Hilfseinrichtung an Zeichnungsmaschine Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Hilfseinrichtung an einer Zeichnungs maschine mit drehbarem Schwenkkopf und dient der Erleichterung der axonometrischen Figurendarstellung.
Die axonometrische Darstellung eines Ge genstandes ist zwar leicht, doch wird sie heute noch sehr wenig angewandt. Das ist bedauer lich, weil eine axonometrische Abbildung namentlich für den technischen Laien viel leichter verständlich ist als die üblichen nebeneinandergesetzten Projektionen auf drei zueinander senkrecht stehenden Hauptebenen des Gegenstandes. Aber auch der im Plan lesen gewandte Fachmann orientiert sich an Hand einer axonometrischen Darstellung leichter und darum rascher, weil die Form des Darstellungsgegenstandes visuell direkt er fasst werden kann und nicht durch Über legungen über die räumlichen Verhältnisse an Hand der verschiedenen Projektionen und Schnitte erst herausgearbeitet werden muss.
Wie die axonometrische ist auch die Zen tralprojektion zur anschaulichen Darstellung sehr geeignet und sie gibt noch bessere Bilder, als die axonometrischen naturgemäss sein können, doch sind diese zweifellos viel zeit raubender herzustellen.
Untersucht man die Gründe dafür, warum die axonometrische Darstellung heute fast nie angewandt wird, die isometrische etwa ausgenommen, so zeigt sich, dass es daran liegen muss, dass die zweckmässigen Zeichen geräte fehlen.
Wohl sind im Handel kleine Equerren er hältlich, welche die Anfertigung kleiner di- metrischer Skizzen erlauben. Sie können je doch, weil sie zu klein sind, für grössere Pläne als A4 praktisch nicht verwendet werden.
An den technischen Schulen wird zwar die Axonometrie theoretisch gelehrt, die Elemente und allgemeinen Aufgaben der dar stellenden Geometrie werden aufgezeigt, doch bleibt der Unterricht in der Theorie stecken. Es wird insbesondere darauf hingewiesen, dass bei der orthogonalen Axonometrie die Ax- massstäbe nach besondern Bedingungen ge wählt und dass hierauf die zugehörigen Axrichtungen bestimmt werden müssen. Dass auch im umgekehrten Sinn vorgegangen werden kann, ist zwar logisch, aber anschei nend doch nicht so selbstverständlich, dass es bisher schon praktisch angewendet wor den wäre.
Man kann nämlich ebenso gut die Axrichtungen wählen und damit indirekt das Verhältnis der Axmassstäbe festlegen. Nach der zusätzlichen Wahl eines Axmass- stabes sind dann auch die beiden andern nach den bekannten Regeln zu bestimmen.
Bekannt ist die Formel
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worin mit .M der Effektivmassstab und mit <I>p, q, r</I> die Axmassstäbe für die Darstellung von Kanten parallel zu den X-, Y-, Z-Axen eines kartesischen Raumkoordinatensystems bezeichnet sind.
Im Gegensatz zur üblichen Darstellung besteht bei den axonometrischen Darstellun gen kein Interesse, einen bestimmten Effek tivmassstab zu wählen. Das wäre zu kompli ziert, und es würde eine grosse Zahl von Spe zialmassstäben erfordern. Der Einfachheit halber begnügt sich der Zeichner mit den Effektivmassstäben, die sich aus den gewähl ten Axmassstäben von selbst ergeben, wo bei die in der Tabelle angegebenen Effektiv massstäbe dazu dienen, dem Zeichner die Aus wahl zu erleichtern, indem er damit die Grösse der Figur abschätzen kann.
Ausgehend von diesen Überlegungen ist die heute allgemein verwendete Zeichen rnaschine geradezu hervorragend für axono- metrische Darstellungen geeignet. Dank der Rasten von<B>15'</B> zu<B>15'</B> am Schwenkkopf kön nen in Bruchteilen einer Sekunde die Mass stäbe auf jede beliebige Axe von 15 zu 15 eingestellt werden. Es müssen daher nur die zu diesen Axrichtungen gehörigen Massstäbe vorhanden sein. Andere Axriclitungen zu wählen als die mittels der Rasten einstell baren, ist unzweckmässig, weil ein genaues Einstellen mittels der Gradteilung zeitrau bend und überdies nur schwer zu erreichen ist.
Bei dem häufigen Wechsel der Einstel lung der Massstäbe kommen daher aus prak tischen Gründen nur die mittels der Rasten einstellbaren Axrichtungen in Frage, also die Axwinkel in Vielfachen von 15 .
Es hat sich gezeigt, dass mit den Reduk- tionsskalenpaaren 1,316: 1 und 1,414: 1 so wie 1,075:1 und 0,76:1 bereits sechs verschie denartige dimetrische und trimetrische Pro jektionen in verschiedenartigen Grundmass stäben gezeichnet werden können; vergleiche Tabelle 1.
