CH310259A - Verfahren zur Herstellung von Tauchartikeln aus Schaumgummi und nach diesem Verfahren hergestellter Schaumgummiartikel. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Tauchartikeln aus Schaumgummi und nach diesem Verfahren hergestellter Schaumgummiartikel.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Tauchartikeln aus Schaumgummi und nach diesem Verfahren hergestellter Schaumgummiartikel.
Es ist bekannt, durch Eintauchen von heissen Formen in wärmesensibilisierte Naturoder Kunst-Latexmischungen auf der Form, je nach Tauchzeit und Temperatur der Form, eine mehr oder weniger dicke Gelhaut zu er zeugen. Beim Herausziehen der Form wird dabei etwas nichtgelierte Latexmischung in die Hohe mitgezogen, wobei aber durch die anhaltende Wärmeeinwirkung die hochgezo- gene Latexmischung sofort geliert, so dass von der herausgezogenen Form kein Latex abtropft.
Dass bis heute die Schaumgmumiartikel ausschliesslich nach dem Giessverfahren hergestellt wurden, beruht darauf, dass beim Eintauchen heisser Formen in eine gelierbare, zu Schaum geschlagene Latexmischung durch die Wärmeeinwirkung evtl. in der wässerigen Phase gelöste Gase (z. B. Ammoniak) in die dispergierte Gasphase ausgetrieben werden und so das Strukturbild der Sehaummasse stören, wobei zu dieser Störung noeh die Störung dureh Wärmeausdehnung der Gase hinzulsotmmt Ausserdem zetigt es sich, dass die Wärmeleitfähigkeit des Latex chaumes derart gering ist, dass eine aus physikalisch-chemischen Gründen nicht tragbar lange Tauchzeit erforderlich wäre, um eine hinreichend dicke gelierte Schaumschicht auf der Form zu erhalten.
Neben diesen beschriebenen Nachteilen besteht die grund sätzliche Schwierigkeit in der Herstellung von Tauchartikeln aus Schaumgummi darin, dass die mit der Form aus der Schaummasse hochgezogene Schaummasse nicht momentan geliert, weil die Wärmeleitfähigkeit der Schaummasse zu gering ist, um innerhalb einer angemessenen Frist die hochgezogene ungelierte Schaummasse zu gelieren. Aus diesem Umstand erfolgt ein Abtropfen der Schaummasse von der Form, wobei ein Teil der abtropfenden Schaummasse in grossen Tropfen an der Form hängen bleibt und das hergestellte Stück unbrauchbar macht.
Es wurde gefunden, dass Schaumgummi- artikel nach dem Tauchverfahren dadurch hergestellt werden können, dass nach dem Herausziehen der kalten oder heissen Form aus der verschäumten Kautsehukdispersion die Form sofort erhitzt wird, z. B. durch Einbringen in eine heisse Atmosphäre, so dass Gelierung und Fixierung der Schaumschicht auf der Form erfolgt und das Abtropfen des Schaumes verunmöglieht wird.
An Stelle der heissen Atmosphäre oder zusätzlich zur heissen Atmosphäre kann die sofortige Erhitzung der Schaumschicht durch Hoehfrequenzheizung treten, die ebenfalls die sofortige Gelierung und Fixierung der Schaummasse auf der Tauchform bewirkt. Als heisse Atmosphäre ist dabei erhitzte Luft oder ein erhitztes Gas oder Dämpfe oder ein Gas-Dampf-Gemisch zu verstehen, die auf die Geliertemperatur oder itber die Geliertemperatur der Schaummasse erhitzt ist. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, dass einer derartigen Atmosphäre saure Dämpfe wie z. B. Ameisensäure-oder Essig- säure-Dämpfe zugemischt werden, die die Fixierung resp. Gelierung weiterhin begün- stigen und beschleunigen.
