Verfahren zur Trefferbestimmung bei Fechtübungen und Anlage zur Durcbfübrung des Verfahrens. Bei Fechtübungen kann es vorkommen, dass kurz aufeinander beide Fechter einen Treffer erzielen, was dann als Doppeltreffer be zeichnet wird. Bei solchen ist es oft schwierig, festzustellen, welcher Treffer früher erfolgte. Es sind Fechtanlagen bekanntgeworden, bei denen jedem Fechter eine getrennt von ihm angeordnete Signaleinrichtung zugehört, mit welcher die als elektrischer Kontakt ausgebil dete Spitze des Fechters über ein Kabel ver bunden ist, Lind die bei ihrem Ansprechen die Signaleinrichtung des andern Fechters sperrt.
Solche Anlagen zeigen bei Doppeltreffern automatisch nur den zeitlich früheren Treffer an; sie haben aber den Nachteil, das beide Si gnaleinrichtungen während der Fechtübung elektrisch miteinander verbunden sein müssen. Um diese Verbindung zii vermeiden, ist auch schon vorgeschlagen worden, die Betätigung der Signaleinrichtungen drahtlos zu bewirken. Solche Anlagen sind aber teuer und zudem störanfällig, indem die Signaleinrichtungen auch auf parasitäre Wellen ansprechen kön nen. Die Erfindung bezweckt, die genannten Nachteile sowohl der einen wie auch der an dern Art von Anlagen zu vermeiden.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren wird im Augenblick des Auftretens eines gültigen Treffers des einen Fechters und im Augen blick des Auftretens eines auf diesen Treffer folgenden Treffers des zweiten Fechters je eine Zeitmesseinrichtung betätigt, und darauf- folgend wird durch Vergleich der beiden von den Zeitmesseinrichtungen angezeigten Zeiten der frühere Treffer festgestellt.
Eine Fechtanlage zur Durchführung die ses Verfahrens ist in bekannter Weise mit Kontaktgebern an den Spitzen der Degen beider Fechter ausgerüstet. Erfindungsgemäss ist sie mit zwei Zeitmesseinrichtungen ver sehen, von denen jede mit einem der Kon taktgeber zu ihrer Betätigung elektrisch ver bunden ist.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs gegenstandes wird nachstehend an Hand der Zeichnung näher beschrieben. In dieser zeigt: Fig. 1 eine Fechtanlage mit zwei Fechtern, Fig. 2 und 3 ein von jedem der Fechter zu tragendes Gehäuse im Schnitt mit den darin untergebrachten Teilen in zwei verschie denen Ansichten, Fig. 4 ein Schema der elektrischen Zusam menschaltung dieser Teile und Fig. 5 eine Degenspitze im Längsschnitt. Gemäss Fig. 1 trägt jeder der Fechter 1, 2 ein an seiner Seite befestigtes Gehäuse 3, von dem eine Leitung 4 zum Degen 10 führt.
Im Gehäuse 3 sind eine handelsübliche Stopp uhr 5, ein Startmagnet 6, ein Stoppmagnet 7, ein Summer 8 und eine Batterie 9 unterge bracht. In der obern Gehäusewandung sind ferner neben dem Knopf 11 für den Aufzug und die Rückstellung der Uhr 5 ein Kontakt knopf 12 und in der untern Gehäusewandung ein Steckstift 13 und eine zu diesem passende Buchse 14 befestigt. Aus der Uhr 5 ragt ein mit einem Kragen 15 versehener Stift 16 her aus, an dessen Ende der als zweiarmiger He bel ausgebildete Anker 17 des Stoppmagnetes 7 anliegt.. Dieser Stift steht unter dem Ein fluss einer in der Uhr 5 angeordneten, nicht, dargestellten Feder, die bestrebt ist, den Stift nach aussen zu drücken und dadurch die Uhr in Gang zu setzen.
Normalerweise wird der Stift an dieser Bewegung durch einen am einen Ende eines zweiarmigen, den Anker des Startmagnetes 6 bildenden Hebels 18 angeord neten Haken 19 verhindert. Wird der Start magnet 6 jedoch erregt, so zieht er den Arm 21 des Hebels 18 an; dadurch kommt der Haken 19 ausser Eingriff mit dem Kragen 15 und werden die im Block 20 befestigten, den Kontakt 24 bildenden Kontaktfedern 30 gegeneinandergedrückt. Der Stift 16 ver schiebt sich nun nach aussen und -setzt die Uhr 5 in Bewegung.
Wird der Stromkreis des Startmagnetes 6 geöffnet, so wird der Haken 1.9 unter dem Einfluss der an ihm anliegenden Kontaktfeder gegen den Kragen 15 des Stiftes 16 gedrückt, so dass der Kontakt 24 geschlos sen bleibt, bis der Stoppmagnet 7 erregt wird. Dies hat den Anzug des Armes 22 des Hebels 17 und damit die Rückstellung des Stiftes 16 in die in der Fig. 2 dargestellte Ruhelage zur Folge. Die Uhr 5 wird dadurch zum Still stand gebracht, wobei der Haken 15 am Kra gen 16 -wieder angreift und der Kontakt 24 geöffnet wird.
Wie die Fig. 4 erkennen lässt, verläuft der Stromkreis des Startmagnetes 6 vom Pluspol der Batterie 9 über den einen Leiter der dreiadrigen Leitung 4 nach dem Kontakt 23 und. von dort zurück über einen zweiten Leiter der Leitung 4 nach der Wicklung des Ma gnetes 6 und nach dem Minuspol der Batterie 9. Wird der Kontakt 23 durch einen Treffer ge- sehlossen und der Magnet 6 daher erregt, so erfolgt ausser der Ingangsetzung der Uhr 5 durch die Schliessung des Kontaktes 24 die Einschaltung des Summers B.