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<I>Tabelle <SEP> 1</I>
<tb> Axmassstäbe <SEP> Gegenüberliegende <SEP> Effektiv Ax-winkel <SEP> massstäbe
<tb> dimetrisch <SEP> 0.<B>7</B>6 <SEP> : <SEP> 1 <SEP> 105 <SEP> 1_,038: <SEP> 1
<tb> 0,76 <SEP> : <SEP> 1 <SEP> 105
<tb> 1 <SEP> : <SEP> 1 <SEP> 150
<tb> dimetrisch <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 1 <SEP> 105
<tb> 1 <SEP> : <SEP> 1 <SEP> 105<B>11</B> <SEP> 1,366: <SEP> 1
<tb> 1,316: <SEP> 1 <SEP> 150
<tb> trimetrisch <SEP> 0,76 <SEP> : <SEP> 1 <SEP> 105
<tb> 1 <SEP> : <SEP> 1 <SEP> 1200 <SEP> l,169: <SEP> 1
<tb> 1,075: <SEP> 1 <SEP> 135
<tb> trimetrisch <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 1 <SEP> 105
<tb> 1,316: <SEP> 1 <SEP> 12011 <SEP> 1,536: <SEP> 1
<tb> 1,414:
<SEP> 1 <SEP> 135 Sämtliche mittels eines einzigen Ausfüh rungsbeispiels der erfindungsgemässen Hilfs einrichtung möglichen Projektionen sind in der Tabelle 1 zusammengestellt, wobei zu beachten ist, dass der Axenstern noch eine beliebige Stellung haben kann. Ferner kann die Darstellung nach Drauf- oder Untersicht variiert werden. Das ergibt eine grosse Fülle von Darstel lungsmöglichkeiten, aus denen der Zeichner diejenige auswählt, die den abzubildenden Gegenstand am deutlichsten erkennen lässt.
Es wird ein Hilfsmassstab gemäss Tabelle 1 verwendet, und zwar immer in Verbindung mit dem Normalmassstab 1:1, welcher bei den dimetrischen Projektionen für eine oder zwei Axen, bei den trimetrischen für eine Axe benötigt wird.
Selbstverständlich können auch andere Axmassstäbe als die in Tabelle 1 genannten hergestellt werden, zum Beispiel mit den Skalen
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1,316:2 <SEP> 1,414:2 <SEP> 1,075:2 <SEP> 0,76:2
<tb> oder <SEP> 1,316:2,5 <SEP> 1,414:2,5 <SEP> 1,075:2,5 <SEP> 0,76:2,5
<tb> oder <SEP> 1,316:5 <SEP> l,414:5 <SEP> 1,075:5 <SEP> 0,76:5
<tb> allgemein <SEP> 1,316: <SEP> X <SEP> 1,414: <SEP> X <SEP> 1,075: <SEP> X <SEP> 0,76: <SEP> X
<tb> <B>USW.</B> Bedingung ist dabei nur, dass am Schwenk kopf der Zeichenmaschine auch der entspre chende andere Massstab zur Verfügung steht, nämlich beispielsweise:
1:2; 1:2,5; 1:5; 1:X usw., den der Zeichner entweder ohnehin besitzt oder der eventuell schon normaler Zubehör teil seiner Maschine ist, oder den er sich leicht beschaffen kann.
Die in der Tabelle 1 aufgezählten Projek tionen und die entsprechenden in andern Massstäben 1: X können auf den rnit alter Teilung (360 ) versehenen heute allgemein üblichen Zeichenmaschinen dargestellt wer den. Sollte es einmal Maschinen mit neuer Teilung (400 ) geben, die eine andere Kasten teilung aufweisen, so wäre für diese Maschinen ein neuer Massstab zu entwerfen mit den den neuen Axwinkeln entsprechenden Skalen. Am Gegenstand der Erfindung würde dies jedoch nichts Grundsätzliches ändern.
Die erfindungsgemässe Hilfseinrichtung kennzeichnet sich somit durch einen weg nehmbar in den Schwenkkopf einer beliebi gen Zeichenmaschine eingesetzten Massstab mit mindestens zwei Zeichenkanten, welche mit Reduktionsskalen versehen sind, die mit tels Rasten am Schwenkkopf einstellbaren Axrichtungen nach den Regeln der darstellen den Geometrie derart zugeordnet sind, dass unter Benutzung dieser Reduktionsskalen axonometrische Projektionen richtig gezeich net werden können.
Es können dabei an jeder Zeichenkante zwei zusammengehörige Reduktionsskalen nebeneinander eingraviert sein, oder es kann der Massstab einen Mittelschlitz aufweisen, so dass sich vier Zeichenkanten ergeben, wobei die beiden zu einer trimetrischen Projektion gehörigen Reduktionsmassstäbe an auf der selben Seite befindlichen Zeichenkanten ein graviert sind.
Eine Draufsicht auf einen derartigen, aus durchsichtigem Material, zum Beispiel bieg samem Kunstglas, bestehenden Hilfsmassstab ist in der Zeichnung beispielsweise dargestellt.
Der Massstabkörper ist dabei mit 1, der Mittelschlitz mit 2 bezeichnet.
Die beiden zu einer trimetrischen Projek tion gehörigen Skalen 3a und 3b, nämlich 1,075:1 und 0,76:1, sind nach oben, die bei den andern zueinander gehörigen Massstäbe 3c und 3d, nämlich 1,316: 1 und 1,414: 1, nach unten gerichtet, so dass sie durch Um kehren des Massstabkörpers 1 verwendbar werden.