Setzstock an Werkzeugmaschinen, insbesondere an Schleifmaschinen. Die Erfindung bezieht sich auf Setzstöcke mit nachstellbaren Backen an Werkzeug maschinen, insbesondere an Schleifmaschinen, und ist eine weitere Ausbildung des Setz stockes gemäss dem Patentanspruch des Hauptpatentes Nr. 291583, bei dem die Setz stockbacken des Setzstockes während der Be arbeitung des Werkstückes in Abhängigkeit vom Zustellhub der Zustelleinrichtung des Werkzeugschlittens entsprechend der Werk stoffabnahme am Werkstück selbsttätig zuge stellt werden können.
Solche Setzstöcke sind besonders geeignet, wenn an einem Werkstück gleichzeitig meh rere Schleifstellen bearbeitet werden sollen. Das gleichzeitige Arbeiten mit mehreren Schleifscheiben verringert die Schleifzeit be trächtlich. Da die zu bearbeitenden Werk stücke jedoch selten genügend stabil sind, muss jeder Schleifstelle ein Setzstock zugeordnet werden, der die einzelnen Schleifsitze gegen die Schleifscheibe andrückt. Bei Verwendung der vor dem Setzstock gemäss dem Haupt patent bekannten Setzstöcke mussten die Setz stockbacken immer entsprechend der Werk stoffabnahme am Werkstück von Hand nach gestellt werden.
Dabei besteht immer die Ge fahr, dass durch zu starkes oder ungleich mässiges Anstellen der Setzstockbacken von Hand die zu schleifenden Sitze aus ihrer Achsmitte herausgedrückt werden, wodurch die einzelnen Sitze nach dem Schleifen nicht mehr schlagfrei zueinander laufen. Diese Ar beitsweise hat also den Nachteil, dass das Schleifergebnis ganz von der Geschicklichkeit des die Maschine Bedienenden abhängig ist.
Diese Art des Nachstellens der Setzstöcke von Hand während des Schleifens wird dadurch unnötig, dass Setzstöcke gemäss dem Patent- ansprueh des Hauptpatentes verwendet wer den, bei welchen die Setzstockbacken während der Bearbeitung des Werkstückes entspre chend der Werkstoffabnahme am Werkstück selbsttätig nachgestellt werden können. Diese Massnahme allein genügt jedoch nicht, um an Werkstücken mehrere Schleifstellen gleichzei tig genau zu schleifen, und zwar deshalb nicht, weil beim Schleifen auf Anschlag nicht alle Schleifscheiben zu gleicher Zeit an allen Schleifstellen das Fertigmass erreichen.
Dies liegt darin begründet, dass die einzelnen Schleifscheiben verschiedene Abnutzung auf weisen können. Wenn diese Massunterschiede im allgemeinen auch nicht gross sind, so kön nen die hierdurch bedingten Abweichungen doch beim Schleifen auf genaue Masse auf keinen Fall. in Kauf genommen werden. Des halb wird nach der Erfindung der dem Werkzeug gegenüberstehende Setzstockbacken durch eine in Abhängigkeit vom tatsächlichen Werkstiiekmass arbeitende Steuerung bei Er reichung des Fertigmasses des Werkstückes .
vom Anstelldruck entlastet und vom Werk stück abgehoben. Auf diese Weise ist es erst möglich, z. B. mehrere Schleifstellen an einem Werkstück gleichzeitig mit mehreren Schleifscheiben auf genaues Fertigmass zu schleifen, wie es beispielsweise bei Kurbel wellen der Fall sein muss.
Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dar gestellt. Zur besseren Übersichtlichkeit ist nur ein einer Schleifstelle zugeordneter Setzstock gezeichnet. Es sind jedoch mehrere Schleif stellen hintereinander an dem gleichen Werk stück vorhanden, so dass auch eine der An zahl der Schleifstellen entsprechende Anzahl von Setzstöcken vorgesehen ist.
Gegenüber der eine Schleifstelle bearbei tenden Schleifscheibe S ist ein Setzstock mit nachstellbaren Backen und ein dazugehöriges selbsttätiges Messgerät 3I angeordnet. Wäh rend des Schleifvorganges berühren die Mess- backen 1 und 2 des Messkopfes die ziz schlei fende Stelle des Werkstückes W.
Die Gehäuse 3 sämtlicher gleich ausgebil deter Setzstöcke sitzen auf einer Schwenk- a.ehse 4, die zum Ausschwenken der Setzstöcke für den Werkstückwechsel durch das an den Flansch 5 der Schwenkachse angelenkte hy draulische Kolbengetriebe K gedreht. werden kann. Durch einen in der Zeichnung nicht dargestellten Steuerhahn, der nicht zum Ge genstand der Erfindung gehört, kann zum Ausschwenken des Setzstockes der Druckmit- telstrom von der Leitung 6 zur Leitung 7 für das Kolbengetriebe jedoch erst dann umge schaltet werden, wenn der Schleifschlitten in seine rückwärtige Stellung gefahren ist.
In dem Gehäuse 3 ist der Halter 8 für den obern Setzstockbacken 10, die Führung 11 des un tern Setzstoekbackens 12, der Winkelhebel 13 und ein Übertragungsbolzen 15 gelagert. Die beiden Setzstockbacken 10 und 7.2 kön nen durch Feingewindespindeln nach dem jeweiligen Werkstückdurchmesser eingestellt werden. Der Halter 8 und der Winkelhebel 13 sind durch Gelenke 9 und 14 mit dem Übertragungsbolzen 15 und das andere Ende des Winkelhebels 13 über den Gelenkzapfen ., 16 mit der Führung 11 des untern Setzstock- baekens 12 verbunden.