Die Einschaltung des Stoppmagnetes 7 er folgt in dem über die Batterie 9, die Stopp taste 12 und die Wicklung des Magnetes 7 führenden Stromkreis; die Wicklung 7 ist aber auch mit dem Stecker 13 und der Buchse 14 direkt verbunden. Die Anlegung einer Spannung an diese Verbindung kann dadurch erfolgen, dass die Gehäuse zweier Fechter mit tels der Stecker und Buchsen miteinander elektrisch leitend verbunden und die Taste des einen oder andern Gehäuses gedrückt wird. Wird z.
B. die Taste 12 des in Fig. 4 linken- Gehäuses betätigt, so ergibt sich für den Stoppmagnet. 7 des rechten Gehäuses fol gender Stromkreis: Pluspol der Batterie 9 des linken Gehäuses, Taste 12, Stecker 13, Buchse 14 des rechten Gehäuses, Magnet 7 und Stek- ker 13 dieses Gehäuses, Buchse 14 des linken Gehäuses, Minuspol der Batterie 9. Bei mit einander in der genannten Weise verbundenen Gehäusen werden somit durch Betätigung der einen oder andern Stopptaste 12 beide Uhren 5 gleichzeitig stillgesetzt.
Die Spitzen der Degen 10 sind in der aus Fig. 5 ersichtlichen Weise ausgebildet. Auf das Ende des Degens 10 ist der Teil 26 auf geschraubt. Mit diesem ist weiter die leitende Hülse 27 verschraubt, in deren Innerem das Isolierstück 28 und in einer Verengung die elektrisch leitende äussere Krone 29 verschieb bar geführt sind. Das Isolierstück 28 ist bis in die Krone 29 hinein verlängert und umgibt. hier eine innere, ebenfalls leitende Krone 31.
Ein an dieser befestigter, leitender Bolzen 32 greift durch eine axiale Bohrung im Isolier- stück 28 hindurch bis vor das Ende des Teils 26 und ist mit dem Isolierstück 28 festver- bunden. In einem in den Teil 26 eingesetzten weiteren Isolierstück 33 sind zwei Kontakt federn 34 befestigt, die zusammen mit. dem Bolzen 32 den Kontakt 23 (Fig. 4) bilden. Eine Schraubenfeder 35 ist zwischen dem Teil 26 und dem Isolierstück 28 angeordnet und ist bestrebt, den Bolzen 32 von den Kontakt federn 34 fernzuhalten.
Die äussere Krone 29 , steht mit dein Teil 26 und damit mit dem Degen 10 in leitender Verbindung; der letz tere ist über den dritten Leiter 36 der Leitung 4 über den Widerstand 25 an den Minuspol der Batterie 9 angeschlossen. Wird bei Be- < . tätigung des Kontaktes 23 zugleich eine lei- Lende Verbindung zwischen den beiden Kro nen 29 und 31 hergestellt, so wird dadurch ein Aufziehen des Magnetes 6 verhindert, da nun an den beiden Enden seiner - ZVicklung das Minus-Potential der Batterie 9 liegt.
Die Arbeitsweise der Anlage ist. folgende: Erreicht z. B. der Fechter 1 an seinem Gegner einen Treffer, bei dem die Spitze sei nes Degens auf einen nicht leitenden Gegen stand, das heisst irgendeine Stelle des Gegners, trifft, so wird der Kontakt. 23 seines Degens geschlossen. Der Magnet 6 zieht im bereits beschriebenen Stromkreis auf und schaltet damit. die Uhr 5 und den Summer 8 ein. Da mit ist der Treffer angezeigt und kann vom Schiedsrichter registriert werden. Der Fech ter 1. betätigt nun die Taste 12 an seinem Ge häuse 3, wodurch die Uhr 5 gestoppt wird. Durch Druck auf den Knopf<B>11.</B> wird diese wieder in ihre Ausgangsstellung gebracht, und die Fechtübung kann weitergehen.
Folgt auf einen Treffer des einen Fechters, beispiels weise des Fechters 1, unmittelbar ein Treffer des andern Fechters, so wird auch die Uhr 5 desselben eingeschaltet und sein Summer er tönt. Der Schiedsrichter erkennt am Ertönen beider Summer das Vorliegen eines Doppel treffers. Er verbindet nun die Gehäuse beider Fechter elektrisch miteinander, indem er die Stecker 13 der beiden Gehäuse in die Buehsen 1.4 steckt und darauf die eine oder andere der Tasten 12 betätigt. Beide Uhren werden da durch gleichzeitig abgestellt, und der Schieds- riehter kann durch Vergleich des Standes bei der Uhren feststellen, welcher Treffer früher erfolgte.
Durch Drücken der Knöpfe 11 wer den die Uhren wieder in ihre Ausgangsstel lung zurückgebracht. Entsteht ein ungültiger Treffer, indem der eine Fechter auf einen lei tenden Gegenstand trifft, z. B. den Hand sehutz seines Gegners, so erfolgt weder eine Ingangsetzung seiner Uhr, noch ertönt der Summer.
Bei der vorangehend beschriebenen Fecht anlage bewirkt ein gültiger Treffer stets die Ingangsetzung einer Uhr. Es ist jedoch auch denkbar, die Uhren zu Beginn der Fecht- übung gleichzeitig in Betrieb zu setzen und bei einem Treffer die eine Uhr auszuschalten. Auch in diesem Fall zeigt diejenige Uhr den früheren Treffer an, die weniger lang gelau fen ist. An Stelle von Uhren könnten natür lich ebensogut auch sich automatisch fort schaltende Zählwerke verwendet werden.