Formmaschine. Bei Seriegiesserei ist es üblich, Form maschinen mit einer Abdrückplatte, die mit ihren Stiften das Abheben der Form vom Modell bewirkt, und mit einer Wendeplatte, an welcher eine oder zwei Modellplatten be festigt sind, zu verwenden. Im letzteren Falle muss nach Abformen der einen Modell platte, z. B. für Oberteil der Form, und Ab heben derselben die Wendeplatte um 180 gedreht, d. h. gewendet. werden, damit die andere an ihr befestigte Modellplatte, z. B. für Unterteil, zur Anwendung kommen und die Form fertiggestellt werden kann. Oft wird eine Pressplatte vorgesehen, welche das Formmaterial. durch Pressen verfestigt, statt dass man es feststampft.
Wegen des ruhigen Ganges und der einfach zu erzielenden CTe- radführung der Bewegung sind hydraulische und pneumatische Druckkolbenantriebe für (las Heben und Senken der Platten den in andern Fällen beliebten elektromotorischen Antrieben überlegen. Die durch den An schluss an Rohrleitungsnetze bedingte ge ringe Freizügigkeit und die Abhängigkeit vom Druck in diesen Netzen bilden Nachteile aller, auch der wegen Nichtkomprimierbarkeit von Druckflüssigkeiten, wie Wasser,<B>Öl</B> usw., einfachen hydraulischen Druckkolbenantriebe.
Cxegenstand vorliegender Erfindung ist eine Formmaschine, welche mindestens eine Flüssigkeitspumpe zur Speisung des Druck kolbenantriebes mindestens einer Platte und Mittel zum Steuern dieses Antriebes aufweist. Ein Ausführungsbeispiel einer Form maschine gemäss Erfindung mit. einer Ab- ; drückplatte und einer Wendeplatte ist in der Zeichnung schematisch dargestellt, und zwar zeigen, unter Verwendung stets gleicher In dizes für dieselben Teile:
Fig. l eine komplette Maschine, , Fig. 2 eine Abdrückplatte und eine Wendeplatte mit zugehörigen Druckkolben antrieben, zwei Modellplatten und eine Form, teilweise im Schnitt.
Die Fig. 3 und .1 geben verschiedene Ein-, stellungen der Steuerorgane wieder. In die sen Figuren sind die den Hahnstellungen ent sprechenden Flüssigkeitswege durch Rohr achsen gemäss denjenigen der Fig. 1 und die Strömungsrichtungen angegeben.
Durch bekannte, in der Zeichnung nicht dargestellte Mittel, z. B. Anschläge, sind die Dre hungen des Hahns k auf etwa 180 , ausgehend von Stellung gemäss Fig. 3 über Stellung gemäss Fig. 1 in die Stellung entsprechend Fig. 4 und die Drehungen des Hahns 7a auf etwa 90 , aus Stellung nach Fig. 1 und 3 in die jenige gemäss Fig. 4 sowie die jeweilige Re tourdrehung beschränkt. Andere Durchlass- stellungen als die in der Zeichnung angege benen sind nicht einstellbar.
Mittels der zwei Druckkolbenantriebe i sei die Wendeplatte c auf bequeme Arbeits höhe eingestellt und daselbst bei Einstellung der Hahnen 1;: und n gemäss Fig. 1 irgendwie fixiert.
Nach Herstellen der Form f (Fig. 2), Anbringen der angedeuteten Eingiess- und Steigeröffnungen, wenn f Formoberteil ist, und nach Verfestigen der Form, wird diese nach Umstellung des Hahns k in die Ab- drückstellung gemäss Fig. 3 mittels auf einer Abdrückplatte a befindlicher Abdrück- stifte, die unter passende Ansätze t eines Chassis v greifen, gehoben,
indem eine Pumpe p Druckflüssigkeit durch Leitungen in einen Druckkolbenantrieb h presst. Durch Inbetriebnahme eines Vibrators vor oder während des Anhebens der Form f kann in bekannter Weise ein leichtes und schaden loses Abheben der Form von der Modell platte bewirkt werden.
