CH261920A - Verfahren zum Betrieb von Kraft-Heiz-Anlagen und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens. - Google Patents
Verfahren zum Betrieb von Kraft-Heiz-Anlagen und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens.Info
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Description
Verfahren zum Betrieb von Kraft-Heiz-Anlagen und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Die Erfindung bezieht sieh auf ein Ver fahren zum Betrieb einer Kraft-Heiz-Anlage, bei welcher die Wärme des Abdampfes einer Kraftanlage in einer Wärmeaustauschein- riehtung einem sekundären Wärmeträger mit geteilt und in einer von diesem durehströni- ten Heizanlage ausgenützt wird, und auf eine Einrichtung zur Durchführung dieses Verfah rens.
Insbesondere in Fernheizkraftwerken ist man bestrebt, neben der Erzeugung von Wärme für Heizzwecke noch Kraft zu gewin nen, indem man einen Teil der im Dampf enthaltenen Energie in einer Dampfmaschine oder -turbine zur Erzeugung von Kraft aus nutzt, bevor man die Dampfwärme in einer der Kraftanlage nachgeschalteten Heizungs anlage verwertet. Der Abdampf der Ma schinen wird dabei entweder direkt den oft mals weit entfernt liegenden "#%7ärmeverbrau- ehern zugeführt., oder es wird dessen Wärme mittels Oberflächenwärmeaustauschvorrich- tungen oder nach dein Mischprinzip arbeiten den Wärmeaustauschvorrichtungen auf einen sekundären Wärmeträger, z. B.
Wasser, über tragen. In diesem Falle fällt dann die Auf gabe des Ferntransportes der Wärme dem sekundären Wärmeträger zu. Das Kesselspeise- wasser wird hierbei der Rückleitung des se kundären Wärmeträgers vom Wärmev erbrau- cher entnommen und über Entgasungsein- richtungen, deren Dampfdrizek vorwiegend nur wenig über Atmosphärendruck liegt, der Kesselanlage zugeführt.
Bei diesen bekannten Anlagen der zuletzt genannten Art kühlte man den aus der Kraft anlage kommenden Abdampf mittels seines eigenen Kondensates, z. B. in Einspritzküh- lern, auf Sattdampftemperatur herab, bevor man den Dampf in einen weiteren Wärme- austauscher gelangen liess. In allen Fällen war man bestrebt, die im Dampf enthaltene \V ärmemenge weitestgehend der Heizungsan lage zuzuführen und damit die Kondensat- temperatur möglichst herabzusetzen.
Diese bisher bekannten Verfahren hatten den Nachteil, dass sie fast nur auf die Ver besserung der Wirkungsgrade der Kessel- und Entgasungsanlage abzielten, nicht aber auf den Wirkungsgrad der Kraftanlage Bedacht nahmen.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, diesen Nachteil zu beseitigen, und das erfindungs gemässe Verfahren besteht darin, dass Was ser von einer die Temperatur des sekun dären Wärmeträgers hinter dem Verbraucher übersteigenden Temperatur dem System ent nommen und dem Kessel als Speisewasser zugeführt wird. Dies kann z. B. dadurch er folgen, dass das Speisewasser des Kessels dem System an einer nicht zum Wärmeverbrau cher gehörigen Stelle, gegebenenfalls unmit telbar der Wärmeaustauseheinrichtung, ent nommen wird, während der vom Wärmever- braucher rückströmende sekundäre Wärme träger zur Kondensation des Abdampfes aus genützt wird.
Durch die Erfindung wird der Vorteil erreicht, dass das Speisewasser mit verhält nismässig hoher Temperatur, die z. B. nur we nige Grade unter der dem Abdampfdruck der Kraftanlage entsprechenden Sattdampftem- peratur liegt, in den Kessel gelangt. Es kann z. B. mit einer Rückspeisetemperatur von 160 bis 180 C gearbeitet werden, während bei den bisher bekannten Verfahren die Rüekspeise- temperatur nur 100 bis 120 C betrug. Bei gleicher Wärmeleistung der Heizungsanlage muss daher die durch die Kraftmaschine strö mende Dampfmenge eine grössere sein als bei den bisher bekannten Verfahren.
Der pri märe Kreislauf wird somit auf einem höheren Temperaturniveau gehalten und die Ausbeute in der Kraftanlage gesteigert. Es wird daher ein Gewinn an wertvoller mechanischer Ener gie erzielt.
Die erfindungsgemässe Einrichtung ist da durch gekennzeichnet, dass die Kesselspeise wasserleitung vor der Wärmeaustauschein- richtung abgezweigt ist, wodurch der primäre Kreislauf geschlossen ist und der sekundäre Wärmeträger vom Wärmeverbraucher zur Gänze zu der Wärmeaustauscheinriehtung zu rückgeführt werden kann.
