Triebwerk für Wasserbauverschlüsse Bei Wehren wird oft verlangt, den Durch flussquerschnitt schnell für die Wasserabfuhr freizugeben, z. B. um bei Netzbnieh des zu gehörigen Kraftwerkes das Auftreten unange nehmer Schwall- und Sunkwellen im Ober- bzw. Unterwasser zu vermeiden. Sind Haken- sehütze eingebaut, so muss die Obertafel bei Eintreten eines solchen Ereignisses mit dem mehrfachen der Normalgeschwindigkeit abge senkt werden können.
Auch bei Hubtoren für Schleusen ist ein Fahren mit zwei Geschwin digkeiten durchweg gefordert, um nach Durch fahren des Füllhubes, das mit geringer Ge- sehwindigkeit erfolgt den Durchgangsquer schnitt für die Schiffahrt schnell freizugeben.
Zur Erfüllung dieser Bedingungen ist die Verwendung von Umlaufgetrieben, auf die je zwei Motoren gleicher Drehzahl arbeiten, be kannt. Umlaufgetriebe, die zweckmässig nach den Motoren angeordnet werden, müssen sehr genau bearbeitet und in öldiehten Gusskästen gelagert sein. Sie sind daher kostspielig. Ausserdem ist es durchaus erforderlich, da.ss zwischen dem Motor für die kleine Geschwin digkeit und dem Umlaufgetriebe ein weiteres Vorgelage in öldichtem Gusskasten zwischen geschaltet wird. Bekannt sind auch Konstruk tionen, bei denen die Verwendung nur eines Motors mit Umlaufgetriebe möglich ist.
Beim Schnellgang wird dabei ein eingebautes Um laufgetriebe durch eine Kupplung ausgeschal tet bzw. durch eine zweite Kupplung bei der geringeren Geschwindigkeit in die Gesamt übersetzung eingeschaltet. Es. können dabei nur Rutschkupplungen, die möglichst elek- trisch schalten, gewählt werden.
Diese Lösung hat aber neben hohen Anschaffungskosten noch den Nachteil, dass bei Verwendung des im Wehrbau üblichen elektrischen Gleichlaufes durch Rutschen der Kupplungen, insbesondere bei den Anlaufstössen, der Verschlusskörper trotz des elektrischen Gleichlaufes aus seiner horizontalen Lage kommen kann, was Betriebs störungen bedeutet.
Bekannt -ist auch die Verwendung von polumschaltbaren Motoren. Polumschaltbare Motoren sind wirtschaftlich, aber nur bis zu einem Drehzahlverhältnis von 1: 3 herzustellen. Die Leistung muss für die geringe Geschwin digkeit bemessen werden, und der Motor ist dann für die hohe Drehzahl überbemessen, und dies um einen wesentlichen Betrag, wenn das Motormoment beim Schnellauf noch gerin ger ist, wie das bei Hakenschützen der Fall ist, wenn die Obertafel schnell abgesenkt wer den muss. Sinngemäss das Gleiche gilt bei Gleichstrommotoren.
Gemäss der Erfindung ist das Triebwerk gekennzeichnet durch wenigstens zwei hinter einander kuppelbare Antriebsmotoren mit von einander abweichenden Drehzahlen und durch eine Anordnung, bei der, wenn der der Aus gleichsmaschine nächstliegende Motor arbeitet, die andern Motoren leer mitlaufen oder abge- kuppelt sind und bei der, wenn durch Be tätigen eines Schalters einer der andern Mo toren arbeitet, die von diesem in Richtung Ausgleichsmaschine angeordneten Motoren leer mitlaufen. Durch diese Erfindung kann mit so vielen Geschwindigkeiten gefahren werden, wie Antriebsmotoren mit verschiedenen Dreh zahlen hintereinander angeordnet sind.
Die Erfindung gestattet es, die für einen elek trischen Gleichlauf beider Triebwerke erfor derliche Ausgleichsmaschine (Schleifring läufer) ebenfalls unmittelbar mit den An triebsmotoren . zu kuppeln. Die Ausgleichs maschine arbeitet dann bei allen vorhandenen Geschwindigkeiten, so dass in jedem Betriebs falle ein genau horizontales Fahren der Wehr schütze gewährleistet ist.
Es muss, wenn zwei Motoren vorhanden sind, der langsamer laufende Motor, sofern die Drehzahl des schneller laufenden Motors mehr als das 4fache der normalen "Drehzahl des langsamer laufenden Motors beträgt, schleu dersicher gewickelt sein. Trotzdem besteht aber bei dem langsamer laufenden Motor noch die Gefahr, dass Beschädigungen der Wick lungen eintreten können.
Um diese Schäden zu vermeiden, wird es in vielen Fällen zweckmässig sein, dass die Drehzahl der Motoren in der Motorenreihe in der Richtung von der- Ausgleichsmaschine weg betrachtet, abnimmt und dass die nach dem ersten Motor liegenden Motoren durch Kupp hmgen verbunden sind, die während des Be triebes aus- oder eingerückt werden können, so dass nach Bedarf von der langsamen zur schnellen Hub- oder Senkbewegung und um gekehrt übergegangen werden kann.
In der beiliegenden Zeichnung sind sche matisch zwei Al-sfühnlngsbeispiele der Erfin- dung dargestellt, mit denen die nicht gezeich nete Obertafel eines ebenfalls nicht gezeich neten Hakenschützes gelegentlich schnell ge senkt werden soll.
