können     ohne    weiteres in  grünem Zustand gehandhabt werden.

   Die     filmartige     Verteilung des Bindemittels gewährleistet auch bei  geringen     Bindemittehnengen    eine hohe Festigkeit in       gebranntem    Zustand. Es ist auch denkbar, das Ver  fahren für die Herstellung von Katalysatoren zu  benutzen, bei denen     A1.03    als     Katalysatorträger     dient.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung gesinterter Formkör per, die A1.03 als Bindemittel enthalten unter Ver wendung von gepulverten Stoffen, dadurch gekenn zeichnet, dass die gepulverten Grundstoffe mit fein gepulvertem hochvoluminösem A1.03 und einer Lösung kolloidaler, wasserlöslicher Tonerde so ge mischt werden, dass die Masse die für die Verarbei tung in einer Strangpresse oder Gesenkpresse erfor derliche Plastizität und Formbeständigkeit erhält, worauf Verformung und Sinterung des Formlings er folgt. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die wasserlösliche, kolloidale Ton erde, die als kristallines Pulver 37--451/o A1.03 enthält, in der Lösung in einer Konzentration von 5-50% verwendet wird und mit einem Trocken- gemisch aus gepulverten Grundstoffen und fein ge- pulvertem hochvoluminösem A1.03 gemischt wird,
    bis die Masse die für das Strangpressen erforderliche Plastizität und Formbeständigkeit besitzt. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der nach dem Ausformen getrocknete Formkörper einer Glühbehandlung bei einer Temperatur unterzogen wird, bei der eine Sinterung des A1.03 eintritt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass Sinterkorundpulver als Grundstoff benutzt wird, das mit einem aus fein gepulvertem hochvoluminösem A1.03 und einer Lösung kolloidaler, wasserlöslicher Tonerde bestehenden Gemisch zu einer plastischen Masse vermengt, ausgeformt, getrocknet und gesin tert wird.
CH342886D 1954-11-11 1955-11-08 Verfahren zur Herstellung gesinterter Formkörper CH342886A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1646583B1 (de) * 1966-06-13 1971-04-08 Harbison Walker Refractories Keramisch gebundener feuerfester formkoerper hohen tonerdegehaltes

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1646583B1 (de) * 1966-06-13 1971-04-08 Harbison Walker Refractories Keramisch gebundener feuerfester formkoerper hohen tonerdegehaltes

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