Das Verfahren nach der Erfindung wird im nachfolgenden an Hand von Ausführungs beispielen der erfindungsgemässen Einrich tung, welche Schaltschemen zeigen, beispiels weise erläutert.
Fig.1 bezieht sich auf eine Anlage mit einer nach dem Mischprinzip arbeitenden Mrärmealistalischeinrichtiing und Fig.2 auf eine Anlage mit einer Ober- flächenwärmeausta-Lischeinrichtung. Gemäss Fig.1 strömt der Dampf aus dem Hochdruckkessel 1 über den Überhitzer 2 durch eine Rohrleitung 3 in die Krafterzeu- gungsanlage 4, welche z. B. von einer Dampf turbine gebildet ist.
Der Abdampf der Kraft anlage 4 strömt über eine Leitung 5 zu einem Einspritzdampfkühler 6, in dem der Dampf auf Sattdampftemperatur gekühlt wird. Durch das Rohr 7 gelangt der Dampf in den Mischvorwärmer 8, in dem der Dampf durch den sekundären Wärmeträger zur Kon densation gebracht wird. Der Einspritzküh- ler 6 und der Mischvorwärmer.8 bilden hier bei die nach dem Mischprinzip bzw. Einspritz- prinzip arbeitende Wärmeaustauscheinrich- tumg.
Der sekundäre Wärmeträger (Wasser) strömt durch ein Rohr 9 der Umwälzpumpe 10 zu und wird durch diese über ein Rohr 11 dein Wärmeverbraucher 12 zugeführt. In ge schlossenem Kreislauf gelangt der sekundäre Wärmeträger durch Rohre 13 und 14 wieder in den Heisswassererzeuger bzw. Vorwärmer 8 zurück. Ein Teil des Rücklaufes strömt durch ein Rohr 15 dem Einspritzdampfküh- ler 6 zu.
Das sich infolge der Dampfkondensation im Mischvorwärmer 8 bildende Überschusswas- ser, dessen Temperatur nahezu gleich der Satt dampftemperatur des Abdampfes ist, wird durch einen Regler 16 aus dem Mischvorwä.r- mer 8 nüsgeschleust und durch eine Leitung 17 dem Entgaser 18 zugeführt. Der Entgaser 18 ist durch eine Dampfleitung 19 mit der Abdampfleitung der Krafterzeugungsanlage verbunden, so dass der Entgaser ungefähr un ter Abdampfdruck steht.
Der durch die Lei tung 19 auf den Entgaser 18 übertragene Druck wird infolge der Drosselverluste in der Leitung etwas niedriger sein als der Abdampf druck in der Leitung 5. Wenn der Entgaser 18 tiefer liegt als der Mischvorwärmer 8, so wird der durch die Leitung 17 übertragene Druck durch das Gewicht der Wassersäule in der Leitung 17 erhöht. Dem Kessel 1 wird das Speisewasser aus dem Entgaser 18 durch eine Leitung 20 über die Umwälzpumpe 21. und eine Rohrleitung 22 wieder zugeführt.
Es erfolgt somit der Wärmeaustausch zwischen primärem und sekundärem Wärme träger und die Entgasung des Kesselspeise wassers unter angenähert gleichem Druck, welcher zweckmässig nur wenig unter dem Abdampfdruck der Kraftanlage liegt. Da durch, dass über die Leitung 19 der zwischen der Austrittsstelle des Dampfes aus der Kraft- maschine und der Kondensationsstelle des Dampfes auftretende Druck auf die Entga- sungsanlage 18 zur Wirkung gebracht wird, bleibt das Druckniveau gewährleistet, auch wenn, z.
B. durch Abschluss des bei dem nach dem Mischprinzip arbeitenden Wärmeaustau- scher vorgesehenen, den Wasserstand im Wärmeaustauseher kontrollierenden Reglers, die Verbindung zum Entgaser unterbrochen wird. Die Erfindung bietet somit überdies den Vorteil eines weiteren Energiegewinnes, da die Kesselspeisepumpe das Kondensat nur vom Druckniveau des Abdampfes in den Kes sel zu speisen hat.
Bei Erwärmung des se kundären Wärmeträgers in mehreren Wä.rme- austauschern, entsprechend dem Ausführungs beispiel der Zeichnung, kann auch der im ersten Wärmeaustauseher, das heisst. im Ein spritzkühler 6, herrschende Druck des primä ren Wärmeträgers auf die Entga-sungsanlage zur Wirkung gebracht werden. In diesem Falle müsste die Leitung 19 vom Einspritz- kühler 6 abgezweigt werden.
