Verfahren und Vorrichtung zum Sterilisieren von Lebensmitteln. Beim Sterilisieren von Lebensmitteln, wie Früchten, Beeren, Gemüse, Fleisch und Fisch, in grossem Massstabe, werden die hermetisch verschlossenen Behälter, die das zu sterilisie rende Nahrungsmittel enthalten, gewöhnlich in IIochdruekautoklaven angeordnet, wo sie w iilirend einer gewissen Zeit, durch die Ein wirkung von Dampf oder Wasser der erfor- derliehen Sterilisierungstemperatur ausgesetzt werden.
Ablesehen davon, dass solche Autoklaven- aiiiageii relativ grosseAnschaffungskostenver- ursachen, sind sie mit mehreren Nachteilen vereinigt. Bei gewöhnlichen Hoehdruckauto- klaven@für unterbrochenen Betrieb ist. eine gewisse Zeit - meistens 15 bis ?0 Minuten erforderlich, um die richtige Sterilisierungs- temperatur im Autoklaven zu erreichen.
Man berechnet dann die Zeit, die erforderlich ist, iirii die Temperatur in der Mitte des innersten Behälters auf die für das Gut erforderliche Temperatur zu bringen, z. B. für gewisse Fleisehkonserven etwa 117 C.
Nach beendeter Stc rilisierun- lässt inan den Druck langsam fallen, tim ,den Driiektintersehied zwischen dem äussern Druck und dem Druck in dem Behälter a.uszugleiehen. Dieses Verfahren er fordert noch 15 bis ?0 Minuten über die für < las Gut erforderliche Sterilisierungszeit hin- mis,
und dein Gut kann die riehtime Wärme- bc:handlung nicht gegeben werden, weil die Behandlungszeit nicht genau geregelt werden kann. Die Wärmeverluste sind auch relativ gross beim Kochen in Autoklaven zufolge Ver lusten in Leitungen usw. Weiter muss man kostbare Hoehd.ruekkessel für die Herstellung von IIochdruekdampf verwenden.
Bei Hoch- druckatitokla.veri für ununterbrochenen Be trieb tritt. der Nachteil auf, dass, falls ein Behälter hängenbleiben würde, es keine Mög lichkeit gibt, dem Fehler abzuhelfen; ohne dass die ganze Beschickung zerstört würde. Der Autoklav kann nicht geöffnet werden, und die Behälter können während einer oder mehreren Stunden nicht ausgenommen wer den. Für einen solchen Autoklaven mit grosser Leistung bedeutet ein solcher Nachteil nicht nur einen Verlust des in dem Autoklaven be findlichen Gutes, sondern auch Verluste in Form von Betriebsunterbruch.
Es ist auch bekannt., Lebensmittel mit Hilfe eines Gasstromes, wie Luft, bei Pasteu- risierungstemperatur zu behandeln. Solche Verfahren unterscheiden sich jedoch grund sätzlich von einer Behandlung bei Sterilisie- rungstemperatur, bei der sowohl pathogene als auch nichtpathogene Mikroorganismen ge tötet werden sollen. Ausser der höheren Tem peratur, die bei der Sterilisierung erforder lich ist, wurde gefunden, dass die Geschwin digkeit des Gasstromes von ausschlaggeben der Bedeutung für die Erreichung eines guten Ergebnisses ist..
Die vorliegende Erfindung ist auf diese Erkenntnis gegründet und kann insbesondere bei der Verwendung von Metall behältern, wie z. B. Büelisen, für das zu be- handelnde Gut verwendet werden. Bei dein Verfahren nach der Erfindung kann man relativ schnell die erforderliche Behandlungs temperatur erreichen, im Gegensatz zu dein, was früher der Fall gewesen ist, und ohne die Gefahr einer Zerstörung der Verpackung. Es ist in gewissen Fällen möglich, die erforder liche Temperatur schon in sechs Minuten zu erreichen.
Die oben genannten Nachteile lassen sich durch das vorliegende Verfahren vermeiden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass ein trok- kener, wenigstens auf die Sterilisierungstem- peratur erhitzter, nicht kondensierender Gas ; Strom, z. B. Luft, bei Atmosphärendruck in direktem Kontakt mit den das zu sterilisie rende Gut enthaltenden Behältern in Umlauf --gebracht wird, wobei dem Gasstrom eine Ge schwindigkeit von wenigstens 5 Metern pro Sekunde, vorzugsweise 5 bis 8 Metern pro Sekunde, gegeben wird. Die Sterilisierung kann zweckmässig bei einer Temperatur unter 180 C, z.
B. zwischen 80 und 150 C, und vor zugsweise ununterbrochen ausgeführt werden, wobei die Behälter durch den Sterilisierungs- raum geführt werden. Man kann mit Vorteil in der Weise verfahren, dass die Behälter zuerst der Einwirkung eines Gasstromes mit einer Temperatur über der Sterilisierungstein- peratur und dann der Einwirkung eines Gas stromes niedrigerer Temperatur ausgesetzt werden. Die Temperatur des Gasstromes, der die Behälter in diesem Fall zuerst. ausgesetzt werden, darf selbstverständlich nicht so hoch sein, dass das Gut beschädigt wird.