Durch diese Tauch-Geliertechnik ist es möglich, in einwandfreier Weise innerhalb 10-30 Sekunden eine gelierte Schaumschicht zu erzeugen, wobei die Form für die Aufbrin- gung einer zweiten oder dritten usw. Schicht sofort wiedergetaucht werden kann, so dass nach diesem Verfahren innert kurzer Zeit eine dicke, einwandfreie Schaumsehicht auf der Form erzeugt werden kann.
Im Gegensatz zu Sehaumgtlmmiartikeln, die naeh dem Giessverfahren hergestellt werden, weist die Oberfläehe der Schaumgummiartikel, die nach dem beschriebenen Verfahren hergestellt werden, keine störende Oberflächenhaut auf, die erhaltene Oberfläche entspricht annähernd der innern Struktur der Schaumgummimasse und ist von schöner samtartiger Beschaffen- heit.
Nach dem beschriebenen Verfahren ist es möglich, Artikel aus Schaumgummi herzustel- len, die bis heute noch nicht oder nicht auf derart einfache Art hergestellt werden konnten, so dass dieses Verfahren eine wesentliche Bereicherung und Vervollkommnung in der Schaumgummifabrikation darstellt. Insbeson- dere lassen sich nach diesem Verfahren Fuss bekleidungen wie Hausschuhe, Pinken, Socken und Strümpfe sowie Handschuhe oder Innenauskleidungen für Handschuhe herstellen, die sich gegenüber den bisherigen Erzeugnis- sen aus Leder, Filz, Gummi, Kunststoff, Geweben, Gewirken usw. durch mannigfaltige Vorzüge auszeichnen.
A. csfiihrungsbeispiel :
In eine warmgelierbare und vulkanisierbare Latexsehaummasse wird eine kalte Sehuh- form eingetaucht und ohne Verweilzeit wieder herausgezogen. Diese Form wird unmittelbar nach dem Herausziehen in eine heisse Atmosphäre, wie diese über kochender, 1 /oiger, wässeriger Essigsäurelösung herrseht, verbracht, wobei innerhalb weniger als einer Sekunde die Oberfläehe der auf der Forrn haftenden Schaummasse geliert, so dass das Abtropfen der Schaummasse verhindert wird.
Durch längeres Verweilenlassen der Form von weiteren 5 Sekunden in der heissen Atmosphäre findet die Gelierung bis auf den Formgrund ohne das geringste Abtropfen statt. Die Form wird nun sofort ein zweites Mal getaucht und wieder in die heisse Atmosphäre gebracht und diese Operation des Tauchens und Gelierens im ganzen viermal durchgeführt. Darauf wird die Form zur Vulkanisation der Schaumschieht in eine Atmosphäre von Vulkanisationstemperatur verbracht und darin vulkanisiert, worauf der Gummischi, von der Form abgezogen und weiterbehandelt werden kann.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I : Verfahren zur Herstellung von Tauchartikeln aus Schaumgummi, dadurch gekennzeichnet, dass eine Form in eine verschäumte Kautschukdispersion getaucht und nach dem Herausziehen aus dieser Dispersion sofort erhitzt wird, so dass Gelierung und Fixierung der Schaumsehicht auf der Form erfolgt, und das Abtropfen des Schaumes verunmoglicht wird.UNTBRANSPRÜCHE : 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Erhitzen durch Einbringen in eine heisse Atmosphäre erfolgt.2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Erhitzen durch Einbringen in eine heisse Atmosphäre unter gleichzeitiger Hochfrequenzerwärmung erfolgt.3. Verfahren nach Unteransprueh 1, dadurch gekennzeichnet, dass die heisse Atmo- sphäre saure Dämpfe enthält.4. Verfahren nach Unteransprueh 1, da Durch gekennzeichnet, dass durch wiederholtes Tauchen und ansehliessendes Erhitzen mehrere Schichten auf der Form erzeugt werden.PATENTANSPRUCH II : Nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I hergestellter Tauchartikel.
Applications Claiming Priority (1)
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- 1952-07-10 CH CH310259D patent/CH310259A/de unknown
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