Fig.2 stellt eine Schaltung mit Ober- flächenwärmeaustauscher dar. Aus dem Kes sel 1 strömt wieder der Dampf über den Über- hitzer 2 durch die Rohrleitung 3 der Kraft anlage 4 zu. Nachdem der Dampf hier einen Teil seiner Anergie in Arbeit. umgesetzt hat, strömt. der Abdampf durch die Rohrleitung 5 in einen Oberflächenkühler 23 und durch die Rohrleitung 7 in den Oberflächenvorwärmer 24.
Der Oberflächenkühler 23 und der Ober flächenvorwärmer 24 bilden hierbei eine in zwei Stufen arbeitende Oberflächenwärmeaus- tauseheinriehtung. Das Kondensat, dessen Temperatur ungefähr der Sattdampftempera- tur des Abdampfes entspricht, gelangt über die Leitung 17 in den Entgaser 18, von wo es mittels der Leitungen 20, 22 und der Pumpe 21 wieder dem Kessel 1. zugeführt wird, ohne seine Temperatur wesentlich verringert zu haben. Der primäre Dampf- bzw.
Wasser kreislauf ist somit vollkommen in sich ge- schlossen. Die Dampfleitung 19 verbindet wieder den Entgaser 18 mit. der Abdampflei- tung 5 der Krafterzeugungsanlage 4. Der sekundäre Wärmeträger wird in ge schlossenem Kreislauf über die Rohrleitung 9, Umwälzpumpe 10, Rohrleitung 11, Wärme verbraucher 12, Rohrleitung 25, Oberflächen vorwärmer 24, Rohrleitung 26, Oberflächen dampfkühler 23 umgewälzt.
Claims (1)
- PATEN TANSPRtrCHE 1. Verfahren zum Betrieb von Kraft-Heiz- Anlagen, bei welchen die Wärme des Ab dampfes einer Kraftanlage in einer Wärmeaustauscheinrichtung einem sekundä ren Wärmeträger mitgeteilt und in einer von diesem durchströmten Heizanlage verwertet wird, dadurch gekennzeichnet, dass Wasser von einer die Temperatur des sekundären Wärmeträgers hinter dem Verbraucher über steigenden Temperatur dem System entnom men und dem Kessel als Speisewasser zuge führt wird.II. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Kesselspeisewasserlei- tung von der Wärmeaustau.scheinrichtung ab gezweigt ist. UNTERAN SPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass das Speisewasser des Kessels dem Spstem an einer nicht zum Wärmeverbraucher gehörigen Stelle entnom men und der vom Wärmeverbraucher rück strömende sekundäre Wärmeträger zur Kon densation des Abdampfes ausgenützt wird. 2.Verfahren nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass das Speisewasser für den Kessel der Wärmeaustauscheinrich- tung entnommen wird. 3. Verfahren nach Unteranspruch 1, zum Betrieb einer Kraft-Heiz- Anlage mit nach dem Mischprinzip arbeitender -\Värmeaustausch- einrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass das in dieser MTärmeaustauscheinrieht.ung infolge Dampfkondensation sich bildende Überschuss- wasser als Kesselspeisewasser verwendet wird. 4.Verfahren nach Unteranspruch 1, zum Betrieb einer Kraft-Heiz-Anlage mit Ober- flä.ehenwärmeaustauscheinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass das in dieser Einrich- tLmg sich bildende Kondensat des Abdampfes als Kesselspeisewasser verwendet wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der Wärmeaus tausch zwischen primärem und sekundärem Wärmeträger und die Entgasung des Kessel speisewassers unter angenähert gleichem Druck erfolgen. 6.Verfahren nach Unteranspruch 5, da durch gekennzeichnet, dass die Entgasung des Kesselspeisewassers unter einem nur wenig unter dem Abdampfdruck der Kraftanlage liegenden Druck erfolgt. 7. Verfahren nach Unteranspruch 6, da durch gekennzeichnet, dass ein zwischen der Austrittsstelle des Dampfes aus der Kraft maschine und. der Kondensationsstelle des Dampfes auftretender Druck auf die Ent- gasungsanlage zur Wirkung gebracht wird. B.Verfahren nach Unteransprueh 6, da durch gekennzeichnet, dass die Erwärmung des sekundären Wärmeträgers in mehreren Wärmeaustauschern erfolgt und der in dem ersten Wärmeaustauscher herrschende Druck des primären Wärmeträgers auf die Entga- sungsanlage zur Wirkung gebracht wird. 9. Einrichtung nach Patentanspruch II, gekennzeichnet durch eine von einer Stelle des Weges des Abdampfes zwischen Kraft maschine und Kondensationsstelle abge zweigte, zum Entgaser führende Leitung.10. Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der sekundäre Wärmeträger vom Wärmeverbraucher zur Gänze zu der Wärmeaustauscheinrichtung zu r ückgeführt wird.
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