Wenn die Temperatur in den Behältern die Sterilisie- rungstemperatur erreicht hat, wird diese Tem peratur zweckmässig dadurch beibehalten, dass die Behälter in einen Gasstrom, dessen Tempe ratur sich etwa bei der Sterilisierungstempera- tur hält, eingeführt werden. Die Behälter kön nen z.
B. durch einen oder mehrere Sterilisie- rungsräume, die in zwei oder mehrere Kam inern aufgeteilt sind und in denen Luft mit einer Temperatur über der Sterilisierungstem- peratur umläuft, und danach durch einen in derselben Weise ausgeführten Raum hindurch- geführt werden, in dein die Temperatur nied riger gehalten. wird.
Die Erfindung bezieht sieh atieli auf eine Vorrichtung zur Ausführung des oben ange gebenen Verfahrens. Das für die Vorrichtung Kennzeichnende ist, dass sie einen Sterilisie- rungsraum aufweist, der durch eine Scheide wand in zwei miteinander kommunizierende Kammern aufgeteilt ist., wobei in einer der Kammern ein Ventilator zur 179'rzieltni#)- eines Umlaufes des Gasstromes und ein Heizelement zur Erhitzung des Gasstromes vorgesehen sind, und dass in der andern Kammer eine Förder- bahn für die Behälter, die das zu sterilisie rende Gut enthalten,
vor,,esehen ist. Die För- derbahn ist zweckmässig schräg gestellt, so dass die Behälter auf Grund ihrer Schwere durch die Kammer befördert werden.
Indem man nach der Erfindung einen um laufenden Gasstrom verwendet, wird der Vor teil erreicht, dass die Sterilisierung ohne Überdruck, aber doch bei den erforderlichen Temperaturen ausgeführt werden kann. (T'e- mä.ss der Erfindung ist ausser der (-uasgesehwin- digkeit auch die Gasverteilunf- von Bedeu tung. Es ist daher wichtig, dass die Behälter während ihrer Beförderung durch die Sterili- sierungsvorrichtung sieh in dem intensiven Teil des Gasstromes befinden. Ferner erhält man den Vorteil, dass die Behälter, z.
B. Büeli- sen, oder andern hermetisch verschlossenen Be hälter, die verwendet werden, immer trocken gehalten werden, was bei Wasser- oder Dampf sterilisieren nicht möglich ist. Das Verfahren kann auch sofort abgebrochen werden, und man kann, bei entsprechender Ausbildung der Kammerwandung, die Hand in eine solche Sterilisierungskammer hineinstecken und eine fehlerhafte Büchse herausnehmen oder sie wieder richtig stellen, falls sie in fehlerhafte Lage gekommen ist, auch wenn die Gastempe ratur z. B. 170 C beträgt..
Man hat ferner die Möglichkeit, Leckage auf den Büchsen in einer andern Weise als bisher zu entdecken, und die Oefahr wird vermieden, die mit der Verwen dung von Hoehdruekdampf verbunden ist.
Ausser dem Umstand, dass Sterilisieren nach der Erfindung sich billiger durchfüh- ren. lässt als bei Verwendung von Hochdruck dampf, ist es auch mörlich, Sterilisieren in kleinen Sätzen auszuführen, was bei Verwen- (iurig von grossen Autoklaven undenkbar ist.
Der Classtrom kann mit elektrischen Heiz elementen oder auf indirektem Wege mittels 1)iiml)l' oder auf andere geeignete Weise er hitzt werden.
In der beigefügten Zeichnung ist eine Aus- Führungsform einer Vorrichtung gemäss der Erfindung zum Sterilisieren von Lebensmit teln, die in zylindrischen Büchsen verpackt worden sind, dargestellt.
Fig.l zeigt die Vorrichtung in Perspek tive, wobei gewisse Teile weggeschnitten sind, so dass das Innere der Vorrichtung ersicht lich ist, und Fig. 2 ist ein Längsschnitt durch die eine hälfte der Vorrichtung nach Fig. 1.
Die in der Zeichnung gezeigte Vorrichtung besitzt ein Gehäuse oder einen Kasten, der auf Beinen 10 ruht. Der Kasten ist mit Glaswolle oder einem andern geeigneten Material isoliert und kann aussen mit Faserplatten oder Teak holz bekleidet sein. Der Kasten ist durch eine horizontale Scheidewand 11 in einen obern und einen untern Raum aufgeteilt. Der obere Raum ist, durch eine Seheidewand 12 in zwei Kammern 1.3 und 14 aufgeteilt; ebenso ist. der untere Raum durch eine Scheidewand 1.5 in zwei Kammern geteilt., von denen nur die eine, die mit 16 bezeichnet ist, in der Zeichnung angedeutet ist.