Jedes der Triebwerke in den Fig. 1 und 2 besteht aus dem Kettenritzel 1 für die Kette, die an dem Oberschütz angreift, den Stirnrad vorgelegen 2 und dem Schneckengetriebe 3. Letzteres ist mit. der elastischen Kupplung 4 an den Motorsatz angeschlossen. Dieser umfasst die Ausgleichsmaschine 5, den Motor 6 mit geringer Drehzahl, den Schnellsenkmotor 7 mit hoher Drehzahl und die Kupplungen 8 und 9. Das Triebwerk in Fig. 2 enthält noch einen weiteren Antriebsmotor 10, dessen Dreh zahl von den Drehzahlen der Motoren 6 und 7 verschieden ist, und eine weitere Kupplung 11, welche z.
B. auf elektrischem Wege ein- und ausrückbar ist.
hAs ist in Fig.1 die Normaldrehzahl der Motoren 6 und 7 z. B. 500 und 3000. Damit ist bei dieser einfachen Lösung unter Berück sichtigung des Schlupfes ein Geschwindigkeits verhältnis von etwa 1: 6,3 vorhanden. Beide Motoren werden leistungsmässig wie -erforder lich bemessen; z. B. wird der Normalmotor für das Heben der Obertafel eines Hakenschützes mit geringer Geschwindigkeit ausgelegt und der zweite Motor für das Schnellsenken, bei dem infolge der Reibungen im Getriebe nur eine verhältnismässig kleine negative Leistung oder beim Vorhandensein eines selbstsperren den Sehneckengetriebes eine geringe positive Leistung nötig ist.
Dieses Normalauslegen der Motoren hat auch den beachtlichen Vorteil, dass der Anlaufstrom im Netz beim Einleiten des Schnellsenkvorganges gering bleibt. Da der langsamlaufende über die feste Kupplung 8 mit der Ausgleichsmaschine 5 verbundene Mo tor 6 zwischen der Ausgleichsmaschine 5 und dem schnellaufenden Motor 7 angeordnet. ist., muss er schleudersicher gewickelt. sein, da. er leer mitläuft, wenn der Motor 7 Strom erhält. Wenn der Motor 6 arbeitet, ist die Stromzu führung zu dem Motor 7 ausgeschaltet, und dieser läuft leer mit, da die Kupplung 9 als feste Kupplung ausgebildet ist.
Selbstver ständlich kann die Kupplung 9 aueh als mechanisch oder elektrisch schaltbare Kupp lung ausgebildet sein, so dass der Motor 7 ab gekuppelt werden könnte, doch bieten diese Kupplungen bei einer Anordnung der Mo toren nach Fig.1 kaum Vorteile, da der Schnelläufermotor 7 ohne Schaden mitlaufen kann, wenn der Langsamläufer 6 arbeitet.
Soll auf die andere Arbeitsweise übergegangen wer den, bei der der Schnelläufermotor 7 arbeitet, so wird durch Betätigen eines nicht dargestell ten, aber an sich bekannten Schalters die Stromzuführung zu dem Motor 6 unterbro chen, während durch die gleiche Betätigung die Stromzuführung zu dem Motor 7 geschlos sen wird. Da der Motor 6 zwischen der Aus gleichsmaschine 5 und dem nun arbeitenden Motor 7 angeordnet ist, läuft der Motor 6 leer mit. 6 ist der der Ausgleichsmaschine 5 nächstliegende Motor und ist der vom Motor 7 in Richtung Ausgleichsmaschine 5 angeord nete Motor.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Beispiel ist der mit einer Drehzahl von 3000 schnellau fende Motor 7 als erster in der Motorenreihe angeordnet und durch die feste Kupplung 8 mit der Ausgleichsmaschine verbunden. Über eine feste oder ausrückbare Kupplung 9 ist der mit. einer Drehzahl von 1500 langsamer lau fende Motor 10 als zweiter Motor in der Reihe angeordnet. Der letzte Motor in der Reihe ist der Langsainläufer 6, der eine Drehzahl von 500 hat, normal gewickelt und über eine schalt bare Kupplung 11 mit dem Motor 10 verbun den ist. Bei diesem Beispiel ist es möglich, mit drei verschiedenen Geschwindigkeiten zu fahren.
Selbstverständlich sind die angege benen Drehzahlen nur Beispiele. Wenn der schnellaufende, der Ausgleichsmaschine 5 nächstliegende Motor 7 arbeitet, sind die Mo toren 6 und 10 stromlos. Der Motor 6 ist in diesem Falle stets durch Ausrücken der Kupp lung 11 stillgesetzt, während der Motor 10 leer mitläuft oder stillsteht, je nachdem, ob die Kupplung 9 eingeschaltet ist oder nicht.
Soll zu der mittleren Fahrgeschwindigkeit übergegangen werden, so wird durch Betätigen eines an sich bekannten Schalters der Strom kreis zu den beiden Motoren 6 und 7 unter brochen, während der Stromkreis zu dem Mo tor 10 geschlossen wird. Es arbeitet nun der mittlere Motor 10, die Kupplung 9 ist ein geschaltet, und der Motor 7 läuft leer mit. Die Kupplung 11 ist elektrisch oder mechanisch gelöst, so dass der Motor 6 stillsteht.
Wenn mit der langsamen Geschwindigkeit gefahren werden soll, werden die Kupplungen 9 und 11 eingerückt, so dass eine durchgehende Wellenverbindung vom Motor 6 bis zum Schneckentrieb 3 besteht. Dabei ist es für die Erfindung ohne Belang, ob das Einrücken der Kupplungen mechanisch oder elektrisch erfolgt. Durch Betätigen des obengenannten Schalters wird der Stromkreis zu dem Lang samläufer 6 geschlossen, und der Stromkreis zu den Motoren 7 und 10 wird unterbrochen. Der Motor 6 arbeitet nun, während die Mo toren 7 und 10 leer mitlaufen.
Die Motoren können sowohl Wechsel- bzw. Drehstrom- als auch Gleichstrommotoren sein.