Der Übertragungsbol- zen 15 wird. mittels Druck der Feder 17 gegen den aussermittigen Zapfen 18 des Zahnrades 19 gedrückt, das mit der selbsttätigen Zu stelleinrichtung in Verbindung steht.
Die Zustelleinrichtung ist zur besseren Übersichtlichkeit der Zeichnung nicht beson ders dargestellt, da die Ausführung von Zu stelleinrichtungen hinreichend bekannt ist und nicht zum Gegenstand der Erfindung gehört.
Der der Schleifscheibe gegenüberstehende Setzstockbacken 10 ist mit einem Kolben 20 verbunden, der einen durch den Zylinder deckel 23 geführten Gewindeansatz 21 besitzt und sich in seiner linken Endstellung mit einem Bund 22 gegen den Zylinderdeckel 23 des Zylinders 24, in dem sich der Kolben 20 axial verschieblieh, aber nicht drehbar be wegt, anlegt. Zur Sicherung gegen Drehung des Kolbens 20 dient eine in eine Längsnut des Zylinders eingreifende Passfeder 25. Während des Schleifens wird der Kolben 20 durch die -Leitung 26 mit Drucköl beauf- schlagt.
Die vordere Stellung des Setzstockbaekens 10, in der dieser am Werkstück W anliegt, wird durch die auf den Gewindeansatz 21 aufschraubbare Verstellmutter 27 begrenzt, die dabei mit ihrer Stirnfläche 28 an dem Zylin derdeckel 23 des Halters 8 anliegt. Die Ver- stellmutter 27 wird nach dem Durchmesser des Werkstückes vor Beginn des Schleifens eingestellt. Durch sie kann also der Hub des hydraulischen Kolbengetriebes verändert werden. Der Kolbendruck wirkt gegen den Druck der Feder 29.
Sobald das Fertigmass am Werkstück erreicht ist, wird durch das selbsttätige Mess- und Steuergerät N1 durch einen nicht dargestellten Hahn die Leitung 26 von Drucköl auf Rücköl geschaltet, wo durch der Setzstockbacken 10 vom Anstell- druck entlastet und durch die Druckfeder 29 vom Werkstück abgehoben wird.
Die Wirkungsweise der gesamten Einrich tung ist folgende: Sobald die selbsttätige Zu stelleinrichtung für den Werkzeugschlitten eingeschaltet ist, werden die Schleifscheiben gleichmässig gegen das Werkstück zugestellt. (gleichzeitig wird das Zahnrad 19 und damit der aussermittige Zapfen 1.8 zwangläufig von der in der Zeichnung nicht dargestellten Zu stelleinrichtung gedreht. Dabei wird der Übertragungsbolzen 15 gegen den Druck der Feder 17 verschoben.
Zusammen mit dem l,insehalten der Zustellbewegung wird auch der Kolben 20 des obern Setzstockbackens 10 mit Druckflüssigkeit von der Leitung 26 her beaufschlagt. Durch die Verschiebung des f''bertragungsbolzens 15 werden über den an gelenkten Halter 8 und den Winkelhebel 13 die beiden Setzstockbacken 10 und 12 selbst tätig entsprechend der Werkstoffabnahme am Werkstück zugestellt, so dass die Setzstock backen während des ganzen Schleifvorganges das Werkstück entsprechend der Einstellung beim Beginn des Schleifens gegen die Schleif scheibe S anstellen.
Von dem 1Vlessgerät 1V1 wird das erreichte llass am Werkstück angezeigt. Sobald das Fertigmass an einer Schleifstelle erreicht ist, wird beispielsweise durch elektrische Kon takte des 11Iessgerätes ein nicht gezeichneter Hahn zum Umschalten der Leitung 26 zu dem betreffenden Setzstock von Drucköl auf Rücköl gesteuert. In diesem Augenblick wird die Kraft der Druckfeder 29 wirksam, die den Kolben 20 mit dem Setzstockbacken 10 bis zum Auftreffen der Fläche des Bundes 22 auf den Zylinderdeckel 23 des Zylinders 24 verschiebt.
Der Setzstockbacken 10 wird also unabhängig von der durch die Werkstoff abnahme bedingten Zustellung vom Werk stück abgehoben. Durch die Drehbewegung des Werkstückes und die schräge Ausbildung des untern Setzstockbackens 12 hat. das Werk stück im Augenblick des Abhebens des obern Setzstoekbackens 10 das Bestreben, sieh von der Schleifscheibe wegzubewegen. Es wird daher an der betreffenden Stelle kein Werk stoff mehr abgenommen.
Die Anordnung mehrerer Setzstöcke und _NIessgeräte ist nun so vorgenommen, dass beim Arbeiten mit mehreren Schleifscheiben beim Erreichen des Fertigmasses jeder Schleifstelle der ihr zugeordnete, der. jeweiligen Schlei-f- seheibe gegenüberstehende Setzstockbaeken entlastet und vom Werkstück abgehoben wird, und dass erst beim Erreichen des Fertigmasses der letzten Schleifstelle der Schleifschlitten mit sämtlichen Schleifscheiben in seine Aus gangsstellung zurückführt.