Die Scheidewände 12 und 15 erstrecken sich nicht ganz bis an die Stirn seiten des Kastens, sondern eine die Kammern verbindende Öffnung ist neben denselben vor lianden. In der Kammer 13 ist ein Ventilator rad 17 an dem einen Ende angebracht, wel- i-lies von einem elektrischen Motor 18 ange trieben wird und dem Luftstrom eine Ge schwindigkeit von wenigstens .5 Metern pro Sekunde gibt, und in der darunter gelegenen Hammer ist in entsprechender Weise ein Ven tilator an--eordnet, der von einem Motor 19 angetrieben wird.
Etwa in der Mitte der Kam mer 13 ist ein elektrisches Heizelement 20 und in entsprechender Weise ein ähnliches Ele nient in der unter der Kammer 13 gelegenen Kammer angebracht. An dem Ende der Kam mer 11, das dem Ventilator entgegengesetzt ist, mündet in eine Schleuse 21 eine Förder- bahn 22, die sieh bis an das andere Ende der Kammer erstreckt und dort umkehrt. Die För- derbahn. 22 geht dann nach dem erstgenann ten Ende der Kammer zurück, um danach in die unten gelegene Kammer 16 zu münden und durch diese zu passieren. Die Förderbahn 22 verlässt die Kammer 16 durch eine Schleuse 23.
Die Schleusen 21 und 23 sind gleich und bestehen aus einem in einem Gehäuse angeord neten Zahnrad 24 bzw. 25. Das Zahnrad 24 ist von einem Motor 26 über einen Ketten antrieb 27, 28 und das Zahnrad 25 von dem selben Motor über eine Kette 29 angetrieben, so dass die beiden Zahnräder synchron arbei- texi, d. h. wenn eine Büchse durch die Schleuse 21 eingeführt wird, wird eine fertig behan delte Büchse durch die Schleuse 23 abgeführt. Die Förderbahn ist an den Schleusen und an den Stellen, wo sie umkehrt, mit Leitvorrich- tungen 30 versehen, mit die Büchsen in ihrer richtigen Lage zu halten.
Der Kasten ist mit Beobachtungsfenstern 31 versehen, so dass der Verlauf im Innern der Vorrichtung von aussen beobachtet werden kann.
Beim. Sterilisieren von Erbsen verfährt man beispielsweise wie folgt: Nach Blanchie ren in gewöhnlicher Weise werden die gefüll ten und verschlossenen Büchsen in die Sterili- sierungsvorriehtung durch die Schleuse 21 oder auf andere geeignete Weise auf die fest stehende Förderbahn 22 gebracht und die Ventilatoren in Betrieb gesetzt, während gleichzeitig der Strom zu den elektrischen Heizelementen geschlossen wird. Die Luft in den Kammern 13 und 14 wird dabei in direk tem Kontakt mit, den Büchsen bei atmosphäri schem Druck um die Förderbahn, durch den Ventilator und das Heizelement und zurück zur Förderbahn umlaufen, und der Umlauf geschieht in derselben Weise in den Barunter liegenden Kammern.
Die Temperatur wird dabei in den obern Kammern auf etwa 135 C gehalten, wodurch die Büchsen schnell die Sterilisierungstemperatur erreichen. In den untern Kammern hält man die Temperatur auf etwa 120 C, d. h.
Sterilisierungstempe- ra tur. Die Büchsen werden mit geeigneter Ge- sdi@indigl@eit durch die Sehleuse 21 einge führt und rollen infolge ihrer Schwere längs der Förderbahn durch die Ganze Vorrichtung und werden auf Grund der S#7nehronisierung der Sehleusen mit derselben Geschwindigkeit herausgeführt, wie sie eingeführt werden. Der Aufenthalt der Büehsen in der Vorrichtung wird selbstverständlich so bemessen, dass die Erbsen fertig sterilisiert sind beim Verlassen der Vorrichtung.
In der gezeigten Ausführungsform der Vorrichtung drehen sich die Büchsen während der Förderung durch die Vorrichtung, was von grossem Vorteil ist, weil eine Umrührung des Inhaltes der Büchsen erreicht wird, wo durch die Wärmeübertragung erleichtert. und gleichmässig wird. Es ist. jedoch nicht notwen dig, da.ss die Büchsen während der Beförde rung sieh drehen, sondern sie können auch längs der Förderbahn gleiten oder in anderer Weise befördert werden. Die Förderbahn braucht nicht sehräg zu sein, sondern die För derung kann auch in anderer Weise ausge führt werden.
Die dargestellte Förderbahn ist in mehrere austauschbare Teile aufgeteilt, so dass Behäl ter verschiedener Grösse in die Vorriehtung eingeführt und behandelt werden können. Da durch, dass keine beweglichen Teile vorhanden sind, liegt keine Gefahr vor, dass die Förder- bahn hängenbleibt oder zerbricht.