Alsdann wird Hahn k in Stellung nach Fig. 1 gebracht, so dass die Druckflüssigkeit über ihn und den bisher nicht bewegten Hahn n nach einem Reservoir r abfliessen kann, aus welchem die Pumpe p die Druck flüssigkeit bezieht. Die Abdrückplatte a kann bei dieser Hahnstelhing unter Wirkung ihres Eigengewichtes oder einer andern Kraft ge senkt werden.
Um Modellteil g zum Abformen von un ten nach oben zu bringen, ist die Wende platte c mittels Griff q um Achse x-x zu drehen, weshalb die Abdrückstifte genügend von ihr entfernt werden müssen. Das er wähnte Absenken der Abdrückplatte reicht. hierfür nicht aus. Man muss die Wendeplatte c heben. Dazu ist ihre Fixierung zu lösen; dann werden die Hahnen<I>k</I> und<I>n</I> in die Stel lung gemäss Fig. 4 gebracht, wodurch eine hydraulische Verbindung zwischen Pumpe p. den Druckkolbenantrieben i entsteht.
Der Hahn k verhindert, infolge der erwähnten Begrenzung seiner Drehung auf etwa 180 , dass die Kolbenantriebe<I>h</I> und<I>i</I> gleichzeitig von Pumpe p aus gespeist, d. h., dass beide Platten a und c durch den Druck der Flüs sigkeit gleichzeitig bewegt werden. Hierdurch ist unfallsichere Bedienung der Form maschine erzielbar.
Zum Senken der Wendeplatte c, um sie nach dem Umdrehen wieder in Arbeitshöhe zu bringen, ist Hahn n in Stellung nach Fig. 1 zu bringen, so dass die Flüssigkeit durch ihn hindurch nach dem Reservoir r abströmen kann. Das Senken der Wende platte c erfolgt unter Wirkung von deren Eigengewicht allein oder noch einer andern Kraft.
Ein nahe der Pumpe p in das Leitungs system eingeschaltetes Überdruckventil zt schützt die Apparatur gegen unzulässige Drucksteigerung, indem es nötigenfalls die von der Pumpe geförderte Flüssigkeit nach dem Reservoir r abströmen lässt. Weil man während der Arbeit an der Maschine den Mo tor m nicht ausschaltet, kann dies bei Einstel lung von Hahn k gemäss Fig. 1 oder wenn ein durch die Pumpe gespeister Druck kolbenantrieb in eine Endstellung gelangt häufig eintreten. Es ist aber nicht zweck mässig, das Druckventil beim letzteren, oft vorkommenden Betriebsfall stets ansprechen zu lassen. Deshalb werden z.
B. Endaus- schalter angeordnet, welche den Betriebs strom in bekannter Weise bei Erreichen der Endstellung eines Druckkolbens unterbrechen, ihn anderseits wieder einschalten, wenn der betreffende Kolben sich aus seiner Endstel- lung wieder etwas zurück bewegt hat.
Man kann auch durch Freigabe einer Ab flussöffnung für die Flüssigkeit bei Errei chen der obern Endstellung eines Kolbens eine unzulässige Dr iicksteigerung vermeiden; .diese Sicherheitsmassnahme kommt speziell in Betracht, wenn die Formmaschine nicht, wie erläutert, im Einzelantrieb durch Elektro motor, sondern über eine Transmission, an der auch andere Maschinen angeschlossen sind, betrieben wird.
Die Formmaschine kann auch mit einer Pressplatte zum Verfestigen der Form ver sehen sein. Zur Steuerung der Pressplatte ist ein weiterer, entsprechend ausgebildeter Hahn erforderlich. Praktisch wird man, um die Be dienung der Maschine zu vereinfachen, in irgendwelcher bekannter Weise entweder die Hahnen miteinander so kuppeln, dass die richtige Reihenfolge der Hahnbetätigiulg ge währleistet ist, oder wird in ebenfalls be kannter Weise die einzelnen Hahnen durch einen Vielfachhahn ersetzen. Solche Massnah- men sind auch an Formmaschinen mit nur zwei Platten anwendbar. Es können an einer Formmaschine auch mehr als eine Pumpe vor gesehen sein.